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Studie Mehr Arten vom Aussterben bedroht als angenommen

Das Goldene Löwenäffchen ist eine gefährdete Art, die in den atlantischen Küstenwäldern Brasiliens beheimatet ist. Nach Schätzungen von Experten sind etwa 30 Prozent aller Arten weltweit während der vergangenen 500 Jahre bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht
Das Goldene Löwenäffchen ist eine gefährdete Art, die in den atlantischen Küstenwäldern Brasiliens beheimatet ist. Nach Schätzungen von Experten sind etwa 30 Prozent aller Arten weltweit während der vergangenen 500 Jahre bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht
© Ben Birchall/PA Wire/dpa
Schätzungen zur Zahl der bedrohten Tierarten variieren stark. Eine neue, umfassende Bestandsaufnahme lässt befürchten, dass es weit mehr sind als bislang bekannt

Nach Schätzungen von Experten sind etwa 30 Prozent aller Arten weltweit während der vergangenen 500 Jahre bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Die Ergebnisse der Studie deuteten darauf hin, dass mehr Arten bedroht sein könnten als bisher angenommen, schreibt das Autorenteam unter anderem mit Blick auf einen Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES.

Bei der Studie wurden Expertinnen und Experten befragt, die in den vergangenen zehn Jahren Studien über Biodiversität in Fachzeitschriften veröffentlicht haben. Dabei seien auch bisher unterrepräsentierte Fachleute, zum Beispiel aus dem Globalen Süden, und bisher weniger untersuchte Arten beachtet worden.

Schätzungen variieren stark

Insgesamt variierten die Expertenschätzungen zum Anteil der bedrohten Arten stark: Sie lagen zwischen 16 und 50 Prozent. "Auch wenn bei der begrenzten Informationslage noch nicht klar ist, welche Zahlen näher am wahren Wert liegen: Es wird deutlich, dass wir für ein vollständiges Bild der Lage die Meinung von Experten und Expertinnen für alle Artengruppe in jeder Region der Welt einholen müssen", sagte Hauptautor Forest Isbell von der University of Minnesota (USA). In die Auswertung wurden Antworten von mehr als 3300 Experten und Expertinnen aus 113 Ländern einbezogen.

Neben stärkeren Investitionen in den Naturschutz müssten auch geeignete Schutzkonzepte entwickelt werden, die auf ein breiteres Spektrum von Organismen abzielen, um die Krise der biologischen Vielfalt zu bekämpfen, sagte Mitautor Nico Eisenhauer vom Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung (Idiv). "Jüngste Studien deuten beispielsweise darauf hin, dass mehrere aktuelle Naturschutzprogramme möglicherweise keine positiven Auswirkungen auf die biologische Vielfalt im Boden haben." Dort lebe etwa ein Viertel aller Arten der Erde.

dpa

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