Reisebericht

Reisebericht: Viti und Annette mit Daniela unterwegs in Marokko

 
 
 
 
 
Seite 1 von 8

26.09.2007 Bern – Casablanca

Viti hatte noch Sitzung in Zürich, doch die konnte er pünktlich verlassen, um am 16:04 in Bern den Zug nach Genf zu erwischen. Dort treffen wir uns kurz mit Gwën in einem verrauchten Café am Bahnhof. Dann geht es ab zum Flughafen, wo wir einchecken. Mittlerweile haben wir Hunger bekommen und essen in der Cockpitbar eine Pizza. Der Flieger startet pünktlich. Wir fliegen durch die schwarze Nacht nach Casablanca, wo wir vor Mitternacht landen. Der Zöllner will wissen, wo wir übernachten wollen. Das wüssten wir auch gerne. Bei Budget-Car haben wir ein Auto reservieren lassen. Kurze Zeit später und nach einem ersten bakschisch von 20 DH sind wir im Besitz einer Citrone. Wir fahren gleich los. Am Stadteingang von Casablanca gleich neben der Schnellstrasse entdecken wir ein Ibis-Hotel. Wir fackeln nicht lange und nehmen uns zwei Zimmer.



27.09.2007 Casablanca – Rabat

 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Es ist Ramadan. Noch lange kein Grund für die Putzfrau, einfach so in aller Früh ins Zimmer zu stürzen, finden wir. Zum Frühstück gibt es fettige pain au chocolat und Chemiekäse. Das ist immer noch besser als gar nichts. Wir steigen ins Auto und versuchen uns in dem Moloch Casablanca zu Recht zu finden. Am zweiten Kreisel will einer eine Abkürzung nehmen und fängt an unserem Auto eine Beule ein. Unser Auto nimmt zum Glück keinen Schaden. Das Ziel ist die grosse Mosche Hassan II, die direkt am Meer liegt. Wir sehen einen Leuchtturm und steueren diesen an. So finden wir das Meer und kurz darauf auch den monströsen Bau. Wir parkieren davor und kommen gerade rechtzeitig für eine Führung. Die Moschee ist die einzige Moschee in Marokko, die auch Nichtmuslimen zutritt lässt. Sie brauchen ganz einfach das Geld für den Milliardenbau. 120 DH, da schlucken wir ordentlich. Die Grösse des Baus erschlägt einen fast. Wieder draussen, hocken wir uns an den Quai, sehen der Jugend zu, wie sie surft und geniessen die Aussicht auf Moschee und Meer. Wir decken uns ein mit Wasser und brechen auf Richtung Rabat. Die Hauptstadt Marokkos ist von Casablanca leicht zu erreichen. In der Sultansstadt angekommen, kurven wir um die Blocks, bis wir ein Parkhaus finden und uns im Hotel Majestic einquartiert haben. Nach dem Ftor – dem Fastenbruch am Abend – machen wir uns auf, eine Tajine zu essen. Wir bestellen gleich drei verschiedene, eine mit Bohnen, eine mit Auberginen und eine mit Pflaumen.



 
 
 
 
 

(7 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(5 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Grande Mosquée Hassan II.
Die Grande Mosquée Hassan II. steht direkt am Meer. Sie wurde auf Initiative König Hassans II. Es soll der anspruchvollste Bau sein, der jemals in Marokko erstellt wurde. Die Ausmasse sind denn auch gigantisch: 200 m lang, 100 m breit und fast 200 m hoch. Damit ist die Moschee nach Mekka die zweit grösste der Welt und der höchste Sakralbau überhaupt. Immens waren auch die Kosten für den Prunkbau. Ein Grossteil der Kosten stammt von „Spenden“.



 
 
 
 
 
(Zum Bewerten bitte anmelden)


28.09.2007 Rabat

 
 
 
 
 

(3 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Heute steht ein erster Besichtigungstag in Rabat auf dem Programm. Wir stürzen uns gleich in die Altstadtgassen, wo Viti seine Sandalen ruiniert. Unser Ziel ist die Kasbah des Oudaias, eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Rabat. Berühmt ist hier das Bab el Kebir, ein Monumentales Tor mit schönem Schmuck. Wir treffen nur auf wenige Touristen. Einzig die Leute, die wir in Casablanca in der Moschee getroffen hatten, sehen wir auch hier wieder. Wir schreiten durch pittoreske weiss-blau getünchte Gassen. Mit verschiedenen Patisserien bekämpfen wir unser Zuckerloch. Es ist gar nicht einfach, etwas zu finden, denn im Ramadan ist logischerweise über Tag alles geschlossen. Wir spazieren dann zur Tour Hassan, dem Wahrzeichen von Rabat schlechthin. Es ist Freitag und der Muezzin ruft gerade zum Gebet. Schnell füllt sich der ganze Platz. Wir verziehen uns etwas in den Hintergrund und schauen dem Treiben zu. Jeder Neuankömmling stellt sich so auf, dass er in den Schatten einer der Säulenreste kommt. Nach dem Gebet wollen wir uns das Mausoleum Mohammed V. anschauen gehen. Es ist noch geschlossen. Der Wächter meint: „Oui, il ouvrira, mais je ne sais pas quand.“ Wir warten und als die Putzfrauen ihre Arbeit erledigt haben, können wir uns das Mausoleum anschauen. Mittlerweile sind Wolken aufgezogen und wir spüren sogar ein paar wenige Regentropfen. Zeit für eine Siesta befinden wir. Zum Abendessen kaufen wir Brochettes auf dem Souk. Die sind derart scharf, dass sie nicht essbar sind. So suchen wir uns trotzdem noch ein Restaurant und essen leckere Hackfleischbällchen-Tajine, Fisch und einen Salatteller.



 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Kasbah des Oudaias
Die Aussenmauern der Kasbah des Oudaias stammen grösstenteils noch aus almohadischer Zeit. Prunkstück der Festungsanlage ist das Bab el Kebir. Der Bau des monumentalen Hauptzugangs der Kasbah wurde von Sultan Abou Youssouf Yakoub el Mansour initiiert. Das Tor diente nicht nur als prunkvoller Eingang sondern auch als Epfangshalle und Gerichtsgebäude. Es ist reich mit Blendarkaden, Vielpassbögen und floralem Flechtwerk verziert. Das Tor zählt zu den herausragenden Beispielen der almohadischen Architektur.



 
 
 
 
 

(5 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(3 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Tour Hassan
Die Tour Hassan ist das unvollendete Minarett der grossen Moschee, deren Bau von Abou Youssouf Yakoub el Mansour 1191 angeordnet wurde, als er Rabat zur neuen Hauptstadt seines Almohaden-Reiches machte. Die Mosche sollte nach der grossen Freitagsmoschee von Samarra die damals zweitgrösste Moschee auf Erden werden. Die Moschee wurde nie fertig gestellt, denn schon kurz nach dem Tode des Herrschers wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die Bauruine diente über Jahrhunderte als Steinbruch. Das grosse Erdbeben von 1755, das auch Lissabon in Schutt und Asche legte, tat sein übriges. So sind heute nur noch Teile der Aussenmauer und die Überreste der einst 312 Säulen zu sehen. Auch das Minarett – die Tour Hassan – blieb unvollendet, doch blieb der Turm gut erhalten. Auf Grund seiner Proportionen hätte das Minarett über 80 m hoch werden sollen. Die Höhe beträgt heute lediglich 44 m. Die Aussenfassaden sind in typischer Art der Almohaden reich mit Ornamenten verziert.



 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Mausoleum Mohammed V.
Gegenüber dem Hassanturm wurde im Zusammenhang mit der Neugestaltung des ehemaligen Moschegeländes das Mausoleum für den 1961 verstorbenen beliebten König Mohammed V. errichtet. Das Bauwerk stammt aus den Federn des vietnamesischen Architekten Vo Toan und wurde von den hervorragendsten marokkanischen Handwerkern mit grösster Sorgfalt und den besten Materialien erstellt. Das Mausoleum widerspiegelt den Stil der traditionellen Grabbauten und zählt zu den herausragenden Beispielen der islamischen Baukunst der Neuzeit.



 
 
 
 
 

(7 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


29.09.2007 Rabat

 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Wir haben gestern noch Frühstück eingekauft und essen dieses nun in unseren Zimmern. Den Rest der Patisserie nehmen wir als Proviant mit, damit wir nicht wieder auf dem Trockenen sind. Wir organisieren ein Grand Taxi. Die sind autorisiert, auch ausserhalb der Stadt Rabat zu fahren. Unser Ziel ist Salé, das gleich vis-à-vis von Rabat auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt. Wir schlendern durch den Souk und landen auf dem Fischmarkt, wo in einer Halle von der Crevette bis zum Haifisch alles angeboten wird. Nebenan werden Hühnerkäfige, die siebenstöckig auf einem kleinen Lieferwagen aufgestapelt sind, abgeladen und die Tiere ihrem Schicksal zugeführt. Wir begeben uns mutig in das Gewirr der Altstadtgassen und finden tatsächlich die Medrese Abou el Hassan, einem Prachtbau aus der Merinidenzeit. Nach Zahlung des Eintrittsgeldes öffnet der Wärter auch prompt den Wasserhahn und es sprudelt friedlich im Brunnen mitten im Innenhof. Wir staunen gewaltig über die Kunstfertigkeit der Meriniden. Uns gefällt das kleine Bauwerk ausserordentlich und die Atmosphäre ist entspannt. Weniger entspannt ist der Empfang draussen vor der Medrese. Wir werden mühsam bedrängt von so genannten Guides und es braucht viel Nerven und Gezetter, bis wir die wieder los sind. Wir schauen uns noch einige Marabouts an und gelangen bis zur Festung am Meer. Zurück im Zentrum lauert uns wieder die Nervensäge von einem Pseudoguide auf und wieder braucht es Nerven, ihn los zu werden. Wir wollen zur Chellah, was er mitbekommt und er so ausnutzen will, dass er den Taxifahrer überreden will, mit ihm und uns zum Hotel Chellah zu fahren. Blöd sind wir nicht und immerhin schaffen wir es, dass er von uns und dem Taxifahrer aus dem Taxi gejagt wird und er fluchend am Strassenrand in seinen strahlend weissen Hosen stehen bleibt. Wir besichtigen die Nekropolenanlage Chellah, die in den Vororten von Rabat liegt und verbringen einen gemütlichen Nachmittag. Wir spazieren zurück Richtung Stadtzentrum. Annette will sich noch ein Museum anschauen, Daniela und Viti haben wenig Lust darauf. Wir treffen uns wieder bei der Tour Hassan. Gegen Sonnenuntergang betrachten wir die frisch restaurierte Stadtmauer aus der Almohadenzeit. Wir warten den Ftor ab und suchen uns dann ein Restaurant. Auf der Strasse ist die Hölle los, doch wir gehen trotzdem früh schlafen.



 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Medrese Abou el Hassan
Mitten in der Medina von Salé steht das kunsthistorische Schmuckstück der Stadt, die Medrese Abou el Hassan. Sie wurde vom so genannten „Schwarzen Sultan“ 1341 errichtet und gilt als eine der schönsten Koranschulen aus der Dynastie der Meriniden. Entsprechend stolz war der Stifter und liess über der Tür die Worte eingravieren: „Betrachtet meine bewundernswerte Pforte! Erfreut euch an der ausgewählten Zusammenstellung der Teile, der bemerkenswerten Art meiner Konstruktion und an meinem wundervollen Innenraum! Die Handwerker haben hier eine kunstvolle Arbeit vollendet, die alle Schönheit der Jugend hat.“
Durch das verzierte hufeisenförmige Tor gelangt man in den gefliesten Innenhof mit einem kleinen Springbrunnen in dessen Mitte. Das untere Stockwerk ist geschmückt mit filigran geschnitzten, weissen Gipsplatten, Darüber erheben sich in scharfem Kontrast die ebenso reich geschmückten Wände aus schwarzem Zedernholz. Ebenso Prachtvoll ist der Gebetsraum mit seiner mit Stuck dekorierten Mihrab-Nische.



 
 
 
 
 

(3 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Nekropole Chellah
An der Stelle der Chellah befand sich einst die römische Stadt Sala, der Vorgängerin von Rabat. Die Nekropole entwickelte sich rund um eine heilige Quelle auf dem Gelände. Viele fromme Moslems liessen sich hier begraben, darunter auch der Meriniden-Sultan Abou Youssouf Yakoub, der im Kampf gegen die Spanier gefallen war. Unter den Meriniden-Sultanen wurde auch die hohe Befestigungsmauer mit einem Schönen Portal gebaut. Von der einstigen Moschee sind nur noch Ruinen übrig geblieben und auf dem ehemaligen Minarett machen sich heute die Störche breit.



 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


 
 
 
 
 

(1 Stimme)

(Zum Bewerten bitte anmelden)

Die Almohaden-Mauer in Rabat.



 
 
 
 
 

(2 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)



 
Machen Sie aufmerksam auf diesen Reisebericht!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Verwandte Reiseberichte
Marokko auf dem Pferderücken  Marokko: Zagora | von Punta_Union | Ø Bewertung: 4.0
Marokko - eine Reise nach Marrakech und Fés  Marokko: marrakech | von cinderella | Ø Bewertung: 4.7
1001 Nacht zu Besuch in der Realität -...  Marokko: Marrakesch | von patsmum | Ø Bewertung: 4.8
Marokko  Marokko: Marrakech | von hevo | Ø Bewertung: 4.3
Übersicht Marokko

Region: Berner Oberland
Städte: Rabat, Fes, Bern

Kommentare
  • 238EWT 14.02.2010 | 03:25 Uhr

    Ein Meisterwerk hinsichtlich Umfang, Erzähl- und Bildkunst. Ich werde den Bericht mindestens ein weiteres Mal durcharbeiten, um nichts zu versäumen. Dabei war ich seit 1980 fünfmal in Südmarokko auf individueller Rundreise. Es gab jedes Mal Neues zu entdecken - so, wie jetzt wieder in Eurem Bericht. Herzlichen Dank dafür!
    LG Eberhard

  • wallyRe 21.08.2010 | 18:39 Uhr

    ich kann nur zustimmen. ein super informtiver bericht. danke. lg wally

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Viti und Annette mit Daniela unterwegs in Marokko 4.80 5