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Aktivurlaub, Natur- & Outdoor-Tipps

Reisetipp: Ätna Ätna: 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Etna

Ätna: Mauerrest auf dem Vulkan
 
 
 
 
 

Ätna - der große Vulkan im Osten der Insel Sizilien. Der Vulkan gilt als der aktivste Europas. Entsprechend außergewöhnlich zeigt er sich gerade bei näherem Hinsehen (also während eines Besuches): Man bewegt sich auf erkalteter Lava, auf einer Fläche von Bims-Kieseln oder auf Asche.

Ätna: Das erlebten unsere Mitglieder

  • Ätna: Bewertet mit 5 Sternen
    kaba 20.01.08

    Ein Muß für jeden Sizilien-Besucher

    Wer nach Sizilien kommt, sollte die Insel nicht wieder verlassen, ohne auf dem Ätna gewesen zu sein. Dieser Besuch bietet ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art. Der aktivste Vulkan Europas gestaltet seine Oberfläche laufend neu. Während der Wanderung wird man kaum Steine oder Asche zu sehen bekommen, die älter als vielleicht ein paar tausend Jahre sind; dafür viele jünger als man selbst.

    Organisation

    Eine Möglichkeit ist, über die Ortschaft Nicolosi zum Besucherzentrum zu fahren. Von dort aus geht's zu Fuß weiter - auch wenn es für die ersten paar Hundert Meter auch eine Transportmöglichkeit mit Jeeps gibt.
    Ich würde unbedingt empfehlen, nur mit Führer auf dem Ätna zu wandern. Natürlich ist der erste Grund dafür die Sicherheit, einen Ortskundigen in einer unbekannten Hochgebirgsregion (!) dabei zu haben - ganz besonders auf einem aktiven Vulkan. Daneben lernt uns sieht man aber auch so viel mehr, wenn man von einem Führer auf Bemerkenswertes aufmerksam gemacht wird und die Hintergründe erklärt bekommt. Wir hatten das besondere Glück einen nebenberuflichen Führer (s. Foto) erwischt zu haben, der im Hauptberuf Geologe an der Universität von Catania war.
    Ich kann leider nicht sagen, bei welcher Stelle man einen Führer organisieren kann (Ich war ausnahmsweise mit einer Gruppensportreise auf Sizilien) - aber vielleicht kommt man über den beiligenden link weiter.)

    Ausrüstung

    Der Gipfel des Ätna liegt über 3000m hoch - die genaue Höhe schwankt natürlich von Zeit zu Zeit :-) . Auch am Südrand Europas ist es in dieser Höhe frisch; warme Kleidung ist also angebracht.
    Wie immer im Hochgebirge sind vernünftige Schuhe unverzichtbar. Sie sollten über die Knöchel gehen und das Gelenk stützen; gerade auf dem Ätna ist der Boden uneben und auch mal rutschig - Turnschuhe sind gewagt, Sandalen und hochhackige Schuhe garantieren fast Verletzungen.
    Die ganze Kleidung sollte staubig und dreckig werden dürfen, wird sie nämlich.
    Wenn die Wanderung nicht ganz sicher vor Einbruch der Dunkelheit beendet ist, sollte auch eine Taschenlampe dabei sein.
    Eine Kamera mit Ersatzakkus und genug Platz auf der Speicherkarte würde ich auch nicht unwichtig finden.

    Die Eindrücke

    Für mich ist der Aufenthalt in der klaren Höhenluft, die Abwesenheit jeglicher Geräusche, außer denen des Windes und der Schritte immer wieder beeindruckend. Der Ätna ist unter den Bergen schon durch seine ganz eigene Grundfarbe - schwarz - etwas besonderes. Der Kontrast zum klaren Blau des Himmels oder zum Weiß der Wolken ist krass.
    Dabei ist der Untergrund keineswegs eintönig. Es gibt erkaltete Lava, also steinigen Boden; es gibt des Kies, Bimsstein, der wieder zu Boden geregnet ist, nachdem der Berg ihn in die Luft gespuckt hatte - eingelagert sind hie und da "Bomben", größere Steine; und es gibt Boden, der mit Asche bedeckt ist.
    Obwohl die Oberfläche des Berges so relativ jung ist, zeigen sich auch schon Spuren der Erosion. So bleiben an einigen Stellen regelrecht Mauern (von alten Lavatunneln) stehen, nachdem um sie herum Bims und Asche schon wieder verschwunden sind (s. Foto).
    Auch sind vereinzelte Inseln von Grün zu sehen, die in der schwarzen Fläche eher überraschen. Spezielle Pflanzen fassen recht schnell Fuß. Die Fauna hingegen besteht offenbar aus lediglich einer einzigen Spezies, die hier überleben kann. Das gelingt den Marienkäfern auch nur, weil sie sich vom Aas der vom Wind reichlich heraufgewehten Insekten ernähren (s. Foto).
    In lernen, wandern und staunen muss sich der Aufenthalt allerdings nicht erschöpfen; man kann durchaus auch ein wenig Sport und Spaß mitnehmen, wenn es eine schräge Aschefläche gibt, die man heruntertoben kann (natürlich nur, wenn man weiß, dass unten genug Platz zum bremsen ist!).

    Die Lava

    Zu einem ganz besonderer Höhepunkt wird der Besuch, wenn man das Glück hat, während eines Ausbruchs dort zu sein, während dem man den Berg noch begehen darf. Für uns war es so. Im September 2004 floss ein Lavastrom aus der Flanke des Berges in das Valle del Bove, der offenbar ausreichend "zahm" war. Noch mehr als sonst gilt natürlich: Nie, nie, nie - auf gar keinen Fall - ohne wirklich guten Bergführer!

    Da der Eindruck, in wenigen Metern Entfernung flüssiges Gestein, mit über 1000°C vorbeifließen zu sehen eigentlich nicht zu begreifen und (für mich) nicht zu beschreiben ist, folgen noch einige Bilder.
    Übrigens: Dieser schwarze Bimsstein isoliert überraschend gut. Auf dem Dach des Lavatunnels stehend verbrennen die Füße nicht und auch knappe 10m neben der Lava schmilzt der eingeschlossene Schnee nicht.

    Ob während eines oder zwischen zwei Ausbrüchen: Das Erlebnis einer Wanderung auf dem Ätna ist einzigartig.

    Bilder von kaba zu Ätna

  • martinbuschmann (RP) 21.07.09

    Es dampft und stinkt nach Schwefel!!!

    Der Ätna - die Sizilianer nennen ihn - Mongi Bello !!

    Bilder von martinbuschmann zu Ätna

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