Krötenwanderung Kröten schon früh unterwegs: Was Autofahrer jetzt beachten sollten

Wegen der ungewöhnlich milden Witterung ist die Krötenwanderung in vollem Gang. Für die Tiere kann schon der Luftdruck vorbeifahrender Autos tödlich sein
Krötenwanderung

Schon bei Tempo 50 haben Kröten kaum ein Chance - selbst wenn sie nicht direkt vom Autoreifen getroffen werden

Ein ungewöhnlich warmer Februar und März-Anfang hat Fröschen, Kröten, Molchen und Unken aus ihren Winterverstecken gelockt. Denn Sonne und steigende Quecksilberröhre sorgen bei Amphibien für Frühlingsgefühle. Für sie sind steigende Temperaturen das Signal, zum Laichgewässer aufzubrechen. Überall im Flachland, meldet der NABU, seien schon Amphibien unterwegs. Die Laichsaison hat begonnen.

Doch vor ihnen liegen oft gefahrvolle Kilometer. Den wandernden Erdkröten - sie legen oft mehrere Kilometer in ihr Heimatgewässer zurück - droht nicht nur Gefahr durch Graureiher, Rabe und Co. Die gefährlichsten Meter sind wohl diejenigen über Asphalt. Umweltverbände weisen jetzt darauf hin, dass zur Zeit der Krötenwanderungen zahllose Tiere unter Autoreifen sterben.

Krötenwanderung oft in der Dämmerung

Und die Tiere sind selbst dann in Lebensgefahr, wenn sie vom Reifengummi verschont werden. Wie der NABU berichtet, kann der Luftdruck vorbeifahrender Autos so groß sein, dass innere Organe der empfindlichen Tiere beschädigt werden – und sie qualvoll verenden. "Schon bei Überfahrtempo 50 haben die Kröten kaum eine Überlebenschance", erklärt Prof. Dietrich Hummel von der TU Braunschweig.

Zwar sind viele Ehrenamtliche im Einsatz, um Krötenzäune zu errichten, instand zu halten, und die in Eimern eingesammelten Tiere sicher über die Straße zu befördern. Doch ein Großteil der Wanderungen findet abseits der Schutzmaßnahmen statt – und oft in der Dämmerung.

Warnschild, Krötenwanderung

Umweltverbände bitten Autofahrer, Warnhinweise in Krötenwanderungsgebieten zu beachten - und langsam zu fahren

Kröten können vor Autos nicht flüchten

Autofahrer sollten darum in den kommenden Tagen, besonders bei milder und feuchter Witterung, auf Warnhinweise achten und langsam fahren – maximal 30 Stundenkilometer. Das erhöht auch die Sicherheit für die Ehrenamtlichen, die die Zäune und die Sammeleimer kontrollieren.

"Unsere ehrenamtlichen Helfer sind meist bei Dunkelheit in den Abend- und frühen Morgenstunden unterwegs", sagt Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik. "Fahren Sie vorsichtig und achten Sie auf Warnschilder, Tempolimits und Umleitungen."