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Reisebericht: Bei den Hamar und der "Bull Jumping Ceremony"
Dieser Bericht über eine Reise durch Südäthiopien mit seinen vielen noch traditionell lebenden Ethnien führt ins Gebiet von Dimeka und Turmi, wo die ca. 30.000 Hamar leben. Sie sind besonders durch ihren Initiationsritus des "Bull Jumping" ("Rindersprung") bekannt geworden. Ich hatte das Glück, diesem beiwohnen zu können und möchte meinen Lesern mit vielen Bildern diese fremde Welt näherbringen.
Von Jinka nach Dimeka
Wir sind auf dem Weg von Jinka, der Hauptstadt der Provinz South Omo, nach Turmi nahe der Grenze zu Kenia. Wir, das sind Renzo, der Franzose italienischer Abstammung, die junge Amerikanerin Lexi und ich - gemeinsam mit unserem Fahrer Addis und seinem schon etwas in die Jahre gekommenen Toyota Landcruiser. In Addis Abeba haben wir uns über die äthiopische Reiseagentur Caravan Travels zu einer 12-tägigen Tour zum Bale Nationalpark und zu den Stämmen im Omo Valley zusammengefunden. Schnell hat sich herausgestellt, dass wir gut zueinander passen, sind wir doch alle drei an Land und Leuten interessiert und obendrein begeisterte Fotografen.
Lexi hat ihren Job an der Wall Street in New York ruhen lassen und gerade die ersten sechs von vierzehn Monaten um die Welt hinter sich, in denen sie kreuz und quer durch Asien gereist ist. Jetzt nimmt sie sich den afrikanischen Kontinent vor. Renzo ist Hotelier auf der Karibikinsel St. Martin und ihm gehen bereits die Reiseziele aus. Sage und schreibe 150 Länder der Erde hat er schon bereist! Dagegen bin ich fast ein unbeschriebenes Blatt. Beide sind also sehr erfahren und versiert; das ist eine gute Grundlage für eine gemeinsame Reise.
Mich hat ein Vierteljahr zuvor Äthiopien auf einer Tour durch den christlich geprägten Norden derart in seinen Bann gezogen, dass ich jetzt schon wieder hier bin, um den Süden des Landes kennen zu lernen. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Der bis zu 4300 m hoch gelegene Bale Nationalpark mit seinen endemischen Wölfen und Berg-Nyalas war beeindruckend und dann waren da die Begegnungen mit den Ari, Konso und Mursi im nördlichen Teil des Omo Valley. Über diese Erlebnisse werde ich gesondert berichten.
Nun fahren wir also nach Süden ins Stammesgebiet der Banna und Hamar. Kilometer um Kilometer arbeiten wir uns durch die trockene Buschlandschaft voran. Immer wieder gilt es, sich vorsichtig an Rinder- und Ziegenherden vorbeizuschlängeln. die mit ihren Hirten die Savanne durchstreifen.
In ein, zwei Jahren wird der Reisende auf einem schnurgeraden Asphaltband bequemer und schneller vorankommen. Mit indischer Hilfe - wie wir an den Ingenieuren und den schweren Baufahrzeugen erkennen - ist der Straßenunterbau schon sehr weit vorangetrieben worden. Wir pendeln auf einer Piste neben diesem Damm von einer auf die andere Seite.
Dann plötzlich die erste Begegnung mit Banna. Zunächst sind es Jungen und Mädchen, die von irgendwoher an die Piste gekommen sind und auf vorbeifahrende Autos warten, wohlwissend, dass Touristen halten werden, um zu fotografieren. Und damit lässt sich Geld verdienen. Das hat sich unter den Stämmen im Omo Valley längst herumgesprochen und hat im Falle der Mursi schon abschreckende Ausmaße angenommen. Zwei Birr für ein Foto ist derzeit der gängige Preis.
Bei der großen Gruppe, bei der wir jetzt halten, wird das Bezahlen schon etwas schwieriger, will doch jeder einzelne seine Entlohnung. Hier sind wir aber auch gerne etwas großzügiger, denn die Jungen und Mädchen stellen sich nicht "stramm" wie Soldaten für ein Foto auf. Die Jungs hüpfen wie die Massai in die Höhe und die Mädchen singen mit schrillen Stimmen dazu.
DAS FOTO DES MÄDCHENCHORS AN DIESER STELLE IST VON DER REDAKTION GELÖSCHT WORDEN, DA NACKTE BUSEN ZU SEHEN SIND.
Außer Rindern bekommen wir so gut wie keine Tiere zu Gesicht. Ganz selten steht zwischen den Sträuchern am Pistenrand mal ein verschüchtertes Dik-Dik. Mit ihrer Körpergröße von 30 - 40 cm sind sie die kleinsten Antilopen weltweit - und natürlich leicht zu übersehen, wenn sie sich nicht bewegen.
Auch Vögel machen sich sehr rar. Und wenn wir mal welche entdecken, suchen sie gleich die Flucht. Und warum müssen einem die Geierperlhühner mit Vorliebe ihr Hinterteil zeigen? Oder warum müssen sie sich ausgerechnet im Schatten aufhalten, wo doch so ihr blau-weißes Brustgefieder nur unzureichend zur Geltung kommt?!
Umso größer die Freude, als uns ein so herrlich buntes Geschöpf wie der Scharlachspint vor die Linse kommt und so lange mit dem Fortfliegen wartet, bis wir ihn "im Kasten" haben! Anscheinend war er gerade erfolgreich in seiner Jagd auf Insekten, die er gewohnt ist, im Fluge zu schnappen und legt jetzt eine kleine Verdauungspause ein.
Die einzigen Farbtupfer in der Landschaft bieten hier und da die herrlichen rosaroten Blüten kleinerer Wüstenrosensträucher. Dass dieser Strauch auch "Elefantenfuß" genannt wird, kommt bei diesen Exemplaren nicht zur Geltung.
Langweilig wird uns dennoch nicht. Wieder kommen zwei Mädchen auf unser Auto zugelaufen in der Hoffnung auf einen kleinen Verdienst. Ob sich eins von ihnen den Körper extra für Touristen mit weißen Farbklecksen verschönert hat oder ob dieses Make-up zu ihrem "Outfit" hinzugehört, habe ich nicht ergründen können - und auch nicht wollen.
DAS FOTO DER BEIDEN MÄDCHEN AN DIESER STELLE IST VON DER REDAKTION GELÖSCHT WORDEN, DA NACKTE BUSEN ZU SEHEN SIND..
Kurz darauf halten wir bei der ersten Hamar-Frau, zu erkennen an ihrer Haartracht und ihrer Kleidung. Sie ist überaus freundlich und wirkt sehr charmant. Nach einer kurzen Kontaktaufnahme und der Übergabe von zwei Birr lässt sie sich gerne fotografieren.
Die Hamar
Die Hamar sind mit den Banna verwandt und für Außenstehende wie uns nicht ganz leicht zu unterscheiden. Was ich im Folgenden beschreibe, hält wahrscheinlich nicht jeder wissenschaftlich-ethnologischen Überprüfung stand - zu widersprüchlich sind die Aussagen, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin. Vielleicht wird eine Unterscheidung auch dadurch erschwert, dass Angehörige des Stammes der Hamar mit einer Ausnahme nur unter Ihresgleichen heiraten dürfen. Diese eine Ausnahme sind die Banna. So ist es gut möglich, dass sich gewisse typische Elemente beider Stämme vermengen.
Während die Banna-Frauen sich den Kopf zur Hälfte rasieren und das verbleibende Haar nach hinten in dünne Zöpfe flechten, tragen die Hamar-Frauen ihr Haar meist in Bubikopf-Weise. Von einem Mittelpunkt auf dem Hinterkopf fallen ihre Haare in dünn-geflochtenen, strähnenartigen Zöpfchen nach allen Seiten herab, wobei sie hinten bis auf die Schultern herabreichen. Roter, feiner Lehm, der mit Fett versetzt wird, gibt dem Haar schließlich besonderen Glanz.
Auch in Schmuck und Kleidung unterscheiden sich Banna- und Hamar-Frauen. Während erstere bunte Perlenbänder um die Stirn, den Hals sowie an Armen und Beinen favorisieren, bevorzugen letztere Kauri-Muscheln. Dicht an dicht zieren diese weißen Muscheln ein breites Band, das wie ein weiter, offener Kragen um ihren Hals liegt und in ein Ziegenledertuch übergeht.
Es ist auch auffällig, dass die Frauen, die ich als Banna einstufe, viel häufiger als die Hamar-Frauen T-Shirts tragen. Sollte das daher rühren, dass die Hamar noch traditionsverhafteter sind als die Banna?
Dieses wie ein überdimensionierter Latz anmutendes Tuch bedeckt lediglich den Brustkorb, so dass der Rücken frei bleibt. Vervollständigt wird die Kleidung durch einen Ziegenlederrock, der meist noch mit bunten Glasperlen verschönert wird. Das Leder ist offensichtlich von sehr weicher Qualität, denn es fällt und flattert in der Bewegung wie Stoff. Die zappelnden Zipfel, in die der Rock nach unten ausläuft, unterstreichen diesen Effekt noch.
Von besonderer Aussagekraft sind die Metallringe, die die Hama-Frauen um den Hals tragen. Zwei Ringe - wie bei dieser hübschen Frau an unserem Auto - signalisieren "Ich bin die zweite Frau meines Mannes."
Später sehen wir häufig Frauen mit einem dritten Ring, der einen griffartig nach vorne ragenden Zapfen trägt. Er sagt unmissverständlich "Mein Mann hat zwar zwei Frauen, doch für ihn bleibe ich als erste die Hauptfrau."
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Hallo Uschi,
ich freue mich, dass mein Bericht Dein Interesse gefunden hat und ich danke Dir auch gleichzeitig für die vielen guten Bewertungen der Fotos. Was Dein Bedauern angeht, vielleicht stößt dieser Bericht ja auf Leser, die mir da weiterhelfen können. Sicherlich waren auch schon Mitglieder unserer RC bei dem "Rindersprung" dabei und haben u.U. mehr in Erfahrung bringen können.
LG Hartmut -
Lieber Hartmut,
erst dachte ich: Schade, hier sind keine Landschaftsaufnahmen dabei. Die haben mich in den vorherigen Berichten sehr angsprochen. Als ich dann aber in den Bericht "eingetaucht" war, habe ich sie überhaupt nicht vermisst. Dein Bericht ist ein eindrucksvolles Zeugnis über das Leben der Menschen im Busch. Wie Susi bin ich auch der Meinung, dass es faszinierend ist, solche Rituale in unserer heutigen Welt vorzufinden. Das sie überleben können ist gut. Sie zeugen davon, wie unterschiedlich unsere Menschheit ist. Ich bin wieder einmal gerne mit auf Reise gegangen. Danke für`s Mitnehmen!
Liebe Grüße
Claus
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Lieber Claus,
die Landschaft ist in Südäthiopien in keinster Weise mit dem spektakulären Norden vergleichbar und daher zweitrangig. Hier stehen die Menschen in ihrer Vielfalt im Mittelpunkt. Daher habe ich auch speziell ein Einzelthema gewählt, um mich mehr auf einen Aspekt konzentrieren zu können. In einer Gesamtschau über die Völker im Omo Valley wäre dafür nicht der nötige Raum geboten. Ich kann dich aber "vertrösten". Eindrücke über Landschaft, Flora und Fauna werden noch folgen. Ich danke dir für deine gute Kritik und die vielen guten Bildbewertungen.
Liebe Grüße
Hartmut -
@ Uschi, Susi und Claus
Ich freue mich, dass Ihr meinen Bericht in seiner ursprünglichen Form noch habt lesen können. Im Laufe des 19. 4. hat die Redaktion die Fotos, die nackte Haut zeigen, gelöscht, da sie sich "weit außerhalb des thematischen Fokus dieser Site" (sic Herr Olzien) bewegten. Macht Euch bitte Euren Reim darauf. Ich weise auch darauf hin, dass diese völlig unverfänglichen Fotos - Ihr habt sie ja noch gesehen und gut bewertet - Ausgangspunkt für eine allgemeine "Reinigungsaktion" geworden sind. Mittlerweile hat die Redaktion auch entsprechende Fotos von Himba-Frauen in Namibia entfernt. Sie stammen von anderen Mitgliedern der RC. Zu verfolgen ist eine sich anbahnende Diskussion beim Reisebericht 405864 von RdF54 (Robert).
Es grüßt Euch ganz herzlich
ein immer noch sprachloser - für Herrn Olzien einsichtsloser - Hartmut -
Lieber Hartmut,
wenn ich ehrlich bin, habe ich mich über die vielen Bilder mit "nackter Haut" gewundert. Ich erinnerte mich an eine Diskussion aus der Vergangenheit, wo die Redaktion ähnlich gehandelt hatte.
Die Begründung der Redaktion ist doch fragwürdig. Denn was unterstellt sie Dir und den Lesern damit? Herr Olzien, ich war mir, als ich den Bericht und die Fotos als herausragend bewertet habe durchaus dem "thematischen Fokus" bewusst.
Und wer diese Fotos innerhalb des Berichtes sieht, wird es nicht anders sehen wollen.
Gerade im Kontext zum Bericht und auch zu den Beschreibungen, die Hartmut gewählt hatte, ist eine Löschung unter diesen Gesichtspunkten nicht mehr hinnehmenswert. Ich werde jetzt anfangen aus sämtlichen GEO Heften solche Fotos auszuschneiden, um den thematischen Fokus zu gewährleisten.
Aber, und das betone ich auch deutlich, in Zeiten, wo Abmahnanwälte im Internet mit Klagewellen umherziehen, würde ich sehr vorsichtig sein, was die Veröffentlichung solcher Fotos angeht: Dies aber nur im Hinblick auf die "Wahrung der Persönlichkeitsrechte"...Das wäre für mich die Diskussionsgrundlage.
Nun, ganz ehrlich: Ich habe mich in letzter Zeit rar gemacht, hier bei Geo. ich finde es immer schwieriger mich zu motivieren Bilder zu veröffentlchen, etwas zu schreiben usw. Da ist das Bewerttungssystem auf der einen Seite, was schon manchen interessanten User verprellt hat, und dann die Moderation hier auf der anderen Seite.
Gerade in diesem Fall muss ich noch einmal klar betonen: Herr Olzien, es hat mir eine große Freude bereitet die unbekannte Kultur dieser Menschen durch Wort und Bild kennenzulernen. Und alle möchten mir bitte glauben, das mein Interesse in der Bildung lag und nicht irgendwo anders. Sites, die diesen thematischen Fokus im Vordergrund halten gehören nicht zu meinem Interessenbild. Ehrlich!
Ich bin müde. Das merke ich und ganz ehrlich, gäbe es User wie Tumtrah nicht, würde ich langsam hier einschlafen. Ganz leise... Und dann wäre der nächste weg.
Schauen wir mal wann es so weit ist.
Hartmut, ganz liebe Grüße
Claus
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Deshalb ist er mir auch schon, seit ich in der RC bin, so sympathisch! Dazu kommen aber auch noch einige andere... Zum Glück!
LG Hartmut -
Oh, danke für die Blumen!
Liebe Grüße
Claus -
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Lieber Hartmut,
nun habe ich endlich Zeit gefunden deinen durchaus interessanten Bericht über die Naturvölker Äthiopiens zu lesen. Wie du schon erwähntest, hat die Redaktion deinen Bericht verstümmelt. Eine Handlungsweise, die ich nicht nachvollziehen kann und auch nicht akzeptieren kann. Diese Handlungsweise lässt die Redaktion in ein ganz schlechtes Licht rücken. Aber damit müssen sie leben. Und ich hoffe, dass die Mitglieder sich wehren. Es gleicht schon einem Kindergarten hier. Klein Fritzchen war unartig und nun fällt die Klassenfahrt aus! Schließlich kann man daraus schließen, dass die Redaktion nicht in der Lage oder zu Faul ist sich die Mühe zu machen, was der Unterschied ist zwischen natürlichen Nacktfotos von Naturvölkern und ein Spannerfoto vom FKK-Strand ist. Alles über einen Kamm zu scheren erscheint mir doch zu einfach. Wie Robert bereits erwähnt, diese Redaktion arbeitet nicht mit der Community sondern dagegen. Deine Satire am Ende des Berichtes finde ich sehr treffend. Khomeini und die Satanischen Verse von Rushdi. So ähnlich kann man das sehen lieber Hartmut – deine Bilder sind womöglich Gotteslästerung….ich lach mich kaputt…. Mein Tipp an dich, baue dir eine eigene Homepage. Ich kann mir vorstellen, dass das eine interessante Internetpräsenz wird. Dort schreibt dir niemand was vor und du kannst die Dinge so zeigen wie sie nun mal sind. Wir sind ein freies Land – verschenk der Community nicht so viele gute Berichte – du siehst ja, du bekommst hier keinen Dank!!!!!
Lg Romy
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Liebe Uschi, ich kann das schon verstehen, dass du die Menschen hier halten willst. Du musst es aber auch akzeptieren, wenn die Mitglieder verärgert sind. Ich bezweifle, dass man hier mit seinen Beiträgen eine große Masse erreicht. Das kann z. B. an Hartmuts Beiträgen nicht sehen. So ein großartiger Bericht über ein Land, welches nicht jeder bereist und dann nur 6 User, die bereit sind seinen Bericht zu lesen und einen Kommentar abzugeben? Ich habe auf meiner Homepage täglich 120 Besucher und dort spricht man eine große Masse an. Es entstehen auch Freundschaften und es ist nichts verfälscht. Zumindest erschafft er sich was Eigenes. Man kann nicht monatelang mit der Redaktion im Kreis diskutieren (siehe vergangene Probleme) irgendwann hat die Geduld mal ein Ende. Ich habe nicht gesagt, dass Hartmut gehen soll - eine Homepage kann man nebenbei laufen lassen. Und natürlich soll er sich weiter wehren. Wir werden sehen, wie sich Daniel entscheiden wird - danach entscheide ich auch für mich. Das wird keine Entscheidung aus irgendeiner Laune heraus sondern es ist eine Prinzipien-Frage. lg Romy
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Ich bin durch Zufall auf deinen sehr interessanten Bericht gestoßen! Ich habe von diesem Ritual noch niemals gehört - du hast es aber so anschaulich, informativ und lebendig beschrieben, dass ich die Spannung des Ritus regelrecht spüren konnte. Es ist immer wieder aufregend zu lesen, wie viele unterschiedlichste Facetten die Welt zu bieten hat! Auch deine Bilder finde ich sehr ausdrucksvoll! Schade, dass die Redaktion gerade solche Fotos, die ja das Herz des Ritus ausmachen, (aus einer fragwürdigen Moral heraus?) sperrt. Danke für diese spannende Reise nach Äthiopien! LG Tamara
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Hallo Tamara,
ich freue mich sehr, dass dir mein Bericht auch in seiner verstümmelten Form gefallen hat. Es war ja nicht vorgesehen, dass ich den Höhepunkt des Geschehens ohne Fotos rüberzurbingen hätte. Vielleicht hätte ich mich dann verbal stärker ins Zeug gelegt, um das Geschehen möglichst plastisch erscheinen zu lassen. Offenbar ist es mir dennoch gelungen. Nochmals herzlichen Dank für dein Urteil und für die vielen guten Bewertungen der - nicht gelöschten! - Fotos.
LG Hartmut -
Endlich hatte ich Zeit und Muße, deinen Bericht genau zu lesen - es wäre viel zu schade darum, ihn nur schnell zu überfliegen.
Ich persönlich habe beim Lesen nicht den Bullensprung als Höhepunkt empfunden (der kommt mir eher vor wie eine typisch männliche Mutprobe; andernorts balancieren die Jünglinge über Geländer von Eisenbahnbrücken, hier sind es eben die Ochsenrücken - wers braucht...), mir ist das Auspeitschritual viel mehr unter die Haut gegangen. Da wüsste ich wirklich gerne, was dahintersteckt, das hat ja eine viel tiefer gehende Ebene als die abschließende Mutprobe.
Danke für diesen Bericht, trotz aller Unbill, der sehr gelungen ist und mich nachdenklich zurücklässt. LG Ildiko -
Liebe Ildiko,
ich danke Dir für Dein unverkennbares Interesse an dem, worüber ich hier berichtet habe. Dass es Dich nachdenklich gemacht hat, ist absolut nachvollziehbar. Vor allem für eine Frau! Nicht ohne Grund habe ich deshalb auf die kontroverse Sicht zu diesem Ritual hingewiesen; auch auf die - vielleicht halbherzigen - Bemühungen des Staates, zumindest Teilen des Rituals einen Riegel vorzuschieben. Glaube mir, auch ich bin bei jedem Rutenhieb zusammengezuckt! Wenn man dann aber sieht, mit welcher Inbrunst - und die ist nicht gespielt! - die Frauen sich unterwerfen, kommen einem Zweifel, ob wir hier mit unseren Maßstäben zur Würde des Menschen Gehör finden können.
Bewusst habe ich nur ein einziges Foto eines blutenden Frauenrückens gezeigt. Um authentisch zu bleiben, gehört es meines Erachtens allerdings dazu. Auch gerade weil es nachdenklich stimmt.
Für die vielen guten Bewertungen meiner Fotos möchte ich dir ebenfalls danken!
Liebe Grüße! Hartmut -
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Herzlichen Dank für diesen wieder wunderbaren Reisebericht, auch wenn die Zensur uns authentische Fotos vorenthält.
Wann können wir mit dem zweiten Teil des Reiseberichtes rechnen (Mursi)?
Danke für eine Info ERIE -
Hallo ERIE,
ich freue mich sehr, dass mein Bericht auch in dieser verstümmelten Form Deinen Gefallen gefunden hat. Herzlichen Dank für Deinen Kommentar! Die Fortsetzung wird aufgrund der mir/uns auferlegten Beschränkungen eine schwierige Geburt. Ich bin immer noch sehr verbittert darüber, dass man über Naturvölker nur mit schwarzem Balken berichten darf. Eine Frau in oder vor ihrer Hütte bei der Arbeit zu zeigen, ist unerwünscht, da sie nun mal "oben ohne" ist. Etc., etc. Mir ist daher ziemlich die Lust am Schreiben vergangen. Die lange Pause ist aber auch dadurch zu erklären, dass ich wieder einige Wochen unterwegs war - "zum Glück" bei "züchtigen" Menschen (Ostfriesland und Holland) und jetzt steht auf meiner Agenda erst einmal die Arbeit an meinen neuen Fotos. Einige werde ich demnächst einstellen.
Wenn Du Interesse an Fotos der Mursi und der anderen Omo-Valley-Stämme hast, geh bitte zu
www.picasaweb.google.de/hartmutassmann
Dort das Album "Südäthiopien 3" anklicken. Dieser Tipp gilt auch für all jene, die diesen Kommentar lesen sollten.
LG Hartmut -
Hab diesen sehr interessanten Bericht gerade erst entdeckt. Toll, was Du alles unternimmst Hartmut. Und dann hattest Du dieses Glück bei solch einer Zeremonie dabei sein zu können. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Um so trauriger ist es, dass Dein Bericht einer lächerlichen Zensur zum Opfer fiel und amputiert wurde. Ich kann das gar nicht fassen. Wo kommen denn im 21.Jht solche Puritaner her? Außerdem finde ich das extrem ethnozentrisch, ist das doch mehr oder weniger eine Kritik daran, wie andere Leute rumlaufen und impliziert im weitesten Sinne, dass die Hamar unanständig sind. Aber vielleicht fügt sich die Redaktion nur der Meinung einer verschrobenen Leserschaft, wer weiß. Andere öffentliche Medien haben damit allerdings kein Problem. Ich habe hier einen Bericht gefunden, der genau das beschreibt, was Du erlebt und so interessant geschildert hast. Der Bericht wurde im ZDF gesendet und weder nackte Brüste noch nackte Männer wurden herausgeschnitten. Und ich würde sogar behaupten, dass das ZDF keine Altersbeschränkung verordnet hat.
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1423850/Bruce+Parry+bei+den+Hamar+in+Äthiopien#/beitrag/video/1423850/Bruce-Parry-bei-den-Hamar-in-Aethiopien
LG Friederike -
Liebe Friederike,
über Dein Urteil als Ethnologin bin ich über alle Maßen erfreut und ich möchte mich daher ganz besonders dafür bei Dir bedanken! Dass Du mir den Link zu dem ZDF-Video übermittelt hast, ist dann noch das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen. Ich habe mir den Film sogleich angeschaut und fühlte mich unvermittelt wieder inmitten der von mir beschriebenen Szenen. All denen, die meinen Bericht gelesen und interessant empfunden haben und die dank Deiner jetzt vielleicht auch auf diesen Link stoßen, kann ich nur empfehlen, ihn sich anzuschauen und sich ihre Gedanken zu machen.
Es grüßt Dich ganz herzlich
Hartmut -
@daniel.olzien
Hallo Herr Olzien, wenn auch "Ruhe an der Front" eingekehrt ist, möchte ich Sie doch auf den Link zu dem ZDF-Video hinweisen, den mir freyabe (Friederike) in ihrem Kommentar heute hat zukommen lassen. Ich möchte Sie bitten, sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich den Film anzuschauen. Vielleicht ergeben sich ja dabei einige neue Gesichtspunkte, die Sie zu dem Schluss kommen lassen, dass die von Ihnen entfernten Fotos unbedingt zu meinem Bericht gehören.
Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Assmann -
Uff, war das spannend. So ein Erlebnis, so spannend und mitfühlend beschrieben und mit so vielen Fotos hinterlegt. Das war wirklich ein großer Glücksfall, an so einem Fest unverfälscht teilnehmen zu können. Weniger "Glücksfall" ist die bevormundende Art der RC-Redaktion, die sich anmaßt, einfach eingestellte Fotos zu löschen. Ich bin nur recht froh, dass sie Dich dadurch nicht veranlasst haben, den "Kram" hinzuschmeißen, wie es leider in der Vergangenheit einige Mitglieder der RC getan haben. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, dass man sich seitens der Redaktion in Schweigen hüllt. Ich empfinde das als sehr arrogant gegenüber den Mitgliedern der RC. Im übrigen kann ich den Worten von Friederike nur zustimmen.
Danke für diesen hervorragend geschriebenen Bericht.
Viele Grüße Ingeborg -
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Liebe Ingeborg,
hab ganz herzlichen Dank für dein so positives Urteil zu diesem Bericht und die Begleitumstände. Die Redaktion muss ich in gewisser Weise - so verrückt es klingt - in Schutz nehmen. Sie hat sich geäußert - wenn auch nur sehr sporadisch. Wenn Du Interesse hast nachzulesen, welche Wogen dieser Bericht und in seinem Gefolge auch andere geschlagen haben, dann gehe zum Reisebericht 405864 von RdF54 (Robert).
Ich habe mich seinerzeit entschieden, trotz allem in der RC zu verbleiben - aus übergeordneten Gründen, die ich hier nicht offenlegen möchte. Mit einem Problem schlage ich mich seitdem aber immer noch herum: Ich habe es immer noch nicht fertiggebracht, einen - eigentlich nötigen - Bericht über die Völker im Omo-Valley zu schreiben. Bei der Auswahl von Fotos würde ich immer wieder auf die leidige Thematik von damals stoßen...
Nochmals vielen Dank für die guten Bewertungen von Text und Fotos!
Liebe Grüße
Hartmut
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