Reisebericht

Reisebericht: Kuba im Zeitraffer

 
 
 
 
 
Reisebericht: Kuba im Zeitraffer

Irgendwie kann ich nicht genug bekommen von dieser seltsamen Mischung aus glanzvoller Zeit und kaputter Gegenwart. Zuerst die spanische Eroberung, dann die luxuriöse Ära der amerikanischen Society mit der historischen Revolution und dem Ende der Diktatur. Dann der Einfluss vom großen Bruder, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nun stillsteht, und bis jetzt die Zeit langsamer ticken lässt.

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Ankunft Havanna

Als ich in einem normalen Taxi in Richtung Altstadt fahre, denk ich mir diese Stadt hat ganz einfach eine Ausstrahlung. Es sind wirklich viele Gebäude halb zerfallen und die Ruinen werden teilweise doch noch bewohnt, aber dazwischen gibt es einige Prunkstücke aus alter Zeit. Ich freue mich schon durch die Straßen zu spazieren um Fotos zu machen.
Aber zuerst müssen wir eine Unterkunft finden. Für die Einreise muss man eine Adresse des Hotels auf der Touristenkarte anführen, aber die privatgeführten Zimmer, sogenannte Casa particular sind eher meine Wahl, und da gibt’s keine Reservierungsmöglichkeit im Internet. Also gebe ich irgendein Hotel an, und frage dann den Taxifahrer ob er mir eine Casa empfehlen kann. Natürlich kennt er eine gute Unterkunft im Zentrum, wo Ich nun in einer Seitenstraße nahe des Parque Central untergebracht bin. Der Preis ist etwas mehr als erwartet, aber das Zimmer mit Bad ist sauber und hat sogar einen Fernseher.

Wir schnappen unsere Kameras und sind schon voll motiviert die nähere Umgebung zu erkunden. Ich glaub ich hab gerade einen Zeitsprung gemacht, denn hier sind sie wirklich, die alten Autos. Jedes zweite Auto ein Oldtimer und fast jedes ein Taxi. Egal ob hübsch restauriert oder einfach noch fahrbereit, das Straßenbild wird eindeutig von diesen Autos dominiert. Und dazu die Fassaden der Gebäude lassen mich an alte SW-Filme denken, wobei die teilweise knallbunten Farben mich wieder zurückholen. Ich mag es ja ganz gerne bunt und die Kontraste zu den Ruinen sind faszinierend. Bei näherer Betrachtung sind viele Gebäude scheinrestauriert, da strahlt nur die bunte Farbe der Fassade. Die pastellfärbigen Fassaden sind eher bei den gut restaurierten Gebäuden zu sehen. Wir laufen viel herum, und finden immer wieder architektonische Schönheiten.



 
 
 
 
 

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In den Geschäften merkt man erst wie schwer es die Leute hier haben. Es gibt einfach nicht viel Auswahl und das wenige ist relativ teuer. In Kuba gibt es ja zwei Währungen, damit die Einheimischen einen besseren Handelskurs haben.
Für Kubaner gibt es noch die Privatverkäufe, das sind autorisierte Leute die vom Fenster raus Essen verkaufen dürfen. Hin und wieder stehen Frauen auf der Straße mit einer kleinen Schachtel voll Pommes oder Kuchen, die schneller verkauft werden als warme Semmeln. Wir Touristen zahlen so einiges drauf, und es ist alles teurer geworden als im Reiseführer beschrieben ist. Jeder Eintritt in Museen und Galerien kostet dreimal so viel, und man muss unbedingt vorher den Preis erfragen beim Einkauf in kleinen Läden.
Am frechsten war für mich der Eintrittspreis zum Friedhof Cementerio, denn hier habe ich 5,- CUC hinlegen dürfen. Es ist der größte Friedhof Lateinamerikas und so einige Details geben ein stimmungsvolles Foto ab. Als Besonderheit gibt es ein Grab einer Mutter mit Kind, das wie ein Wunder verehrt wird. Denn die Geschichte besagt, dass das Kind zu ihren Füssen ins Grab gelegt wurde, aber bei einer Graböffnung sich das Skelett des Kindes in den Armen der Mutter befand.

Unsere Gasse ist ganz typisch, mit Leuten die auf der Straße sitzen und diskutieren, und den Kindern die auf der Straße spielen. Denn es gibt in Havanna nicht wirklich viel Verkehr, da sich ein neues Auto keiner leisten kann. Dafür stinkt es leider immer wieder nach den verrußten Abgasen der Oldtimer. Andere Transportmittel sind Bus, Mopedtaxi, die wie fahrende gelbe Eier aussehen, oder Fahrradtaxi, und für Romantiker die Kutsche.
Abends hört man aus den Lokalen Livemusik und in der berühmten, aber teuren Floredita Bar trink ich einen Daiquiri. Jedoch gleich um die Ecke gibt es genug andere Bars, wo die Cocktails viel günstiger sind, und die Musiker mehr Stimmung machen. Abgesehen von den teueren Hotelrestaurants findet man auch traditionelle Lokale, aber am günstigsten kann man im Chinaviertel essen gehen.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • Blula 28.05.2010 | 20:07 Uhr

    Sehr schöner und lebendig geschriebener Bericht. Habe ich sehr gerne gelesen und dabei auch noch die sehr guten Fotografien bewundert.
    LG Ursula

  • fhaid 16.08.2012 | 18:17 Uhr

    Da kommen Erinnerungen auf - wir waren fast zur gleichen Zeit wie ihr auf Kuba. Allerdings haben wir fast nur s/w fotografiert, weil uns die drückende Stimmung über diesem Land ein bisserl die Freude an den Farben geraubt hat! Schöner Bericht!
    LG Florian

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Kuba im Zeitraffer 4.36 11