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Lebensmittelproduktion: Die Industrie, die uns satt macht

Da Nahrungsmittel heute überwiegend großtechnisch hergestellt werden, hat der Verbraucher eine größere Auswahl als je zuvor - und das zu niedrigen Preisen. Doch die Folgen einer solchen Produktion sind drastisch: Tierquälerei, Umweltzerstörung, Chemieeinsatz, Ausbeutung, Verschwendung

Text von Henning Engeln, Jana Hauschild und Rainer Harf

Wer in der westlichen Welt heutzutage einen Supermarkt betritt, steht vor einem schier unüberschaubaren Angebot: Bis zu 30.000 unterschiedliche Lebensmittel umfasst das Sortiment in den Filialen mancher deutscher Handelsketten. Ein Rausch der Farben, der schönen Verpackungen und der verführerischen Düfte.

Doch vieles sieht man nicht: beispielsweise die Enge der Ställe, in denen jene Hühner und Schweine heranwuchsen, deren Fleisch nun in der Auslage präsentiert wird. Die vielen Tausend Kilometer, die manche Nahrungsmittel zurückgelegt haben, bevor man sie in die Regale einsortieren konnte. Die Regenwaldgebiete, die gerodet wurden, um Nahrungspflanzen für europäische Nutztiere anzubauen. Die Vielzahl an Zusatzstoffen, mit denen die Fertiggerichte hergestellt wurden.


Sojaernte in Brasilien: Auf Millionen Hektar wird eiweißreiches Kraftfutter angebaut, um in Europa und China billig, schnell und in großen Mengen Fleisch produzieren zu können (Foto von: Paulo Fridman/Corbis)
© Paulo Fridman/Corbis
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Sojaernte in Brasilien: Auf Millionen Hektar wird eiweißreiches Kraftfutter angebaut, um in Europa und China billig, schnell und in großen Mengen Fleisch produzieren zu können

Die Kosten der Bequemlichkeit

Wohl nie zuvor war sich der Konsument weniger darüber klar, woher sein Essen kommt und wie es hergestellt wird. Denn die Menschen bereiten ihre Nahrung immer seltener selbst zu, sondern gießen sich etwa morgens Milch auf maschinell gefertigte Frühstücksflocken, gehen mittags in die Betriebskantine und schieben abends eine Tiefkühlpizza in den Ofen. Kaum jemand denkt beim Biss in sein Brötchen noch an wogende Weizenfelder, deren Korn das Mehl liefert, oder bringt den Geruch eines saftigen Steaks mit dem eines weidenden Rindes in Verbindung. Stattdessen stoßen die Menschen im Supermarkt auf eine ungeheure Fülle ästhetisch inszenierter und immer gleich gestalteter Lebensmittel.

Früchte und Gemüse aus der ganzen Welt stapeln sich zu jeder Jahreszeit auf den Verkaufstischen. Das Fleisch von Rindern, Schweinen, Hühnern, Puten, Enten und Lämmern lagert in den Theken, eine verblüffende Zahl von exotisch anmutenden Schokoladen mit den unterschiedlichsten Füllungen und Geschmacksrichtungen verführt die Käufer, und es lockt ein riesiges Angebot von Fertiggerichten. 24 Stunden am Tag kann ein Mensch heute in deutschen Großstädten einkaufen. Er erwartet, dass die Nahrungsmittel sicher, frisch, lange haltbar und permanent aus allen Winkeln der Erde verfügbar sind - und selbstverständlich unabhängig von Jahres- und Erntezeiten. Und tatsächlich mögen viele dieser Produkte gesund sowie ökologisch und ethisch unbedenklich sein. Aber natürlich sind es nicht alle.


Ein Kilo Hähnchenbrustfilet für 5 Euro

Denn wie kann es angehen, dass ein Hähnchenbrustfilet in manchen Supermärkten für weniger als fünf Euro pro Kilo zu haben ist, die gleiche Fleischportion bei einem Bio-Hähnchen dagegen fast 30 Euro kostet?
Weshalb sind in der EU allein 321 Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln zugelassen und Hunderte weitere chemische Substanzen im Essen enthalten, die in der natürlichen Nahrung nicht vorkommen? Welchen Sinn macht es, hiesige Rinder, Schweine und Hühner mit Sojabohnen aus Brasilien zu füttern? Wer denkt schon daran, dass für unseren Schokoladengenuss Kinder in Kakaoplantagen arbeiten müssen, bei der Zucht von Shrimps Mangrovenwälder geopfert werden, dass in manchen Suppen nicht ein Stück echtes Gemüse enthalten ist und in bestimmten Erdbeerjoghurts nicht eine einzige Frucht?

Sicher, die industrielle Nahrungsmittelerzeugung hat uns Konsumenten in eine äußerst komfortable Situation versetzt, weil wir heutzutage Lebensmittel jeder Qualität und Preisklasse einkaufen können. Doch der Druck, möglichst preisgünstig und maschinell zu produzieren, hat auch Bedingungen geschaffen, die auf Kosten der lebenden Kreaturen, der Umwelt und womöglich unserer Gesundheit gehen.


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Mehr zu den Themen: Umwelt, Ernährung, Konsum

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Kommentare zu "Die Industrie, die uns satt macht"

Hendrischson | 04.09.2012 22:08

Mal wieder ein typisch reißerischer Artikel über die böse, böse Landwirtschaft! Man wird es echt leid solche Artikel zu lesen, die immer wieder die Landwirte in Deutschland und Europa als profitgeile Tierquäler hinstellt....
Ich vermute, dass ihre Redakteure eng mit Organisationen wie PETA oder dem NABU zusammen arbeiten. Anders kann ich mir so eine schlecht recherchierte Darstellung der Lebensmittelproduktion nicht vorstellen. Also, moderne Haltungsformen in Deutschland heben Sie mit eigenen Augen anscheinend noch nicht gesehen! Beitrag melden!

Michael Moore | 30.08.2012 21:52

Wir sind im Kali-Yuga und nähern uns dem tiefsten Punkt des Materialismus.
Ich hoffe es geht bald aufwärts. Beitrag melden!


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