Tansania, die 2.

Reisebericht

Tansania, die 2.

Reisebericht: Tansania, die 2.

Iim Oktober und November 2009 habe ich eine Safari-Reise nach Tansania unternommen. Dabei wurden der Tarangire N.P., der Ngorongoro-Krater, die Serengeti, der Lake Manyara N.P., der Ruaha- und Rufiji-River besucht. Die Big Five gaben sich die Ehre und natürlich viele andere Tiere Afrikas.

So fing alles an.......

im Jahr 2008 keimte bei mir und einem befreundeten Ehepaar (infiziert mit dem "Bacillus Africa") der Gedanke, erneut eine Safari-Reise nach Tansania zu unternehmen, nachdem wir das ostafrikanische Land bereits 2004 mit einer größeren Reisegruppe besucht hatten. Aus dem Keim sproß nach und nach ein Plan, wie das "Abenteuer" ablaufen sollte.

Da die Reise 2004 für uns ein Knaller war, beschlossen wir gemeinsam, uns bei der Detailplanung an Regionen zu orientieren, die wir damals als besonders sehenswert erlebt hatten. Also starteten wir eine konkrete Abfrage mit präzisen Vorgaben über Gebiete, Lodges und Camps, wo wir wohnen wollten, bei diversen Anbietern einschlägiger Touren. Parallel dazu informierten wir uns über Flugmöglichkeiten und buchten letztlich bei der KLM online Flüge von Köln über Amsterdam nach Arusha für den 22. Okt. 2009 und von Dar es Alaam über Amsterdam nach Köln zurück für den 5. bzw. 6. Nov. 2009.

Den Zuschlag für die Safari-Tour erhielt die Firma Leopard Tours aus Tansania als preiswertester Anbieter. Dieses zweitgrößte Safari-Unternehmen in Tansania hatte nebenbei unsere Reise 2004 bereits begleitet und war uns deshalb als zuverlässig und kompetent bestens bekannt.

......und so beginnt dann am 22. Oktober 2009 unser Abenteuer.



Arusha und der Tarangire National Park

Nach dem Flug von Köln über Amsterdam nach Arusha werden wir vier (Karin und Johannes, mein Sohn Andrè und ich) nach einem ruhigen Flug am 22. Oktober gegen 20:00 Uhr von einem Fahrer der Firma Leopard Tours am Kilimanjaro Airport abgeholt und zur nur wenige Kilometer entfernt liegenden ARUMERU RIVER LODGE gefahren. Diese Lodge haben wir für unsere erste Nacht in Tansania ausgewählt, da wir den deutschen Erbauer und Besitzer 2004 in seiner damals noch nicht ganz fertigen Anlage besucht und kennengelernt hatten und gerne wissen wollten, was aus der Geschichte geworden ist.

Die Lodge und die gesamte Anlage sind inzwischen natürlich fertig und hinterlassen bei uns einen durchaus positiven Eindruck. Nach einem gemütlichen Dinner und einigen Gläsern einheimischen Bieres finden wir unsere Betten in kleinen Bungalows, die weit verstreut in der großen Gartenanlage der Lodge liegen und werden von den nächtlichen Geräuschen Afrikas sehr bald in einen erholsamen Schlaf begleitet.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen werden wir von Driver-Guide Moses von Leopard Tours abgeholt, den wir bei Buchung der Reise ausdrücklich gewünscht hatten, und der uns auch zugesagt war. Dieser sehr sympathische und kompetente Mitarbeiter von Leopard Tours war bereits 2004 unser Fahrer und Führer und hatte bereits damals mit seinem Wissen, seiner Freundlichkeit und seinen Deutschkenntnissen gepunktet ........und, um es vorweg zu nehmen, er sollte uns auch diesmal nicht enttäuschen.

Nach einer herzlichen Begrüßung und dem Austausch von Erinnerungen geht es mit unserem "Safari-Toyota" Richtung Tarangire National Park, den wir nach relativ kurzer Fahrzeit erreichen.

Dieser Park stand 2004 nicht auf unserer Reiseroute, und entsprechend groß war nun unsere Erwartung, die auch nicht enttäuscht wurde. Oft wird der Park nur als Ausweichlösung betrachtet, wenn in der Serengeti das frische Gras seltener wird und die Tiere hierher wandern. Dabei ist dieses Gebiet mit seinen vielfältigen Landschaftszonen geradezu ideal, um vielen anderen Safari-Besuchern und -Fahrzeugen auszuweichen und dem "Gedränge" in anderen Parks zu entgehen.

Zu bieten hat der Park jedenfalls eine Menge. Herden von 500 Elefanten (hier gibt es pro Quadratkilometer mehr der Dickhäuter als irgendwo sonst auf der Welt) sind keine Seltenheit, und die bekommen wir auch zu sehen. So können wir z.B. auf unserer ersten Pirschfahrt eine solch große Herde beobachten, wie sie unseren Weg überquert. Der Strom der grauen Riesen mit sehr vielen Jungtieren reißt nicht ab, und wir müssen irgendwann eine kleine Lücke nutzen, um weiterfahren zu können.

Aber das ist natürlich nicht alles. Büffel, Zebras, Gnus, Löwen, Giraffen, Paviane, Leoparden, Geparde, Zebramangusten, Antilopen und jede Menge Vögel können wir mit Video- und Foto-Kamera einfangen. Nicht vergessen darf man die Flora des Tarangire N.Ps. Akazien, Wüstenrosen und sehr beeindruckende Baobabs (Affenbrotbäume), die als heilige Bäume gelten, bestimmen die Landschaft.

Besonders viel Aufmerksamkeit "fordert" auf einer unserer Pirschfahrten eine Löwin, die, wie normalerweise Leoparden, auf einem Baum in einer Astgabel vor sich hindöst. Wahrscheinlich ist sie dort hingeklettert, um den vielen lästigen Insekten, der Grassteppe, wie z.B. Tsetse-Fliegen, für eine Weile zu entkommen. Nachdem wir sie einige Zeit geduldig beoachtetet haben, steht sie plötzlich auf und schaut nervös in die Umgebung. Die Erklärung ist schnell gefunden: eine Herde Gnus läuft in einiger Entfernung vorbei. Kurze Zeit später springt die Löwin von ihrem Baum herunter, allerdings ohne Hektik oder Aufregung, und trottet im wahrsten Sinne des Wortes hinter den Gnus her. Hungrig ist sie offensichtlich nicht, denn es gibt keinerlei Anzeichen einer Jagd. Vielmehr sieht es beinahe so aus, als wenn sich die Löwin selbst für eines der Gnus hielt, die nebenbei auch nicht sonderlich aufgeregt scheinen.

Im Tarangire N.P. wohnen wir für zwei Nächte zu unserer vollsten Zufriedenheit in der TARANGIRE SOPA LODGE.



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Arumeru-River-Lodge

Keine Bildinformationen verfügbar


Ngorongoro - Krater

Am 25. Oktober fahren wir nach Nordwesten Richtung Ngorongoro National Park mit dem berühmten Krater, von dem die Massai, deren angestammte Heimat die ganze Region ist, folgende Legende erzählen: Engai (Gott) sah bald nach der Erschaffung des Menschen ein, welchen Fehler er mit mit dieser Schöpfung gemacht hatte und welchen Schaden er der Natur zugefügt hatte. Um das sich abzeichnende Desaster auszugleichen und der Erde doch ein Paradies zu erhalten, schuf er den Ngorongoro-Krater, verpflanzte aus der gesamten Flora Ostafrikas Büsche und Bäume in den 600 m tiefen Krater und setzte von jeder Tierspezies ein Paar dort aus (warum kein Impala und keine Giraffe dabei war, weiß außer Engai niemand). Und er gemahnte die Massai, die in ihrem Selbstverständnis die einzig guten Menschen der Welt darstellen, diese natürliche Pracht zu bewachen. Wie auch immer sich diese Legende weiter entwickelt: ein Paradies ist der Krater noch immer, nirgendwo sonst kommt man der Wildnis Afrikas so nah.

Nachdem wir das Eingangstor zum Krater passiert haben, geht es relativ steil bergauf zum Kraterrand. Unterwegs begegnen uns immer wieder Massai mit ihren Viehherden. Sie dürfen im Kratergebiet, das Weltkulturerbe ist und von ihnen den Namen -Ngorongoro=Schüssel- bekommen hat, ihre Herden grasen lassen. Wenn man am Kraterrand am Gedenkstein für Bernhard Grzimek und seinen Sohn Michael anhält, hat man einen atemberaubenden Panoramablick in den 600 m tiefen Krater, in dem so viele Tiere zusammen leben, dass man glauben könnte, in diesem Tierparadies sei eine afrikanische Arche Noah gestrandet.

Über eine kurvenreiche Straße erreichen wir nach einiger Zeit die NGORONGORO SERENA SAFARI LODGE, wo wir für die nächsten beiden Nächte unsere Zimmer reserviert haben. Die Lodge liegt direkt am Kraterrand in einer mosquitofreien Höhe von 2.300 mtr. Von der Terrasse unseres Zimmers (empfehlenswerter Standard) haben wir einen grandiosen Panorama-Blick in den Krater auf den Kratergrund. An der sonstigen Ausstattung der Lodge -Lobby, Restaurant, Aufenthaltsräume, Souvenir-Shops, Internet-Cafe- und dem Angebot an Speisen und Getränken zum Frühstück, Lunch und Dinner gibt es nichts zu kritisieren.

Am Nachmittag unseres ersten Tages in der Kraterregion besuchen wir ein Massai-Dorf. Auf dem Weg dorthin überqueren plötzlich zwei Elefanten die Straße am Kraterrand in Richtung Krater. Wir müssen anhalten, da einer der Dickhäuter die Straße demonstrativ blockiert und seinem offensichtlichen Unmut über das Eindringen einer "nach Diesel stinkenden Blechdose mit mehreren 2-beinigen Gestalten" dadurch Nachdruck verleiht, dass er unverkennbar aufgebracht direkt auf unser Fahrzeug zuläuft. Nachdem auch "sein Kumpel", der eigentlich schon im Grün jenseits der Straße verschwunden ist, plötzlich zurück kommt und wir uns unversehens zwei großen grauen Ungetümen gegenüber sehen, lässt unser Driverguide Moses unser Auto langsam rückwärts aus der "Gefahrenzone" rollen. Wir wissen nicht, wie lange dieses Spiel gedauert hätte, wenn nicht mehrere andere Fahrzeuge uns entgegenkommend, die beiden Elefanten letztlich zum Rückzug bewegt hätten. Kommentar unseres Fahrers: alles nur Show.

Der Besuch im Massai-Dorf gibt uns einen zumindest kleinen Eindruck vom täglichen Leben der Viehzüchter. An den Füßen selbstgemachte Sandalen aus Autoreifen, tanzen und singen die Massai so wie es sich für Touristen gehört und lassen uns einen Blick in ihre Hütten werfen. Nebenbei versuchen sie uns natürlich selbstgefertigte Souvenirs in Form von Perlenketten und Anhängern mit Tierzähnen und -krallen u.ä. zu verkaufen. Das ganze Spektakel, für das man auch noch bezahlen muss, kann man sich im Grunde natürlich auch sparen, da es sicher nicht die wirkliche Welt der Massai darstellt.

Am nächsten Morgen fahren wir hinunter in den Krater um das Tierparadies aus nächster Nähe anzuschauen. Die tiefhängenden Regenwolken, etwas alltägliches in der Kraterregion, aus denen es auch immer wieder mal kurz tröpfeln kann, verziehen sich im Laufe des Vormittages mehr und mehr und machen längeren sonnigen Abschnitten mit herrlichen Ausblicken über den riesigen Kraterboden Platz. Für uns sehr auffällig ist das ruhige Verhalten der Tiere, während wir uns auf den Sandpisten bewegen. Offensichtlich sind die Tiere, selbst die sonst so scheuen Gnus und Zebras, so an die großen Besuchermengen gewöhnt, daß sie die üblichen Fluchtreflexe weitestgehends abgelegt haben.

In den wenigen Stunden -die Parkverwaltung hat inzwischen die Aufenthaltsdauer für Safari-Touristen auf einen halben Tag begrenzt, um die Tiere zu schützen-, die uns zur Verfügung stehen, können wir neben Gnus und Zebras Löwen, Schakalen, Tüpfelhyänen, Elefanten, Antilopen, Wasserböcken, Störchen, Kronenkranichen und weiteren ungezählten Wasser- und sonstigen Vögeln, Flamingos, Flußpferde und sogar eine sehr seltene und scheue Caracal-Wildkatze mit unseren Kameras einfangen.

Den Nachmittag und Abend verbringen wir mit Müßiggang in der Lodge und kleinen Spaziergängen in der direkten Umgebung. Abends heißt es bereits wieder Reisetaschen packen, denn am nächsten Morgen verlassen wir sehr früh die Ngorongoro-Region Richtung Serengeti.



Sohn André



Serengeti-National-Park

Am 27. Oktober geht es in einer mehrstündigen Fahrt über waschbrettartige Schotterpisten, die "Balsam" für unsere Bandscheiben sind, nach Nordwesten Richtung Serengeti-National-Park. Auf dem Weg dorthin steht ein kurzer Abstecher zur "Wiege der Menschheit", der Olduvai-Schlucht, auf dem Programm. Dort fand das Anthropologen-Ehepaar Leakey in den 50-iger und 60-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts mehrere Artefakte des "homo sapiens" und 3,6 Mio.Jahre alte Fußspuren eines "homo erectus". Ob damit tatsächlich die "Wiege der Menschheit" hier angesiedelt ist, ist zumindest durch Knochenfunde in anderen Regionen Afrikas umstritten. Wir können jedenfalls einen Blick in die berühmte Schlucht werfen und in einem kleinen Museum zumindest Kopien der Fundstücke und Fußspuren (die Originale befinden sich in großen internationalen Museen) anschauen.

Am späten Vormittag erreichen wir das Gate zur Serengeti. Während unser Driverguide Moses die Formalitäten zur "Einreise" erledigt, erkunden wir von einem Aussichtspunkt die Umgebung und machen uns über unsere Lunchpakete her.

Die anschließende Fahrt durch den berühmten Nationalpark in Richtung unserer nächsten Unterkunft für die nächsten 3 Nächte, dem MBUZI MAWE TENTED CAMP, wird am frühen Nachmittag zu einem Erlebnis, dass wie ein 6-er im Lotto zu werten ist. Nachdem wir zunächst in der hügeligen Landschaft der sog. Simba Kopjes (findlingähnliche Felsen, die überall wie kleine Steininseln aus dem Steppengras ragen) Löwenfamlien, die sich dort gerne aufhalten, Büffelherden, Flusspferde, Giraffen, Zebras und Gnus beobachten können, erregt plötzlich eine einzelne junge Löwin unsere Aufmerksamkeit. Sie liegt unter einem Baum direkt am Wegesrand, ca. 6 Meter von unserem haltenden Landrover entfernt. Auffällig ist die Körperspannung der Katze; sie schaut, scheinbar ohne uns überhaupt zu bemerken, unverwandt auf die andere Straßenseite, wo wir dann bei genauerem Hinsehen eine kleine Gruppe Zebras (5-6 Tiere) entdecken. Und dann geht bei laufender Video-Kamera alles ganz schnell; die junge Löwin erhebt sich, wechselt erst gehend, dann laufend, direkt vor unserem Auto die Straßenseite. Da die Witterung für die Löwin offenbar sehr günstig ist, überrascht sie die Zebras, die plötzlich in wilder Flucht ihr Heil suchen. Für eines ist es jedoch zu spät. Die Löwin springt dem Zebra mit einem Riesensatz an die Kehle, packt kräftig zu und kämpft ihre Beute langsam aber sicher zu Boden. Die Bewegungen des Zebras werden nach und nach schwächer; ihm geht sprichwörtlich die Luft aus. Noch eine ganze Weile nach diesem Drama liegt die Löwin hechelnd und völlig abgekämpft neben ihrer Beute, bevor sie beginnt am Hinterteil mit ihren Fangzähnen erst das Fell aufzureissen und dann die erste kleine Mahlzeit geniesst. Unterbrochen wird das Schauspiel vom Auftauchen einer erwachsenen Löwin, die das jüngere Tier durch Kopfreiben begrüßt, sich ansonsten von der Beute fernhält. Unser Driverguide erkennt in ihr die Mutter der erfolgreichen Jägerin, die ihr zu sagen scheint: das hast Du gut gemacht, Tochter. Wir können es noch einige Zeit später kaum glauben, was für ein Glück wir hatten. Einen Zebrariss durch eine Löwin so dicht vor den eigenen Augen erlebt wahrlich nicht jeder Safari-Tourist.

Nach weiteren Tierbeobachtungen weniger spektakulärer Art erreichen wir am Nachmittag unser "Zeltcamp". Im Hauptgebäude sind die Rezeption, ein Aufenthaltsraum mit bequemen Sitzmöbeln und die Bar zu finden. Direkt angrenzend befindet sich ein Restaurantzelt, wo die Mahlzeiten eingenommen werden und ein Küchenzelt. Weiträumig im Gelände verstreut stehen die einzelnen Wohnzelte mit Terrasse. Nach Einbruch der Dunkelheit (gegen 18:00 Uhr) werden die Gäste sowohl vom Wohnzelt zum Restaurant als auch zurück von angestellten Massai begleitet. Mit starken Taschenlampen sollen evtl. Überraschungen durch Tierbesuche, die jederzeit möglich sind, rechtzeitig erkannt und "entschärft" werden.

Das Camp kennen wir noch nicht, denn vor 5 Jahren bei unserem ersten Tansania-Besuch, war die Wahl auf die in einer anderen Region des National Parks liegende SERENGETI SERENA SAFARI LODGE gefallen, die ebenfalls keine Wünsche offen ließ. Unser diesjähriges Tented Camp gehört übrigens ebenfalls zur Serena-Gruppe, die in allen Gebieten Tansanias stark vertreten ist.

Am nächsten Tag sind Pirschfahrten kreuz und quer durch die Serengeti angesagt. Im Gebiet von Seronera mit seiner guten Wasserversorgung begegnen uns viele Elefanten, Zebras, Gnus, Antilopen, Impalas, Löwen und Geparden. Unsere Kameras kommen nicht zur Ruhe.

Am 29. Oktober, unserem dritten Tag in der Serengeti, fahren wir sehr weit nach Norden Richtung Kenia. Unser Driverguide Moses hat gehört, dass auf Grund der großen Dürre in der Massai Mara , dem kenianischen Gegenstück zur Serengeti, die Migration, also die Wanderung riesiger Gnu- und Zebraherden, sich bereits wieder umgekehrt hat und die Tiere sich schon wieder auf dem Rückweg in die Serengeti befinden sollen. Und tatsächlich begegnen uns im Grenzbereich nach Kenia sehr große Herden auf ihrer Wanderung und Suche nach Wasser. Ein beeindruckender Anblick, wenngleich weniger spektakulär als Raubtiere auf der Jagd.

Abends zurück im Tented Camp giebt es wie an den Vortagen nach dem Dinner bei einigen kühlen einheimischen Bieren oder Gin Tonic musikalische und akrobatische Darbietungen einheimischer Künstler.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Camp und der Serengeti, denn unser nächstes Ziel, der Lake Manyara in der Nähe von Arusha, lockt bereits.














Serengeti-Eingang



Lake Manyara National Park

Der 30. Oktober, wir sind bereits eine Woche in Tansania, besteht nach dem Frühstück zunächst wieder zumindest zum größten Teil aus einer mehrstündigen Fahrt über Waschbrett-Pisten, bevor wir das Gebiet um den Lake Manyara erreichen.

Das nur 330 km² kleine Gebiet wird von vielen Kennern der Region als der schönste Nationalpark Tansanias bezeichnet. Zum einen liegt das sicher an der Kulisse des Rift Valley, dem ostafrikanischen Grabenbruch, und dem 230 km² großen See mit tiefrot-farbenem Wasser und zum anderen an der faszinierenden Dschungelatmosphäre des Parks. Hier stehen wilde Feigen und Zypressen dicht an dicht und dazwischen behaupten sich riesige Sausage Trees (Leberwurstbäume) mit ihren an langen Fäden hängenden leberwurstähnlichen Früchten und Tamarinden, aus denen sich ein köstlicher Saft pressen läßt.

Von unserer Unterkunt, der LAKE MANYARA SERENA SAFARI LODGE am Hang des Rift Valley hoch über dem Park, die wir nach der langen Fahrt zunächst zum Einchecken und zu einem Lunch ansteuern, hat man einen fantastischen Panoramablick auf den Park und den See. Die große Trockenheit hat aber auch hier ihre Spuren hinterlassen, denn der See sieht zumindest von unserer Lodge aus wie eine kleine Pfütze, ganz das Gegenteil des Gewässers, das wir aus dem Jahr 2004 in Erinnerung haben.

Aber ansonsten ist alles so wie damals. Die Lodge bietet mit ihren Einrichtungen vom Restaurant bis zu den Zimmern in kleinen Bungalows alles was Safari-Touristen brauchen, und der Swimming-Pool eröffnet auf Grund seiner Lage, neben der Möglichkeit, sich zu erfrischen, einen spektakulären Blick in die weit unten liegende Ebene des Parks und auf den See.

Nach dem Lunch fahren wir hinunter in den Park. Während der mehrstündigen Pirschfahrt kreuzen Elefanten, Giraffen, Antilopen, Paviane, Meerkatzen, Flusspferde und jede Menge Wasservögel unseren Weg. Im Gegensatz zu unserem ersten Tansania-Besuch vor 5 Jahren bekommen wir diesmal leider keine "Baumlöwen" zu Gesicht. Wahrscheinlich halten sie sich einfach nur zu gut versteckt abseits der Wege auf der Flucht vor einer sehr hohen Konzentration von Tsetse-Fliegen (vermutlich der Grund für das befremdliche Gehabe) auf "ihren" Bäumen auf.

Nach einem erfrischenden Bad im Pool erwartet uns später ein reichhaltiges Dinner-Büffet. Anschließend verbringen wir noch einige Zeit im Internet-Cafe der Lodge und an der Bar, wo eine einheimische Musikgruppe die Gäste unterhält.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück heißt es auch hier für uns schon wieder Abschied nehmen und Fahrt zu unserem nächsten Ziel.



Lake Manyara Serena Safari Lodge



Ruaha National Park

Nach dem Frühstück fahren wir zum Manyara Airstrip, wo es Abschied nehmen von unserem Driverguide Moses heißt. Er hat uns bis hierher fast schon wie ein alter Bekannter und Freund mit großer Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Kompetenz begleitet. Wir können ihn uneingeschränkt weiterempfehlen.

Um 08:40 Uhr besteigen wir unseren Buschflieger von Costal Aviation, der uns vom Lake Manyara auf einem ruhigen Flug in 2 1/2 St. zum Ruaha Airstrip bringt. Während die Busch-Landschaft Tansanias unter uns dahingleitet, erinnern wir uns zwangsläufig an 2004 und den damaligen Flug von Arusha in den Ruaha National-Park. Damals flogen wir als größere Gruppe (16 Leute) mit 2 kleinen Fliegern. Wir starteten mit der ersten Maschine und erfuhren von unserem Piloten direkt nach der Landung auf dem Ruaha Airstrip, dass die 2. Maschine mit dem Rest unserer Gruppe während des Fluges Schwierigkeiten bekommen hätte. Der Motor des einmotorigen Fliegers war wohl ausgefallen und ließ sich trotz aller Bemühungen des Piloten nicht wieder starten.
Fazit: im Segelflug musste der Pilot notlanden. Das gelang auch nach einigen Runden intensiver Suche nach einer relativ freien Fläche ohne größere Bäume und Büsche. Beim Ausrollen des Fliegers tauchte dann doch noch ein kleiner Graben auf. In dem blieb das Bugrad stecken, und die Maschine stellte sich schräg auf die Nase.

Sofort liefen ca. 100 aufgeregte Massai zusammen, die die Schwierigkeiten des Fliegers offensichtlich bereits seit einiger Zeit beobachtet hatten. Sie freuten sich überschwänglich, als sie feststellten, dass keinem der Passagiere einschl. Pilot etwas zugestoßen war. Doch der Schreck saß noch Stunden in den Gliedern der unfreiwillig Gestrandeten.

Glück im Unglück: ganz in der Nähe gab es eine schwedische Missionarstation. Dort hatte man das Debakel auch mitbekommen und bot den Passagieren an, sie mit einem Kleintransporter (ähnlich einem VW-Bus) nach Arusha zurück zu bringen. Die ca. 2-stündige Fahrt über holperige Wege direkt durch den Busch war zwar nicht bequem (8 Leute mit dem kompletten Gepäck), aber man war froh, ohne Blessuren zurück "in die Zivilisation" zu kommen. Auf dem Airstrip in Arusha wartete bereits eine Ersatzmaschine, die alle "Verunglückten" mit mehr oder weniger gemischten Gefühlen nun ohne unfreiwilligen Zwischenstop zum Ruaha Airstrip brachte.

Wir, die Gruppe aus der ersten Maschine, bekamen all das erst in Einzelheiten zur Kenntnis, nachdem die "Verschollenen" wieder zu uns aufgeschlossen hatten. Bis zu diesem Zeitpunkt warteten wir zwischen Hoffen und Bangen in der Ruaha River Lodge, denn alle Bemühungen der Campleitung über Funk aus Dar es Salaam oder Arusha (mangels Funkstrecken gab es Handyverbindungen damals noch nicht) etwas zu erfahren, blieben zunächst erfolglos. Die einzig verläßliche Meldung kam am Nachmittag. Sie lautete: die Ersatzmaschine ist in der Luft, alle sind wohlauf, in ca. 2 Std. werden sie auf dem Airstrip landen. Die Wiedersehensfreude war groß und am Abend wurde gebührend gefeiert.

Zurück ins Jahr 2009:
Auf dieser Reise gibt es keine Zwischenfälle. Nach der Landung werden wir von einem Driverguide der Firma Leopard Tours abgeholt und in die Ruaha River Lodge gebracht. Auf der Fahrt dorthin gibt es jede Menge Tierkontakte, denn im Ruaha National Park, dem zweitgrößten in Tansania, leben ca. 12.000 Elefanten, 30.000 Büffel, 20.000 Zebras und noch mehr Antilopen, Kudus und Giraffen. Löwen und Leoparden sind hier ebenfalls in großen Populationen zu Hause. Ruaha ist eine wilde, unwegsame Landschaft mit Sümpfen, durchzogen vom Ruaha River, tiefen Wäldern, aber auch offenem Grasland mit großen Beständen an Baobab-Bäumen und Akazien.

Wir erinnern uns auf der Fahrt zur Lodge und dann bei der Ankunft gut an unseren ersten Besuch vor 5 Jahren. Im Vergleich zu damals sind die Wohngebäude vergrößert worden und auch das Restaurant ist großzügiger gestaltet. Die Ruaha River Lodge ist eine von mehreren Lodges der englischen Familie Fox im Süden Tansanias, zu erreichen entweder mit dem Buschflieger oder mit dem Geländewagen vom 120 km entfernten Ort Iringa. Frühstück, Lunch und Dinner werden in einem gesonderten Küchengebäude zubereitet. Das Essen entspricht zwangsläufig nicht einer Sterneküche, ist jedoch schmackhaft und abwechslungsreich. Wir werden jedenfalls gut satt, und das gut gekühlte Bier, bei abendlichen Temperaturen von immerhin noch über 30 ° C. eine willkommene Erfrischung, geht nicht aus. Nicht vergessen sollte man, dass alles per Flugzeug oder über viele Kilometer durch den Busch herantransportiert werden muss. Abends um 22:30 Uhr wird übrigens der Stromgenerator abgeschaltet und die Bar geschlossen. Ab dann sind Taschenlampen hoch im Kurs, und auch hier werden wir zu unseren Zimmern aus Sicherheitsgründen von Masssai begleitet.

Die Lage der Lodge direkt am River ist nach wie vor sehr beeindruckend. Alle Wohngebäude bestehen aus einem großen Schlaf- und Wohnraum, einer Dusche und WC und einer Terrasse, wo man tagsüber zwischen den Pirschfahrten und abends gemütlich sitzen und das Leben und Treiben am Fluss beobachten kann. Zu den Besuchern, die ca. 8-10 mtr. von der Terrasse entfernt vorbeiziehen, zählen jeden Tag Elefanten, Giraffen, Antilopen, Paviane, Flusspferde und Zebra-Mangusten. Auch nächtliche Besuche von Elefanten und Hippos in unmittelbarer Nähe unseres Hauses gehören zur Normalität. So werde ich z.B. in einer Nacht wach und höre draußen Zweige knacken, grollende Laute und Freßgeräusche. Da Vollmond ist, kann ich durch die nur mit Fliegengittern verschlossenen Fenster (die Vorhänge benutzen André und ich nicht) eine Elefantenkuh mit ihrem Nachwuchs so dicht neben unserem Haus beobachten, dass ich sie hätte berühren können. Am anderen Morgen künden frisch geknickte Büsche und reichlich Elefanten-Dung im gesamten Lodge-Areal von den Aktivitäten der Dickhäuter in der vergangenen Nacht. Auch ein Flusspferd kommt in einer Nacht zum Fressen zu einem Grasstreifen direkt unterhalb unserer Terrasse. Mit einem Gin Tonic oder Whiskey in der Hand kann man so Live-Kino erleben.

Tagsüber unternehmen wir jeweils vormittags und nachmittags ausgedehnte Pirschfahrten in die nähere und weitere Umgebung. Die Landschaft mit ihrem Tierreichtum begeistert uns immer wieder aufs Neue, und es ist spannend, sich gegenseitig im Entdecken von Elefanten, Löwen oder auch anderen Tieren zu überbieten.

Nach drei Übernachtungen in der Ruaha River Lodge geht der wundervolle Aufenthalt im Ruaha National Park zu Ende, und man bringt uns am 03. November wieder zum Airstrip, zum Weiterflug in den Selous National Park.









Busch-Flieger



Selous National Park

Nach einer guten Stunde Flug landet unser Buschflieger von Costal Aviation auf dem Mtemere Airstrip in unmittelbarer Nachbarschaft zum RUFIJI RIVER CAMP, der letzten Etappe unseres Safari-Abenteuers. Auch hier sind wir bereits 2004 gewesen. Wir sind gespannt, ob sich im ältesten Camp des Selous Reservats, das hoch oben über dem Rufiji-River an einer steilen Uferzone liegt, etwas verändert hat.

Das hat es eigentlich nicht, wie wir direkt nach der Ankunft im Camp sehr schnell feststellen. Empfang, Restaurant, Bar, Pool und auch die Wohnzelte kommen uns sehr bekannt vor. Wir fühlen uns sofort sehr wohl, zumal der Service sehr aufmerksam ist.

Das Selous Wildreservat ist mit 45.000 km² doppelt so groß wie der Krüger National Park in Südafrika, dreimal größer als die Serengeti und damit der größte Park Afrikas. Das in weiten Teilen nur mühsam zugängliche Gebiet war nie erwähnenswert besiedelt, da es dort sehr viele Tsetse-Fliegen gab, die für die Ausbreitung der Schlafkrankheit verantwortlich war. Das hat sich natürlich im Laufe der Zeit geändert. Man fährt heute in den Selous, um den Scharen anderer Safari-Touristen, die meistens im Norden Tansanias unterwegs sind, zu entgehen. Allerdings bleiben die meisten Besucher nördlich des Rufiji-Rivers, der die Region zerteilt. In den Süden, der neun Zehntel des Selous ausmacht und nur schwer zu erreichen ist, verirren sich nur sehr mutige Abenteurer.

Uns reicht der Norden, wo es genug der ca. 30.000 Elefanten, 80.000 Gnus, 200.000 Büffel, Nashörner und weitere riesige Herden aller in Afrika vorkommender Wildtiere zu sehen gibt.

Am Nachmittag des 03. November, unserem Ankunftstag, machen wir mit einem Motorboot eine mehrstündige Fahrt auf dem River. Dabei begegnen uns sehr viele Flusspferde, die sich im teilweise flachen Wasser des Flusses aufhalten und meistens sofort abtauchen, wenn wir uns nähern, so dass nur noch ihre kleinen Ohren zu sehen sind. An den Uferböschungen liegen viele teilweise bis zu vier Meter langen Krokodile. Aber auch Elefanten und natürlich ungezählte Wasservögel präsentieren sich uns. Mit der hereinbrechenden Dunkelheit, angekündigt durch einen malerischen Sonnenuntergang, erreichen wir wieder unser Camp und geniessen vor dem Dinner an einem stimmungsvollen Lagerfeuer noch den obligatorischen Gin Tonic.

Am nächsten Morgen werden wir von einer Horde Affen direkt vor unseren Zelten begrüßt. Sie tummeln sich hier jeden Tag, und man ist gut beraten, nichts unbeaufsichtigt vor dem Zelt liegen zu lassen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Spiegeleiern und Speck fahren wir in Begleitung von zwei Guides die Gegend ab. Dabei können wir die wilde Landschaft des Selous bewundern und treffen auf Elefantenherden, Giraffen, Antilopen, Löwenfamilien, Gnus und Zebras.

Zum Lunch geht es zurück ins Camp, und vor der Nachmittags-Pirschfahrt bleibt genügend Zeit für ein erfrischendes Bad im Pool.

Auch am Nachmittag sehen wir wieder viele Tiere Afrikas, und als Höhepunkt unter einem großen Busch sogar ein Rudel Wildhunde, die sich meistens sehr gut verstecken und den Augen der Safari-Touristen entziehen.

Am nächsten Tag geht unser Safari-Abenteuer zu Ende. Wir verlassen das Rufiji-River-Camp und fliegen in einer knappen Stunde reiner Flugzeit in die Hauptstadt Tansanias, nach Dar es Salaam. Dort werden wir am Flughafen von einem Mitarbeiter der Firma Leopard Tours empfangen. Er steht uns bis zu unserem Rückflug nach Amsterdam abends um 23:50 Uhr zur Verfügung und zeigt uns die Sehenswürdigkeiten der quirligen Metropole, die mit ihrem hektischen Autoverkehr und den vielen Menschen in den Straßen das Kontrastprogramm der vergangenen Tage verkörpert.

Und dann gibt es noch eine kleine Hürde für uns zu nehmen: im Stadtbüro der KLM erfahren wir so nebenbei, dass unser Flug gecancelt ist (der Grund ist nicht bekannt). Wir haben, wie wir später in Deutschland feststellen, eine email-Nachricht der Fluggesellschaft nicht bis zu Ende gelesen, und müssen uns nun um eine alternative Rückflugmöglichkeit bemühen. Gott sei Dank findet die KLM-Mitarbeiterin eine Umbuchungsmöglichkeit für uns, und unsere neue Abflugzeit ist 05:10 Uhr am 06. November mit Kenia Airways via Nairobi. Die nächtlichen Stunden in Dar es Salaam verbringen wir in einem Hotel. So können wir zumindest noch einige Stunden entspannt schlafen und müssen nicht am Flughafen "übernachten".

So geht mit etwa 8-stündiger Verspätung eine Super-Reise zu Ende. Wir werden uns noch lange an Afrika erinnern und möglicherweise irgendwann einmal erneut auf Safari gehen. Denn Afrika ist ansteckend.



Hinweisschild auf das Camp


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Kommentare

  • mamaildi

    Ein gut geschriebener, ausführlicher und trotzdem locker zu lesender Bericht über eine tolle Reise. Ich habe ihn mit besonderem Interesse verschlungen, da ich fast dieselbe Reise, z.T. sogar dieselben Lodges, in Kürze antreten werde :-)))

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