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Neu im Kino "Wer wir waren": Denkanstöße für unsere Zukunft auf dem Planeten Erde

Berater der Filmproduktion und Co-Herausgeber des Buchs: GEO-Reporter Lars Abromeit
Berater der Filmproduktion und Co-Herausgeber des Buchs: GEO-Reporter Lars Abromeit
© Sebi Berens für GEO, X Verleih
Wie können wir unsere Welt zum Besseren verändern und für unsere Nachkommen erhalten? Wie lassen sich Globalisierung und Wachstum fairer und nachhaltiger gestalten? Wie werden künftige Generationen über uns urteilen? Diesen Fragen gehen der Regisseur Marc Bauder und GEO-Redakteur Lars Abromeit in ihrem Film- und Buchprojekt "Wer wir waren" nach. Wir sprachen mit dem Berater und Co-Herausgeber Lars Abromeit

"Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten," schrieb der Publizist Roger Willemsen in seinem letzten Werk, "Wer wir waren". Inspiriert von Willemsens melancholischer Rückschau auf die Gegenwart, stellt Marc Bauder (Grimme-Preis 2017) in seiner Kino-Dokumentation sechs international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor, die es besser machen wollen, die an Lösungsansätzen für eine bessere Welt arbeiten: vom Astronaut Alexander Gerst bis zum Molekularbiologen und Mönch Matthieu Ricard, vom Ökonom Dennis Snower bis zur Meeresforscherin Sylvia Earle, von der Technikphilosophin Janina Loh bis zum Philosoph Felwine Sarr, Vertreter eines neuen afrikanischen Selbstbewusstseins. Anhand dieser Stimmen zeigen der Film und der Text-Bildband sechs wegweisende Perspektiven für unsere Zukunft auf. Als Berater und Co-Herausgeber von Anfang an mit dabei: GEO-Reporter Lars Abromeit.

Lars, wie kam es zu diesem gemeinsamen Buch- und Filmprojekt?

Lars Abromeit: Marc und ich haben uns 2018 in Kasachstan kennengelernt – beim Start des Astronauten Alexander Gerst zur Raumstation ISS. Marc hatte angefangen, die ersten Szenen für seine Idee eines Dokumentarfilms zu drehen, und ich wollte für GEO über die Weltall-Mission berichten. Beim Austausch über das “WER WIR WAREN”-Projekt waren wir uns schnell einig, dass dieser Film eigentlich durch ein Buch ergänzt werden müsste, um den komplexen Ideen und Hintergründen der Protagonisten gerecht zu werden.

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Mit GEO und dem Verlag Dorling Kindersley haben wir dann auch schnell tolle Partner gefunden für eine Kooperation. Und so bin ich als Berater der Filmproduktion und als Co-Herausgeber für das Buch in Marcs Ansatz mit eingestiegen.

Welche der sechs Persönlichkeiten hat Dich am meisten beeindruckt?

Besonders eindrucksvoll fand ich unseren Besuch bei der 86-jährigen Meeresforscherin Sylvia Earle in den USA. Seit mehr als zehn Jahren hatte ich davon geträumt, sie für GEO bei einer Expedition zu begleiten, doch ihr Terminkalender ist immer wahnsinnig eng getaktet. Im September 2019 hat sie sich trotzdem einige Tage lang für uns Zeit genommen und uns unter anderem ein neues Meeresschutzgebiet in der Bucht San Franciscos gezeigt. Das war unvergesslich: Auf all meinen Reisen habe ich noch niemanden kennengelernt, der eine so tiefe und ansteckende Verbundenheit mit dem Leben im Ozean ausstrahlt wie Sylvia Earle. Kein Wunder, dass ihre Kolleginnen und Kollegen sie oft “Her Deepness” nennen! Ich würde mich freuen, wenn ihre Stimme noch mehr Gehör findet: Aus den Gesprächen und Dreharbeiten mit ihr sind dann tragende Filmpassagen entstanden, ein Buchkapitel, ein GEO-Porträt und letztlich jetzt auch eine Folge im GEO-Podcast.

Buch und Film bieten Denkanstöße für eine bessere Zukunft. Welche Erkenntnisse hast Du für Dich persönlich daraus gezogen?

Vor allem hat mir die Arbeit an dem Projekt vor Augen geführt, wie dringend wir auf vielen Ebenen gleichzeitig ansetzen müssen, um unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten: im Naturschutz und im Konzept der globalen Wirtschaft, in Alltagsentscheidungen, im Umgang mit neuen Technologien. Ich finde, der Kerngedanke unseres Projekts hilft, sich unsere Verantwortung dafür klar zu machen: Wie wollen wir von künftigen Generationen, von unseren Kindern und Enkelkindern, beurteilt werden? Ich selbst habe zwei junge Töchter und möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sie in zehn oder 20 Jahren zurückblickend sagen werden: Wir haben die Zeichen der Zeit gerade rechtzeitig noch verstanden.

Der Film "Wer wir waren", ausgezeichnet mit dem Hessischen Filmpreis, wurde bei den 71. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2021 als Special-Beitrag gezeigt und kommt am 8. Juli 2021 in die Kinos.

Das Buch zum Film ist zum Preis von 34,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Interiew: Isabelle Haesler

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