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GEO Magazin Nr. 08/10 Seite 1 von 6


Kinder, raus in die Natur!

Kinder lieben die Natur - und sie brauchen sie. Dass sie kaum noch im Freien herumstrolchen, hält der Biologe und Naturphilosoph Andreas Weber für eine zivilisatorische Katastrophe.

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Text von Andreas Weber

Wer durch die Felder des ländlichen Berliner Bezirks wandert, in dem wir wohnen, begegnet nicht nur fast keinen Schmetterlingen mehr. Er trifft auch kaum ein Kind. Anders als noch in den 1970er Jahren scheinen Kinder, die Abenteuer unter freiem Himmel erleben, die sich schmutzig machen, sich Kratzer holen, eine aussterbende Spezies zu sein. Eine Fülle von Studien bestätigt, was Stadtmenschen wissen, vielleicht ohne es sich bewusst zu machen: Der Aktionsradius der gegenwärtigen Kindergeneration verlagert sich zunehmend auf das Hausinnere.


 (Foto von: Jan von Holleben)
© Jan von Holleben
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Das Gebiet, in dem sie auf eigene Faust umherstreifen dürfen, hat sich in drei Jahrzehnten so drastisch verkleinert, als lauerten Heckenschützen hinter jedem Müllcontainer. Vor allem kommen Kinder immer seltener in Kontakt mit der Natur. Eine schleichende Indoor-Krankheit scheint unseren Nachwuchs befallen zu haben, und sie steckt auch jene an, die wie Max und Emma hektarweise Freiraum zur Verfügung haben: Felder zum Drachensteigen.

Gräben zum Fröschefangen. Seen zum Angeln. Bäume zum Klettern. Bombentrichter im Wald, kurz: eine Welt, wie sie Tom Sawyer erlebte. Und der Abschied der Kinder von der Natur ist nicht folgenlos. Denn mit dem Schwinden des ungezügelten Spiels im Freien droht etwas Unersetzliches verloren zu gehen: die Möglichkeit, seelische, körperliche und geistige Potenziale so zu entfalten, dass Kinder zu erfüllten Menschen werden.


Natur ist ein elementares menschliches Bedürfnis

Romantik? Nein, ein Befund der Gehirnforschung, zum Beispiel. Ihr Erkenntnisstand: Die Gegenwart der Natur, das Spiel in ihr sind relevant für die Befriedigung der emotionalen, aber auch der kognitiven Bedürfnisse heranwachsender Menschen. Wird ihnen die Freiheit verwehrt, unkontrolliert von Erwachsenen in einer von selbst gewordenen – nicht einer künstlich gefertigten – Welt Erfahrungen zu machen, können Kinder zentrale Fertigkeiten nur sehr schwer entfalten. Ohne die Nähe zu Pflanzen und Tieren verkümmert ihre emotionale Bindungsfähigkeit, schwinden Empathie, Fantasie, Kreativität und Lebensfreude.

Es ist auch die Sorge der Eltern, die Spielräume verengt. Wie dramatisch das Recht von Kindern gezügelt worden ist, in Freiheit herumzustreifen, zeigt das zufällig untersuchte Beispiel einer Familie im britischen Sheffield. Der Urgroßvater war in den 1920er Jahren im Alter von acht Jahren zehn Kilometer zu seiner Lieblingsangelstelle marschiert. Sein Schwiegersohn durfte nach dem Krieg, gleichermaßen achtjährig, durch den anderthalb Kilometer entfernten Wald streifen. Auch zur Schule ging er allein. Dessen Tochter stand es in den 1970er Jahren immerhin frei, mit dem Rad durch die Nachbarschaft zum Schwimmen zu fahren. Ihr eigener Sohn jedoch, ebenfalls acht, darf sich allein nur bis ans Ende der Straße bewegen – und wird mit dem Auto zur Schule kutschiert.



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Kommentare zu "Kinder, raus in die Natur!"

Eva önj Neukirchen | 12.05.2012 15:48

Ein toller Beitrag - habe auch das Buch "Mehr Matsch" von Andreas Weber gelesen.
Ich denke alle Eltern, Lehrer und Erzieher sollten den Artikel und das Buch lesen um zu verstehen, wie wichtig echte, reale und lebendige Erfahrungen für ALLE Kinder sind. Natur - Pflanzen, Tiere auch Steine usw. sind spannend, interessant, oft unglaublich und immer lehrreich !
Schaut mal auf die Homepage der önj - Österreichischen Naturschutzjugend -(www.oenj.at) önj versucht schon seit Jahrzenten Kindern und Jugendlichen Natur erlebbar und begreifbar zu machen. Kinder dürfen schmutzig und nass werden, sie dürfen Pflanzen berühren und auch mit ihnen spielen (wenn nicht selten oder geschützt), Tiere dürfen beobachtet werden - manche kann man auch "streicheln" oder ganz nah spühren - dabei lernen die Kinder auch respektvoll und vorsichtig mit lebendigem umzugehen. Diese faszinierende Welt schützen wollen - kommt da von selbst!
Es gibt viel zu erleben - Abenteuer Natur- echt, in realer Welt ! www.oenj.at Beitrag melden!

bodo kaiser | 24.02.2012 21:01

Als Kind habe ich noch im Wald jeden Tag gespielt. Heute als Vater versuche ich das meinen Kidern auch zu ermöglichen. Leider ist Wald bei uns ausschließlich zum Naturschutzgebiet ( Vellener Brook und Geisterholz bei Ennigerloh) erklärt worden. Das ist doch Wahnsinn. Früher war dieser Wald ohne diese Bezeichnung genauso naturnah wie heute, nur das er heute für Menschen außerhalb der Wege nicht betreten werden darf. Wenn das so weiter, vor allem in NRW, sind alle Wälder bald Naturschutzgebiete. Wie sollen unsere Kinder etwas schützen wollen,was sie nie richtig kennen gelernt haben. Beitrag melden!

Sebastian | 02.02.2012 11:00

ja.. das hat mich auch gewundert.. Im Heft standen Beispiele mit dem Turm und dem Ordnungsamt, daß die Betätigung der Kinder wieder blockiert hat.. und das der Autor seine Kinder mit dem Werkzeug losgeschickt hatte..

Ist die Fassung hier online gekürzt? .. :o( .. Ich finde nämlich mein Heft derzeit nicht und will einen Vortrag über das Thema halten, aber hier steht leider nicht der ursprüngliche Text.. Beitrag melden!

Sebastian | 01.02.2012 22:22

ja.. das hat mich auch gewundert.. Im Heft standen Beispiele mit dem Turm und dem Ordnungsamt, daß die Betätigung der Kinder wieder blockiert hat.. und das der Autor seine Kinder mit dem Werkzeug losgeschickt hatte..

Ist die Fassung hier online gekürzt? .. :o( .. Ich finde nämlich mein Heft derzeit nicht und will einen Vortrag über das Thema halten, aber hier steht leider nicht der ursprüngliche Text.. Beitrag melden!

JeD | 28.08.2011 00:13

Ein Jahr später.
Warum ist dieser Artikel im Heft anders geschrieben ? Mir fehlen die Zeilen mit dem Holz, der Säge und dem Berliner Park.
Kriegt man den Artikel so noch ? Habe den beim Arzt gelesen, da lag die ganze Zeitung. Beitrag melden!

Detlef Prein | 20.08.2011 10:34

Ein Jahr später und doch immer aktuell. Der Artikel beschreibt wirklich gut, wie die Gesellschaft heute mit den Kindern und der Natur umgeht. Es ist meines Erachtens am Wichtigsten, dass Verbote die Natur zu betreten abgeschafft werden. Während vor 30 Jahren der Apfelbaum frei zugänglich war und auch von den Früchten genascht werden durfte, ziert heute beim selbigen Apfelbaum ein Schild das Grundstück: Betreten Verboten. Es sind nicht die Gefahren der Natur, die Erfahrungen verhindern, sondern Ge- und Verbote.
Unsere Eltern, wie auch wir (Generation Bj 60) hatten noch diese Möglichkeiten.
Heute sind die selben "Taten" Straftaten und werden genau von den "Alten" nicht mehr geduldet. Und schon brauchen wir "künstlich" geschaffene Freiräume für die uns wohl wichtigsten Menschen - unsere Kinder. Beitrag melden!

Constantin Goth | 20.06.2011 01:01

Ein wahrlich wuderbarer Artikel, vielen Dank. Ich stimme dem Autor zu, dass erkundungsaufenthalte in der Natur extrem wichtig für Kinder sind, allerdings würde ich Mädels jetzt auch nicht unbedingt alleine in den Wald schicken, um dort ein wenig Abenteuer zu spielen.

Für uns ist eine Alternative ein Spielhaus im Garten in dem die Kinder im Sommer fast täglich die faszinierendsten Rollenspiel spielen und mich immer wieder, auch mit dem einen oder anderem Blödsinn, überraschen. Dieses Spielhaus habe ich vor 3 Jahren mit den Kindern zusammen gebaut. Ich habe mich damals bewusst gegen eine schnelle Baumarkt Variante entschieden und ein Spielhaus selber konstruiert, was sicherlich deutlich länger gedauert hat. Für all diejenige die diesen Weg auch gehen möchen habe ich die Bauanleitung auf der Seite www.spielhaus-bauen.de veröffentlicht. Nach erfolgreichem Bau würde ich mich sehr über Bilder freuen. Beitrag melden!

Constantin Goth | 20.06.2011 00:50

Ein wahrlich wuderbarer Artikel, vielen Dank. Ich stimme dem Autor zu, dass erkundungsaufenthalte in der Natur extrem wichtig für Kinder sind, allerdings würde ich Mädels jetzt auch nicht unbedingt alleine in den Wald schicken, um dort ein wenig Abenteuer zu spielen.

Für uns ist eine Alternative ein Spielhaus im Garten in dem die Kinder im Sommer fast täglich die faszinierendsten Rollenspiel spielen und mich immer wieder, auch mit dem einen oder anderem Blödsinn, überraschen. Dieses Spielhaus habe ich vor 3 Jahren mit den Kindern zusammen gebaut. Ich habe mich damals bewusst gegen eine schnelle Baumarkt Variante entschieden und ein Spielhaus selber konstruiert, was sicherlich deutlich länger gedauert hat. Für all diejenige die diesen Weg auch gehen möchen habe ich die Bauanleitung auf der Seite www.spielhaus-bauen.de veröffentlicht. Nach erfolgreichem Bau würde ich mich sehr über Bilder freuen. Beitrag melden!

Christian | 24.05.2011 17:09

Hallo. Ich habe den Artikel von Hr. Weber mit Interesse gelesen. Ich finde ein spanneder und wegweisender Schritt für alle Eltern / Bezugspersonen die Kinder viel mehr in die Natur zu lassen. Ich mache gerade eine Ausbildung zum Motopäden in Köln, und dieser Artikel hat mich dazu gebracht, eine Projektarbeit zugestallten die sich mit - Kinder und Väter / Eltern in der Natur - befaßt.
Mir fehlen noch greifbare Inhalte wie an dieses Projekt herangehen kann.
Vielleicht kann mir ja jemand Tipps geben, wie so etwas gestallten kann?

Dankeschön... Beitrag melden!

Helmut Hucke | 23.04.2011 19:23

Erst kürzlich bin ich auf den Artikel des Herrn Weber gestoßen und habe mich durch die überaus große Anzahl der Kommentare gearbeitet. Dadurch, dass ich mit nahezu allen weitgehend einverstanden bin, kann ich mir Wiederholungen ersparen. Befremdet hat mich allerdings schon Meinung des Herrn Omid Hajiabadi. Noch unverständlicher war sie mir, als er sich als Psychologe und Therapeut bezeichnete. Geradezu unverschämt fand ich seine Arroganz und Überheblichkeit, mit der er sich wohl als Oberweiser sah. Ob er wohl wirklich seine Patienten in diesem Sinne behandelt? Beitrag melden!

L. Schmieder | 07.03.2011 09:01

Diese Artikel hat mir sogar ein paar Tränchen in die Augen steigen lassen. Er hat mich berührt.
Wir leben (2 Kinder) in einem Gewerbegebiet und haben trotzdem viel Natur um unser Haus herum. Sogar einen Teich haben wir, aber keinen zum nur "von weitem Anschauen" (weil für manche zu gefährlich ... )
kurz und knapp: es ist nicht die Gesellschaft oder Medien schuld, sondern die Eltern selbst.
Eltern sollten die moderne Medien- und Freizeittechnik einschränken, ohne sie zu verurteilen.
Weil auf der anderen Seite sollen die Kinder ja schon in der ersten Klasse am Computer arbeiten können.
Auf alle Fälle haben wir es in der Hand: wir können es vorleben, indem wir Sport treiben, mit unseren Kindern in die Natur gehen (wenn möglich zu jeder Jahreszeit) und vielleicht auch viel von seinen eigenen Erlebnissen als Kind erzählen.
Ja, ich war auch ein Naturkind ! Wir hatten sogar noch in der Grundschule Schulgarten-Unterricht.Ich werde an unserer Schule Unterrichtsstunden im Freien vorschlag Beitrag melden!

danielas | 22.02.2011 15:59

Ich kann dem Artikel nur zustimmen.
Für viele gestresste Eltern ( man muss heutzutage ja vollbeschäftigt sein, um sich alle Urlaube, sämtliche Schnick -Schnacks etc. leisten zu können ) ist es einfacher, die Kinder vor den Fernseher oder Computer zu setzen, da hat man "keine Arbeit". Es ist viel zu anstrengend, den Kindern zuzuhören, wenn sie von ihren Erlebnissen in der Natur berichten, die schmutzige Wäsche zu waschen oder von ihnen gestört zu werden, wenn sie dies oder das für ihre Entdeckungen in der Natur benötigen.
Das meiner Meinung nach Wichtigste beim Thema Erziehung ist nach und nach bald nicht mehr vorhanden: Zeit und einfach da sein, wenn die Kinder uns Eltern brauchen. Wir bräuchten sie nur in ihrer natürlichen Entwicklung zu unterstützen - und zu dieser zählen sicher keine Computerspiele! Beitrag melden!

Markus Strüver | 31.01.2011 16:59

2. Wulften am Harz: Hier wurde in Ortsrandnähe ein 25.000 qm großes Gelände erworben und Kindern als Schulbiotop und Naturerlebnisgelände zur Verfügung gestellt.
3. Lauffen am Neckar: In den Sommerferien findet regelmäßig das Zaberprojekt statt, bei dem Kinder spielend bei der Renaturierung des Flusses beteiligt werden. Nachdem ich mir das Projekt angesehen hatte, fragte ich mich, was wohl mehr renaturiert würde: die Zaber oder die Kinder^^. Ein großer Dank an Ulrich Kammerer für dieses engagierte Projekt!
4. Schlierbach/ Odenwald: Hier haben Bürger in vielen Umgestaltungsaktionen einen Naturerlebnisspielplatz geschaffen, der in der Region seinesgleic hen sucht. Nicht nur der vorher verrohrte Bach wurde freigelegt, es gibt vielgestaltige Spiellandschaften und kreative Erholungsplätze für die Erwachsenen (Grillrunde, Buchlesebank, Kaffee- und Kuchenbank). http://www.schlierbach-odw.de/content_freizeit/content-bolzplatz.htm
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Markus Strüver | 31.01.2011 16:43

Da mein Kommentar an einigen Stellen für Irritationen gesorgt hat, möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass es nicht um ein entweder (Umweltbildung) oder (naturnahe Gestaltung von für Kinder relevante Flächen) geht, sondern um ein sowohl als auch. Anders ausgedrückt: ich plädiere für ein Ineinandergreifen von verhaltens- und verhältnisorientierten Interventionsformen gemäß der Charta von Ottawa, und dies auf allen 5 Interventionsebenen.
Weitere Positivbeispiele für Kommunen: (Nachahmung ausdrücklich erwünscht!):
1. Alsbach-Hähnlein: Hier werden in regelmäßigen Abständen Ferienspiele zum Thema Lehm durchgeführt. Die Kinder können nach Herzenslust im Lehmbaden, matschen, Öfen und Hütten bauen und am Feuer experimentieren. Letztes Jahr war es so ansteckend, dass sogar die Fernsehreporterin vom HR ihre Interviews aus dem Lehmbad heraus geführt hat! http://www.echo-online.de/region/darmstadt-dieburg/alsbach-haehnlein/Matschrutsche-fuers-Kinderglueck;art1280,1007
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Frank Willemsen | 23.01.2011 13:27

Lieber Herr Weber, hab ihren Artikel leider erst jetzt gelesen, und kann mich den durchweg positiven Kommentaren (100 % (?) nur anschließen. Wie ich erfreut sehe, tummeln sich auch die Naturgartenprofis aus unserem großen Naturgartennetzwerk unter den Kommentatoren, so dass jeder weitere Beitrag meinerseits Eulen nach Athen tragen hieße. Da Sie sehr engagiert sind im Bereich "Grüne Themen": Was halten Sie davon, einmal einen Bericht zu bringen zum Thema "Naturnahe Gartengestaltung/NER´s (Naturerlebnisräume) an Schulhöfen und Kitas? Es wäre die konsequente Erweiterung und sinnvolle Ergänzung des von Ihnen aufgezeigten Weges zu mehr Naturerleben und -erfahrung. Infomaterial und Erfahrungsschatz stellen Ihnen die Naturgartenprofis aus der Schweiz, Österreich, Niederlande und BRD mit Sicherheit gerne zur Verfügung! Links siehe unter den Kommentaren von Paula Polak, Dr. Reinhard Witt und Markus Strüver.
Mit naturnahen Grüßen, Frank Willemsen Fachbetrieb für Naturnahes Grün (Gestaltung) Beitrag melden!

Markus Strüver | 18.01.2011 13:25

Ohne die sinnvolle Tätigkeit der Naturschutzzentren in Frage zu stellen, sehe ich doch in der Zentralisierungswut eine der tieferliegenden Ursachen der heutigen Umweltprobleme : Denn eine Funktion (hier: Naturerleben) aus dem Gesamtzusammenhang zu lösen und an einer Stelle zu zentralisieren, schafft mindestens zwei neue Probleme: 1. Die Induzierung von zusätzlichem Verkehr zwischen den verinselten Welten und 2. die Bestärkung der Illusion, es werde genug für das Naturerleben von Kindern getan.
Woran es aber fehlt, sind Naturerfahrungsmöglichkeiten, denen sich die Kinder jenseits von Zeitvorgaben und Kontrolle der Erwachsenen hingeben können: im naturnahen Garten, im Kindergarten, auf dem Schulweg, auf dem Schulhof, auf Naturerlebnisspielplätzen, auf Brachen, auf Naturerlebnisflächen. Was wir brauchen, ist weniger verinseltes oder verordnetes Naturerleben im Klassenverband, als vielmehr naturnah gestaltete Flächen überall dort, wo Kinder aufwachsen. Sie würden übrigens auch den Erwachsenen gut tun...
www.natur-und-abenteuer.de , www.naturgarten.org, http://www.efh-darmstadt.de/download/bespielbare_Stadt/Spielstadt.pdf, http://www.naturerfahrungsraum.de
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Doris | 17.01.2011 09:19

In der Stadt zu leben, ist für Eltern & Kids, vor allem für die Kleinen, nicht immer leicht. Vor allem aber geht es darum, dass die Großen Vorbild sind. http://www.wildurb.at
Hier gibt es Tracks, Points, Freizeitanregungen für draußen und Videobeiträge von Menschen, die gehen. Anschauen! Beitrag melden!

Simon Schneider | 04.01.2011 13:30

ich weiß ich bin spät, aber ich finde es auch sehr wichtig was in dem Artikel steht. Erschreckend fand ich die Situation in Deutschland mit dem Naturschutz usw. Bei uns im Erzgebirge sind die menschen noch normal. Ich war als kind oft im wald, habe höhlen gebaut, bin auf felsen gekletter, habe bäche angestaut und die Wälder erforscht.Es war herrlich und ich kann nur sagen, dass das nicht aufhören darf. Die kinder müssen raus und die natur kennenlernen die sie schützen sollen. sie müssen ihren wert erst verstehen können. wir müssen uns dagegn wehren, dass die natur zum ausstellungsstück wird! Wir brauchen ein Museum zum anfassen!!! Beitrag melden!

W. Kehren | 18.12.2010 14:03

Johanna kennt leider offensichtlich nicht die Situation in Nordrhein-Westfalen. Wenn dort eine Brachfläche dank eines gefährdeten Tieres gesichert wird, bedeutet das automatisch, dass Kinder dort nicht spielen dürfen. Genauer: Sie dürfen die Wege nicht verlassen, keine Pflanzen oder Früchte entfernen, nicht im Boden graben, keine Flüssigkeiten ins Gelände abgeben - jede NRW-Naturschutzverordnung umfasst ca. 50 detaillierte Verbote. Im letzten Bonner Naturschutzgebiet, das das Betreten abseits des Weges erlaubte, weil es mitten in einem Wohngebiet liegt und der Tritt meist nicht schadet, wurde diese Freizügigkeit von der Bezirksregierung untersagt. Wenn an irgendwelchen Felsen Klettern erlaubt werden soll, wird so lange gesucht, bis sich irgendeine Anhang4-Art gefunden hat, die möglicherweise gefährdet werden könnte...und dann: zu ist der Wald! Tragischer Nebeneffekt: Als Biologen graben wir uns damit unseren eigenen Nachwuchs ab. Beitrag melden!

W. Kehren | 18.12.2010 14:02

Die FFH-Richtlinie der EU kennt das "Verschlechterungsverbot": Ein Lebensraum einer gefährdeten Art darf nicht so verändert werden, dass ihre Individuenzahl zurückgeht.
Die Roten Listen kennen die Kategorie V "Arten der Vorwarnliste:
Arten, die aktuell noch nicht gefährdet sind, von denen aber zu befürchten ist, daß sie innerhalb der nächsten zehn Jahre gefährdet sein werden, wenn bestimmte Faktoren weiterhin einwirken. " Dies gilt auch, wenn eine Art nur regional gefährdet und in anderen Ländern reichlich vorhanden ist.
Kommen solche Arten in einem Lebensraum vor, müssen wirksame (!) CEF (vorgezogene Artenschutzmaßnahmen) durchgeführt werden, bevor z.B. ein Baumarkt gebaut werden darf.
Würde man diese Kriterien an die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland anlegen, müssten großflächig Biotope für Kinder angelegt werden.
Stattdessen müssen wir die Wechselkröte vorschicken und - meist vergeblich - hoffen, dass auch Kinder noch auf den durch sie geretteten Flächen spielen dürfen. Beitrag melden!

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