Reisebericht

Reisebericht: Treppauf, Treppab - Eine Rundwanderung durchs Elbsandsteingebirge

 
 
 
 
 
Reisebericht: Treppauf, Treppab - Eine Rundwanderung durchs Elbsandsteingebirge

Eine Woche "Luxus"-Wanderurlaub in der Sächsischen Schweiz: während unser Gepäck per Auto von einem Hotel zum nächsten reist, wandern wir über geschätzte ca. 7000 Treppenstufen bergauf, bergab durch die herrliche Landschaft, zwängen uns durch engste Felsschluchten, genießen in der Ostersonne unzählige Ausblicke auf die bizarren Felsformationen - und entspannen am Abend in der Sauna.

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01.04.2010

Anreise

Nach einer langen, aber absolut reibungslosen Bahnfahrt, steigen wir am frühen Abend in Bad Schandau aus den tschechischen Waggons des Eurocitys. Ein paar Treppenstufen hinab und wir stehen am Ufer der Elbe. Am gegenüberliegenden Ufer liegt der eigentliche Ort. Die kleine Personenfähre bringt uns hinüber.



 
 
 
 
 

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Im Apparthotel am Schlossberg werden wir sehr freundlich empfangen und beziehen unser erstes, überraschend großzügiges (da rollstuhlgerechtes) Zimmer. Für einen Besuch des Nationalparkzentrums ist es leider schon zu spät und so machen wir nur noch einen kleinen Spaziergang entlang der Elbe und kaufen im Supermarkt noch ein wenig Proviant für die nächsten Wandertage.



02.04.2010

1. Tag: Bad Schandau - Brand - Hockstein - Rathen

Gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstückbuffet starten wir bei herrlichem Sonnenschein unsere Wanderung. Unmittelbar hinter dem Hotel geht es steil den Hang hinauf nach Rathmannsdorf. Auf Feldwegen wandern wir über die Hochebene und genießen die ersten traumhaften Ausblicke dieser Tour. Nach links schweift unser Blick hinüber zum Lilienstein und zur Festung Königsstein, die wir am nächsten Tag erstürmen werden. Rechts können wir bereits das Gasthaus auf dem Brand erblicken, dem ersten Ziel dieses Tages.



 
 
 
 
 

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Doch bevor es hinauf auf den Brand geht, geht es, auf dem Pferdesteig, ersteinmal wieder hinab ins Tal. Ein Hinweisschild "Frisch geräucherte Forellen" verleitet uns zu einem kurzen Abstecher. Immerhin ist heute Karfreitag und so ergänzen wir bei der Forellenzucht den Proviant in unserem Tagesrucksack um eine weitere Leckerei. Auf der Straße geht es durch das kleine Dörfchen Porschdorf hindurch. Kurz hinter dem Ort übertreten wir die Grenze des Nationalparks Sächsische Schweiz und wandern nun auf schönem Pfad entlang eines kleinen Bachlaufs durch den Wald.



Doch der Weg verweilt nicht lange im Talgrund und schon bald kommen wir beim Aufstieg über die ca. 800 Brandstufen mächtig ins Schwitzen.



 
 
 
 
 

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Die Aussicht aber, die sich uns von der Terassse des Gasthauses aus bietet, ist jede Anstrengung wert. Bei herrlichem Wetter genießen wir unsere wohlverdiente erste Rast des Tages bei einem fantastischen Ausblick über die Landschaft der Sächsischen Schweiz.



 
 
 
 
 

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Doch nicht nur wir genießen das schöne Wetter. Auf der Brandstraße, einem breiten Forstweg, dem wir nun ein Stück durch den Wald in Richtung Hohnstein folgen, geht es zu wie auf einer Autobahn. Ganz Sachsen scheint auf den Beinen zu sein. Ältere Paare, Familien mit Kindern, Großeltern mit ihren Eltern, Gruppen von Jugendlichen, sie alle zieht es zur Brandaussicht. Und wer aufs Laufen gar keine Lust hat, der fährt mit der Kutsche.



 
 
 
 
 

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Nach kurzer Zeit verlassen wir diese "Wanderautobahn" wieder und biegen, dem Malerweg folgend, nach links ab. Der Weg führt, relativ eben, durch den Wald, aus dem immer wieder beeindruckende Felsen hervorragen.



 
 
 
 
 

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Kurz vor Hohnstein liegt rechts des Weges die Gautschgrotte. Besonders beeindruckend soll es hier im Winter sein, wenn sich mehrere Meter lange Eiszapfen an den Felsen bilden. Doch auch jetzt, im Frühjahr, lassen die mächtigen und überhängenden Felsformationen einen beeindruckenden Ort entstehen.



 
 
 
 
 

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Kurze Zeit später haben wir durch die noch kahlen Bäume einen ersten Blick auf die Burg Hohnstein. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir uns jedoch auf den Abstecher auf die Burg hinauf zu verzichten und steigen, über Treppenstufen, ins Polenztal hinab.



 
 
 
 
 

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Kaum haben wir das kleine Flüsschen Polenz überquert, geht es auf der anderen Talseite auch schon wieder steil hinauf, der zweite große Treppenanstieg des Tages. Zum Schluss wird's dann nochmal richtig eng: durch die Wolfsschlucht, eine schmale Felsklamm, geht es auf einer Metalltreppe die letzten Höhenmeter hinauf auf den Hockstein.



 
 
 
 
 

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Oben angekommen genießen wir den Blick senkrecht hinab ins Polenztal und hinüber auf die Burg Hohnstein auf der anderen Talseite. Etwas abseits des Weges und der Wanderermassen machen wir Brotzeit und genießen in der überraschend warmen Frühlingssonne die am Vormittag erstandene Räucherforrelle und andere Leckereien aus unseren Rucksäcken.



 
 
 
 
 

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Der Abstieg erfolgt gemächlich. Über den Knotenweg und den Höllengrund geht es hinunter zum Amselsee, einem kleinen Stausee. Dort wird gerade gebaut und daher ist der Wasserspiegel deutlich abgesenkt. Beim Überqueren der kleinen Staumauer haben wir einen schönen Blick zurück auf die Lokomotive, einen der unzähligen Kletterfelsen des Elbsandsteingebirges.



 
 
 
 
 

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Vom Amselsee aus sind es nur noch wenige Schritte bis nach Rathen, wo im Hotel Amselgrundschlösschen unser Gepäck bereits auf uns wartet. Wir beziehen unser Zimmer, doch das herrliche Wetter treibt uns schnell wieder nach draußen. Zu Fuß erkunden wird den Ort, der, da faktisch autofrei, trotz der vielen Touristen, eine wunderschöne, ruhige Atmosphäre ausstrahlt.



 
 
 
 
 

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Wir erklimmen noch die Burgruine Altrathen und genießen den Blick von oben hinab auf den Ort und die Elbe, der allerdings von einem Baukran etwas beeinträchtigt wird.



 
 
 
 
 

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Auf der Terasse einer kleinen, am Hang gelegenen Pension, genießen wir in der Abendsonne unser wohlverdientes Abendessen. Zurück im Hotel entspannen wir unsere vom zahlreichen Treppensteigen doch etwas müden Glieder zum Abschluss eines wunderbaren Wandertages noch in der überraschend großzügigen und sehr schön gestalteten Wellnes- und Saunalandschaft des Amselgrundschlösschens.



 
 
 
 
 

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Hotel Amselgrundschlösschen

Das Hotelamselgrundschlösschen (3 Sterne) in Rathen verfügt über 38 Doppelzimmer, 2 Restaurants, einen Wellnessbereich mit Sauna und eine hauseigene Bowlingbahn. Beim Elbehochwasser 2002 wurde das Hotel stark beschädigt und anschließend komplett renoviert.

Persönliche Meinung von debby83:
Auf unserer Rundwanderung durchs Elbsandsteingebirge haben wir zwei Nächte im Amselgrundschlösschen verbracht. Besonders gut gefallen hat uns der sehr schön gestaltete und überraschend großzügige Wellnes-Bereich mit zwei Saunen, Dampfbad, Tauchbecken und Ruheraum (in einem 3-Sterne Hotel hätten wir solchen Luxus nicht erwartet), das reichhaltige und sehr leckere mehr



Gewanderte Strecke: ca. 18 km
Höhenmeter: ca. 580 m Auf- und 580 m Abstieg




 
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Kommentare
  • Blula 17.04.2010 | 17:05 Uhr

    Liebe Debby! Leider kann ich Dir nur 5 Punkte geben... . , dabei würde ich die Punktezahl gerne verdoppeln!! Dieser Bericht ist einfach großartig!!! Er enthält alles, was man sich nur vorstellen kann. Du hast uns hier das Elbsandsteingebirge auf ganz hervorragende Weise nähergebracht. Und nicht zu verkennen ist auch die große Mühe, die Du Dir gemacht hast. Die Zusammenstellung, die großartigen Fotografien... . da stimmt wirklich alles. Du hast mich nun dazu animiert, bald einmal das Elbsandsteingebirge zu bereisen, nein, zu erwandern!! DANKE!
    LG Ursula.

  • astrid 17.04.2010 | 17:30 Uhr

    Liebe Debby,
    der Bericht macht Lust sofort hinzufahren - vielen Dank!
    Besten Gruß aus dem ebenfalls sehr treppenreichen Wuppertal. Astrid

  • debby83 17.04.2010 | 19:46 Uhr

    Liebe Ursula, liebe Astrid,
    ihr wart aber schnell! Vielen Dank für eure so positiven Kommentare und Bewertungen. Es freut mich sehr, dass euch der Bericht so gut gefällt. Und ja, das Elbsandsteingebirge ist wirklich eine Reise - oder besser gesagt eine, nein mehrere Wanderungen wert.
    Liebe Grüße
    debby83

  • ingepeter (RP) 17.04.2010 | 23:07 Uhr

    Hallo Debby, deine Beschreibung der Wandertour ist super und man schwitzt manchmal richtig mit - schön und detailliert beschrieben ohne zu umfassend zu werden. Hat Spaß gemacht den Bericht zu lesen! Hoffentlich kommen nicht jetzt zu viele Menschen auf die Idee dort zu wandern - sonst wird es zu dort zu voll. Gruß Inge

  • Zaubernuss 18.04.2010 | 09:26 Uhr

    Hallo Debby,
    Dein Bericht dokumentiert in Bild und Text eine ganz spezielle Kraxlerei und eine Reise in eine Gegend, die ich nicht kenne. Ich komme zwar aus der Schweiz, kenne aber hier keine derartigen Felsformationen in diesem Ausmass. Dein Bericht macht Lust, es Dir nachzutun, wenn nicht ... wäre. Meine Knie halten das nicht mehr durch. Umso mehr danke ich Dir, dass Du mich auf die virtuelle Wanderung mitgenommen hast. Vielleicht wage ich mich einmal an eine leichtere Etappe. LG: Ursula

  • trollbaby 19.04.2010 | 19:28 Uhr

    Liebe Debby!
    Ich bin ja nicht gerade wanderfreudig, aber wenn ich Deinen Bericht lese und die - wie immer - wunderschönen Fotos dazu anschaue, bekomme ich richtig Lust auf diese Tour! Die Landschaft ist ja sagenhaft!
    Du scheinst aber auch ein richtiger Glückspilz zu sein, wenn Du diese Reise auch wieder mal bei einem Gewinnspiel gewonnen hast! Bin neugierig, wohin es Dich als nächstes verschlägt! ;-)
    LG Susi

  • debby83 19.04.2010 | 20:10 Uhr

    Liebe Inge, Ursula und Susi,

    auch euch ganz lieben Dank für die positiven Kommentare und Bewertungen. Es freut mich, dass euch das Lesen des Berichts Spaß gemacht hat.

    @ingepeter: Voll war es auf den Wanderwegen teilweise ja schon jetzt - aber es war ja auch Ostern und super Wetter und ich glaub' nicht, dass mein Bericht hier die Wandererzahlen merklich ansteigen lässt. Aber grundsätzlich hast du schon recht, manchmal überlege ich mir schon auch, was ich hier veröffentliche und was ich lieber für mich behalte, um nicht zu viele Leute dorthin zu locken.

    @Zaubernuss: Ja, für Menschen mit großen Knieproblemen ist der Großteil der von uns begangenen Wegen tatsächlich nichts. Aber einige schöne Aussichtspunkte, z. B. die Bastei und den Brand, kann man auch auf sehr kurzen und/oder absolut kniefreundlichen Wegen erreichen. Auch der Weg von der Endhaltestelle der Straßenbahn am Lichtenhainer Wasserfalls zum Kuhstall und zurück ist, denke ich, vielleicht in Kombination mit Stöcken für den Rückweg, durchaus auch mit Knieproblemen machbar.

    @trollbaby: Ja, du hast recht, ich bin ein ziemlicher Glückspilz und mir ist es fast schon ein wenig unangenehm, dass ich auch diese Reise in einem Gewinnspiel gewonnen habe. Auch unser nächstes Reiseziel hat sich in den letzten Wochen völlig überraschend ergeben (allerdings zahlen wir diesmal selbst:-)): im September geht es auf eine Trekkingtour nach Westnepal, in eine Region, die bisher kaum touristisch erschlossen ist (im Gegensatz zur Annapurna-Runde oder dem Weg ins Everest Base Camp). Es wird wohl unsere bisher abenteuerlichste Reise werden.

    Viele Grüße
    debby83

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  • lautine 20.04.2010 | 10:46 Uhr

    Hallo Debby,
    dein Reisebericht bringt uns sicher noch einmal in die Sächsische Schweiz - und das, obwohl wir dort schon öfters gewander sind. Es gibt dort so viele Wanderwege...
    und Treppen . Auch die Schwedenlöcher sind fürs Treppensteigen ideal!!!

    Viel Glück auf den Weg nach Nestnepal.
    LG Lautine

  • europy 20.04.2010 | 13:14 Uhr

    Schön, das Dir meine Heimat gefallen hat. Danke für den schönen Bericht.

    Lieber Gruß Peter

  • doubleegg 20.04.2010 | 13:19 Uhr

    Toll Debby! Ein sehr kundiger und 'selbstlaufender' Wanderbericht mit richtig schönen Fotos. Bin immer von der Detailtreue fasziniert mit der du Landschaft, Ortschaft und deine/eure Leistungsbereitschaft wiedergibst.
    Meine letzte Osterwanderung (vor 2 Jahren) in der Sächsischen Schweiz fand in Schnee und Eis statt, da waren natürlich nicht sooo viele Leute unterwegs. Aber grundsätzlich ist es für Sachsen schon eine Kultlandschaft, da wird man kaum einsam sein. Auf der tschechischen Seite schließt sich übrigens der Nationalpark Böhmische Schweiz an. Da kann man neben dem Prebischtor (größte natürliche Sandstein-Felsbrücke Europas, 26m Spannweite) noch mehr von diesen wunderschönen Felsformationen und Landschaften entdecken.
    Keep on hiking!

  • knallus 20.04.2010 | 13:31 Uhr

    sehr interessant geschrieben, tolle Fotos, Dein Bericht hat mich neugierig gemacht !!

  • u18y9s26 20.04.2010 | 15:34 Uhr

    Gute Mischung aus detaillierter Wanderschilderung, eindrucksvollen Fotos und gut geschriebenen Übernachtungstipps. Danke für eine Anregung, die ich mindestens in Teilen aufnehmen werde.
    LG Ursula

  • debby83 22.04.2010 | 15:30 Uhr

    Es freut mich sehr, dass der Bericht so gut ankommt. DANKE euch allen für die zahlreichen positiven Bewertungen und Kommentare!

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  • saone (RP) 05.05.2011 | 15:23 Uhr

    Hervorragend! Habe selten so einen tollen Reisebericht gelesen. Auch ausgezeichnetes Bildmaterial.
    Gruß Saone

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