Weihnachtszeit auf Kreta

Reisetipp

Reisetipps

Weihnachtszeit auf Kreta

Weihnachtszeit auf Kreta: 5 Sterne bei 1 Bewertung

Das erlebten unsere Mitglieder

  • reiseideenkreta (RP) 16.12.12

    Weihnachten mit Kourampiédes, Melomakárona und Kálanta

    O Tannenbaum, o Tannenbaum …. nein dies ist hier nicht der Fall. In 90% der Familien die ich kenne hängen bunte und blinkende Lichterketten zusammen mit Plastikschmuck an Plastikbäumen. Und naja, seitdem auch ich jedes Jahr einen faltbaren Weihnachtsbaum aus der Abstellkammer hole, muß ich seinen praktischen Wert anerkennen. Weihnachten ist nicht das größte kirchliche Fest der orthodoxen Religion, es steht einen Rang hinter Ostern. Die traditionelle Wεihnachtszeit wird durch die am 15. November beginnende Fastenzeit eingeleitet und dauert 12 Tage lang: vom 25. Dez. bis zum 05. Januar, dem Vorteg des “Fotón” (des Lichtes). Einige Tage vorher beginnt die Hausfrau mit den Vorbereitungen; dazu gehört das Backen der Plätzchen Melomakárona und Kourampiédes, die natürlich erst nach dem Auslaufen der Fastenzeit serviert werden.
    Am Weihnachts Vortag, dem 24. Dezember, klingelt es schon in aller Herrgotts früh an allen Haustüren, kleine und auch größere Kinder, mit Triangeln ausgerüstet, singen das Weihnachtslied (Weihnachts-Kálanta) und nehmen im Austausch für ihren Gesang gerne ein kleines Taschengeld entgegen.

    Als Weihnachtsschmaus am 1. Feiertag dient eine Suppe von Schweinefleisch zubereitet oder auch ein Schweinebraten, teilweise werden auch als spätes Frühstück schon kurz angebratene Häppchen Schweinefleisch angeboten; viele Hausfrauen haben auch ein besonderes Brot gebacken, das Christópsomo (Christus-Brot). Am 2. Weihnachtsfeiertag geht man auch hier gerne außerhalb essen, wobei sich die traditionellen Tavernen in den landeinwärtsgelegenen Dörfen an großer Beliebtheit erfreuen.
    Der Vortag des Νeujαhres steht vor der Tür. Wieder wird man von Kindern jeden Alters aufgeweckt, diesmal mit dem “Neujahrslied” (Neujahrs-Kálanta). Auch eine Blumenzwiebel “Scilla Maritima” bekommt man im Laufe des Tages gegen ein Entgeld angeboten, diese legt man auf die Haustürschwelle sie soll für das kommende Jahr Glück bringen.

    Am selben Vormittag musiziert die Kapelle der Stadt in den Haupstrassen und spielt ebenfalls die Kálanta. Abends versammeln sich Familie und Freunde im Hause und es wird geschmaust. Die Hausfrau hat eine Vasilópita (= Königskuchen, eigentlich ein normaler Cake mit Puderzucker bestreut) gebacken, wobei sich im Teig ein mit Alufolie umwickelte kleine Münze (=Flourí) befindet, die ihrem Auffinder das ganze kommende Jahr über Glück bringen soll. Mitternacht ist da ….. Χρόνια Πολλά (Chrónia Pollá= viele Jahre) wird gewünscht, die Vasilópita verteilt und der Flourí-Finder beneidet !
    Und jetzt geht es los ….. die Karten werden herausgeholt, und so mancher hat bis zum frühen Morgengrauen ein kleines oder auch größeres Vermögen verspielt! Auch die Bouzoúki Lokale sind nach Mitternacht sehr gut besucht, dance the night away!!

    Am nächsten Tag ist der ganze Zauber vorbei, es ist lediglich noch abzuwarten, wer den Podarikó im Hause macht (welcher Besucher zuerst seinen Fuß ins Hause setzt), wobei Männerfüße klar bevorzugt werden. Auch dies bringt Glück für das ganze Folgejahr.
    Der 6. Januar ist da, es ist der Tag “Ton Fotón”. Heute werden die Gewässer geweiht. Nach der kirchlichen feierlichen Messe laufen Priester (mit einem Kreuz ausgerüstet) und die Gläubigen bis hin zum Meer oder auch Fluß. Das Evangelium wird nochmals gelesen und das Kreuz ins wasser geworfen. Im selben Moment springen mutige und der Kälte trotzende Männer hinterher, wer das Kreuz rettet ist für das ganze Jahr gesegnet .

    Man muß leider sagen, daß die griechischen Gebräuche in den letzten Jahrzehnten stark von westlicheren Einflüßen geprägt wurden und daher auch oft ein Kuddelmuddel herrscht. Z.B. wurden Geschenke ursprünglich am 1.Januar verteilt, heute beschenkt sich die halbe Bevölkerung an Weihnachten! Ganz glückliche Kinder werden sogar an beiden Festen beschert.

    Auch der Weihnachtsbaum hielt durch westliche Einflüße seinen Einzug in die griechischen Häuser, brachte ihn doch erstmals der bayerische König Otto 1833 nach Athen. Der traditionellen griechischen Sitte gemäß schmückten bis dato einfache Schiffchen die Häuser.

    Bilder von reiseideenkreta zu Weihnachtszeit auf Kreta

Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Weihnachtszeit auf Kreta 5.00 1

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps