Reisebericht

Reisebericht: Tagesausflug zum Skywalk - Grand Canyon West

 
 
 
 
 
Reisebericht: Tagesausflug zum Skywalk - Grand Canyon West

Seit Anfang 2007 gibt es eine neue Attraktion am Grand Canyon - den gläsernen Skywalk. Berichte darüber waren eher negativ - aber ich wollte mir ein eigenes Bild machen. Es wurde ein unvergeßlicher Tag ...

Seit Anfang 2007 gibt es eine neue Attraktion am Grand Canyon - den Skywalk auf dem Stammesgebiet der Hualapai.
Gleich als ich das erste Mal davon las, faszinierte mich der Gedanke, auf einer gläsernen Plattform quasi über dem Grand Canyon zu 'schweben'.
Leider waren die Berichte von Besuchern im Internet von negativer Tendenz. Deshalb hielt auch mein Freund nicht sehr viel von meinem Ausflugswunsch. Trotzdem - ich wollte mir ein eigenes Bild machen.
Anfang September 2007 waren wir in der Nähe und hatten einen Tag Zeit 'übrig' - die Gelegenheit kam bestimmt nicht so schnell wieder!
Die Anfahrt ging meilenweit über eine ungeteerte Straße, war aber für einen PKW problemlos machbar.



 
 
 
 
 

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Am Welcome-Center angekommen, hieß es sich sein Programm zusammenzustellen, was man an diesem Tag erleben möchte. Von Jeep-Touren bis Helicopter-Rundflügen ist so manches im Angebot. Wir entschieden uns für das Sky Package - ein Paket, das Bustransfer zu verschiedenen Aussichtspunkten und einer Ranch mit Cowboy-Vorführungen, Planwagenfahrt, kulturelle Vorführungen der Natives (Indianer sagt man in Amerika nicht mehr), einer Mahlzeit sowie natürlich den Gang über den Skywalk beinhaltete.
Der Preis für dieses Paket betrug 74,95 US$. Besucht man heute die Homepage der Hualapai, hat es den Anschein, dass dieses Angebot nicht mehr existiert und vergleichbare Preise sich leicht erhöht haben. (www.destinationgrandcanyon.com)
Die Tour startete mit einem freundlichen Busfahrer, der uns während der ca. 15-minütigen Fahrt mit reichlich Infos versorgte und durchblicken ließ, dass er Trinkgeld nicht gewaltsam zurückweisen würde.
Am Haltepunkt Eagle Point angekommen, lohnt es sich (für übermäßig Fotografierwütige wie mich) 100 - 200 Meter zurückzugehen, um einen optimalen Ausblick auf den Eagle Point zu gewinnen. Dies ist eine riesige Sandsteinformation im Canyon, die wie ein Adler mit weit gespreizten Flügeln aussieht. Man sollte sich allerdings beeilen, da man unverzüglich von einer herbei eilenden Indianerin aufgefordert wird, zu den festgelegten Sehenswürdigkeiten zurückzukehren. Man bewegt sich auf Privatgrund der Hualapai, die natürlich für das Wohl und die Gesundheit ihrer Gäste verantwortlich sind.
Kleiner Tipp: Auf der rechten Seite des Busses sitzen und die Kamera beim kurzen Stop an dieser Stelle schon schußbereit haben - das erspart den anscheinend nicht erwünschten Abstecher.



 
 
 
 
 

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Am Skywalk selbst muß man nun zunächst alle losen Gegenstände, wie Handtaschen, Handys und Fotoapparate, die herunterfallen und den Glasboden beschädigen können, in Schließfächer abgeben, so dass man leider selbst keine Fotos schießen kann. (Man kann sich aber auf dem Skywalk fotografieren lassen und die Bilder hinterher erwerben.)
Nun bekommt man noch Überzieher für die Schuhe und kann dann endlich (mehr oder weniger zaghaft) den eigentlichen Grund des Ausfluges betreten.

Der Skywalk ist eine hufeisenförmige Glasplattform, die im Canyonrand verankert ist und darüber hinaus führt, so dass man im Bogen des Hufeisens eine freie Sicht auf den Grund des Cayons hat.
Ein einzigartiger Anblick, der uns Momente der Überwindung kostet. Und ein länger anhaltendes Gefühl des Nervenkitzels gewährleistet, da jeder Blick nach unten
auf den transparenten Boden mit einer mehreren hundert Meter tiefen Aussicht belohnt wird, die zweifellos gewöhnungsbedürftig ist.
Die ersten Schritte gehen für uns deshalb auch am besten mit Blick nach vorn oder nach oben. Bloß nicht nach unten schauen! Oder aber am Rand laufen, sozusagen auf dem Stahlträger. Nach einer Weile fassen wir uns ein Herz und 'queren' den Weg, also vom inneren Stahlträger hinüber zum äußeren und wieder zuück. Der Glasboden hält tatsächlich!
Aber irgendwann bewegen wir uns frei auf dem Glas und schauen etwas amüsiert auf die Neuankömmlinge. Die Aufenthaltsdauer auf der Plattform (wie auch die gesamte Zeiteinteilung der Tour) bestimmen wir selbst. Man wird auch nicht zur Eile gedrängt, was sehr angenehm ist.
Auf dem Skywalk befindet sich eine nette Rangerin. Sie hilft unserer Phantasie auf die Sprünge, denn sie zeigt uns verschiedene Felsformationen, wie den Alligator oder den alten Indianer und beantwortet natürlich auch Fragen.
Und dann lehnen wir nur noch über dem Geländer, schauen in die Tiefe. Das Farbenspiel der Felswände im Wechsel von Licht und Schatten durch das Ziehen der Wolken läßt uns die Zeit völlig vergessen.
Wir reißen uns los und gehen auf den Ausgang zu. Ich drehe mich noch einmal um und bemerke, dass die Sicht von hier aus durch den Boden noch viel gewaltiger ist. Vom Eingang her blickt man quer in den Canyon. Wenn man vom Ausgang her nochmal zurück geht, schaut man längs in den Canyon - die Aussicht ist gigantisch schön!

Hinter dem Skywalk befand sich das Indian Village noch im Aufbau. Einige Nachbauten von verschiedenen Wohnstätten der Ureinwohner Amerikas standen schon und konnten begangen werden. Im Kulturzentrum, einem überdachten Platz mit Zuschauerplätzen wurden folkloristische Tänze und Gesänge aufgeführt.



 
 
 
 
 

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Natürlich eigens für uns Touristen, aber trotzdem eine interessante Veranstaltung. Wir waren schon einmal bei einem Pow-Wow - auf den Ankündigungsplakaten stand damals ausdrücklich, dass auch Nicht-Indianer willkommen sind. Trotzdem fühlten wir uns irgendwie als Eindringlinge und ich hätte mir nie gewagt, dort zu fotografieren. Hier jedoch gab es reichlich Gelegenheit, z.B. sich mit den Künstlern mit der eigenen Kamera ablichten zu lassen oder aber die Künstler selbst zu fotografieren - drei Tänzer, die nacheinander ihre einzelnen Tänze in verschiedenem Federschmuck aufführten und die Tradition und den Inhalt der Tänze interpretierten. Die Aufführungen fanden ohne größere Pausen die ganze Zeit statt, während wir dort verweilten.
Auch hier war es nicht einfach loszukommen, wenn man ein Faible für die Natives hat, aber es gab ja noch mehr zu sehen.
So begaben wir uns zum nächsten Bus, der nicht lange auf sich warten ließ und fuhren zum Guano Point.



 
 
 
 
 

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Ein faszinierender Aussichtspunkt auf den Colorado, der in der Tiefe der Schlucht sein Band zieht. Hier wurden wir auch mit einer Mahlzeit versorgt. Nicht gerade eine kulinarische Meisterleistung, aber ganz passabel und die Aussicht beim Essen war einfach grandios.



 
 
 
 
 

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Dann haben wir einen kleinen Spaziergang auf den High Point unternommen, der uns die beste Aussicht dieses Platzes sicherte und von dem aus man die ganze Weite dieses Plateaus erahnen konnte.



 
 
 
 
 

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Wir besichtigten noch die Ruinen einer alten Mine - man hat Zugang zu der Förderanlage, die das Gestein von den Schächten unten im Grund des Canyons auf das Plateau befördert hat.



 
 
 
 
 

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Später schauten wir zu den Ständen, die Kunstgewerbe der Hualapai anbieten. Hier bekommt man von der Pferdehaartöpferei über Kalumets bis zu Silberschmuck das gesamte Sortiment ihres Kunsthandwerks.
Eigentlich wollten wir noch der Hualapai Ranch einen Besuch abstatten, aber dazu war es leider schon etwas spät. Was uns zeigte, dass der Tag so ausgefüllt und kurzweilig war, dass wir nicht merkten wie schnell die Zeit verging.
Auch die Rückfahrt mit einem herrlichen Sonnenuntergang in einer wildromantischen Kaktuslandschaft rundete den positiven Gesamteindruck des Tages ab. Für uns ein Erlebnis der besonderen Art, an das wir noch lange gern zurück denken.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • lynley 07.07.2008 | 23:36 Uhr

    nach diesem positiven Bericht ist meine Entschlossenheit, im September n i c h t hinzufahren wieder ins wanken gekommen.Na wir werden sehen,aber schön mal ausführlich darüber zu lesen

  • knox 06.09.2008 | 20:59 Uhr

    Dein Bericht hört sich gut an; mein letzter Besuch war noch zu der Zeit, wo auf der Zufahrtsstrasse ein Indianer die Mautgebühr verlangte und man sich nachher frei bewegen konnte, inkl. Spaziergänge an den Kanten des Canyons.

    So wie es aussieht wollen sie es nicht ... und es kommt zu keinen tollen Bildern ...

    bin noch am Überlegen, ob ich reinschaun soll ... beim nä. Trip

  • mamatembo 08.05.2009 | 18:56 Uhr

    Danke für Deinen Erfahrungsbericht vom GC Skywalk. Der könnte mich schon reizen, aber das ganze Drumherum hört sich für mich zu sehr nach Freilichtmuseum und Disneyland an; da behalte ich die Gegend wohl lieber so in Erinnerung, wie ich sie im Jahr 1992 noch erleben durfte.
    Aber schöne Fotos hast Du mitgebracht!
    Gruß Beate

  • Blula 15.10.2009 | 09:08 Uhr

    Ein sehr schöner Bericht ist das von Dir, den ich auch schon deshalb mit Interesse gelesen habe, weil ich auch schon zweimal am Grand Canyon war, aber noch lange bevor es den Skywalk gab. Habe mich, ehrlich gesagt, auch immer von den eher negativen Berichten darüber einnehmen lassen, aber nun, nachdem ich Deinen Reisebericht gelesen habe . . .... Vielen Dank!
    Auch Deine Fotos sind wunderbar und wecken bei mir Erinnerungen.
    LG Ursula

  • trollbaby 31.10.2009 | 15:46 Uhr

    Sehr interessanter und informativer Bericht über den Skywalk! Bis jetzt habe ich auch nur Negatives davon gehört und so ganz begeistert bin ich auch jetzt nicht, wenn ich lese, dass man nicht einmal den Fotoapparat auf die Glasfläche mitnehmen darf. Dennoch, wenn man schon mal in der Gegend ist, ist es sicher interessant, sich alles mit eigenen Augen anzusehen.
    LG Susi

  • Schili 15.06.2012 | 07:28 Uhr

    Bericht jetzt erst entdeckt, daher mein Statement dazu: 2009 selbst auf dem SKYWALK gewesen.

    MEIN Fazit: eine unglaubliche Abzocke!

    Das Abgeben sämtlicher Kameras und Smartphones(Dazu wird man einer Leibesvisitation mittels Schleuse, wie auf einem Flughafen incl. Metallscanner unterzogen) gilt einzig dem Zweck, dass bloß Niemand ein privates Foto schießt, sondern dass bloß die von den Betreibern geknipsten Bilder für einen absoluten Wucherkurs später erworben werden können.Das gipfelt darin, dass ständig ein Fotograf um einen rumwuselt und einen damit nervt, ständig in die Kamera zu grinsen oder alberne Sprünge zu vollführen!

    Die Aussicht: der 1. Schritt ist cool. Dieses Gefühl des nach unten Schauens verliert sich nach wenigen Sekunden. Dann realisiert der Besucher, dass er sich am wohl mit Abstand unattraktivsten Teil des Grand Canyon befindet....

    Auf der überfüllten Plattform hat man keine einzige Sekunde des inne haltens, man wird schier im Kreis herum von den anderen Besuchern Richtung Ausgang wie in einer Herde gedrückt.

    Und nach 10 Minuten wird man dann wieder weggekarrt. Und war dann im besten Fall mit etwa 100 Dollar dabei. ICH persönlich kann von diesem Disneyland-Light-Wucher unter dem Deckmantes des Öko-Tourismus nur dringend abraten. Ich würde es mir noch nicht einmal mehr für umsonst antun....es lohnt nicht. Der GC hat wunderschöne Aussichtspunkte - die allemal lohnender sind, als dieser Nepp....

    Alles nur meine Meinung. Gruß aus Köln.

  • RALZ 15.03.2013 | 14:10 Uhr

    Ich bzw. wir gehören zu der Gruppe von Reisenden die vom Skywalk und der West Rim begeistert sind. Geld kostet es, keine Frage - aber wir waren mit dem Gebotenem ebenso zufrieden wie die Autorin. Ob der Grand Canyon an dieser Stelle am unatraktivsten ist, wie der Vorredner schreibt, kann ich nicht beurteilen. Wir fanden ihn hier grandios, allemal auch die Essensmöglichkeit direkt an der Kante ohne jede Eingrenzung und mit weitem Blick in den Canyon. Eine Erfahrung für das Leben. Das man von einer Herde weitergedrückt wird können wir nicht bestätigen. Zumindest bei uns war viel Platz und man konnte solange bleiben wie man wollte.

    Die West Rim mit Skywalk ist auch vorteilhaft, wenn man in Las Vegas übernachtet und wenig Zeit hat: Es gibt Paketangebote mit An- und Abflug. So wird man z.B. um 12:00 Uhr am Hotel abgeholt, Bustransfer nach Boulder-City, ab dort per Flugzeug direkt zur West-Rim inkl. Überflug des Hoover-Staudamms, Lake Mead und Grand-Canyon. Vor Ort Bustransfer (zeitlich ungebunden) zu den verschiedenen Aussichtspunkten mit insgesamt 4 - 5h Aufenthalt. Um 20:00 Uhr wieder im Hotel. Wir fanden es beeindruckend und perfekt. Jedenfalls eine Alternative bevor man den Grand Canyon auslässt.

    Es kostet sicherlich sein Geld, aber eine An- und Abfahrt mit dem Auto inkl. Übernachtung und Eintritt ist auch nicht eben billig und kostet vor allen Dingen nicht 1/2 Tag sondern eher. 2 Tage der wertvollen Reisezeit. Ohne Überflug - und der ist ebenso phantastisch wie der Aus- und Durchblick auf dem Skywalk..

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