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Zugvögel Warum sich das Pendeln lohnt


Zugvögel könnten doch eigentlich im warmen Süden bleiben. Tun sie aber nicht - mit gutem Grund
Zugvögel: Störche in Afrika. Werden sie ihr Zugverhalten ändern?
Störche in Afrika. Werden sie ihr Zugverhalten ändern?
© Frans Lanting/Corbis

Ungefähr die Hälfte aller Vogelarten wandert und verlässt ihr Brutgebiet: geschätzte 50 Milliarden Tiere weltweit; ein Zehntel davon pendelt zwischen Europa und Afrika. Der Grund ist nicht die Kälte, sondern der Futtermangel im europäischen Winter. Viele Vögel würden im kalten Europa verhungern, vor allem diejenigen, die sich von Insekten oder Würmern ernähren. Sie fliegen dorthin, wo ihre Nahrung weiterhin verfügbar ist.

Ein erholsamer Urlaub unter südlicher Sonne wartet dort aber nicht auf sie. Als "Flüchtlinge" müssen sie mit den im Süden ansässigen Vögeln die Nahrung teilen. Auch wenn der Rückflug im Frühling erneut viel Energie kostet - er lohnt sich also allein schon deshalb, weil das Ausweichen in den Norden weniger Konkurrenz, mehr Nahrung pro Vogel sowie bessere Brutbedingungen bedeutet. Wie sehr Vögel dies schätzen, zeigt eine neue Entwicklung - immer mehr von ihnen geben das Reisen auf und bleiben auch im Winter in den höheren Breiten und können im Frühjahr, falls sie überlebt haben, als erste ein Brutrevier besetzen. Störche etwa stolzieren seit ein paar Jahren in Deutschland durch die Schneelandschaft. Vielleicht liegt das am Klimawandel; weil die Winter milder werden und sich auch im Dezember noch Insekten finden lassen.

Und wer weiterhin über den Winter fortfliegt, bucht klimabegünstigt immer häufiger den Kurztrip: England etwa ist für immer mehr mitteleuropäische Mönchgrasmücken das neue Spanien, und der deutsche Kranich bleibt immer häufiger unterwegs hängen, statt auf die Iberische Halbinsel weiterzufliegen.

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