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Reisebericht: 12000 km in 30 Tagen - unser USA Travelogue 2008
Frühjahr 2008 brachen wir zu unserem vierten USA Trip auf.
Mit einer Dauer von vier Wochen auch gleichzeitig unsere längste und spannenste Rundreise .
Doch lest selbst ...
- Wir machen den Abflug...
- Im Schatten der Joshua Trees ...
- Viele Collas und viele Meilen...
- Dem Lost Dutchman auf der Spur ...
- The long way to Supai
- Havasupai gaaaanz ausgiebig ...
- Vom Canyongrund zur Route 66 ...
- Tatahatso Point + Coal Mine Canyon
- Coal Mine Canyon , Hopis und ein "Secret Canyon"
- Vom White Mesa Arch zum Monument Valley
- Tag 11 : a trip around Chinle !
- Bisti - Chaco Canyon - Bisti ...
- Ah Shi Sle Pah vs. Shiprock ...
- Vom Shiprock zum Bandelier National Monument !
- Von den Tent Rocks nach Taos ...
- Wie geht's weiter ???
Wir machen den Abflug...
Tja , wie sollen wir beginnen ...
Abermals stehen wir heute , am 14.April 2008 , hier am Airport Frankfurt und warten auf den Start unserer Delta - Maschine , welche uns zu unserem bisher aufwändigsten USA - Southwest - Abenteuer befördern soll ...
Nachdem wir uns von unserem "Chauffeur" verabschiedet haben, checken wir ein ; die ersten Probleme gibt es beim Start :
Irgendeine Kontrolllampe hat den Geist aufgegeben , muss getauscht werden und verzögert unseren Abflug um ganze 50 Minuten .
Doch auf wundersame Weise holt der Pilot den Rückstand auf : Die Winde waren wohl günstig ... ;-)
Pünktlich setzen wir am JFK Airport New York auf ! Suuuuuper gemacht , Delta Airlines !
Allerdings wird unsere Freude darüber durch einen übereifrigen Beamten der Einwanderungsbehörde , der uns eine geraume Zeit über unser Warum , Wohin und wie lange wir hierher gekommen sind, ausfragt, sowie eine offensichtlich provisorische , aber dilettantisch eingerichtete Gepäckaufnahme bzw. -umlagerung erheblich gedämpft ; doch Ende gut - alles gut ...
Unser Anschlussflug befördert uns direkt nach Nevada...
Knapp dreißig Minuten früher als geplant betreten wir wieder einmal "unser" Las Vegas / NV und sind überrascht :
Inzwischen hat sich auch bei der "Mietwagenfirma unseres Vertrauens" , ALAMO , recht viel getan , und so werden wir von einem Shuttlebus zu einem niegelnagelneuen Rent A Car Center geschippert .
Hier sind nun alle möglichen Vermieter unter einem Dach vereint - warum auch nicht - macht irgendwie Sinn ...
Allerdings sind die guten Zeiten vorbei , an denen man sich an der Choiceline statt eines vorab bestellten günstigen Wagens nun einfach unbehelligt ein teureres und besseres Vehikel aussucht ( so eine Art ganz persönliches Upgrade ) ;-(
Anschließend machen wir uns , wie schon 2005 , auf den Weg nach Primm / NV , südlich von Vegas gelegen, um dort unsere erste Nacht dieses Trips in amerikanischen Betten zu verbringen - das haben wir uns heute redlich verdient ! Puh...
Persönliche Meinung von Southwestler:
Unser Travelogue " 12000 km in 30 Tagen " ist noch neu ; wer nicht gerne ließt , der schaut vielleicht lieber - deshalb haben wir unseren Reisebericht mit dem passenden Trailer versehen...
Link : http://www.youtube.com/watch?v=hxPt0GShTYM
Viel Spass damit !
Im Schatten der Joshua Trees ...
" Auf ! Auf ! " ist die Devise : Wir haben heute jede Menge Meilen zu "schrubben" !
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Primm Valley Resort geht es nun auf dem Interstate 15 in Richtung Süden .
In Barstow / CA nehmen wir jede Menge Proviant , Wasser , Holzkohle und was man noch so braucht an Bord . Zelt , Isomatten und Schlafsäcke haben wir aus Germany mitgebracht , hätten wir aber gut und gerne auch hier kaufen können ...
Das erste Ziel unserer Rundreise wird der Joshua Tree National Park sein , den wir die letzten Trips jedes Mal aus Zeitgründen "opfern" mussten . Es geht eine ganze Weile durch die recht trostlose Mojave Wüste bis nach Twentynine Palms / CA .
Von hier aus kommt man zum Nordeingang des Parks , den wir nach kurzer Zeit auch erreichen .
Im Visitor Center begleichen wir unseren Obolus in Form eines " Annual Pass " ( früher Golden Eagle oder National Park Pass ) .
Satte 80 USD werden mittlerweile dafür fällig : Hatten die Ranger inzwischen eine deftige Lohnerhöhung ??? ;-)
Bald erreichen wir den Campground zu Füßen der " Jumbo Rocks " und suchen uns ein passendes Plätzchen für unser Zelt .
Der Aufbau muss recht schnell vonstatten gehen , da der Sunset näher rückt und wir noch etliche Standpunkte für unsere Cams suchen müssen .
Gut vorbereitet finden wir diese auch schnell und bringen unsere Apparate zum ersten Mal für dieses Jahr so richtig zum Glühen ...
Im Dunkel des hereinbrechenden Abends kehren wir zu unserem Zelt zurück und werden von einem etwas neunmalklugen Camp - Nachbarn darauf hingewiesen , dass wir auf einem schon belegtem " Space " unser Nachtlager errichtet haben .
Doch die inzwischen zurückgekehrte "Inhaberin" Kelly aus Washington/D.C. ist gar nicht so unangetan von unserer Gesellschaft , hat doch so die alleine reisende Young Lady jemanden zum Quatschen gefunden - so profitieren beide Parteien davon ; Platz ist schließlich auf dem Areal genug für mehrere Großzelte ... Und nun gute Nacht ....
Viele Collas und viele Meilen...
Merke : Frühes Aufstehen sichert die besten Fotos !
Sobald die Morgendämmerung einsetzt , springen wir aus unseren Schlafsäcken und ziehen uns ziemlich " winterlich " an ; Minusgrade erwarten uns zunächst hier draußen in der Höhenlage des Joshua Tree National Park ...
Mit vor Kälte zitternden Händen steuert Christian unseren Mietwagen zu einem kleinen Wäldchen - wenn man das so nennen darf ...
Hier gibt es unserer Meinung nach die interessantesten Shoots vor dem eigentlichen Sonnenaufgang zu machen.
Und wirklich : es gelingen uns reihenweise wunderschöne Silhouettenfotos der Yucca brevifolia und viele weitere tolle Pics . Danach eine Wanderung zum Barker Dam , einem künstlichen Reservoir - herrlich blühende Kakteen säumen unseren Weg dorthin . Später genießen wir die Fahrt vorbei an Unmengen dieser eigenartig gewachsenen Bäume hinauf zum " Keys View " , einem recht zugigem Overlook mit Blick hinüber zu den San Bernardino Mountains , alles in allem sehr "verwüstet" ;-)
Am späten Vormittag kehren wir zu unserem Zelt zurück , um nun endlich mal unserer Morgentoilette nachzukommen und unsere Habseligkeiten gut geordnet im Wagen unterzubringen . Auch unsere Nylonbehausung wird demontiert und verstaut ,
denn wir verlassen nun allmählich diesen magischen Ort - hatten gar nicht gedacht , dass es hier so schön ist !
Auf unserer Route in Richtung Süden stoppen wir am " Cholla Garden " - interessanter Name , stimmt´s ?
So empfinden wir das auch und halten an . Hunderte Exemplare dieser Kaktusart bilden wirklich eine Art Garten ...
Das Gebiet ist eingezäunt , und ein Hinweisschild warnt eindringlich vor diesen recht gefährlich werden könnenden Pflanzen . Denn : Hier wird scharf geschossen !
Christian bekommt dies recht bald am eigenen Leibe zu spüren ;
während wir diese eigenartigen Chollas ablichten und in Szene zu setzen versuchen , treffen ein paar weitere Besucher ein und laufen eiligst , in bester Touri - Manier , durch das Netzwerk von schmalen Pfaden .
Da es langsam beginnt eng zu werden auf den Trails , möchte unser männliches Tourmitglied einfach nur nett sein und macht den "Kurzzeitbesuchern" durch einen beherzten Schritt nach hinten bereitwillig Platz : Doch Gutmütigkeit wird hier draußen in der Wildnis sofort bestraft !
Hunderte Stacheln bohren sich in Windeseile schmerzhaft in die Kopfhaut des Tripleaders - So eine Schei... ;-(
Zeitsprung : Wir beide sind inzwischen zum Auto zurückgekehrt ....
Ca. eine Stunde später hat Martina so ziemlich die meisten "Speerspitzen" dieser Kakteen unter Zuhilfenahme einer im Notfallset befindlichen Pinzette aus Christians Haupt entfernt - hier und da piekst es noch , aber es geht wieder !
Danke , Mama..... ;-)
Mit stark erhöhtem Vorsichts - Level begehen wir nun abermals das Areal und toben uns nach Herzenslust aus - soweit möglich ..
Am Nachmittag setzen wir uns Richtung Osten in Bewegung ; bis nach Phoenix / AZ wollen wir es heute noch schaffen . Das wird ein ganz schöner Ritt , so knapp 300 Meilen liegen vor uns ...
In der hereinbrechenden Dämmerung erreichen wir Apache Junction/AZ , wo wir im " Super 8 " Motel uns endlich mal wieder eine Dusche genehmigen und in warme weiche Betten kuscheln können - Mann , das hat doch was ... ;-)
Dem Lost Dutchman auf der Spur ...
Auch wenn es uns nicht gerade leicht fällt : Punkt 5.00 AM klingelt der Wecker .
Etwas zerknirscht werfen wir uns (natürlich nach der Morgentoilette ;) in unsere Klamotten , frühstücken etwas und verlassen zum Sonnenaufgang unsere Unterkunft . Unsere Fahrt dauert nicht lange : nach einer Viertelstunde erreichen wir die sagenumwobenen " Superstition Mountains " - hier , in der " Sonora Wüste ", befindet sich der " Lost Dutchman State Park " , den wir heute näher unter die Lupe nehmen ...
Ein wunderschön zerklüftetes Bergmassiv erhebt sicht majestätisch aus dem mit Saguaro - Kakteen bewachsenen Umland - jaaaaaa , so wird jedes Klischee vom " Wilden Westen " bestens bedient ... ;-)
Der Morgen hat eine angenehm frische , klare Luft über die Gegend gelegt . Und so wandern wir los , mal über feste Wege , mal querfeldein . Immer wieder ergeben sich neue Perspektiven und Aussichten - goldgelb und orange blühende Wiesen säumen unseren Trail , auch die Kakteen zeigen ihre Blüten und Reiter nutzen die Gunst der Stunde zum Ausritt :
Im Frühjahr hierher zu kommen war genau die richtige Entscheidung ... Immer wieder orientieren wir uns am " Prospectors View Trail " , bis wir beim Abzweig zum " Siphon Draw Trail " anlangen ; trotz relativ gut überschaubarem Gelände , das sich anders darstellt , als es die Landeignerin soeben beschrieben hat .
Hier trennen sich unsere Wege für eine Zeit - während Martina zu Füßen der Berge Motive sucht , erklimmt Christian den drei Meilen langen Weg hinauf Richtung " Flatiron " , einer markanten Erhebung auf dem Massiv . Die inzwischen recht stark angestiegene Außentemperatur macht dabei beiden auf ihre Art zu schaffen...
Völlig durchnässt trifft der Sohn nach langer Wanderung wieder auf seine Mutter ;-) , und langsam , aber sicher machen wir uns auf , zu unserem Wagen zu gelangen - der muss auch heute noch viel fahren ....
Später sitzen wir im Schoße des Grand Cherokee und verlassen die Phoenix - Area gen Norden . Heute Abend müssen wir unbedingt noch Hualapai Hilltop am Rande des Grand Canyon ankommen ; ein Blick in die Karte verrät uns : we have a long way to go ....
Unser Weg führt weg von Kakteenbewuchs und Steppe im Süden zu den schönen Wacholderwäldern im Norden Arizonas . Über Flagstaff , Seligman und die Route 66 erreichen wir spätabends den Endpunkt der Indian Route 18 .
Hier befindet sich ein großer Parkplatz in Form einer Wendeschleife . Einheimische und Besucher stellen dort ihre Autos ab , denn von hier aus geht es nur noch zu Fuß , mit Muli bzw. Pferd oder auch mit dem Helikopter hinunter nach Supai ....
Wir hauen uns noch eine Stärkung " hinter die Kiemen " , packen alles Nötige für die nächsten Tage in die Rucksäcke und legen uns zur Ruh' - aaahhhh , das tut gut ;-)))
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