Nachhaltige Mode Statt Synthetik-Fleece: Diese Alternativen gibt es bei Outdoor-Kleidung

Synthetische Outdoor-Bekleidung belastet unsere Gewässer mit Mikroplastik. Jetzt tüfteln Hersteller an Fleece aus biologisch abbaubaren Stoffen
Nachhaltiger Fleece

Fleece aus Holzfasern: Vaude bringt biologisch abbaubare Kuschel-Fasern auf den Markt

Fast jeder hat mindestens eine Schrank: Fleecejacken sind weich, warm und trocknen schnell – und sind darum die idealen Begleiter auf Outdoor-Trips und Städtetouren. Doch in der Waschmaschine entpuppen sich die praktischen Kleidungsstücke als echte Umweltsünder.

Das Problem: Bei jeder Wäsche lösen sich aus der Kunstfaser-Struktur einer einzigen Fleecejacke durch die Drehbewegung der Trommel bis zu eine Million mikroskopische Kunststoff-Partikel. Allein die Bevölkerung der EU, das zeigen Hochrechungen von Forschern, setzt so jährlich rund 30.000 Tonnen Mikroplastik frei.

Mit dem Abwasser gelangen diese unsichtbaren Plastikteile in die Kanalisation und vor dort in die Kläranlagen. Deren Filter sind aber mit einem Teil des Mikroplastiks überfordert. So gelangen die kleinsten dieser Partikel ungehindert in Flüsse und schließlich in die Ozeane. Hier ziehen die mikroskopischen Kunststoff-Teilchen Giftstoffe wie DDT an – und werden von Meeresorganismen wie Muscheln oder Fischlarven gefressen.

Da Mikroplastik auch an Land freigesetzt wird, fanden Forscher es auch schon in Milch, Honig und selbst in Trinkwasser. Wie sich Plastik und seine giftige Beifracht in der Nahrungskette auswirken, ist bislang wenig untersucht.

Biologisch abbaubarer Fleece aus Holzfasern

Jetzt wollen Hersteller das Problem an der Wurzel packen. So kündigt das Unternehmen Vaude Fleece-Bekleidung an, deren Fasern aus nachhaltig gewonnenem Eukalyptus- und Buchenholz hergestellt wird. Die Fasern sind biologisch abbaubar und zersetzen sich im Meer nach kurzer Zeit.  

Im Rahmen des Projekts „TextileMission“, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird,  wollen Vertreter von Industrie, Forschung und Umweltschutz außerdem herausfinden, wie Klärwerke mit besseren Filtern ausgestattet werden können – und wie sich Textilien jeder Art so verarbeiten lassen, dass sie weniger fusseln.

Eine umweltschonende Alternative zu Fleece aus Polyamid oder Polyester gibt es übrigens schon: Fleece aus Bio-Baumwolle.

Was tun mit alten Fleece-Jacken?

Die Zahlen zum Thema Mikroplastik sind zwar alarmierend, sollten aber kein Grund sein, unsere alten Fleecejacken in den Restmüll zu werfen. Denn grundsätzlich sind diejenigen Kleidungsstücke die nachhaltigsten, die wir möglichst lange tragen. Das gilt auch für Fleece. Der Nachteil, dass die Stücke Mikroplastik in die Kanalisation tragen, wird zum Teil dadurch aufgewogen, dass der Aufwand für die Herstellung eines neuen Kleidungsstücks eingespart wird – egal, ob es nun aus Baumwolle oder Kunstfaser ist.

Den Mikroplastik-Eintrag können wir außerdem dadurch minimieren, dass wir alte Fleece-Teile nur dann waschen, wenn es wirklich notwendig ist.

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