Reisebericht

Reisebericht: E-mail aus Südamerika Teil 1

 
 
 
 
 
Reisebericht: E-mail aus Südamerika  Teil 1

Unter "oldies on tour" waren unterhaltsame e-mails an Töchter und Enkelkinder in Europa und USA gesendet worden. Auf allgemeinen Wunsch nun eine Neuauflage der Berichte.... von Santiago de Chile bis nach Puerto Williams über den Beagle Canal, entlang der argentinischen Küste, Puerto Deseado, Buenos Aires.... Montevideo mit Bussen , Fähren, ... 32 Tage

Inhaltsverzeichnis

Auf nach Süden

Nach einem wenig anstrengenden Langstreckenflug mit Iberia über Madrid haben wir, A. und ich, in einem leider sehr wenig ansprechenden Hinterhofzimmer, versteckt hinter dem Namen eines Hotels, drei Nächte verbracht. Der Kaffee war heiß, das war der einzige zutreffende Kommentar zu diesem Hotel.
Der Unterkunft gegenüber waren Gedenksteine im alten Plaster vor einem alten Gebäude eingelassen, das berüchtigte Foltergefängnis der Diktatur, es sah unschuldig aus.und nur die Inschriften auf den Gedenksteinen wiesen auf die Personen hin, die in diesem Gebäude zu Tode kamen....(Londres).
Die frühlingshafte Luft hat uns auf ausgedehnte Spaziergänge gelockt, unter anderem auf den Cerro San Cristobal. die Dunstglocke über der Stadt hatte sich gelichtet und der Andenschnee glitzerte. Vor dem Präsidentenpalast verfolgten wir Paraden und Staatsbesuche Weiß gekleidete Wachsoldaten-Reiter sowie die Ehrenkompanie mit hohen silberfarbenen Helmen (lt. A. Wehrmachtshelme) und ebensolchen, hohen Stiefeln und Epauletten erschienen uns wie in einer Filmkulisse. Die gewöhnliche Polizei war mit dem Hin- und Herstellen von Abgrenzungsgittern beschäftigt; eine finnische Delegation (?Präsident -lt. A., da Stander am Auto) traf ein. Spektakel wohin man sah. Zwischen diesem Spektakel liefen, wie überall in Santiago, Hunde umher und störten den Ablauf durch Gebell und Herumlaufen.
Die Rettungskapsel der Bergleute, bekannt durch das Grubenunglück in Nordchile, mit Ehrenwache vor dem Präsidentenpalast , war zum begehrten Fotomotiv geworden. Lange Warteschlangen hatten sich gebildet um mit oder ohne Ehrenwache, auf jeden Fall mit der Rettungkapsel auf das Bild zu kommen. Dazwischen wieder streunende Hunde, sehr friedlich zu den Menschen, aber unbeugsam zu anderen Hunden, die versuchten in ihrTerrotorium einzudringen. Hunde, mit Flöhen besiedelt, überall auch in den Vorräumen der Banken.Ein kleiner Streuner verteidigte seine etwas größere Freundin gegen einen bulligen Rüden, bellte, drängte, verteidigte mutig und hat damit fast obigen Staatsbesuch gestört, Absperrungen galten nichts in seiner Welt. Die Polizisten reagierten gelassen, kein Fußtritt, kein Davonjagen, sie gehören einfach dazu die Straßenköter (positiv gesehen) im Stadtbild von Santiago de Chile.
Die Metro, von uns oft benutzt, von Franzosen gebaut, erwies sich unerwartet als sehr sauber und effizient. Apropos Franzosen, Monsieur Eiffel hat hier seine Spuren hinterlassen, unter anderem die Halle des Bahnhofs ( Eisenbahncentral).
Mit dem Nachtbus (Cama premium), Liegesitze 1. Stock, führen wir die ca. 1000km nach Puerto Montt. Die Sitze komfortabel, rechts 1 und links 2 Sitze, - (hatten wir schon in Thailand)- und alles von Mercedes. In Puerto Montt sollte unsere 1. Fährfahrt beginnen. die 4 Tage bis dahin verbrachten wir in der Stadt bei regnerischen Wetter, besuchten zu Mittag 3x daselbe Einheimischenlokal, mit einer fazinierend schlecht gelaunten Sevierkraft aber guter Küche. Sonst lässt sich nicht viel über Puerto Montt sagen, Der Busbahnhof wurde erweitert, nicht alle Bankautomaten wollten unsere Bankomat-Karten akzeptieren.
A.s Wunschtour nach Valdivia, ein Tagesausflug mit dem Bus, war für uns unterschiedlich interessant. A. wollte die historische Einwanderungsstadt der Deutschen sehen, (Ählichkeiten mit Lüderitz in Namibia sind nicht zu verleugnen) und ich trieb mich auf dem Fischmarkt herum. Durch seine Lage im Bereich der Flußmündung war er offensichtlich von Seelöwen zu ihrem Quartier gewählt worden, natürlich ebenso von Kormoranen, Möven, Pelikanen... Mäuler werden aufgerissen, mit Schnäbeln wird gekonnt wurde geklaut,was ergriffen werden kann, Fischreste, ganze Fische, Popcorn, Nüsse, alles frei ...Die Zivilisation hat sich hier breitgemacht,als Paradies für Seetiere und Seevögel, fazinierend anzusehen, doch ich warte auf Seelöwen in ihrer natürlichen Umgebung. A. kam von seinem Rundgang in der Stadt zurück und wir aßen in einem kleinen Fischrestaurant. A. löffelte eine unbeschreibliche Suppe, die sicher unter anderem Reste vom Fischmarkt enthielt..
Am 27.10.2010 starteten wir die 1. Fährfahrt mit Navimag, (für Senioren ab 60 gibt es verbilligte Tickets). Nächste email folgt erst wieder ab 1.11. evtl. in Puerto Natales, auf See sind wir ohne. Kontakt mit der Umwelt..









 
 
 
 
 

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