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Reisebericht: Atlantis lässt grüßen
Das Baskenland
Atlantis lässt grüßen
Am Fuße der Pyrenäen lebt das älteste Volk Europas
In einer der reichsten und industriell hochentwickeltsten Regionen Spaniens wird eine Sprache gesprochen, die als die älteste Sprache Europas und eine der ältesten Sprachen der Welt gilt und mit keiner anderen indogermanischen Mundart verwandt ist. Eine Sprache, die selbst der Teufel einer Legende nach in 7 Jahren nicht lernte. Die Einwohner dieser Region haben sich in ihren abgeschiedenen Bergen, Tälern und Höhlen weder den Römern noch den Goten, Mauren und Spaniern je wirklich unterworfen. Untersuchungen zufolge sind sie der älteste Volksstamm Europas, mit genetischen Merkmalen, wie sie die Europäer am Anfang ihrer Stammesentwicklung besaßen. Sie gebrauchen die gleichen Grabstöcke zum Pflanzen wie die Mayas und spielen ähnliche Ballspiele wie einst die Azteken. Unter ihnen gibt es nicht wenige, die überzeugt sind, Nachfahren der Atlanter zu sein, eine Überzeugung, die sie mit dem Sprachgenie Charles Berlitz teilen. Eine andere Theorie besagt, dass sie nicht die Erben von Atlantis seien, sondern von den paläolithischen Menschen der Höhlen von Altamira und Lascaux stammen. Wie auch immer: die Herkunft des baskischen Volkes und seiner Sprache bleibt ein ungelöstes Rätsel und verliert sich im Dunkel der Zeit, von dem nur noch die Mythologie der baskischen Hirten und Bauern erzählt.
Uralt sind auch baskische Sportarten wie Pelota Vasca, ein Ballspiel, bei dem der Ball aus Körben oder mit der Hand gegen Wände geschleudert wird - Ursprung des modernen Squash. Die dafür notwendigen Frontóns (Ballspielhallen) finden sich auch in den kleinsten Ortschaften im Baskenland. Archaischen Ursprungs ist auch Harri-jasotzaile (Steinstemmen, dessen gegenwärtiger Rekord bei 320 kg steht. Auch im Aizkolari (Baumstammhacken) spiegelt sich die tägliche Arbeit der früheren Basken wieder. Beim Idi-Dema werden Steine mit Hilfe von Ochsen gezogen, beim Segalaria wird an steilen Hängen mit der Sense um die Wette gemäht. Bei den Korrikolaris handelt es sich um Waldläufer und bei Estropadak um Ruderregatten, die ebenfalls aus einer Notwendigkeit der Vergangenheit und der Begeisterung für Wetten entstanden.
Es waren jedoch nicht nur die anstrengenden Arbeiten auf dem Land, die die Basken zu sportlichen Wettkämpfen machten, zum Anlasse der Zerstreuung. Das beweisen die Bertsolaris (Versmacher), die seit der Antike eine ganz eigentümliche Art von aus dem Stegreif gesprochener Literatur in baskischer Sprache praktizieren. Phantasie, Tiefe, Sozialkritik und auch Schalk verbergen sich in den Versen dieser flinken Poeten. Oder die Txalapartaris, die bei jedem Fest mit einem uralten Musikinstrument überraschen: zwei lange Holzbretter und zwei Personen mit Stöcken bringen eine Unzahl von Rhythmen und Tönen hervor. Musik im Blut haben die dantzaris (Tänzer) – manchmal mit so spektakulären Varianten wie beim ezpata-dantza, bei dem Schwerter gekreuzt werden.
All das kostet natürlich Energie, macht hungrig. Nicht von ungefähr wird den Basken daher nachgesagt, ihre Köche könnten selbst getrocknetes Pergament in eine köstliche Speise verwandeln. Wovon sich auch der Reisende überall überzeugen kann. Wenn er Glück hat und eingeladen wird, sogar in einem der unzähligen Txokos. Dort treffen sich die ausschließlich männlichen Mitglieder, um gemeinsam zu kochen, zu essen und zu trinken. Zwei Themen sind tabu: Politik, damit es keinen Streit gibt, und Ehefrauen (vor denen sie einem Gerücht zufolge flüchten….). Schlemmerei gehört auf jeden Fall hier zur Kultur.
An Kultur mangelt es hier ohnehin nicht. Ob in Bilbaos Guggenheim Museum und Museum für Kunst und Moderne Kunst, im Museum Artrium von Alava, im Museum Chillida-Leku, im Kursaal oder im Kongresspalast Euskalduna: überall wird deutlich, dass das Baskenland auch Avantgarde ist. Das Aquarium von Donostia - San Sebastián besitzt ein Ozeanarium, das in ganz Europa seinesgleichen sucht.
Von Höhlenmalereien bis zu avantgardistischen Bauwerken bietet das Baskenland eine interessante Palette von Stilarten. Die romanischen Steine der Basilika von Estibalitz, die großen Gotteshäuser und Türme der Gotik, der eindrückliche Barock des Heiligtums von Loiola, die baskische Avantgarde, die in Arantzazu vereint ist, oder der internationale zeitgenössische Stil des Guggenheim-Museums in Bilbao sind nur einige Schritte auf dem langen Weg des monumentalen Baskenlandes.
Wer aber das Land am Fuße der Pyrenäen bereist, findet nicht nur Archaisches und Avantgarde, feinsandige Strände mit hohen Dünen, nicht nur mondäne Urlaubsorte und verschlafene Fischernester, riesige Wald- und Weidegebiete und Weinbau, Gaumenfreuden und exotische Sportarten.
Man findet hier mystische Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lebendig nebeneinander.
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Dein informativer Reisebericht hat mir sehr gut gefallen. Ich vermisse einzig einige Fotos... LG: Ursula
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Siehe unter Pelota, Pinchos, Dolmen......
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...und Bilbao, Guggenheim, Donostia, San Sebastian....
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Etwas, was man nicht alle Tage zu lesen bekommt..... Deinen Bericht über das älteste Volk Europas habe ich mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank!
LG Ursula
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