Reisetipp
zuletzt bearbeitet von Tipp Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen. zuletzt bearbeitet von visufix
Ausrüstung & Bücher

Reisetipp: Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen. Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen.: 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen.: Kochen mit Gas
 
 
 
 
 

Wer sich in Regionen bewegt, die über wenig oder keine Infrastruktur verfügen, der steht schnell vor dem Problem der geeigneten Kocherwahl. Es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten um nicht vor der Tatsache "Heute bleibt die Küche kalt!" zu stehen. Speziell auf leichte, mobile Systeme wird in diesem Tipp eingegangen.

Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen.: Das erlebten unsere Mitglieder

  • visufix (RP) 04.03.08

    Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Tour:

    Etwas Theorie vorweg:
    Heizwert:
    Der Heizwert wird in kcal angegeben. Dieser Wert ist natürlich wichtig, da je effektiver das Brennmaterial ist, umso weniger muss davon ins Gepäck und spart somit Gewicht. Motorenbenzin besitzt den höchsten Heizwert (ca. 11.000 kcal), Gas, je nach Mischungsverhältnis (ca. 7.000 bis 10.800 kcal), Petroleum (ca. 10.200 kcal) und Spiritus (ca. 6.700 kcal). Festbrennstoffe liegen an letzter Stelle.
    Um die Energie effizient einzusetzen, sollte beim Kochen ein guter Windschutz und ein geschlossener Topf verwendet werden.


    „Rucksacktaugliche“ Varianten sind:


    Benzin-Kocher:
    Benzin hat den Vorteil der weltweiten Verfügbarkeit, einem guten Brennwert auch in großen Höhen und bei tiefen Temperaturen. Am besten eignet sich Reinbenzin, da es die wenigsten schädlichen Stoffe enthält. Es rußt weniger und der Kocher muss nicht so oft gewartet werden. Wenn kein Reinbenzin zu Verfügung steht, funktioniert der Kocher am besten mit Normal Benzin, nicht wie häufig angenommen mit Super Benzin.

    Zur Verbrennung muss der Kraftstoff unter Druck gesetzt, und der Kocher vorgeheizt werden. Ein Benzinkocher erfordert vom Benutzer etwas Geschick bei der Wartung und während des Anzündens.


    Gas-Kocher:
    Gaskocher sind unter normalen Bedingungen leistungsstark, geruchsneutral und simpel in der Anwendung. Bei tiefen Temperaturen oder im Hochgebirge verlieren sie allerdings deutlich an Leistung oder quittieren ihren Dienst ganz. Durch spezielle Mischungsverhältnisse und/oder dem anwärmen der Kartuschen kann nachgeholfen werden. Es sind verschieden Kartuschensysteme auf dem Markt. Je nach Reiseland muss die Verfügbarkeit des Gasnachschubs überprüft werden. Kartuschen für Kocher gibt es im Regelfall in Trekkingläden, auf Campingplätzen, an Tankstellen, in Baumärkten (Schweiß und Lötzubehör) und oft auch in Berghütten. Im Fluggepäck sind Gaskartuschen generell verboten!


    Spiritus-Kocher:
    Sie sind simpel in der Konstruktion und relativ sauber in der Handhabung. Da kein Druck aufgebaut werden muss und keine Düsen nötig sind, ein insgesamt sehr zuverlässiges System. Sie erreichen allerdings nicht die Leistung von Benzin- oder Gaskochern. Bei tiefen Temperaturen muss der Brennstoffbehälter angewärmt werden, da sich Spiritus nur bis ca. 12 Grad entzünden lässt. Wird Spiritus mit max. 10 % Wasser verdünnt, verrußen die Topfböden nicht mehr so stark.


    Mehrstoff-Kocher:
    Mehrstoffkocher, die z.B. Benzin, Diesel, Gas und Petroleum „vertragen“ sind oft eine gute Lösung, da situationsabhängig der passende Brennstoff gewählt werden kann. Hierfür müssen je nach Brennstoff die Düse oder Generator gewechselt werden. Die jeweiligen Vor- und Nachteile bleiben natürlich erhalten.




    Ein Nischensegment unter den „rucksacktauglichen“ Kochern nehmen ein:


    Petroleum- und Dieselkocher:
    Mit Ausnahme der schweren Entflammbarkeit ist Petroleum und Diesel dem Benzin sehr ähnlich. Dementsprechend auch die Kocherkonstruktionen. Die Kocher müssen aber im Regelfall mit Spiritus oder Festbrennstoff vorgeheizt werden. Auch hier wird etwas Übung und Geschick verlangt.


    Trockenstoff-Kocher:
    Kleine Metallkonstruktionen zur Aufnahme des Brennstoffs und gleichzeitiger Topfauflagefläche. Z.B. der Esbit- Kocher. Vorteil: Klein, leicht und einfach in der Handhabung. Allerdings sehr bescheidene Heizleistung und nur zum erwärmen und als Notfallkocher tauglich. Ein weiterer Vertreter ist der Hoboofen. Eine Metallkonstruktion in der durch den Kamineffekt kleine Holzstücke oder anderes Brennbares schnell verfeuert werden kann.

    Persönliches Fazit:
    Ich habe alle hier vorgestellten Systeme ausprobiert und unter verschiedenen Bedingungen getestet. Natürlich nicht von jedem Hersteller jede Art, aber die dreißig gängigsten…
    Bei Touren mit begrenztem Gepäckvolumen ist der PRIMUS Omnifuel [Mehrstoffkocher: Benzin, Diesel, Petroleum und Gas] Favorit. Bei kurzen Touren oder in Regionen mit Schraubgaskartuschen betreibe ich ihn auf Grund der einfachen Handhabung mit Gas. Bei Kälte, großer Höhe oder abgelegenen Regionen mit Rein- oder Normalbenzin. Leider ist er preislich eher an der oberen Grenze angesiedelt. Dafür sehr zuverlässig, langlebig, klein und universell. [Stand 3/2008]
    Nicht zu vergessen ist natürlich das altbewährte Lagerfeuer, nach wie vor die stielvollste und gemütlichste Variante…


    In Deutschland gibt es die Kocher im Ausrüstungsladen oder Online z.B. bei: www.bergzeit.de | www.outdoorshop.de |

    Herstellerseiten:
    http://www.primus.se/ | http://www.msrgear.com/ | http://www.coleman.com/ | http://www.optimus.se/ | http://www.kuenzi.com/mf.htm | http://www.esbit.de | http://www.trangia.se/ | http://www.camping-gaz.com/ | http://www.jetboil.com/ |



    Hinweise:
    - Nicht in kleinen, geschlossenen Räumen (Zelten) betreiben, wenn keine ausreichende Sauerstoffzufuhr sichergestellt ist.
    - Wenn möglich, das Kochen im Zelt vermeiden da durch Umfallen, Verpuffungen und Stichflammen Gefahren ausgehen. Im Weiteren führt das Kochen zu erhöhter Kondenswasserbildung.
    - Vor Inbetriebnahme des Kochers sollte man sich mit der Bedienung vertraut machen und die Technik (Dichtigkeit!) überprüfen.
    - Sicherer und feuerfester Stand für den Kocher inklusiv Topf ist wichtig!
    - Kocher mit flüssigen Brennstoffen und Fettbrände nicht mit Wasser
    löschen…

    Alle Angaben ohne Gewähr | © Martin Böhm

    Bilder von visufix zu Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen.

  • Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen.: Bewertet mit 5 Sternen
    TilmannGraner 08.06.08

    Brennstoff sparen mit Eta-Power - Gas in Kälte und Höhe

    Brennstoff sparen mit Eta-Power
    Eigentlich haben wir nur einen neuen Topf gesucht - und sind dann beim Eta-System von Primus gelandet: Kocher und Topf (3 Größenvarianten) sind perfekt aufeinander abgestimmt. Der Topf aus gehärtetem Alu hat am Boden ein Lamellensystem, der Brenner ist komplett mit einem Hitzereflektor/Windschutz umbaut. Die Energie wird so am Topfboden konzentriert, der Spareffekt ist gigantisch: Im direktem Vergleich zum Primus Omnifuel (mit dem wir sehr zufrieden waren) nur noch ca. 40% der Kochzeit! In 10 Tagen Norwegen haben wir 400g Gas verbraucht - zu zweit, und wir haben ausgiebig gekocht.
    Wie den Omnifuel gibt es das Eta-System als Mehrstoffbrenner oder als reinen Gaskocher. Das Gewicht hat nicht zugenommen, da der Brenner leichter und weniger robust gebaut ist. Mit dabei ist eine Neoprenhülle: robuste Verpackung und ideal zum Warmhalten und Simmern. Der niederige Schwerpunkt und die Piezozündung tragen weiter zu einem deutlich gesteigerten Kochkomfort bei.

    Gas in Kälte und Höhe
    Bislang haben wir den Primus Omnifuel (bzw. dem Multifuel) eingesetzt. Allerdings benutzen wir - gerade in Höhe und Kälte - Gas! Dank flexibler Zuleitung und Vorheizschlange funktioniert das problemlos: Man wärmt die Kartusche kurz vor (z.B. im Schlafsack) und dreht sie dann vorsichtig um. So kann man sicher im Zelt liegend in der Apsis kochen.Das ist für Regeneration und Ernährung wesentlich sinnvoller, als draußen im Schnee mit Benzin (oder im Zelt mit Stichflammen) zu hantieren. Meines Wissens hat sich das Kochen mit Gas im Hochlager bei Höhenbergsteigern und kommerziellen Anbietern durchgesetzt. Die Benzinpumpe ist aber eine wichtige Option an Orten, an denen man keine Schraubkartuschen bekommt. An den gängigen Ausgangspunkten in Südamerika (La Paz, Huaraz) hatten wir damit keine Probleme.

Machen Sie aufmerksam auf diesen Tipp!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Verwandte Reisetipps

Russland: Moskau | von oyumi74
Indien: Leh | von Thomas12
Südafrika: Kapstadt | von Jazzmin
Deutschland: Dortmund | von astrid
Verschiedene praxiserprobte Möglichkeiten zum Kochen auf Reisen. 5.00 2