Im Scheinwerferlicht glänzte sie golden, als der Tiefsee-Rover sie am Meeresboden anleuchtete. Bei Alaska, 3300 Meter unter dem Meeresspiegel, traf die US-amerikanische Meeres- und Wetterbehörde auf eine Kugel, die große Neugierde weckte. Ein Team um Steven Auscavitch vom National Museum of Natural History in Washington untersuchte das organische Material und legte ein vorläufiges Ergebnis vor. Demnach handelt es sich um Überreste einer Tiefseeanemone. Anhand von DNA-Proben konnten die Forschenden Licht ins Dunkel bringen. Sie untersuchten die geborgenen Überreste morphologisch und unterzogen sie einer Genanalyse. Dabei entdeckten sie ein faseriges Material, in dem sich Überreste von Nesselzellen befanden, die bestimmte Seeanemonen tragen.
Das widerlegte die alternative Theorie, dass es sich um die Eihülle eines Tiefseelebewesens handeln könnte. Stattdessen entpuppte sich die goldene Kugel als wachsartige äußere Schutzhülle eines Tiers, die vermutlich zurück blieb, als es seinen Standort wechselte oder sich asexuell vermehren wollte. Seeanemonen können sich fortpflanzen, indem sich der Polyp von seinem Fuß trennt, aus dem dann ein neuer Polyp heranwachsen kann. Bereits während der Erstbeobachtung hatten die Expeditionsteilnehmenden an Bord des NOAA-Schiffs ein Loch in der Hülle bemerkt, das auf diesen Vorgang hindeuten könnte.
Was sind Seeanemonen?
Seeanemonen sind Bewohner der Tiefsee. Sie können eine Größe von bis zu 1,50 Meter erreichen und besitzen kein Skelett. Derzeit sind 1200 Arten von Seeanemonen bekannt. Die Tiere bilden keine Kolonien und bewegen sich durch langsames Kriechen am Meeresboden fort. Einige Arten leben in Symbiosen mit anderen Tieren, beispielsweise mit Fischen. Gegen Feinde setzen manche Arten Nesselfäden ein, die sie aus Mund oder Poren schleudern.