Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.
Reisebericht: De Westhoek - Erster Weltkrieg und plattes Land im Westen Belgiens
Besucht man das Gebiet im äußersten Westen Belgiens - auch "De Westhoek" (Die Westecke) genannt - kommt man nicht daran vorbei: hier hat der erste Weltkrieg stattgefunden. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe, Museen und Schützengräben gibt es zu entdecken. Aber auch wunderschöne Naturgebiete, hübsche Orte und außergewöhnliche Restaurants. Und - direkt hinter der Grenze lockt ein Besuch bei den Schti's!
Persönliche Meinung von gerbiline:
Wer die Ruhe auf dem platten Land, die Nähe zum Meer und schönen Städten und einen herzlichen Empfang sucht, der ist auf dem Westkanterhoeve in West-Flandern richtig.
Der Ackerbaubetrieb liegt idyllisch inmitten von Feldern und bietet ein modern und gemütlich eingerichtetes Ferienhaus in einem Nebengebäude. Dieses besteht im Erdgeschoss aus einem Wohn-Esszimmer mit mehr
1914-1918
Ypern und Passendale - wer diese Namen hört und ein wenig an Geschichte interessiert ist, verbindet diese Ortsnamen vor allem mit einem: dem ersten Weltkrieg. Hier lagen Briten und Deutsche, Franzosen und Belgier, Amerikaner und viele weitere Nationen jahrelang in schlammigen Schützengräben und kämpften um jeden Meter Frontlinie. Ganze Landstriche und Orte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Eigentlich dürfte es hier gar nichts mehr zu sehen geben. Ist es aber!
Mehrere Museen bringen dem interessierten Besucher die Fakten und das unsägliche Leid des Krieges näher. Soldatenfriedhöfe der verschiedenen Nationen sind überall zu finden. Ein Besuch ist auf jeden Fall zu empfehlen - die Atmosphäre an einem Ort, wo teilweise zehntausende Gefallene ihre letzte Ruhe gefunden haben, lässt die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt ganz unmittelbar werden. Auch Überreste von Schützengräben lassen sich besichtigen. Dort kann man nachempfinden, wie die Soldaten den Krieg erlebt haben. Auch wenn dieser Krieg nun schon beinahe 100 Jahre her ist, sind seine Auswirkungen in West-Flandern noch sehr deutlich.
Persönliche Meinung von gerbiline:
Das Museum befindet sich in den Lakenhallen der Stadt Ypern - einem für sich selbst schon eindrucksvollen Gebäude. Es werden verschiedene Aspekte des Krieges dargestellt, wie z.B. die Gasangriffe, das Leben in den Schützengräben, die medizinische Versorgung, etc. Insgesamt wird durch persönliche Zeugnisse ein sehr unmittelbarer Zugang zum Geschehen gewährt. Wir konnten mehr
Ypern und Diksmuide
Ypern lag nach dem 1. Weltkrieg in Schutt und Asche. Aber davon ist heute nicht mehr viel zu sehen! Den Marktplatz mit typisch flämischen Bürgerhäusern prägt die Lakenhalle, eines der größten gotischen Bauwerke Europas, zählt man die Kathedralen nicht mit. Sie beherbergt das Museum "In Flanders Fields" (siehe Tipp). Und überall nette Cafés und Restaurants.
Diksmuide hat natürlich auch einen typischen Marktplatz, diesmal mit einem beeindruckenden Rathaus nebst Belfried. Ebenfalls wird der Platz umsäumt von Ess- und Trink-Gelegenheiten. Bei der Ankunft in Diksmuide fällt jedoch zuerst der IJzertoren auf, ein ca. 50 m hoher Turm, der in den 30er-Jahren als Mahnmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen flämischen Soldaten gebaut wurde. Im Inneren befindet sich ein Museum zum Thema - besonders sehenswert ist aber die Aussicht von der Plattform in der 22. Etage - an klaren Tagen reicht sie bis zum Meer!
Öffnungszeiten geschlossen vom 12.12.2011 - 12.01.2012. Sonst: freitags ab 16.00 Uhr samstags ab 16.00 Uhr sonntags ab 11.00 Uhr Für das Breughelbuffet ist eine Reservierung sinnvoll aber nicht notwendig
Persönliche Meinung von gerbiline:
Ein Restaurant der besonderen Art. In einem Dorf in the middle of nowhere (Stavele) befindet sich das Restaurant "'t Hof van Commerce". Diese typisch flämische Gaststätte wurde vor 10 Jahren von der Wirtin Iris und ihrem Mann übernommen und neu gestaltet. Im Inneren findet man unterschiedliche Thema-Räume - wie z.B. das Schaukelpferd-Zimmer oder das Zimmer mit mehr
Esel in Sicht
Aber "De Westhoek" besteht nicht nur aus Zeugnissen des Krieges. Eine abwechslungsreiche Natur lädt ein zum Wandern und Radfahren.
Ein Beispiel ist das Naturreservat "De Westhoek" zwischen De Panne und der französischen Grenze. Im größten Dünengebiet der belgischen Küste findet man Wanderwege durch verschiedene Arten von Dünen (ja, so was gibt es) und sogar eine Wanderdüne! Verschiedene seltene Pflanzen gibt es hier zu bestaunen, darunter mehrere Sorten wilder Orchideen. Und wer Glück hat, trifft sogar wilde Tiere: zur Begrasung des Gebiets werden unter anderem Esel gehalten, die dort frei herumlaufen.
Das beste Bier der Welt
Belgien ist eine Biernation. Das wohl berühmteste Bier ist das Trappistenbier, von dem es hier nur 6 verschiedene gibt. Diese müssen per definitionem von Trappistenmönchen innerhalb ihres eigenen Klosters gebraut werden . Neben Achel, Chimay, Orval, Rochefort und Westmalle wird Westvleteren, das Bier der Mönche aus der Sint-Sixtusabdij in Vleteren in vielen Bier-Tests als das "beste Bier der Welt" bezeichnet!
Sich selbst davon zu überzeugen, ist gar nicht so einfach. Die drei verschiedenen Sorten - ein blondes Bier mit 5,8% Alkohol und zwei braune Biere mit 8 bzw. 10,2 % - werden nur in sehr kleinen Mengen produziert. Diese werden nur vom Kloster selbst verkauft und das auch nur zu bestimmten Terminen. Zu diesen muss man sich und sein Fahrzeug telefonisch anmelden und registrieren. Man bekommt höchstens zwei Kisten zu je 24 Flaschen und muss sein Ehrenwort geben, diese nicht weiter zu verkaufen. Wem das zu kompliziert ist, der kann das Bier probieren im Ausschank des Besucherzentrums "In de Vrede", das neben dem Kloster liegt und auch in einer kleinen Ausstellung über das Klosterleben informiert. (http://www.indevrede.be)
Zu Besuch bei Sch'tis
Flandern hört nicht hinter der Grenze auf. Wer nach Frankreich hinüber fährt, findet hier eine Gegend vor, die sich "Frans Vlaanderen" nennt und die noch viele Orts- und Straßennamen in flämischer Sprache aufweist. Ein Ort, der vielen Filmfreunden gut bekannt sein dürfte, ist Bergues. Sie kennen Bergues nicht? Wenn Sie den erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten "Willkommen bei den Sch'tis" gesehen haben, kennen Sie es. Hierhin wurde der Postfilialleiter Philippe strafversetzt und hier fand er ein Völkchen vor, das einen sehr merkwürdigen Akzent spricht - die Sch'tis.
Vor den Dreharbeiten spielte der Tourismus hier nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt findet man überall Hinweise auf Sch'ti-Führungen, Sch'ti-Souveniers, usw. Es gibt sogar Sch'ti-Bier. Aber auch ohne Sch'tis ist Bergues ein sehr sehenswerter Ort. Der Ortskern ist umgeben von Befestigungsmauern mit verschiedenen eindrucksvollen Toren und Wassergräben und den Marktplatz schmückt neben dem hübschen Rathaus ein seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörender Belfried. Dort ist auch das Glockenspiel untergebracht, von dem Postbeamter Antoine im Film sein Liebeslied spielt.
Also: für Sch'ti-Fans ein Muss - aber auch sonst einen Besuch wert!
Lesezeichen für diesen Reisebericht setzen bei ...
-
Mister Wong
-
Google Bookmarks
-
YiGG
-
del.icio.us
-
Digg
-
StumbleUpon
-
Magnolia
-
Webnews
Bookmark in Ihrem Browser speichern Schließen