Ernährung Warum Butter noch viel klimaschädlicher ist als Fleisch

Fleisch hat den Ruf, dem Klima besonders zu schaden. Aber es gibt ein noch sündhafteres Lebensmittel - auf fast jedem Frühstückstisch: die Butter
Butter

Was wir essen, schlägt sich in unserer Klimabilanz nieder. Auf den Ernährungssektor entfallen rund ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland

In den Zeiten des Klimawandels ist das Fleischessen etwas in Verruf geraten. Denn bei der Aufzucht der Tiere werden jede Menge klimaschädliche Emissionen freigesetzt. Es gibt allerdings ein Nahrungsmittel, das noch weit schädlicher für die Atmosphäre ist – und dennoch auf kaum einem Frühstückstisch fehlt (und übrigens auch bei Vegetariern beliebt ist): Butter.

Bei der Herstellung von einem Kilogramm des tierischen Streichfetts entstehen rund 24 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2-e; das sind alle klimaschädlichen Gase zusammen, umgerechnet auf die Klimawirkung von Kohlendioxid). Der Grund für den extremen Wert: Für die Produktion von Butter mit einem Milchfettanteil von mindestens 80 Prozent braucht man viel Milch von vielen Kühen. Und die fressen nicht nur Gras – sondern auch Kraftfutter mit Soja. Die Hülsenfrüchte haben, weil ein Großteil davon in Südamerika angebaut wird, nicht nur einen langen Weg hinter sich. Die wachsende Nachfrage nach Futtersoja führt auch dazu, dass für die erforderlichen Flächen auch Regenwald gerodet oder Grünland umgebrochen wird. Wichtige CO2-Speicher werden so vernichtet. Außerdem stoßen Rinder bei der Verdauung große Mengen Methan aus: ein Klimagas, das für die Atmosphäre 21-mal schädlicher ist als Kohlendioxid.

Beides, die Futterherstellung und die Methanproduktion, schlägt zwar auch bei der Herstellung von Rindfleisch zu Buche. Trotzdem belastet ein Kilogramm davon die Atmosphäre nur mit vergleichsweise schlanken 15 Kilogramm CO2-e. (Diesen Wert nimmt der WWF an. Das Umweltbundesamt gibt eine Spanne von 7-28 Kilogramm an. Der Grund: Der tatsächliche Wert hängt stark von der Haltungsform und dem Futter ab.)

Dass Fleisch in der Regel klimaleichter ist als Butter, liegt an der kürzeren Lebenszeit der Tiere. Zudem ist die Herstellung von Butter aufwändiger und energieintensiver.

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Pflanzliche Lebensmittel deutlich klimaleichter

Zum Vergleich: Linsen als gesunde und proteinhaltige Alternative zu Fleisch sind ein wahres Klima-Leichtgewicht. Bei der Produktion von einem Kilogramm trockener Hülsenfrüchte fallen nur 0,7 Kilogramm CO2-e an. Auf denselben Wert kommt auch Mischbrot.

Auf Platz drei der Negativ-Hitliste landet Käse – mit durchschnittlich rund 8,5 Kilogramm CO2-e. Allerdings schwankt auch hier der tatsächliche Wert. Grundsätzlich gilt: Je fetter der Käse, desto klimaschädlicher. Denn für einen Käse mit hohem Fett-Anteil wird mehr Milch benötigt als für mageren.

Grundsätzlich gilt: Bio-Produkte haben einen etwas geringeren CO2-Fußabdruck als konventionelle.

Wer übrigens nicht ganz auf Butter verzichten und auf Pflanzenmargarine umsteigen mag, kann sie zumindest sparsamer verwenden. In der Regel ist der Gewichtsanteil von Butter an der täglichen Ernährung ohnehin kleiner als der von Fleisch: Der durchschnittliche Deutsche vertilgt rund 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Unser Butter-Konsum dagegen beläuft sich nur auf knapp ein Zehntel dieser Menge.