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Reisebericht: Spirituelle Erlebnisreise zur Quelle des Ganges
Mit meinem indischen Freund Uday bin ich mehrere Tage in den Himalaya nach Gangotri gereist, wo wir die heiligen Pilgerstätten der Inder besuchten und interessante Begegnungen mit Yogis und Sadhus hatten.
von Delhi nach Rishikesh
Ich bin öfters in Indien, von wo ich kunsthandwerkliche und textile Erzeugnisse nach Europa importiere. Den Export wickelt mein Freund Uday Divekar aus Goa ab. Mit ihm besuche ich auch gewöhnlich verschiedene Lieferanten in Indien. Uday ist nicht nur ein guter Geschäftsmann, sondern auch ein sehr spiritueller Mensch, der seit vielen Jahren Meditation praktiziert.
Da ich selbst auch Meditation übe und mein Interesse an den spirituellen Traditionen Indiens sehr groß ist, bat ich Uday, mit mir eine Reise in den Himalaya zu machen. Das Buch „Living with the Himalayan Masters“ von Swami Rama (http://www.himalayaninstitute.org) und die Texte des Yogameisters Sri Chinmoy über Selbstverwirklichung (http://www.srichinmoyantwortet.com/themen/gottverwirklichung) haben mir dazu große Inspiration gegeben.
Mitte September 2009 ist es dann soweit. Zuerst verbringen wir zwei Tage in Delhi und besuchen diverse Geschäftspartner. Vor allem der Stadtteil Pahar Ganj in Old Delhi ist für uns als Einkaufsquelle sehr wichtig. Pahar Ganj ist eigentlich für jeden Touristen, der nach Delhi kommt, Pflicht. Hier findet man eine Vielzahl von günstigen Textilien, Handicrafts und sonst alles, was Indien an Produkten anzubieten hat. Kulinarischer Tip: in der Nähe gibt es ein hervorragendes vegetarisches Restaurant, das westlichen Standard hat und auch günstig ist: Saravana Bhavan (http://www.saravanabhavan.com).
Uday achtet sehr darauf, wo wir in Delhi übernachten und essen, da man sich als Europäer schnell eine Darminfektionen holen kann. Gute Hotels sind in Delhi leider ziemlich teuer. Uday hat für uns aber ein vernünftiges, bezahlbares Hotel am Nehru Place gefunden, das Blue Stone Hotel.
Nachdem die Geschäftstermine in Delhi abgeschlossen sind, entschließen wir uns zu einer spontanen Reise in den Himalaya nach Gangotri, um die Gangesquelle zu besuchen. Uday hat mir im Vorfeld viele interessante, spirituelle Geschichten aus Indien erzählt. Sein Meister ist der bekannte Yogi Sri Chinmoy.
Der Monsun ist vorbei, und für Gangotri ist hervorragendes Wetter angesagt. Ein Geschäftspartner stellt uns einen Minivan mit Fahrer zur Verfügung.
Am 16.9. in der Früh fahren wir los. Erstes Ziel ist Rishikesh am Ganges.
Auf dem Weg kommen wir kurz vor Haridwar bei der Aryuveda-Klinik von Swami Ramdev ( http://www.divyayoga.com) vorbei. Dieser Yogi hat in Indien eine große Anhängerschar und lehrt regelmäßig Yogaübungen und traditionelle indische Medizin im Fernsehen. Wir machen hier Pause und sind beeindruckt von dem hohen Standard dieser Aryuveda-Anlage.
Danach geht es weiter nach Rishikesh, wo wir am frühen Nachmittag ankommen.
Hier treffen wir auf Swami Prashantanand, ein Yogi, der im Sommer im Himalaya lebt und ein Freund von Uday ist. Swami Prashantanand hat gute Kontakte zu vielen Ashrams und Yogis. Er organisiert eine einfache Unterkunft in einem Ashram für uns und wird uns in den nächsten Tagen in den Himalaya begleiten.
Swami Prashantanand zeigt uns einige mystische Orte in Rishikesh, wie den Tempel, in dem der berühmte Yogi Swami Sivananda ( http://www.sivananda.org) jahrelang asketische Yogaübungen praktiziert hat. Wir setzen uns respektvoll in Meditation hin und genießen die spirituelle Atmosphäre dieses Ortes.
Am Abend besuchen wir noch eine traditionelle Zeremonie am Ganges, wo traditionelle spirituelle Liefer gesungen werden und Yogis ihren heiligen Ganges verehren.
Von Rishikesh nach Gangotri
Am nächsten Morgen geht es dann los nach Gangotri. Wir sind mit dem Fahrer 6 Personen, die auf diese Reise aufbrechen. Obwohl es nur ca. 240 km Stecke sind, wird die sehr beschwerliche Fahrt ca. 12 Std dauern – kein Wunder bei den teils schlimmen Straßenverhältnissen.
99 km vor Gangotri machen wir Pause in Uttarkashi. In dieser Stadt erhält man die Genehmigung für die Tekkingtour zur Gangesquelle. Die Gangesquelle liegt in einem Naturschutzgebiet, und Touristen müssen sich gegen eine geringe Gebühr eine Genehmigung fürs Wandern holen. Hier ist die offizielle Stelle, die Bewilligungen für Trekking im Gangotri Naturschutzgebiet erteilt: http://uttarkashi.nic.in/Dept/tourism/goumukh.PDF
90 km vor Gangotri, kurz hinter Uttarkashi, kommen wir bei einem Ashram von Pilot Baba (www.pilotbaba.org) vorbei. Dieses Ashram sticht durch eine riesige, beeindruckende Shiva-Statue sofort ins Auge.
Am Abend erreichen wir schließlich Gangotri, der letzte Ort im Gangestal mit ca. 600 Einwohnern. Auch hier beziehen wir eine einfache, aber saubere Unterkunft neben dem Ishavasyam Ashram, Preis ca. 6 EUR umgerechnet für ein Zimmer. Nach der beschwerlichen Autofahrt gehen wir früh ins Bett. Am nächsten Morgen begrüßt uns strahlender Sonnenschein bei einer Temperatur von ca. 7 Grad. Gangotri liegt immerhin auf 3000 Höhenmetern. Wir trinken im Ashram Tee mit einigen ansässigen Sadhus und haben interessante spirituelle Gespräche.
Interessant ist, dass in Gangotri Alkohol- und Fleischkonsum strikt verboten sind. Generell ist bei Yogis vegetarische Ernährung üblich
( http://www.srichinmoyantwortet.com/themen/vegetarische-ernaehrung-und-meditation ).
Danach ist eine 2-tägige Trekkingtour zur Gangesquelle geplant. Die Gangesquelle ist ca. 18 km von Gangotri talaufwärts entfernt und nur zu Fuß erreichbar. Eigentlich sollten wir erst 1-2 Tage in Gangotri bleiben, um uns an die Höhenluft zu akklimatisieren. Aus Zeitgründen entschließen wir uns aber schon am ersten Morgen zu dem Treck, zumal einige von uns gut trainierte Sportler sind. Swami Prashantanand empfiehlt uns, ein Maultier für das Gepäck zu mieten. Dies lehnen wir aber ab, da wir der Meinung sind, dass wir unseren Rucksack problemlos selbst tragen können. Das Wetter ist hervorragend, schon von Gangotri aus erblicken wir die ersten schneebedeckten Spitzen des Himalayas, und je länger wir im Gangestal wandern, desto imposanter wird der Ausblick. Das Ziel des ersten Wandertages ist ein Camp ca. 14 km von Gangotri flussaufwärts. Auf halber Strecke führt uns Swami Prashantanand zu der Einsiedelei eines befreundeten Yogis, der uns mit Chai und selbstgemachten Speisen bewirtet. Dieser Yogi praktiziert interessante asketische Übungen. Als Teil dieser steht er jeden Tag zwei Stunden im eiskalten Ganges!
Ein österreichischer Freund, der mit dabei ist, probiert es selbst aus und geht für eine Minute in den Ganges – danach spürt er für einige Zeit kaum seine Glieder – so kalt ist der Ganges hier! Wir sind mittlerweile auch auf 3600 Höhenmetern.
Danach geht es weiter – und mittlerweile beginnen wir die Höhenluft massiv zu spüren. Hätten wir doch den Rat von Swami Prashantanand angenommen und uns ein Maultier für das Gepäck gemietet! So werden die letzten Kilometer zum Camp zu einer echten Qual. Das Camp besteht aus mehreren einfachen Hütten und Zelten mit Betten. Wir übernachten hier und beziehen eines der Zelte. Schlafen kann ich aber kaum. Die Nacht wird sehr kühl, der Wind bläst ständig ums Zelt und die Höhenluft tut ihr übriges. Am nächsten Morgen bin ich aber doch wieder recht fit. Nach einem einfachen Frühstück in der Hütte mit Chapati, Dal und Chai machen wir uns zur 4 km entfernten Quelle des Ganges. Das Wetter bleibt großartig, und der Ausblick auf die Spitzen des Himalayas ist einfach grandios. Vor allem die Shivling-Spitze mit 6500m ist faszinierend. Schließlich erreichen wir die Gangesquelle auf 4000 Höhenmetern.
Der Ganges entspringt aus dem Gangotri-Gletscher, das Gletschertor heißt Gaumukh und ist für die Inder ein heiliger Ort. Uday versinkt in tiefer Meditation. Hier treffen wir eine Reihe anderer Yogis und Sadhus. Auch ich lasse mich von der Atmosphäre inspirieren und beginne zu meditieren.
Nach einiger Zeit müssen wir uns dann leider wieder auf den Rückweg machen. Der Rückweg ist wesentlich leichter, da es bergab geht. Am Abend erreichen wir schließlich wieder Gangotri, wo wir wieder in der Ashram-Herberge übernachten. Ich bin körperlich ziemlich fertig und schlafe diesmal wie ein Murmeltier.
Am nächsten Tag treffen wir wieder einige Yogis in Gangotri. Am späten Vormittag reisen wir ab. Eigentlich haben wir uns für Gangotri viel zu wenig Zeit genommen, 2-3 Tage länger wäre empfehlenswert gewesen.
Auf dem Rückweg kommen wir in Gangnami vorbei, einem Ort mit heißen Quellen ( 46km vor Gangotri). Wir lassen es uns nicht nehmen, hier ein Bad zu nehmen, was nach der strapaziösen Wanderung eine echte Erholung ist (Benutzung ist kostenlos).
Wir übernachten in einem kleinen Hotel ca. 74km vor Rishikesh. Am nächsten Tag geht es dann über Rishikesh zurück nach Delhi. In der Nähe von Rishikesh besuchen wir noch einen Ashram am Ganges, wo sich die Höhle des legendären Rishis Vasistha befindet. Vasistha war ein Yogi, der vor mehreren tausend Jahren gelebt hat und der Guru von Rama war (http://www.yogavasistha.com) . Wir setzen uns längere Zeit in die Höhle für eine Meditation im ursprünglichen Sinne.
Danach geht es dann zurück nach Delhi, wo wir noch einen Tag mit Geschäftspartnern verbringen.
Am Abreisetag bin ich zu übermütig und trinke einen frischgepressten Fruchtsaft auf einem Markt in Delhi.
Das erweist sich ein paar Stunden später als großer Fehler, mein Verdauungstrakt beginnt verrückt zu spielen und starker Durchfall setzt auf dem Flughafen ein. Der Rückflug mit Austrian Airlines nach Wien wird so zur Tortur. Über sieben Tage bin ich krank, aber glücklicherweise kann mich zuhause in Wien auskurieren. Gerade in Delhi und anderen indischen Großstädten muss man als Europäer enorm vorsichtig sein, wo und was man isst!
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Peel it, cook it or forget it.
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Hallo Perlick, sehr interessanter Bericht. Zu Gangesquelle zu pilgern, geistert auch schon oft durch meinen Kopf. Du warst Mitte September, kannst du sagen wie kalt es war? Ich bin am überlegen ob es im Oktober (das wäre unsere Reisezeit) nicht zu kalt ist... naja, jedenfalls wunderbarer Bericht mit vielen wertvollen Tipps für Nachahmungswillige :-)
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