Ende der Megafauna Kameltreck ins Reich der Riesen

In der australischen Wüste machen sich Forscher mit Kamelen auf, urzeitliche Wesen zu bergen. GEO-Reporter Jörn auf dem Kampe begleitete den Treck - und ist seitdem ganz angetan von den geländegängigen Lastenträgern

Worum ging es bei der Expedition?

Wir waren in der Simpson Desert unterwegs, mitten im australischen Outback. Vor langer Zeit wurde dieses Gebiet von gigantischen Urzeitwesen beherrscht: riesigen Kängurus und Verwandten der modernen Wombats, so groß wie eine Minibus. Plötzlich war ihre Ära vorbei. Und die entscheidende Frage der Forscher ist: Wer oder was ließ die Kolosse untergehen? Auf unserer Expedition haben Paläontologen Fossilien gesammelt, um eine Antwort darauf zu finden.

Und wer oder was war’s?

Entweder eine Klimakatastrophe. Oder der Mensch, der die Megafauna-Tiere jagte. Oder vielleicht auch beides. Wie weit die Forscher bei der Lösung des Rätsels sind, kann man in unserer Reportage aus dem aktuellen GEO Magazin lesen.

Wie seid ihr durch die Wüste gereist?

Wir sind, wie man das aus frühen Expeditionen in großen Wüsten kennt, zu Fuß gegangen. Und alles, was wir dabei hatten, haben wir von Kamelen transportieren lassen – oder, genauer gesagt, von Dromedaren, den einhöckerigen Kamelen. Wir hatten 900 Liter Wasser dabei und Nahrung für zwei Wochen, sonst hätten wir so einen Treck nicht überstehen können.

Welchen Vorteil hat es denn, mit Dromedaren zu reisen – und nicht einfach mit Geländewagen?

Zum einen wären wir mit dem Jeep gar nicht zu der Ausgrabungsstelle gelangt. Das Gelände ist extrem unzugänglich. Eine Alternative wäre höchstens ein Helikopter gewesen, aber dann würde so eine Expedition viel zu teuer. Ein großer Vorteil ist aber auch, dass man mit Kamelen relativ langsam unterwegs ist. Das heißt, wir konnten während des Marschs nebenbei den Boden absuchen. Mit dem Geländewagen wären wir an vielen Artefakten, die wir unterwegs entdeckt haben, einfach vorbeigefahren.