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Australien Schädelfund gibt Einblick in die Evolution der Riesenwombats

Illustration Riesenwombat
Die Riesenwombats haben bis zu 600 Kilogramm gewogen
© Eleanor Pease
Bislang sind mehrere Arten der ausgestorbenen Riesenwombats bekannt - viel weiß man allerdings nicht über sie. Nun gibt ein recht komplett erhaltener Schädel Einblick in die Evolution dieser Beuteltiere

Anhand eines Schädelknochens haben Forscher einen bislang weitgehend unbekannten Riesenwombat rekonstruiert. Die Art Ramsayia magna lebte demnach vor etwa 80 000 Jahren und wog etwa 130 Kilogramm, möglicherweise sogar deutlich mehr. Das Team um Julien Louys von der Griffith University in Brisbane stellt seine Erkenntnisse im Fachblatt "Papers in Paleontology" vor.

Die heutigen Wombats kommen nur in Australien vor, zählen zu den Beuteltieren und bringen etwa 20 bis 35 Kilogramm auf die Waage. Riesenwombats, von denen sämtliche Arten ausgestorben sind, müssen per Definition mindestens 70 Kilogramm wiegen, schreibt die Gruppe um Louys. Bislang seien von ihnen drei Gattungen bekannt: Der etwa 70 Kilogramm schwere Sedophascolomys, Ramsayia mit einem Gewicht von grob 100 Kilogramm und als größter Vertreter der etwa 600 Kilogramm schwere Phascolonus. 

Dagegen ist der 4 Meter lange und 3 Tonnen schwere Diprotodon zwar das größte bekannte Beuteltier, das jemals lebte. Zu den Wombats (Vombatidae) gehöre er allerdings nicht, auch wenn er fälschlicherweise als Riesenwombat bezeichnet werde, schreibt das Team. 

Schädel wurde in Australien gefunden

Der Schädel des nun vorgestellten Ramsayia magna wurde in einer Höhle bei der Stadt Rockhampton im australischen Bundesstaat Queensland gefunden. "Die Entdeckung des bislang vollständigsten Schädels von Ramsayia bot uns die Gelegenheit zu rekonstruieren, wie diese Kreatur aussah, wann und wo sie lebte und wie die Evolution der Riesenwombats in Australien verlief", wird Louys in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. "Alle echten Riesenwombats entwickelten zuerst ihre Körpergröße und spezialisierten sich erst danach auf die Ernährung mit verschiedenen Gräsertypen."

Wie die drei bekannten Gruppen der Riesenwombats - also Ramsayia, Sedophascolomys und Phascolonus - miteinander verwandt sind, wissen die Forscher nicht. Auch ihr genaues Verwandtschaftsverhältnis zu den drei heutigen Arten der Wombats ist unklar, diese Fragen könnten künftig jedoch Genomuntersuchungen beantworten. 

Unklar ist auch, wann und warum die Riesenwombats ausstarben. Vor 80 000 Jahren war der moderne Mensch in Australien noch nicht angekommen, er erreichte den Kontinent - nach derzeitigem Kenntnisstand - vor etwa 50 000 Jahren.

Walter Willems, dpa

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