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GEO Magazin Nr. 03/10 Seite 1 von 1


Technik: Wie entsorgt man Windkraftflügel?

Rotorblätter von Windkraftanlagen bestehen aus speziellen Kunststoffen, deren Entsorgung problematisch ist. Forscher arbeiten an Lösungen, wie sich die Verbundstoffe sinnvoll wiederverwerten lassen


Im Freilager der Vestas Blades Deutschland GmbH warten Rotorblaetter versandfertig auf die Auslieferung durch Schwerlasttransporter (Foto von: Paul Langrock/Zenit/laif )
© Paul Langrock/Zenit/laif
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Im Freilager der Vestas Blades Deutschland GmbH warten Rotorblaetter versandfertig auf die Auslieferung durch Schwerlasttransporter

Über 20 000 Windturbinen drehen sich zwischen Nordsee und Alpen. In den nächsten Jahren erreichen nur wenige der Rotoren ihre Altersgrenze. Ab 2020 aber wird es ernst: Dann müssen jährlich mehr als 15 000 Tonnen Flügelmaterial entsorgt werden. Die Konzepte dafür sind die Hersteller größtenteils noch schuldig. Während die Beton- und Metallteile wie Turm und Generator sich recht einfach verwerten lassen, sind die aus Kunststoffen gefertigten Rotorblätter eine echte Herausforderung: Sie enthalten Gifte.

Die Windfänger bestehen unter anderem aus sogenannten glasfaserverstärkten Kunststoffen, einem Verbund aus einer Glasfaser, die das Stützgerüst bildet und einem Harz. Die Deponierung dieser Mischstoffe ist verboten, und bei der konventionellen Müllverbrennung entwickelt das Harz toxische Gase, die aufwendig gefiltert werden müssen. Zudem verstopfen die schmelzenden Glasfasern die Anlagen. Auch das sogenannte Downcycling ist keine sinnvolle Option. Dabei werden die Faserwerkstoffe zu Schnipseln geschreddert, um in minderwertigen Produkten, etwa Parkbänken oder Verkleidungsteilen, wieder verarbeitet zu werden. "Brauchen wir so viele Parkbänke?", fragt Ralf Schledjewski vom Institut für Verbundswerkstoffe an der Universität Kaiserslautern.

Einen neuen Ansatz hat der Schweizer Zementhersteller Holcim im schleswig-holsteinischen Lägerdorf erfolgreich getestet. Die zerkleinerten Flügel dienen als Brennmaterial bei der Zementproduktion. Dabei werden 2000 grad Celsius erreicht – genug, um die Stoffe rückstandslos zu verwerten. Positiver Nebeneffekt: Die Glasfaserschnipsel enthalten Silizium und ersetzen damit Teile des Sands, der dem Prozess bisher zugeführt werden musste.



Mehr zu den Themen: Artenvielfalt, Moral

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Kommentare zu "Technik: Wie entsorgt man Windkraftflügel?"

Hazet | 25.12.2010 13:03

@Dominik.. Hallo Miteinander, Ich kann ja verstehen,daß so mancher Kommentar zu oberflächlich
erscheint !(1000 Zeichen sind auch nicht viel ) Wer selbst schon Polyester verarbeitet hat, wird
bei den riesigen Mengen Gift, welche bei der Herstellung anfallen, nicht mehr sagen können, daß
Growians umweltfreundlich sind ! Form-Polyester besteht aus Glasfaser, Polyester, Styrol-giftig,
Kobalt und andere Beschleuniger- sehr giftig !! Wobei die sehr giftigen Bestandteile im Rotorblatt
verbleiben und das Styrol verdunstet.. wohin wohl ??.
Der nerventötende, niederfrequente Lärm wird von den Mitmenschen beanstandet, die in der Nähe
solcher Anlagen wohnen und darunter zu leiden haben, wenn der Wind den Schall zuträgt !!
Es ist also keine Erfindung von mir, sondern gelesene Erfahrung !
frohe Festtage wünscht Hazet
Beitrag melden!

Dominik | 21.12.2010 18:00

@Hazet: Ihren eigenen Eingangssatz sollten Sie sich selbst als erstes zu Herzen nehmen, Ihre Kommentare zeigen leider dass Sie über die erneuerbaren Energien nicht sonderlich viel Wissen besitzen. Das gilt sowohl für den Vergleich zwischen Wind und Solar, als auch für den Teil mit der Energiespeicherung - hier vergleichen sie Erdnüsse mit Melonen, und setzen Mais mit Reis gleich.
Ausserdem sollten Sie öfter mal "meiner Meinung nach" verwenden, diese konservative Einstellung den Windrädern gegenüber ist nämlich glücklicherweise eine nicht mehr so weit verbreitete. Ich persönlich finde Windräder schön, wesentlich schöner als das was die letzten Generationen in die Landschaft gebaut haben. Und der Lärm - wissen Sie wieviel so ein Windrad an Strom produziert? Vergleichen Sie den Lärm mal mit anderen technischen Anlagen - es steht in keinem Verhältnis. Wobei wir wieder bei Ihrem Eingangssatz wären - nichts für ungut! Beitrag melden!

Hazet | 16.10.2010 16:02

Nicht wissen was Sache ist, aber auf der ÖKO-Welle schwimmen ! Wann, liebe Leute merkt Ihr endlich,
daß die Dinger (Growians) nicht nur die Landschaft verschandeln,sondern auch nerventötenden Schall
erzeugen ?? SOLAR-Strom erzeugen machen VIELE- weil es Subventioniert wird- aber nur wenige
speichern auch für den Eigenbedarf ! Genau HIER ist das Problem der Zukunft schon hausgemacht,
wenn Jedermann den Solarstrom speichern müsste, würde der Rohstoff für die Accus knapp und teuer !
Bei den hochgelobten E-CARS sind die Accus schon der größte Kostenanteil !!
Wenn es noch einen Lichtblick gibt, sind es die neuen Anlagen zur Wasserstoff-Gewinnung ( siehe
auch den GEO-Beitrag )
ATOM geht ohne WAA nicht, nur Endlagern löst das Problem nicht ! Die Sonne macht es uns vor,
nur OHNE Forschung wird es auch keine Fusions-Technik geben !
Da kann ich nur sagen, heizt schön weiter mit Holz usw. ,die Bäume dafür sind für den Zweck schon
vor 100 Jahren gepflanzt worden, oder etwa nicht ??? Beitrag melden!

ehes | 16.09.2010 17:39

Diese Teile könnten doch wieder im Bau als mindertragende Teile verbaut werden. Die lange Nutzungszeit ist eigentlich der umweltfreundlichste Standart! Beitrag melden!

zner | 14.09.2010 20:01

Sicher kann man vieles in einem Drehrohrofen verbrennen. Wenn jetzt bei der Zementproduktion nur kein CO2 entstehen würde war es wirklich schön. Leider ist aber diese der größte CO2 emittierende Baustoff. Beitrag melden!

Nutze den Tag | 02.08.2010 06:33

Wertloses Plastikmoney, etc. gibts mehr als alte Windkraftflügel, macht sich da jemand Sorgen? Das mit WK Flügel als "Problem" darzustellen ist einfach lächerlich.

Trotzdem ein Vorschlag: Könnte man WK Flügel künftig galvanisch verchromen, dann sollten sie schier ewig halten, denn dann kann das Sonnenlicht - UV den Kunststoff nicht zerstören?
Oder als fein gemalener Füllstoff in Panzerungen: Die Schmelzwärme ist so hoch, dass praktisch kein Geschoß durchschlagen kann. Aber das wäre Pflugscharen zu Schwerter!

Macht einen Schülerwettbewerb. Beitrag melden!

Nachhelfer | 09.04.2010 10:25

- - und im nächsten Leben in Physik besser aufpassen. Beitrag melden!

R. Miller | 20.03.2010 12:33

Die Zementindustrie kann alles gebrauchen, was brennt. Und da sie das auch verbrennen dürfen, sehe ich kein Problem mit der Entsorgung. Auch Altreifen werden so entsorgt und dienen noch als Ersatzbrennstoff.Es gibt sicherlich noch mehr, außer Windflügel, das bei der Entsorgung für Kopfzerbrechen sorgt. Was machen wir eigentlich mit unserem Atommüll? Bislang wird der nur zwischen- oder endgelagert. Verbrennen lässt sich der nicht so einfach. Hat da jemand eine Antwort? Beitrag melden!

Wayne | 10.03.2010 12:56

Erinnert mich irgendwie an den Toyota Prius. Auch hoch gelobte Technologie Sauber und Umweltfreundlich. Pustekuchen ein test ergab das ein Toyota Prius Umweltschädlicher ist als ein Hummer mit 20 liter Verbrauch auf 100 km. Wen es interessiert kann da mal lesen =)

http://www.shortnews.de/id/660201/Hummer-umweltfreundlicher-als-der-Toyota-Prius Beitrag melden!

Engelbert Huber | 26.02.2010 08:40

Vernünftige Lösung! Viele Glasfaserteile sind im Mobilsektor, Auto, Flugzeuge, Kabinen, Sanitärbereich, Spielzeug verbaut. Die haben bis dato nicht an Entsorgung gedacht, oder sich dazu organisiert. Da ist die Elektrobranche Spitze im Entsorgungsbereich!
bis auf die Atomkraft, da spielt nur der Gewinn die erste Geige, die Entsorgung überlassen sie der Zeit..............nach uns die Wüste. Beitrag melden!

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