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Klima Schwindende Farben: Erleben wir bald keinen Indian Summer mehr?

Indian Summer in Pennsylvania, USA
Ab Ende September taucht das Herbstlaub die Landschaften an der Ostküste der USA normalerweise in satte Farben
© SNEHIT PHOTO - Adobe Stock
Forschende der nationalen Waldbehörde im US-Bundestaat Vermont melden, dass die herbstliche Farbenpracht der Wälder an der Ostküste der USA seltener und kürzer wird. Grund dafür seien vor allem Wetterveränderungen

Die Staaten an der Ostküste der USA, besonders die Regionen Neuengland und New York, sind für ihre prachtvollen Wälder bekannt. Im Herbst taucht die intensive Laubfärbung die Landschaften in satte Farben. Zwischen Ende September und Ende Oktober erreicht der Indian Summer seinen Höhepunkt, dann bereisen viele Naturbegeisterte und Fotografierende die US-Ostküste, die in den Genuss des Farbspektakels kommen möchten.

Doch in diesem Jahr ist es merklich anders, das berühmte Naturphänomen zeigt sich nicht in seiner gewohnten Schönheit. Wie Forschende der nationalen Waldbehörde mit Sitz im US-Bundestaat Vermont gegenüber der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichten, müssen sich in vielen Gebieten die Bäume noch von ihrem sommerlichen Grün trennen.

Im Norden des US-Bundesstaats Maine, wo normalerweise Ende September die Laubfärbung ihren Höhepunkt erreicht, hatten Försterinnen und Förster in der vergangenen Woche eine Farbänderung von weniger als 70 Prozent und einen mäßigen Blattabfall gemeldet. In anderen Regionen hätten außerdem sehr hohe Temperaturen bereits zu Beginn der Saison tote und ausgetrocknete Blattränder hinterlassen.

Klimawandel und wärmere Herbsttemperaturen führen zu Problemen

Grund für diese Entwicklungen seien vor allem die wärmeren Temperaturen im Herbst. Diese führten dazu, dass die Bäume ihr sommerliches Grün länger behielten und damit den richtigen Zeitpunkt verpassten, das Chlorophyll in den Blättern abzubauen, wodurch die für den Herbst typischen gelben, roten und orangefarbenen Pigmente zum Vorschein kämen, erklärt der Baumexperte Michael Sundberg gegenüber AP.

"Anstatt dass die Bäume diese Veränderung ganz allmählich vollziehen, werden sie von verrückten Wetterereignissen durcheinander gebracht. Sie ändern ganz plötzlich ihre Farbe oder lassen die Blätter schnell und früh fallen", sagt Sundberg. So würden auch immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse wie Wirbelstürme dazu beitragen, dass Bäume ihre Blätter immer abrupter abwerfen.

Ein ähnliches Problem wird auch von der Nordwestküste der USA berichtet. Dort sorgten erhebliche Dürren und Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius in diesem Jahr dafür, dass die Blätter an den Bäumen vorzeitig braun wurden und abfielen. Fachleute nennen das Blattverbrennung. Besonders im US-Bundesstaat Oregon wird die gewohnte Herbstpracht dieses Jahr daher deutlich weniger glanzvoll ausfallen.

Forschende vermuten, dass sich dieser Trend wohl fortsetzen wird, wenn der Planet sich weiter erwärmt und damit auch die Extremwetterereignisse zunehmen.


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