Costa Rica - eine Familienreise durch die Schöpfungsgeschichte

Reisebericht

Costa Rica - eine Familienreise durch die Schöpfungsgeschichte

Reisebericht: Costa Rica - eine Familienreise durch die Schöpfungsgeschichte

Costa Rica - Reiche Küste. Und reich ist dieses Land in jedem Wortsinn: 2 Ozeane, 4 Kordilleren mit aktiven Vulkanen, Nebelwälder, Regenwälder, Mangrovenwälder. Dazu tropisches Klima: ein Hot Spot der Evolution. Und nicht zuletzt: seit über 50 Jahren eine stabile Demokratie, die ohne Armee auskommt. Klingt nach dem Paradies.

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Ein Land mit vielen Facetten

Unsere beiden Jungs sind 8 und 12 Jahre alt, als GEO-Saison Costa Rica als Titelthema vorstellt. Noch am Abend der Lektüre hat sich ein neues Reiseziel in unseren Köpfen eingenistet! Auf unserer da-würden-wir-gerne-mal-hin-Liste stand das Land ohnehin schon länger, aber da steht sowieso viel drauf.

Vulkane wollen wir sehen, aktive natürlich, solche, die Lava spucken. Im Meer baden, durch Dschungel streifen, vorzugsweise durch Primärwald, Affen, Papageien und Quetzale sehen. Schlangen, Vogelspinnen, Faultiere, die Wunschliste wird immer länger, je mehr wir uns einlesen.

Zu viel fahren und Quartier wechseln können wir mit den Kindern nicht und so schält sich bald ein Reiseprogramm heraus, das tatsächlich von den vielen Facetten Costa Ricas alles enthält.



Fauchendes Rückgrat Costa Ricas



Vulkane

Costa Rica formt mit seinen beiden Nachbarstaaten Nicaragua und Panama eine Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Im Osten erstreckt sich der Atlantik, im Westen der Pazifik. Von einem Weltmeer zum anderen sind es an der schmalsten Stelle nur 120 km.
Im Laufe der Jahrmillionen hat sich die Karibische Platte unter die Pazifische Platte geschoben und das Land angehoben. Als Folge ergaben sich Erdbeben und Vulkanismus - beides bis heute noch zu beobachten. Vier Kordilleren sind es, die sich wie ein Rückgrat von Nord nach Süd durchs Land ziehen. Zwei von vielen aktiven Vulkanen in dieser Kette wollen wir besuchen.



Gut beschirmt

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Vom Internationalen Flughafen in der Hauptstadt San Jose starten wir direkt in Richtung Norden. Städtetouren sind kein Spaß mit unseren Jungs, darauf verzichten wir dieses Mal - wie immer mit unserem Stammzitat "save something for next time..."

Nicht weit von der Hauptstadt, in der Zentralkordillere, liegt der Vulkan Poas. Er ist zwar aktiv, spuckt aber keine Lava sondern "nur" giftige Gase. Bei bestimmten Wetterlagen ist deshalb der Aufstieg zum Kraterrand nicht erlaubt.
Wobei das Wort "Aufstieg" schon eine starke Übertreibung ist. Vom Nationalparkeingang, wo das Fahrzeug stehen bleiben muss, führt ein 500 m langer asphaltierter (!) Weg sanft ansteigend hinauf zum Kraterrand. Auf halbem Weg gibts sogar eine brauchbare Toilettenanlage. Genau das richtige also für den ersten Tag, an dem uns der Jetlag noch in den Knochen sitzt (8 Stunden Zeitverschiebung). Das einzige Problem, das wir an dieser Stelle haben, ist das Wetter. Am Parkeingang hing ein Schild "cloudy today, no craterview". Unser Guide Rainer, der uns in den nächsten Tagen begleiten wird, ist aber zuversichtlich: "Die freuen sich, wenn keiner kommt, spart Arbeit. So verhangen sieht es gar nicht aus!" Sein Wort in Gottes Ohr, in dem Moment fängt es an zu regnen ...
Wir erfreuen uns unterwegs schon mal an der üppigen Vegetation. Fruchtbare Böden mit tropischem Klima - beste Voraussetzungen für eine bemerkenswerte Pflanzenwelt.



Rainer legt nun einen Zahn zu, "nicht trödeln, ich glaub, es wird heller. Vielleicht sieht man den Krater nur 2 Minuten lang ..."
Also Laufschritt, die Pumpe geht, wir sind auf 2700 m Höhe, die Wolken werden lichter und, kein Theaterregisseur hätte die Dramaturgie besser gestalten können, verziehen sich für rund eine Viertelstunde.



Brodelnde Ursuppe



Die Situation ist unwirklich. Eben noch im Dschungel treten wir in eine vergiftete, kahle Landschaft. Unter uns am Kraterboden ein schrillgrüner See mit heißem Wasser, aus Fumarolen tritt giftiger Dampf aus.
Für die Kinder ist es der erste aktive Vulkan, den sie zu sehen bekommen. Spannend war diese erste Begegnung schon mal - unser Wetterglück wissen wir zu schätzen, als sich nach einer Viertelstunde der Vorhang wieder schließt.



Die Weiterfahrt nach Fortuna im Norden des Landes ist ausgesprochen kurzweilig. Die Wanderung hinter einen Wasserfall sorgt für nötige Bewegung, der Ausblick auf die vor kurzem eingestürzte Brücke für Gesprächsstoff. Ja, da müssen wir gleich noch rüber.



Costa Rica live



So fressen wir unsere Kilometer bis nach Fortuna. Der Ort ist unspektakulär und bietet eigentlich nur eines: den Arenal, einen der aktivsten Vulkane unserer Erde. Trotzdem haben wir in diesem Ort drei Nächte eingeplant. Zu Recht, wie sich erweisen wird, denn bei unserer Ankunft recken wir die Hälse vergeblich: kein Berg weit und breit. Nichts außer einer durchschnittlichen Dorfstraße, die auf eine Nebelwand zurührt ...
Zum Glück ist die Unterkunft schön. Ein tropischer Garten, überbordend, Kokosnüsse fallen uns vor die Füße, Bananen wachsen auf die Terrasse, das Paradies (wobei wir schon wieder bei einem Element der Schöpfungsgeschichte wären).

Wenn der liebe Gott nicht auch die Insekten erschaffen hätte.



Straße der Blattschneider



Aber auch die hartnäckigsten Ameisenstraßen werden interessant, wenn man die Hintergründe versteht. Und da verstehen die Blattschneider zu faszinieren. Sauber sägen sie mit ihren kräftigen Kiefern Blattstücke aus der auserkorenen Nahrungsquelle und schleppen sie in ihren Bau. Nicht ohne vorher schon für einen komfortablen Transportweg für die sperrige Fracht gesorgt zu haben: sie räumen den Weg zwischen Nahrungsquelle und Bau komplett von Hindernissen frei - siehe Straße oben.
Die Blattstücke, mehrfach größer als die tragende Ameise, scheinen wie Segel im Wind ihren Weg von alleine in den Bau zurückzulegen. Kurioser Anblick. Wer genau hinguckt kann sogar eine Miniameise auf dem Segel reiten sehen - sie reinigt das Blatt, damit keine Keime in den Bau gelangen!
Im Ameisennest wartet ein Millionenheer auf die Weiterverarbeitung: das Blatt wird zu Brei gekaut - und an einen Pilz verfüttert. Mit dem leben die Insekten in Symbiose, ernähren sich von seinen frischen Sprossen.
Wenn das keine spannende Safari ist in unserem Hotelgarten. Jahre später werden diese Kenntnisse schulisch verwertet - in einem Referat mit Bestnote. Reisen bildet. Und die Ameisenstraßen durchs Zimmer werden Gewohnheit. In Costa Rica lebt eben alles.



Segel auf dem Weg ins Nest



Kolibri beim Frühstück

Keine Bildinformationen verfügbar

Und der Vulkan? Steckt auch am nächsten Tag noch in seiner Wolkendecke! Sollte das ganze Ding nur ein PR-Gag sein, um auch ein paar Touristen in das verschlafene Nest Fortuna zu locken?
Zum Glück haben wir ja noch 2 Tage. Der heutige begann um 5.30 Uhr mit lautem Geplantsche aus dem Pool. Das Konzert der Pfeilgiftfrösche und die Zeitverschiebung haben unsere Kinder vor 5.00 aus dem Bett getrieben. Das ist immer so, wenn wir nach Westen reisen und eigentlich gar nicht ungeschickt, so lässt sich der Tag voll nutzen - wir stehen mit den Vögeln auf und gehen mit ihnen ins Bett.
Womit wir beim nächsten Thema wären. Fast jeder Hotelier hier legt etwas reifes Obst aus, hängt eine Nektarflasche in die Bäume, so können die Gäste schon beim Frühstück die heimische Fauna beobachten. Terrassensafari.



Terrassenbesucher



Baumstämme - tot und lebendig

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Warten auf den Vulkan. Er ist da, Tag und Nacht. Wir können ihn hören, sobald es ruhig wird in der Umgebung. Es zischt und pfeift, dumpfes Poltern ertönt, wenn Lavabrocken und Gestein den Hang herunterrollen. Diese Tage verbringen wir mit Baden unterm Wasserfall, Flusserkundungen im Schlauchboot und auf einem Motorschiff, kommen bis an die Grenze zu Nicaragua. Die Safaris gewinnen an Ernsthaftigkeit.



Baden verboten



Großes Kino

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Auf dem Rückweg von unserer Flussfahrt sehen wir es von weitem: der Arenal guckt raus. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Fotoausrüstung zusammensuchen und den besten Aussichtspunkt ansteuern. Die Seite des Vulkans, an der sich der Ort Fortuna befindet, ist nämlich die inaktive. Aus Sicherheitsgründen darf an den Hängen, aus denen die Lava quillt, nicht gesiedelt werden. Aber ein paar schöne Aussichtspunkte mit Bewirtung gibt es dort - und da wollen wir den Abend verbringen.



Die Diva ziert sich noch etwas



Aufziehender Nebel in der untergehenden Sonne schafft zwar eine tolle Lichtstimmung, versetzt uns aber in Angst und Schrecken. Einer der Höhepunkte der Reise, das nächtliche Spektakel rotglühender Lava, gerät in Gefahr. Wir warten auf die Dunkelheit, die hier sehr schnell hereinbricht, und haben Riesenglück. Bevor der Nebel wieder alles verhüllt, schaffe ich genau EIN Bild. Ob es etwas geworden ist, erfahre ich erst zuhause - es ist ein Dia...



Nächtliches Spektakel



Der letzte Tag am Arenal beginnt mit strahlendem Sonnenschein und perfekter Aussicht - als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt, dass man aus dem Hotelgarten auf den spuckenden Berg sieht. Und wie er heute faucht und grollt!



Am Anfang war das Feuer



So begann die Geschichte unseres Planeten. Zu diesem beeindruckenden Anblick passt ein Ausflug in den Arenal-Nationalpark perfekt. Die Wege hier sind so vielseitig und abwechslungsreich, dass Kinder gar nicht merken, dass sie WANDERN!



Wandern am Fuße des Vulkans



Nasenbär

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Neben uns raschelt es im Gebüsch. Das hohe Gras bewegt sich heftig, lässt auf ein größeres Tier als Blattschneiderameisen schließen. Gebannt schauen wir in Richtung des Geräusches, bis plötzlich ein Nasenbär den Weg kreuzt. Völlig unbeeindruckt von uns ist er mit seiner langen Nase am Boden auf Nahrungssuche. Eine freundliche Begegnung!



Pionier in schwarzer Lava

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Wir überqueren nun ein frisches Lavafeld. Ganz warm fühlt sich das poröse Gestein an - aber nur von der Sonne. Momentan ist es hier ungefährlich, die Spalten, aus denen frische Magma quillt, sind aktuell auf der anderen Seite des Berges. Aber das kann sich sehr schnell ändern. Überall am Hangfuß sehen wir die Spuren vergangener Ausbrüche. Teilweise hat sich schon wieder Sekundärwald gebildet, teilweise siedeln nur vereinzelte Pionierpflanzen. Hinter jeder Biegung sieht es anders aus, wir laufen auf Wunsch der Kinder (!) viel weiter als eigentlich geplant.



KinderWanderSpaß



Das Erklettern der Lavatürme ist ein besonderer Spaß - und die Aussicht ist auch nicht zu verachten. Über uns der fauchende Vulkan, unter uns Costa Ricas größter Süßwassersee, neben uns Urwälder und Lavafelder. Genau das ist es, was wir uns von diesem Land erhofft hatten. Jetzt fällt es schwer, vom Arenal Abschied zu nehmen, aber es gibt ja noch so viel zu sehen...



Perfekter Ausblick


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Kommentare

  • kawasakipower

    Hallo Ildiko,so wie du geschrieben hast,war ich dabei.Sehr informativ und interessant dargestellt.
    Lg Melanie

  • tumtrah

    Hallo Ildiko,
    jemandem, der sich seit einiger Zeit darüber Gedanken macht, über seine Erlebnise und Erfahrungen in Costa Rica einen Bericht zu schreiben, hast Du mit dieser großartigen Schilderung die Entscheidung noch schwerer gemacht. Dieser "jemand" bin nämlich ich. Du hast die Latte unheimlich hoch gelegt! Da ist es geradezu "selbstmörderisch", wollte man es dennoch wagen.
    Lesern, die Deine beschriebenen Orte noch nicht kennen, hast Du in bester Manier, was Schreibstil und Faktenvermittlung anbelangt, sicherlich gehörig Appetit auf Costa Rica gemacht. Leuten wie mir hast Du zu einer herrlichen "Tour der Erinnerung" verholfen. Herzlichen Dank dafür!
    LG Hartmut

  • mamaildi

    Hartmut, ich würde mich freuen, DEINE Erlebnisse aus Costa Rica lesen zu können. Selbst wenn du an denselben Orten warst, du hast Dinge doch ganz anders erlebt, empfunden, ... Ausserdem gibt es noch sooo viel zu schreiben über dieses tolle Land, das ich hier sowieso unterrepräsentiert finde. Ich freue mich jetzt auf jeden Fall schon auf deinen Beitrag!!!

  • tumtrah

    O.K. Ich verspreche es, Ildiko! Du wirst lachen, mir gehen schon dauernd Formulierungen durch Kopf; so habe ich mich gedanklich bereits darauf eingestellt. Dummerweise meist nachts... Derzeit bin ich jedoch arbeitsmäßig mit einem Bericht über meine jüngste Reise (Kamerun) voll und ganz eingedeckt. Eigentlich warten einige Mitglieder auch noch auf einen Usbekistan-Bericht. So schwirrt mir alles Mögliche durch den Kopf... Es artet langsam zu Stress aus. Zufriedene Rückmeldungen sind dann aber eine schöne Belohnung!
    Also bis auf bald, auf dass dieses tolle Land nicht mehr so unterrepräsentiert bleibt!
    LG Hartmut

  • tumtrah

    Da fällt mir noch etwas ein: Wenn Du schon mal ein paar Fotos anschauen möchtest, findest Du sie unter meiner Web-Adresse www.picasaweb.google.de/hartmutassmann
    Nochmals LG

  • RELDATS

    Wirklich toller Bericht.
    Nette Grüße von Josef

  • Zaubernuss

    Anregend, spannend, mit vielen aussagekräftigen Fotos. Ein Reisebericht, der sich leicht liest und dennoch umfassend informiert. Ob ich je nach Costa Rica fahren werde, weiss ich nicht. Eine kleine Entschädigung hast Du mir gegeben. Danke und LG: Ursula

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  • knallus

    von Eurer Reise sehr schön und interessant berichtet und wunderbare Bilder...

  • Aries

    Ich habe es genossen!!
    Sehr gut geschrieben, sehr informativ und sehr schöne Fotos...
    Dankeschön sagt
    Hedi

  • Zinni

    Ein herrlicher Bericht über eine tolle Reise!

    Wir waren im Februar dort (Hochsaison), aber richtig überfüllt war es nirgends (außer die Busse, hat aber nichts mit der Saison zu tun).

    Mit der Kriminalität hatten wir auch kein Problem, nur in San Jose wollte vor unseren Augen im Busterminal jemand einen Koffer klauen, was aber misslang. Ist dem Dieb nicht gut bekommen...

  • Guido

    Hallo Ildiko,
    spannende Reise, grossartiger Bericht und fantastische Bilder.
    Besser kann ein Reisebericht fast nicht mehr sein. Gratuliere.

    Liebe Grüsse
    Guido

  • pleuro

    Einfach super!! Sehr gut geschrieben, viele Informationen, unterhaltsam, was will man mehr. Und dazu noch die tollen Fotos!! Klasse, Ildiko!!! Und Danke, dass ich "mitreisen" durfte!! Das hast Du nämlich vermittelt!!
    LG Anne

  • Claus_Wagner

    Hallo Ildiko,
    ein schöner Bericht über ein interessantes Reiseziel. Besonders die Vulkanerlebnisse haben mir zugesagt. Da habt ihr viel Glück gehabt. Das wäre auch etwas für meinen Sohn gewesen. Vulkane interssieren ihn sehr.
    Dein Bericht gibt einen sehr guten Einblick in ein nicht ganz alltägliches Reiseland.
    Viele Grüße
    Claus

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  • venus

    ich schliesse mich an, einfach großartig...

  • brandriba

    Salü Ildiko Wie immer von Dir eine tolle Schilderung und entsprechende Bilder!! LG DAni

  • Blula

    Liebe Ildiko, bin leider erst heute dazu gekommen, diesen einmaligen Bericht von Dir zu lesen. Was für eine tolle Reise, diese Natur, diese Landschaft und besonders die faszinierenden Vulkane... Wahnsinn. Große Klasse sind auch Deine Fotos.
    LG Ursula

  • trollbaby

    Hallo Ildiko!
    Sehr aufschlussreicher Bericht mit schönen Fotos! Costa Rica stand bis jetzt noch nicht auf meiner Reisewunschliste, aber nach dem Lesen Deiner Erlebnisse ist das doch mal eine Überlegung wert.
    LG Susi

  • mamaildi

    Ihr Lieben,
    ich danke euch allen für die guten Bewertungen und vor allem für die netten Kommentare. Die sind ja immer das eigentliche feed-back auf eine Veröffentlichung und freuen mich sehr! Ich hoffe, dass ich dieses tolle Reiseland hier "im richtigen Licht" präsentieren und ins allgemeine Interesse rücken konnte.
    Auf bald - Ildiko

  • KalliZ

    Ich kann mich nur anschließen: Ein beeindruckender Reisebericht!

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  • monteverde

    Für einen Durchschnittsreisebericht nett geschrieben. Doch es fehlt, wie sooft bei all den Besuchern in meiner Heimat, in der ich seit vielen Jahren als Reiseleiter arbeite, Information über die Menschen, inbsbesondere die Ureinwohner.
    Ich verstehe, dass, wer Urlaub machen will, sich wohl nur nach Sonne und Meer und Wald sehnt, nicht nach der Basis des Urlaubszieles.
    Mit anderen Worten:
    Wenn in Deutschland eine Ausstellung der Azteken gestaltet wird, kommen 1 Million Besucher.
    Wenn in Deutschland eine Ausstellung der Costaricanischen Indios gestaltet wird, kommen 100.000 Besucher, obwohl beide Stämme die gleiche hochkünstlerische Arbeit hinterlassen haben. Aber mit Azteken verbinden wir Blut und Schlachterei und mit den Indios aus Costa Rica - wie, gibt es hier rictige Indianer? Wer hätte das gedacht.
    Eben.
    Und daher ist der o.g. Bericht einer von vielen die ich las und ebenso unvollkommen, weil, mit Verlaub, ignorant.
    Gerade wer am Arenal war, hätte sich mit Leichtigkeit über die Indigena informieren können.
    Ach so, nicht gewusst!
    Natürlich, nicht gewusst.
    Eben: weil sich nicht wirklich gründlich über Land und Leute informiert worden war.
    Schade.
    Saludos, pura vida!



  • monteverde

    Ich muss doch noch eine Ergänzung machen. Ich zitiere:

    "Für Bildungsbürger, die Zivilisation und Kultur suchen, ist Costa Rica nicht das richtige Reiseziel. "

    Das ist eine glatte Fehlmeldung, wenn nicht sogar eine überhebliche Verleumdung!.
    Ja, der wegweisende Teutone sagt uns allen vor, was Kultur zu sein hat. Schminkkoffer und -Taschenspiegel, BILD und Westerwelle etwa??

    Haben wir Ticos keine Zivilisation?
    Haben wir keine Kultur?

    Da wird einfach ein Land betreten, ohne sich um die Hintergründe zu informieren. In jedem billigem Reiseführer ist über die Theater (San Jose hat mehr Theater als Berlin und München zusammen!) und Kulturszene, von Jazz bis zu Kunstausstellungen, moderner und klassischer Art, zu lesen.
    Ich erwarte nicht, dass der Besucher alles weiss. Ich erwarte aber wenigstens dass er uns n i c h t verleumdet.

    Noch nie etwas vom Nacionaltheater gehört, in dem das chilenische Nationalballett ebenso auftritt wie unser Nacionalorchester, von Theaterstücken Garcia Lorcas bis Beckett ganz zu schweigen. Nichts vom Theatro Melico Salazar gesehen, das gross und prächtig gegenüber der Kathedrale am parque central steht?
    Noch nie etwas vom Goldmuseum gehört, in dem hochkünstlerische Goldarbeiter der ( nicht vorhandenen! ) Indios ausgestellt sind; Artefake, die zu einer Zeit entstanden, als der Germane noch bärtig auf dem Baum hockte und sich die Keule auf den haarigen Schädel haute.
    Noch nie vom Jademuseum gehört, das die "Seele der Indios" widerspiegelt?
    Oder dem Casa amarilla? Den Kulturtagen mit Gruppen aus 20 Nacionen der Welt?

    Ja, Costa Rica ist ein schönes Land. Nur die Menschen dort scheinen dem Durchschnits-Touristen derart zu stören, dass er sie ignoriert, es sei denn es war womöglich ein noch-nicht-vollendeter-Dieb. Der Mensch als Negativerscheinung.

    Die Hochkultur der Maleku, Chorotega, Boruca einfach als nicht Existent abzutun, das tut weh.
    Die Kulturtage, da die primera dama, die novia des Präsidenten, mit grosser Robe anrauscht, wie es überhaupt ein Spektakel stets ist, als nicht-existierend zu leugnen, ach und weh und ach und weh.....
    Nebenbei: der Tico, die Tica, fühlt sich befremdet, wenn sie als Person einfach als Nicht-Existent betrachtet wird.
    Un vez mas: Saludos!





  • mamaildi

    Hallo monteverde!
    Da du meinen Reisebericht genau gelesen hast, dürfte dir kaum entgangen sein, dass ich eine Familienreise mit 2 noch relativ kleinen Kindern beschreibe, mit denen ein Kulturprogramm, noch dazu in einem spanischsprachigen Land, eher in Quälerei ausartet. Aus diesem Grund wurden die Ziele, wie du sie im Kommentar vorschlägst, aufs nächste Mal vertagt.
    Wenn ich an dieser Stelle nicht über die Ticos berichte, dann bestimmt nicht, weil sie für uns "nicht existent" waren, sondern weil ich mich schlichtweg nicht für kompetent genug halte, einen anthropologischen Bericht zu verfassen.
    Meine Intention hier ist lediglich, Costa Rica als gut geeignetes, unkompliziertes Reiseziel für Familien mit Kindern zu beschreiben und damit eine hervorragende Alternative zum all-inclusive-Karibik-Aufenthalt mit Rundumdieuhranimation aufzuzeigen.
    Für alles andere, ich wiederhole mich, halte ich mich nicht für kompetent.
    Reiseberichte hier beinhalten normalerweise die persönlichen Erfahrungen der Mitglieder und sollen keinesfalls einen Reiseführer oder weiterführende Literatur ersetzen!
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du in dieser Community dein tiefgehendes Wissen über das Land und vor allem die Menschen in Form eines Berichtes für alle zugänglich machen könntest.
    LG Ildiko

  • pleuro

    Hallo monteverde!
    Auch von mir eine kurze Anmerkung!! Du musst schon akzeptieren, dass man ein Land auf unterschiedliche Art und Weise bereisen kann. Die Priorität zu setzen, sich schwerpunktmäßig auf die Landschaft und Natur eines Landes einzulassen, ist durchaus legitim und hat nichts mit Ignoranz zu tun!!! Zumal der Reisebericht im Vorspann sehr deutlich das Ziel der Reise angibt: "Naturerlebnisse für eine Familie mit zwei Kindern".
    Was mich aber am meisten bei Deiner Kritik stört, ist der unglaubliche Sarkasmus, den Du hier an den Tag legst. Man könnte als Entschuldigung anführen, Dein südamerikanisches Temperament ist mit Dir durch gegangen. Aber eine Kritik sollte sachlich sein, wenn sie dann ernst genommen werden will, muss vor allem frei sein von Aggressionen, von Diffamierung eines Volkes ("wegweisende Teutonen", "Germanen auf Bäumen") und einer Person ("ignorant").
    Ich bin der Meinung, eine Entschuldigung bei mamaildi wäre angebracht!!!
    Gruß Anne

  • Zinni

    Werter monteverde!

    Auch ein Kommentar von mir, da du meinen Kommentar:

    "Mit der Kriminalität hatten wir auch kein Problem, nur in San Jose wollte vor unseren Augen im Busterminal jemand einen Koffer klauen, was aber misslang. Ist dem Dieb nicht gut bekommen..."

    wie folgt kommentierst:

    "Ja, Costa Rica ist ein schönes Land. Nur die Menschen dort scheinen dem Durchschnits-Touristen derart zu stören, dass er sie ignoriert, es sei denn es war womöglich ein noch-nicht-vollendeter-Dieb. Der Mensch als Negativerscheinung."

    Natürlich stören die Menschen dort nicht, ganz im Gegenteil. Das Thema Sicherheit war in dem Bericht ein Thema und wurde kommentiert, nicht mehr oder weniger.

    Und zu deinen beiden Einträgen: In fast keinem Reisebericht über Deutschland wird Schiller oder Goethe erwähnt, das ist keine Ignoranz auf unsere Kultur sondern eine Beschränkung auf das wesentliche (die Reise), ansonsten müsste ein Reisebericht wie ein Reiseführer aufgebaut sein, was wohl eher nicht in Interesse aller Beteiligten ist. Wäre schön wenn du einen Bericht über Deutschland schreibst, ich wäre über das Ergebnis sehr gespannt.

    Nebenbei: Der Dieb (dein "noch-nicht-vollendeter-Dieb") wurde von deinen Landsleuten windelweich geschlagen bevor die Polizei gekommen ist, wir waren nur ungläubige Zuschauer...

  • Claus_Wagner

    Auch von mir eine Anmerkung dazu.
    Nun, da es in monteverdes Profil immerhin zu zwei Kommentaren gereicht hat, glaube ich an die Kompetenz des Users. Im Ernst, auch wenn der Inhalt der Kommentare zu den Ureinwohnern aus der Sicht eines Einwohners verständlich sind, denke ich kann man schon das Feingefühl erwarten, dass nicht jeder Bericht so geschrieben ist, wie man es selbst gerne hätte. Es gibt die verschiedensten Ziele für Reisen. Seien es die Geschichte eines Landes, die Kultur, das Erlebnis Urwald, Vulkanismus oder Strand.
    Familienurlaub hat einen anderen Charakter als eine Bildungsreise.
    Lieber monteverde, Kritik üben ist Eines, aber es besser machen ist das Andere.
    Wer, wenn nicht Du, sollte denn einen Bericht über Costa Rica besser verfassen können!
    Auf Dein Ergebnis bin mit Sicherheit nicht nur ich gespannt!
    In Erwartung des Berichtes grüßt
    Claus

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  • tumtrah

    @ monteverde
    Da auch ich zu denen gehöre, die mamaildis Bericht in höchsten Tönen gelobt haben - er ist alles andere als ein "Durchschnittsreisebericht"! -, möchte auch ich einige Worte zu Deinen Kommentaren verlieren.
    Als ich sie gestern las, war ich empört. Wie kann jemand die Verfasserin eines Berichts dermaßen angehen, die sich ausdrücklich bei ihrem Thema auf eine bestimmte Facette dieses Landes beschränkt hat und deren Bewunderung für dieses Land überdeutlich hörbar wird. Sie hebt nicht umsonst hervor, dass Costa Rica das Land auf der Welt ist, das wie kein anderes im Verhältnis zu seiner Gesamtfläche so große Gebiete unter Naturschutz gestellt hat. Sie betont die bewundernswerte Tatsache, dass Costa Rica ein Land ohne Militär ist. Du solltest mamildi eher dankbar sein, dass sie vielen Lesern Appetit auf Dein Land gemacht hat! Wer weiß, vielleicht begegnest Du ja mal einem bei Deinem Broterwerb als Reiseleiter..
    Wenn Zinni es nicht schon angesprochen hätte - mir ging gestern sofort der gleiche Gedanke durch den Kopf: Keines der RC-Mitglieder würde Dir einen Vorwurf machen, wenn Du in einem Reisebericht über Deutschland oder Österreich deren große kulturelle Leistungen "ignoriert" hättest (Bach, Beethoven, Mozart etc. Die Liste ist lang.) Mamildi hat keineswegs die "Hochkultur der Maleku, Chorobega, Boruca einfach als nicht Existent (sic!) abgetan", sie hat sie überhaupt nicht erwähnt, weil sie nicht das Thema waren!
    Deine Liebe zu Deinem Land in Ehren, aber es klingt schon nach Chauvinismus. Und bei allem Verständnis, die Hinterlassenschaften der Azteken mit denen der vorkolumbianischen Stämme Costa Ricas auf eine Stufe zu stellen, grenzt schon fast an Hybris. Ich denke, nur aus Platzgründen hast Du die Mayas unerwähnt gelassen. Wo - bitte schön - gibt es in Costa Rica etwas Vergleichbares zu Tenochtitlan, Tula, Palenque, Chichen Itza, Tikal etc.?! Letzlich sind für Dich wohl sämtliche Kunstexperten der Welt nicht nur auf einem Auge blind. Ist es denn so schlimm, dass Costa Rica sich (lediglich?) einen großen Namen gemacht hat als Bewahrer der Schöpfung und so Maßstäbe für die Welt gesetzt hat?!

    In einem Punkt muss ich Dir etwas beistehen. Die Formulierung mamaildis "Für Bildungsbürger, die überwiegend Zivilisation und Kultur suchen, ist Costa Rica vielleicht nicht das richtige Reiseziel" finde auch ich unglücklich gewählt. Doch in keinster Weise glaube ich, dass sie Dein Heimatland als unzivilisiert und kulturlos hinstellen möchte; eher, dass sie damit - in gewisser Weise falschen - Erwartungen vorbauen möchte. Ganz in dem Sinne, wie ich oben die Bauten der Azteken und Mayas (und anderer wie der Olmeken, Inkas etc.) erwähnt habe.

    Auch ich bin als Fan Costa Ricas (4 Wochen Individualurlaub 2007) auf tiefergehende Aufklärung durch Dich gespannt. Also auf ans Werk!
    Hartmut

  • monteverde

    Danke für die entgeisterten Bemerkungen. Ich versuche mal auf einige Einzugehen:
    Wenn Ildiko behauptet, Zitat:
    "Für Bildungsbürger, die überwiegend Zivilisation und Kultur suchen, ist Costa Rica vielleicht nicht das richtige Reiseziel. Schminkkoffer und ähnliche Utensilien kann man getrost zu Hause lassen, angesagter sind Outdoor-Kleidung und Rucksack.", Zitatende
    dann empfinde nicht nur ich diese Aussage als eine, sicher ungewollte, aber dennoch vorhandene Abwertung der kulturellen Güter des Landes. Über diesem einseitigen Blick, Costa Rica einzig und allein als Natur zu sehen, quasi entvölkert von den Menschen, beklagen sich viele Ticos und sie schütteln den Kopf darüber, dass die meisten der Touristen keine Interesse haben, unsere Kultur kennen zu lernen, und dann behaupten, hier gäbe es keine Kultur.
    Wer mich dafür kritisiert dass ich dies bemerke, sollte sich mal vor Augen halten wie es für einen Menschen ist, dessen Haus betreten wird, dessen Zimmer betrachtet werden, der aber als Person selber schlicht ignoriert wird.
    Costa Rica ist klein, aber der Stolz auf unsere Kultur und unsere Leistung recht hoch; wenn man sich die Unterschiede zu Guatemala, Nicaragua oder gar Salvador ansieht, könnte man es verstehen.

    Wenn Ildiko behauptet: "für Amerikaner ist Costa Rica so etwas wie für die Teutonen Mallorca."

    und wenn pleuro im gleichen Atemzug fordert:
    "Aber eine Kritik sollte sachlich sein, wenn sie dann ernst genommen werden will, muss vor allem frei sein von Aggressionen, von Diffamierung eines Volkes ("wegweisende Teutonen", "Germanen auf Bäumen") und einer Person ("ignorant").
    Ich bin der Meinung, eine Entschuldigung bei mamaildi wäre angebracht!!!"

    Dann muss ich sagen, dass ich dafür kritisiert werden, dass ich Ildikos Begriff vom "Teutonen" aufgegriffen und wieder gegeben habe. Wenn Ildiko es schreibt, ist es gut, wenn ein Latino es schreibt ist es verwerflich - oder wie? Das würde hier keiner sagen, natürlich nicht. Aber wieso schwingt es durch?

    Zinni schreibt mir:
    "Natürlich stören die Menschen dort nicht, ganz im Gegenteil. Das Thema Sicherheit war in dem Bericht ein Thema und wurde kommentiert, nicht mehr oder weniger.
    Und zu deinen beiden Einträgen: In fast keinem Reisebericht über Deutschland wird Schiller oder Goethe erwähnt, das ist keine Ignoranz auf unsere Kultur sondern eine Beschränkung auf das wesentliche (die Reise),"

    Der Mensch besteht nicht nur aus Dieb und Räuber (Thema Sicherheit also), sondern vor allem aus Wesen, die dem Besucher begegnen. Kein Wort über die Freundlichkeit der Ticos, kein Wort über die wohltuende Atnmosphäre der Menschen hier, kein Wort über Stolz, Ausstrahlung oder sonstiges. Nur über den versuchten Diebstahl und das war es schon.
    Darf man Deutsche nur als Volk von Erpressern betrachten, weil hier mal ein Deutscher einen anderen erpresst hat - oder sind die Facetten nicht doch sehr sehr vielschichtig? Wer mit offenem Auge durch Land fährt, erlebt die Menschen. Wo waren sie in diesem Bericht? Das eine klammert das andere noch lange nicht aus.

    Und das vollendeste (ich kann nur voll Ironie sein) ist die Behauptung von Zini:
    "Und bei allem Verständnis, die Hinterlassenschaften der Azteken mit denen der vorkolumbianischen Stämme Costa Ricas auf eine Stufe zu stellen, grenzt schon fast an Hybris."

    Ich möchte da schon ganz ausdrücklich und deutlich behaupten, Zini weiss überhaupt nicht wovon sie hier öffentlich redet.
    Die Bewertung, dass die Kultur der Chorotega und Borruca eine "Hochkultur" war und deren Schätze im künstlerischen und handwerklichem der Hochkultur der Azteken in nichts nachstehen, sondern ebenbürtig ist - diese Bemerkung wurde offiziell auf dem Berliner Symposium "Bild und Selbstbild der Indios" durch den holändischen Prof. und Direktor des ethnologischen Museums Amsterdamm abgegeben.
    Und darin, meine liebe Zini, waren und sind sich alle Wissenschaftler einig. Wenn Sie nur einmal sich die Kunst angeschaut haben würden (etwa im Museo de Oro oder Muso de Jade) , dann würden Sie heute nicht beleidigend über die Überreste der durch Genocide abgeschlachteten Indios reden. Sie sind bereits ausreichend gedemütigt worden.
    Die Maleku etwa entkamen dem letzten Genocid (so nannte es der deutschstämmige Bischoff 1862 in Costa Rica), bei dem über 2000 Maleku ermordet wurden.
    Der Begriff "Maleku" entstamnmnt -nebenbei- dem nahua. Nahua war und ist noch immer die Sprache der sogenannten Azteken. Maleku bedeutet "Lengua", Zunge. Und dies bedeutet übersetzt "Sprechen" und dies heisst wiederum "Mensch" denn nur der Mensch spricht. Wie gesagt, es entstammt dem nahua. Dass die Azteken bis nach Costa Rica kamen, ist ebenso verbürgt wie die Tatsache, dass die Olmecen bis hierher kamen.
    Das Märchen vom quasi Indilosem Land, in dem nur "primitive Steinzeitwesen" hausten, haben immer nur die Feinde der Indigena in die Welt gesetzt, um sie umso leichter vernichten zu können.

    Wenn also diese Hochkultur bereits um 500 v.Ch. einzigartige Kunstwerke schuf - und wenn man bedenkt ,dass der Vor-Germane zu jener Zeit noch im Busch hauste, ohne Kulturschätze zu hinterlassen, dann dürfen Sie mich aus Kulturneid abschlachten oder darüber mal nachdenken.

    Die Ironie meiner Antwort begründet sich darin, dass der Besucher selbstverständlich nur die Natur sieht, aber der einheimische Mensch völlig überflüssig zu sein hat. Wir leben hier nun mal anders als in dem mir sehr bekanntem Deutschland, das distanzierter, kälter und viel sachlicher ist. Also unfreundlicher wirkt.

    Zum Gesamtbericht wäre auch einiges zu sagen, zum Beispiel dass man morgens früh keinesfalls das "Konzert der Pfeilgiftfrösche" hört, sondern eher jenes der Kröten. Aber ich möchte nicht zu Besserwisserisch gelten...Und da gestehe ich natürlich zu, dass ein Besucher nicht das wissen kann, was der Einheimische weiss, noch dazu wenn er Reiseleiter ist.

    Ich denke das ist der Unterschied zwischen einem Land wie Costa Rica und Deutschland: hier trifft man sich und begrüsst sich und redet und erzählt - und in Deutschland geht es schnell zur Sache. Und hier steht immer noch der Mensch im Mittelpunkt jeglicher Vorschriften, Gesetze, Begegnungen und Geschäfte. Der Mensch, nicht die Sache.
    Saludos!














  • Zinni

    Werter monteverde.

    "Und das vollendeste (ich kann nur voll Ironie sein) ist die Behauptung von Zini:
    "Und bei allem Verständnis, die Hinterlassenschaften der Azteken mit denen der vorkolumbianischen Stämme Costa Ricas auf eine Stufe zu stellen, grenzt schon fast an Hybris."

    Ich möchte da schon ganz ausdrücklich und deutlich behaupten, Zini weiss überhaupt nicht wovon sie hier öffentlich redet."

    Ich habe keine Ahnung wovon Sie hier überhaupt hier schreiben....

    1.) Zinni statt Zini (die Höflichkeit in Deutschland gebietet die korrekte Schreibweise eines Namens)

    2.) Wo habe ich das den bitteschön geschrieben?

    Schade das auf andere Äußerungen kein einziges Wort eingegangen wurde...

  • pleuro

    @monteverde
    Ich stelle hier noch mal eine Kleinigkeit richtig:
    Die Diffamierung liegt nicht in dem Wort "Teutonen" an sich, sondern in dem Vokabular "wegweisend". Klar und deutlich drückst Du hiermit aus : die Deutschen wissen ja eh immer alles besser!!! Was bei dem einen Selbstironie ist, ist bei dem anderen beleidigend und dabei ist es selbstverständlich unerheblich, ob der Deutscher oder Latino ist. Auf die anderen Beleidigungen gehst Du gar nicht ein!!
    Fakt bleibt bei allem, Du hast Dich hier im Ton vergriffen!!!
    Gruß Anne

  • Aries

    Meine Lieben,
    ich habe mich bislang hier herausgehalten, weil mir schon sehr schnell klar war, dass es monteverde nicht um eine sachliche Auseinandersetzung geht. Kein Mensch hier will sein Land niedermachen, die Leute kränken oder beleidigen - das will er aber gar nicht wissen.
    Lasst es sein, es bringt nichts.
    LG Hedi

  • trollbaby

    Ich muss mich als ungebildet outen, denn wenn ich hier Reiseberichte lese, dann in erster Linie, weil es mich interessiert, was die Leute in den diversen Ländern so erlebt und gesehen haben. Gerade erst durch solche Berichte werden Interessen geweckt und es steht jedem anschließend frei, sich intensiver mit dem Land, der Bevölkerung, Tierwelt oder was auch immer auseinander zu setzen und Fachbücher darüber zu wälzen.
    Ich hoffe, Ildiko, Du lässt Dich nicht davon abbringen, auch in Zukunft interessante und anregende Berichte aus DEINER Sicht hier in der Community zu veröffentlichen!
    LG Susi

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  • Claus_Wagner

    Aries hat Recht! Zurück zu dem was zählt: Die Reiseberichte in denen wir alle unsere Erlebnisse schildern. Reiseberichte, die herrlich persönlich und anregend sein können, und die uns dazu motivieren können sich einem Ziel genauer widmen zu wollen.
    Das schätze ich.
    Gruß
    Claus

  • mamaildi

    So viel Wirbel als Reaktion auf einen Bilderbericht über eine Familienreise - danke allen, die mir den Rücken gestärkt haben :-))

    zum Abschluss drei Anmerkungen von mir:
    - die Formulierung bezüglich der Bildungsbürger war eigentlich auf die Personen gemünzt, die "ein übertriebenes kulturelles Interesse an den Tag legen" und im heutigen Sprachgebrauch ironisch als "Bildungsbürger" bezeichnet werden. Dass das missverständlich rübergekommen ist, habe ich inzwischen auch gemerkt und würde die Formulierung unter anderen Umständen wieder aus dem Bericht löschen. Möchte mir hier aber nicht Feigheit vor dem Feind vorwerfen lassen, deshalb lasse ich sie vorerst mal stehen.

    - das Froschkonzert in der Morgendämmerung wurde verursacht vom sogenannten "Blue Jeans Frog". So hat ihn der (einheimische) Lodgebesitzer genannt, der uns auf die zahlreichen Tiere in einem Gebüsch hinter unserer Hütte aufmerksam machte, alleine hätten wir die Minis bestimmt nie gefunden. Er sagte uns, dass diese Tiere zu den Pfeilgiftfröschen gehören - ich habe ihm geglaubt und das nicht nochmal im Naturführer verifiziert. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das Kröten sein sollen...

    - ich wollte mit meinem Bericht Familien mit Kindern Mut machen, eine Reise nach Costa Rica statt All-Inclusive in der Karibik ins Auge zu fassen und hoffe, dass das nach den Kommentaren von monteverde nicht ins Gegenteil umschlägt. Nach wie vor ist Costa Rica ein tolles Land mit einmaliger Natur und freundlichen, friedlichen Menschen...

  • Blula

    So, ich möchte auch nicht schweigen, auch wenn eigentlich schon alles gesagt und kommentiert worden ist was die Äußerungen des Herr Monteverde angeht. Liebe IIldiko, hier steht einer gegen alle... . Lass Deinen wunderbaren Bericht, den wir hier wirklich alle genossen haben, nicht niedermachen und auf so eine absolut unsinnige Art und Weise abwerten.
    LG Ursula

  • Waschy

    Hallo,

    ich war mit meinen Kindern schon vier mal in Costa Rica und kenne die gesamte Strecke, die hier bereist wurde. Die Tour ist für Kinder in diesem Alter optimal ausgewählt, nicht zu viele und nicht zu wenig Stationen. Der Bericht ist wirklich sehr schön, Gratulation! Die Route kommt mir sehr bekannt vor :-)

    Das war monteverde schreibt, würde ein Tico niemals so verfassen.

    Nur ein ganz kleiner Kommentar: Das Froschkonzert war mit Sicherheit nicht vom Blue-Jean-Frosch, der macht nur ganz kleine Klicklaute. Welcher Frosch oder welche Kröte das war, kann ich leider auch nicht sagen.

    Pura Vida

    Rainer

  • karinchen

    Super Bericht über CR! Ich werde gleich mal schauen ob das alles stimmt, was du da erzählst, grins, grins....
    Fliege in paar Stunden für drei Wochen nach Costa Rica, bin nach deinen Erzählungen total gespannt aufs Land!
    Tschüss Karinchen

  • karinchen

    Buenos dias...
    soooo jetzt kann ich mir eine eigene Meinung bilden, denn ich war vor Ort!!! Heute zurückgekommen- und meine lieben , was soll ich sagen: ich kann jetzt in einigen Punkten Herrn Monteverde verstehen, aber man kann auch nicht auf alles eingehen, sicher hatte lldiko auch Begegnungen mit der Bevölkerung CR, aber wie gesagt mann ist eben kein Schriftsteller, der jetzt ein Buch darüber schreibt, sondern ein kurzer Reisebericht, meiner wird noch folgen- bin damit in Arbeit . Auf jeden Fall merke ich jetzt , das deine Bilder echt gut sind!! Der Arenal, da hattest du noch Glück, er hat momentan eine Ruhepause eingelegt, und das schon seit 6 Monaten! Deshalb sind meine Bilder ohne Rauch und Feuer. Jetzt würde ich meine Punkte für deine Fotos viel höher Bewerten!!!
    @Monteverde: schau doch mal in meine Fotos(CR-Bilder sind in Arbeit, dauert jedoch noch ne weile), da wirst du auch Bilder von Eingebohrenen sehen: Wir waren im Dorf der Malekus, sehr interessant! Ebenso bei den BiriBiris, die noch!! sehr zurückgezogen leben und nur ein Teil des Stammes sich der Ausenwelt öffnen! Vielleicht besänftigt es dich wieder ein wenig mit uns Deutschen Touris! Wir mögen auch Kultur und Lebensart des Jeweiligen Landes!!
    Adios
    Buenas noches...
    Adios

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  • Schili

    Ich rege mich auch nicht künstlich auf, behauptet ein Ausländer, nicht wegen des weltberühmten deutschen Humors und seiner ebenso weltberühmten Küche nach Deutschland gekommen zu sein. Ich gaukel ja auch nicht vor, Namibia wegen seiner Kunstwerke zu besuchen. Äpfel. Birnen. Es wird ja im Umkehrschluss nicht behauptet, dass es Kultur und Kunst in Costa Rica nicht gäbe. Sondern es geht um Primärziele für einen Urlaubsaufenthalt. Gruß aus Köln.

  • widix

    Liebe Ildiko,
    was für ein fantastischer Reisebericht! Du hast - wie immer - die perfeke Mischung aus Erlebnissen und Information geschrieben. Ich habe richtig mitgefiebert. Costa Rica steht schon lange auf meiner Wunschliste - das El Dorado für Biologen.. Du hast dies nun eindrucksvoll bestätigt. Deine Bilder sind großartig, da möchte man sofort seine Sachen packen...
    LG
    Sabine

  • ursuvo

    jetzt habe auch ich endlich Deinen wieder sehr gut geschriebenen Bericht gelesen. Wie gern wäre ich mit Euch gefahren und gewandert - es war alles so toll anschaulich beschrieben.
    Und wenn ich mal nach Costa Rica fahren würde - ganz bestimmt vorrangig wegen der Natur!! Evtl. Kultur würde ich am Rande "mitnehmen" - wäre mir in diesem Land aber nicht so wichtig. Tatsachen darüber kann ich ja im Reiseführer oder dgl. nachlesen!
    LG Ursula

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