Reisebericht

Reisebericht: Der Gipfel um jeden Preis: Ein Bericht von der Cho-Oyu-Expedition 2006

 
 
 
 
 
Reisebericht: Der Gipfel um jeden Preis: Ein Bericht von der Cho-Oyu-Expedition 2006

Nicht der Gipfelerfolg bewegte mich, die Ereignisse aufzuzeichnen. Vielmehr der Gipfelwahn, der so viel nach der Expedition veränderte. Um die Ereignisse möglichst objektiv zu beschreiben, ließ ich auch die Teilnehmer zum Wort kommen. Und so entstand ein Bericht, der von Liebe, Erfolg und Enttäuschung handelt. Ein Bericht, der die Sonnen- und Schattenseiten des Expeditionsbergsteigens beschreibt.

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Prolog

Oben, ganz oben, in fast 8000 m Höhe blinzelt ein schwaches Licht. Langsam bewegt es sich in der Dunkelheit, es stolpert, bleibt stehen. Fünf lange Minuten vergehen, bis eine schwache Stimme, wie von einer anderen Welt, müde und gekrächzt ins Walkie-Talkie murmelt: „Hallo Base Camp. Ich bin so müde...“.



Um jeden Preis...

Apin, verheiratet, Tochter, 6 Jahre alt: 'Nachdem ich Pik Lenin und Aconcagua bestieg, war für mich klar, dass ich als Nächstes einen 8000er angehe. Um die Expedition finanzieren zu können, verkaufte ich unseren Familienwagen.'

Andrzej, geschieden, 2 Töchter, die jetzige Freundin schwanger: 'Als ich vor drei Jahren zum Aconcagua mit wollte, zerriss meine Exfreundin meinen Pass. Für Cho Oyu habe ich einen Kredit aufgenommen. Mein Chef wollte mir keinen 6-wöchigen Urlaub geben, also habe ich gekündigt.'

Zbyszek L., ledig, getrennt von seiner langjährigen Partnerin: 'Ich war mir sicher, dass ich nicht mitkomme - ich hatte einfach kein Geld. Dann rief mich ein Unternehmer an, bei dem ich mich vor Monaten um ein Sponsoring bewarb. Er bot mir 5000$ an. Einen Tag später hatte ich das Flugticket nach Kathmandu in der Hand.
Wenn ich aber an die Folgen denke, hätte ich gar nicht an der Expedition teilnehmen dürfen...'




 
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Regionen: Seidenstrasse, Tibet

Kommentare
  • J_und_E 28.12.2007 | 19:48 Uhr

    Lieber Darek,
    ungeheuer dramatisch und packend geschrieben. Wir froh ist man, wenn man sich nach dem Lesen im gemütlichen Sessel wiederfindet! Liebe Grüße Elli und John

  • visufix (RP) 28.12.2007 | 21:18 Uhr

    Uiuiuiuiui, fast so spannend wie "In eisigen Höhen" von J.K. :-).
    Respekt und Kopfschütteln zugleich.
    Grüße: Martin (der auch noch einige Gipfel auf der Liste hat ;-) )

  • FlashMan 29.12.2007 | 13:38 Uhr

    Hallo Darek. Starker Bericht. Er erinnert mich sehr an die Everest-Doku die zuletzt im Fernsehen lief. Unglaublich was Ihr durchgemacht habt. Gruß. Christian. PS: Ich habe gestern bei Euch die Kilimanjaro-Tour für 2008 gebucht. Sicher werde ich Dein Angebot noch wahrnehmen und Dich im Büro bezüglich Tips anrufen.

  • Olli_197 01.01.2008 | 21:08 Uhr

    Hallo Darek,
    toller Bericht. Da kommen mir die eigenen Reiseerlebnisse eher langweilig vor...
    Viele Grüße
    Oliver

  • Eviwild 06.01.2008 | 13:18 Uhr

    Hallo Darek, Dein Reisebericht läßt mein Abenteuerherz höher schlagen. Vielleicht klappt es bei mir mal mit der Bergsteigerei und bei Dir mal mit der Paddelei. Liebe Grüße, Eveline

  • MarcoRiccio 09.01.2008 | 21:01 Uhr

    Hallo Darek.Klasse Bericht!Was für ein Gefühl muß das gewesen sein?!Whansinn :-) Grüße Marco

  • dablam 10.01.2008 | 08:32 Uhr

    Hallo Darek, ein super Bericht. Wirklich gut und spannend geschrieben! Toll!!!

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  • windweit 12.01.2008 | 15:31 Uhr

    Hallo Darek, man merkt, die Expeditionsteilnehmer, angesogen vom Gipfel, sind in Gefahr sich selber zu verlieren. Ein faszinierende Reise nicht nur auf den Cho Oyu sondern auch in menschliche Höhenflüge und Tiefschläge.
    Viel Glück auf dem Weg durch Tibet zum Everest!
    Gabi

  • Alexade 18.01.2008 | 13:32 Uhr

    Hallo Darek, ein wirklich spannender Bericht. Respekt vor der körperlichen Leistung und dem Einsatz aller Expeditionsteilnehmer, besonders aber vor deiner Erkenntnis, dass der Preis dieses Gipfel-Kicks, der neben Freundschaften und Partnerschaften auch beinahe Menschenleben gefordert hätte, schließlich zu hoch war!!! Lg Alex

  • AndyH 31.01.2008 | 21:21 Uhr

    Hallo Darek,

    Also jetzt hab ich ganz feuchte Hände vor lauter Aufregung! Hut ab vor eurer (zugegeben nicht immer ganz nachvollziehbaren) Motivation, diesen Berg um jeden Preis zu bezwingen! Als Österreicher, Bergfan (Klettern, Schitouren, Kayak, Wandern, Biken) und Verschlinger jeglicher grenzgängerischer Berg-Literatur kann ich die Faszination für derartige entbehrungsreichen Expeditionen jedoch sehr gut nachfühlen! Und dein Bericht ist genial aufgebaut! Was ihr alles erlebt habt!!! Klare 5 Bücher!

    Ciao,
    Andy

  • Frau_Mue 29.07.2009 | 20:06 Uhr

    das sind ja alles Junkies!

    Faszinierend zu lesen, wie "süchtig" ein Berggipfel machen kann. Für mich völlig undenkbar, aber höchst interessant diese Gedankengänge nachzuvollziehen. Oder es zumindest zu versuchen.

    LG Steffi

  • AndreCravan 12.09.2009 | 14:40 Uhr

    Ein mitreißender, dramatischer Bericht der ein wenig verdeutlicht, welchen physischen uns psychischen Belastungen man in diesen Höhen ausgesetzt ist.

    Gruß, Andre

  • poseydon 05.07.2010 | 02:12 Uhr


    Ein wirklich schöner Bericht, spannende Lektüre mit interessanten Charakteren! Als ich von Passang las, den du mir ja freundlicherweise für unseren Mustang-Trek empfohlen hast, musste ich schmunzeln: Wir waren zwar nicht annährend so hoch unterwegs wie ihr aber dennoch zeitweise ganz schön kurzatmig. Passang hat das nichts ausgemacht, auch im steilen Aufstieg hat er sich noch eine Zigarette angezündet :-)
    LG,
    Carolin

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  • u18y9s26 05.07.2010 | 21:29 Uhr

    Faszinierend! In atemloser Spannung habe ich gelesen, was sich Menschen antun um ein solches Ziel zu erreichen. Aus welchem Grund werden solche Expeditionen gesponsert und warum macht Wikinger-Reisen da mit? Leben, Gesundheit und menschliche Beziehungen aufs Spiel zu setzen, das sollte jeder auf seine eigene Kappe nehmen und aus eigener Tasche bezahlen. Trotzdem Hochachtung für deine Leistung!
    LG Ursula

  • pleuro 05.07.2010 | 21:59 Uhr

    Unglaublich spannender, dramatischer und sehr guter, aber auch ehrlich geschriebener Bericht! Dafür und auch für die Höchstleistung höchste Punktzahl!
    LG Anne

  • kuecken 27.02.2011 | 16:52 Uhr

    am Ende ist der eigene Wille entscheidend. Glückwünsche zu dieser Leistung reichen eigentlich gar nicht aus - C HA P E A U - !!!!!!!!!

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