Chinesische Seidenstraße 2012

Reisebericht

Chinesische Seidenstraße 2012

Reisebericht: Chinesische Seidenstraße 2012

Die chinesische Seidenstraße.

Am 1.Mai 2012 war es wieder mal soweit. Wir starten unsere diesjährige Reise, „die chinesische Seidenstraße“.
Buchara und Samarkand haben seit meiner Jugendzeit einen ganz besonderen Klang in meinen Ohren. Und den chinesischen Teil der Seidenstraße eben dazu.

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Aschgabat leere Prunkstraßen...

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02.05.2012
Die Fahrt durch Aschgabat,- eine Stadt eines Diktators zum Repräsentieren und Angeben ist sauber, steril und fast menschenleer -, nach dem 12 km entfernten Nissa ist gespenstisch. Zum Wohlfühlen darf man hierher nicht kommen. Wenn man daran denkt, dass „Ashk“ gleich Liebe und „habad“ Siedlung, also die Stadt der Verliebten, der Liebe bedeutet, eine verkehrte Welt.





Auf dem Rückweg nach Aschgabat kommen wir an der größten Moschee Zentralasiens, der Kip Jad Moschee vorbei. 91 m hohe Minarette hat die französische Baufirma errichten müssen.



Größenwahn in Áschgabat



Schulbus in Aschgabat

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Das Nationalmuseum ist sehr gut aufgemacht und bietet interessante Funde. Ein Besuch lohnt sich.
Neben dem Teppichmuseum gibt es ein Teppichministerium, nur damit der Herrscher wieder etwas zum einweihen hatte. Da seit alters her turkmenische Teppiche in Buchara verkauft werden, ist der Bezug zur Seidenstraße mehr als deutlich.



Merw Turkmenistan

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03.05.2012
Um 4.00 Uhr ist Wecken für den knapp einstündigen Flug nach Mary.
Bevor es zum Hotel geht, wird das alte Merw, von den Achämeniden gegründet, besichtigt. Vom 3 Jh. v.Chr. bis ins 3 Jh. n.Chr. waren hier auch die Parther. Die meisten Reste sind aus der Seldschukenzeit, ab dem 10 Jh.n.Chr. Im Jahr 1221 waren auch die Mongolen hier. Merw erlebte seine Blütezeit im 11 – 12 Jh.
Mit 420 ha Fläche handelte es sich um ein bedeutendes Zentrum an der Seidenstraße.
Morgen geht es per Bus nach Buchara.



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04.05.2012
Die Reiseleiterin, hat uns schon auf den Grenzübertritt nach Usbekistan vorbereitet. Die Devisen exakt abzählen und in ein Formular eintragen. Ob wir die 1,5 – 2 km zwischen den beiden Grenzposten zu Fuß mit unserem Gepäck gehen müssen, oder ob sich eine Fahrgelegenheit ergibt, wird sich weisen.


Am frühen Nachmittag erreichen wir den Amur Darja den wir auf einer Pontonbrücke per Pedes überqueren müssen, im Bus dürfen wir nicht sitzen bleiben.
Von Ferne sieht man bald die Grenze. Eine lange LkW-Schlange wird passiert. Der Bus entlässt uns und fährt mit der einheimischen Führerin zurück.
Die Ausreise aus Turkmenistan gestaltet sich einfacher als gedacht. Die usbekischen und turkmenischen Grenzer stehen sich in kurzer Entfernung gegenüber. Wir werden freundlich von beiden Seiten behandelt.

Buchara ist bald erreicht. Unser Hotel im Zentrum direkt an der Altstadt gegenüber der Zitadelle ist ein kleiner Traum.



Kurz nach Mary hat uns die Karakum-Wüste für sich. Die Straße ist recht gut, es geht zügig voran.
Viele Teile sind bewässert und werden landwirtschaftlich genutzt, über lange Strecken pure Wüste, meist ohne Sanddünen.
Wir kommen durch Bereiche, wo es vor nicht allzu langer Zeit geregnet haben muss, die Wüste blüht. Ein besonderes Erlebnis diese Vielfalt an Blumen.



Buchara



05.05.2012
Das heutige Programm: ein ausführlicher Spaziergang mit Führung durch die Altstadt.
Die kompakte Altstadt von Buchara ist etwas ganz Besonderes. Die Fülle an Informationen über eine Medrese hier, eine weiter gleich daneben, eine weitere Moschee usw. lässt sich kaum verarbeiten. Wir genießen oft nur die bunten Bilder, die Vielfalt der Muster auf den Wänden der Medresen und Minarette, ganz einfach die Stimmung in der quirligen Altstadt. Wie war wohl das Treiben zu Zeiten der „alten Seidenstraße“?



Kalan Moschee Buchara



Chor minor Buchara

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06.05.2012
Erste Besichtigung heute ist Chor Bakre eine Nekropole. Die Lage in einem kleinen schönen Garten etwas abseits der Hauptstraße ist idyllisch. Leider ist fast alles rekonstruiert, aber dennoch, schön. Besonders der Friedhof ist für sich sehenswert.
Das Minarett ist eine kleine Kopie aus Buchara.
Den Abschluss bietet der Sommerpalast des letzen Emirs. Den hätte man sich schenken können. Vor allem auch die unmenschliche Seite dieses Monsters, Mensch kann man eigentlich nicht sagen.



07.05.2012
Auf nach Samarkand. Schöner als Buchara? Anders? Wir werden sehen.






Registan Samarkand



08.05.2012
Auf Entdeckungsreise durch Samarkand die Oasenstadt an der Seidenstraße.
Erste Station ist das Amur Timur Mausoleum (15/15 Jh.).
Der Registan ist eine Sache für sich. Drei Medresen –Koranschulen bilden ein ganz besonderes Ensemble.
Ein Spaziergang am nächtlichen Registan vorbei zum Hotel rundet den Abend ab



Samarkand



Wenn man die Leute so betrachtet wird schnell klar, dass hier zwar der Islam als staatliche Religion existiert, Usbekistan aber kein islamisches Land, vielmehr ein sehr weltlicher Staat ist, der gegenüber den verschiedenen Religionen sehr toleranter ist. Die meisten Medresen, d.h. Koranschulen und Moscheen sind heute Museen oder werden anderweitig genutzt. Buchara als Zentrum der islamischen Lehre ist lange Vergangenheit. Heute ist die Altstadt eher eine „lebendige“ Museumsstadt. Der Koi Kalon Komplex, besonders das Minarett, das Ismeael Samany Mausoleum und die Magoki Attori Moschee haben es uns besonders angetan.
Das Mittagessen am Laby Hauz ist eine willkommene Abwechslung nach all der Geschichte.
Nach dem sehr schmackhaften Abendessen bei einer usbekischen Familie genießen wir nochmals Buchara bei Nacht.



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Schah-e Sinda

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09.05.2012
Heute geht es zum Schah-e Sinda der Nekropole aus dem 14 Jh. von Samarkand. Hier reiht sich ein Mausoleum ans andere, dicht gedrängt. Wenn man die Stufen nach dem Eingang zählt und beim abschließenden Weg nach draußen auf dieselbe Zahl kommt, hat man die Sünden erlassen, heißt es.
Die Besichtigung der Sternwarte des Ulug Beg wird nur am Rande registriert, wobei die astronomische Leistung nicht außer Acht gelassen werden darf.



Nekropolenbesucher

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Viel interessanter für mich ist die Besichtigung von Afrosiab, Samarkand im Altertum, bzw. des beeindruckenden Museums.



Marktfrau



Detail an Medrese

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Wir sind nicht die einzigen Reiseteilnehmer die schon im Iran waren. Alle stellen fest, dass, so beeindruckend und faszinierend Buchara und Samarkand als legendäre Oasenstädte an der Seidenstraße waren und sind, ein Vergleich mit Esphahan (Isfahan) oder anderen kulturellen Sehenswürdigkeiten im Iran können diese beiden Städte nicht aushalten. Wenn jemand Zentralasien und Persien bereisen möchte, zuerst Zentralasien und dann als absoluten Höhepunkt Persien.
Dennoch, unser Traum von Buchara und Samarkand wurde nicht enttäuscht



10.05.2012
Wir verlassen Samarkand über den Serafshan Fluss, der die Oase mit Wasser versorgt und immerhin 800 km lang ist.
Eine Stadtbesichtigung Taschkent mit einer Fahrt in der U-Bahn beschließt den offiziellen Tag.



Am Straßenrand nach Taschkent

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Kommentare

  • agezur

    Danke für diesen sehr intensiven Reisebericht. Die schönen Bild ergänzen ihn wunderbar!
    Ich war gerne mit dir unterwegs!!
    LG Christina

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