Vom Winde getragen

Reisebericht

Vom Winde getragen

Reisebericht: Vom Winde getragen

Ein Reisebericht über einen Segeltörn auf der Ostsee. Von der Mecklenburger Bucht in das dänische Smaland-Fahrwasser und zurück. Über Wellen- und Windverhältnisse und dem Reisen mit Freunden.

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Wochenlang diesen Moment geplant ...

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Unsere gecharterte Segelyacht lag in Warnemünde / Rostock. Am Sonntag sollte es in aller Frühe los gehen. Den ersten Wind des Tages wollten wir nutzen um nach Dänemark zu kommen. Genauer wir wollten bis nach Kopenhagen oder sogar nach Helsingør hoch und wieder zurück – in einer Woche. Das Schiff war seetüchtig. Der Kurs geplant. Wir bereiten das Ablegen vor und werfen einen Blick auf die Ostsee, die wir nicht sehen. Nebel! Also Wind aus unser Aktivität nehmen und erst mal in Ruhe frühstücken.



Der Sturm vor der Ruhe

Klintholm

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Sonntag 10:00 Uhr. Kein Nebel mehr. Wir legen ab. Der Wind kommt aus Ost mit einer Windstärke zwischen 3 bis 4. Die Wellen kommen vom offenen Meer. Wir setzen Segel.

Wir wollen nordlich nach Møn. Einer dänischen Insel. Unsere Route geht parallel zum Fahrwasser der großen Frachtschiffe und Fähren, dann wollen wir sie senkrecht durchsegeln, uns zwischen den großen Schiffen durchschlengeln.

Unser Wind ist stabil und wir fahren einen Halbwindkurs. Nach zwei Stunden frischt der Wind auf. Vor dem Fahrwasser setzen wir das erste Fockreff. Wir machen immer noch gute Fahrt und nach fünf Stunden haben wir die Fahrrinne gut überquert. Nun sind wir in dänischen Gewässer. Jetzt gilt es nur mit einem Kurs von 10 Grad direkt nach Klintholm / Møn zu halten.

Der Wind frischt aber weiter auf und wir setzen weitere Reffs im Groß und in der Fock. Inzwischen haben wir Windstärke 7 bis 8. Über die Steuerboardseite spritzen die Wellen uns nass. Auch das ist Segeln: eimerweise Ostseewasser abzubekommen. Unsere Backboardreling hat deutlich Meerkontakt. Unser Boot ist gekränkt. Sehr stark. Die großen Wellen spielen mit uns. Das ganze Boot knarrt in sich und wir tanzen wie eine Nussschale auf den Wellen.

Das Land, was wir sehen, bleibt in der Ferne. Es will nicht näher kommen, obwohl wir konstant über 8 Knoten fahren. Während es sich am Anfang noch nach einen Simulator anfühlt, wird es jetzt kalt und klitschnass. Die Kräfte heben es vorne hoch, während es hinten noch im Wellental ist. Die Wellen nehmen wir diagonal bzw. sie nehmen uns diagonal. Den Kurs bei dieser hohen und schrägen Welle zu halten ist schwer. Eimerweise werden wir mit salzigen Wasser geduscht. Gefühlt ist es Rodeo. Dass wir abgeschmissen werden und dass unser Ritt mit ein paar blauen Flecken zu Ende ist, wird für uns unvorstellbar.

Nach 22 Seemeilen holen wir die Segel vor dem Hafen ein. Als ob jemand einen Schalter umgelegt hat, lässt der Wind nach. Kaum sind wir drin, hört es auf.
Wir sind erschöpft. Wollen wir so weiter machen? Erst mal essen wir etwas Warmes und gehen in die Sauna. Der nächste Tag wird uns wieder Engerie bringen.



Mit dem Schmetterling um die weißen Felsen von Møn

Die weißen Felsen von Klintholm

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Ruhiger soll es heute werden. Die ganze Woche soll ruhiger werden. Der Ritt war schon ein Erlebnis, aber muss nicht die ganze Woche sein. Das Wetter könnte laut den Berichten jeder Zeit wieder umschlagen, also die Törnplanung auf mehr Flexibilität ausrichten. Stress geht auch zu Hause.

Der Tag fängt also ruhig an. Wir runden die weißen Felsen der Insel Møn . Achten heute nur auf Fischernetze und dass wir den wenigen Wind überhaupt ins Tuch bekommen. Er kommt aus Süd / Südost. Wir fahren eine kurze Strecke unter Motor, weil wir das Stehen in der Ostsee (im Gegensatz zum gestrigen Tag) auch nicht ertragen.Doch bald kommt Wind auf. Wir segeln raumschots. Heute soll uns der Wind tragen, nicht die Welle. Wir öffnen die Segeln. Fock Steuerboard und das Groß nach Backboard. Das Groß bekommt einen Bullenstander, damit es stabil stehen bleibt. Wir liegen vor dem Wind . Die Wellen kommen und hebt uns langsam von hinten an. Wir sind entspannt und unterhalten uns in der Sonne.

Nach 23 Seemeilen und gefühlten 3 Urlaubstagen legen wir im vollen Hafen Rødvig an. Wir liegen gut im Hafen vertaut, als das tägliche Unwetter uns wieder besucht.



Schmetterling

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Kommentare

  • RdF54

    Sehr schöner Törn mit Wellenreiten ;-)

    LG Robert

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Vom Winde getragen 4.29 7

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