Gewiefter Vogel Der Feind im Nest: Wie es der Kuckuck schafft, andere Vögel zu täuschen

Das Kuckucksküken ist noch nicht flügge und doch schon überdimensional groß – zumindest im Vergleich zu den unfreiwilligen Leiheltern (hier ein Teichrohrsänger)
Das Kuckucksküken ist noch nicht flügge und doch schon überdimensional groß – zumindest im Vergleich zu den unfreiwilligen Leiheltern (hier ein Teichrohrsänger)
© Thomas Hinsche/Okapia
Hübsch ist er, ohne Frage. Aber mindestens ebenso gewieft: Der Kuckuck spart sich die Kinderbetreuung und lässt seine Jungen einfach von anderen Eltern großziehen. Bei der Täuschung wendet er überraschende Tricks an

Regungslos sitzt sie auf der Lauer. Seit Tagen schon spioniert sie ihren Opfern hinterher. Zwei nichts ahnende Gartengrasmücken haben ihr Nest gebaut und erste Eier hineingelegt. Jetzt flattern die Singvögelchen kurz weg – und Frau Kuckuck schlägt zu! Sie zischt zum Nest, presst binnen Sekunden ein eigenes Ei heraus. Dann schnappt sie sich ein Grasmücken-Ei – und verschwindet. Verborgen im Unterholz genießt sie den geraubten Protein-Snack. Die beiden Grasmücken haben nichts bemerkt. Sie ahnen nicht, dass ein Kuckuck ihr Familienglück zerstört hat, noch bevor es richtig begonnen hat.


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