So funktioniert der Empfehlen-Button von Facebook
Sie möchten den neuen Facebook Empfehlen-Button nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Infos zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses sog. Social Plugins erfolgt über Facebook, das betrieben wird durch Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA. geo.de verwendet die von Facebook zur Verfügung gestellten Plugins an verschiedenen Stellen des Internetangebots.
Woran erkenne ich diese Plugins?
Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz "Facebook Social Plugin" versehen und sind bei GEO.de nach dem Vorspann über oder unter dem Artikeltext platziert.
Was passiert auf Seiten, die das PlugIn eingebaut haben, mit meinen Daten?
Haben Sie ein Facebook-Konto und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort auch eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Facebook her. Facebook kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben
Ihr Seitenaufruf bei GEO.de wird nun Ihrem Facebook-Account zugeordnet. Facebook kann die Daten speichern und weiterverarbeiten (s.u., „Was macht Facebook mit meinen Daten?“)
Klicken Sie auf den Empfehlen-Button, wird diese Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert
Generell gilt: wenn Sie nicht bei Facebook eingeloggt sind, oder keinen Facebook-Account haben, werden auch keine Daten übermittelt
Was macht Facebook mit meinen Daten?
Was genau Facebook mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzhinweisen des Sozialen Netzwerkes nachlesen: http://www.facebook.com/policy.php
Typische Anwendungsfälle sind: Ein Facebook-Nutzer liest auf GEO.de einen Artikel, den er seinen Freunden empfehlen möchte und klickt auf "Gefällt mir". Seine Freunde sehen den Link zu genau diesem Artikel auf Facebook. Die Freunde können nun wiederum selbst auf den Link klicken, den Artikel auf GEO.de lesen und den Artikel wiederum an ihre Freunde weiterempfehlen.
Dieses Beispiel ist aber nur exemplarisch zu verstehen, da sich Facebook vorbehält sein System ständig weiter zu entwickeln und über die Verwendung der Daten zu informieren.
Wie kann ich mein Facebook-Profil richtig einstellen?
Jeder User hat andere Bedürfnisse und wünscht sich andere Einstellungen. Die Kollegen von stern.de erklären Ihnen hier die Möglichkeiten, die das Soziale Netzwerk Ihnen zum Schutz Ihrer Privatsphäre bietet: » zum Artikel von stern.de
Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier
Weitere Informationen zur Einschätzung des Themas "Facebook Social Plugins und Datenschutz" publizieren die Kollegen von stern.de regelmäßig auf stern.de (Extra "Soziale Netzwerke" von stern.de). Weitere Informationsquellen, für die GEO.de ebenfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung des Sozialen Netzwerkes berichten:
http://www.facebookbiz.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://facebookmarketing.de/ (nicht von Facebook betrieben)
http://www.schwindt-pr.com/ (nicht von Facebook betrieben)
http://blog.facebook.com/ (das offizielle Facebook-Blog)
Informationen zum Datenschutz in Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
» zur Website des Bundesbeauftragten für Datenschutz
So funktioniert der +1-Button von Google
Sie möchten den +1-Button des sozialen Netzwerkes Google+ auf GEO.de nutzen, wissen aber nicht genau, was dann mit Ihren Daten passiert? Wir haben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Die Bereitstellung dieses Buttons erfolgt über Google, das betrieben wird durch Google Inc., 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, United States („Google“)
Woran erkenne ich den +1-Button?
Der Button ist an dem Zeichen “+1? auf weißem oder farbigen Hintergrund erkennbar. GEO.de verwendet ihn über und/oder unter redaktionellen Beiträgen oder Beiträgen unserer Community.
Wenn Sie ihn anklicken, verändert sich die Farbe des Buttons von weiß zu blau. Zudem wird Ihnen die Gesamtzahl der bisher abgegebenen Empfehlungen angezeigt. Es kann vorkommen, dass Ihnen auch angezeigt wird, wer die Schaltfläche außer Ihnen noch benutzt hat. Ob und welchem Umfang Ihnen diese Informationen angezeigt werden, hängt von der Einstellung Ihres Profils und den Einstellungen Ihrer Kontakte in Google+ ab. Informationen, wie Sie diese Einstellungen steuern können, stellt Google hier zur Verfügung: http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1152622
Was passiert auf Seiten, die den Button eingebaut haben, mit meinen Daten?
Haben Sie ein Google-Profil oder einen Google+-Account und sind zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs bei GEO.de dort eingeloggt, stellt Ihr Browser automatisch eine Verbindung zu den Servern von Google her. Google kann sich so merken, dass Sie die entsprechende Seite aufgerufen haben. Der Inhalt des +1-Buttons wird von Google direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Website eingebunden. (s.u.: "Was macht Google mit meinen Daten?").
GEO.de hat keinen Einfluss auf den Umfang der Daten, die Google mit dem Button erhebt, geht jedoch davon aus, dass auch Ihre IP-Adresse mit erfasst wird.
Wenn Sie Google+-Mitglied sind und nicht möchten, dass Google über GEO.de Daten über Sie sammelt und mit Ihren bei Google gespeicherten Mitgliedsdaten verknüpft, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch bei GEO.de bei Google+ ausloggen.
Was macht Google mit meinen Daten?
Google weist darauf hin, dass die Vergabe von +1 ein öffentlicher Vorgang ist, durch den jeder im Internet möglicherweise Inhalte sehen kann, denen Sie ein +1 gegeben haben. Sie können über Ihre Profil- und Account-Einstellungen steuern, wo, wem und in welchem Umfang Ihre Empfehlungen angezeigt werden. Die einzelnen Optionen erklärt Google hier:
http://www.google.com/support/+/bin/static.py?page=guide.cs&guide=1207011&answer=1047397
Was genau Google mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzbestimmungen des Unternehmens nachlesen: http://www.google.com/intl/de/+/policy/+1button.html
Weitere Informationen:
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Unsere Kollegen von Stern.de informieren auch regelmäßig über die Entwicklungen bei Google+ – das Themen-Extra finden Sie hier.
Weitere Informationsquellen, für die GEO.de aber gleichfalls nicht verantwortlich zeichnet, sind u. a. folgende Blogs, die regelmäßig über die fortlaufende Entwicklung von Goolge+ berichten:
http://googleplusblog.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gpluseins.de/ (nicht von Google betrieben)
http://gplusmarketing.de (nicht von Google betrieben)
Informationen zum Datenschutz im Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
Kommentare zu "Kinder, raus in die Natur!"
Ein toller Beitrag - habe auch das Buch "Mehr Matsch" von Andreas Weber gelesen. Ich denke alle Eltern, Lehrer und Erzieher sollten den Artikel und das Buch lesen um zu verstehen, wie wichtig echte, reale und lebendige Erfahrungen für ALLE Kinder sind. Natur - Pflanzen, Tiere auch Steine usw. sind spannend, interessant, oft unglaublich und immer lehrreich ! Schaut mal auf die Homepage der önj - Österreichischen Naturschutzjugend -(www.oenj.at) önj versucht schon seit Jahrzenten Kindern und Jugendlichen Natur erlebbar und begreifbar zu machen. Kinder dürfen schmutzig und nass werden, sie dürfen Pflanzen berühren und auch mit ihnen spielen (wenn nicht selten oder geschützt), Tiere dürfen beobachtet werden - manche kann man auch "streicheln" oder ganz nah spühren - dabei lernen die Kinder auch respektvoll und vorsichtig mit lebendigem umzugehen. Diese faszinierende Welt schützen wollen - kommt da von selbst! Es gibt viel zu erleben - Abenteuer Natur- echt, in realer Welt ! www.oenj.at
Als Kind habe ich noch im Wald jeden Tag gespielt. Heute als Vater versuche ich das meinen Kidern auch zu ermöglichen. Leider ist Wald bei uns ausschließlich zum Naturschutzgebiet ( Vellener Brook und Geisterholz bei Ennigerloh) erklärt worden. Das ist doch Wahnsinn. Früher war dieser Wald ohne diese Bezeichnung genauso naturnah wie heute, nur das er heute für Menschen außerhalb der Wege nicht betreten werden darf. Wenn das so weiter, vor allem in NRW, sind alle Wälder bald Naturschutzgebiete. Wie sollen unsere Kinder etwas schützen wollen,was sie nie richtig kennen gelernt haben.
ja.. das hat mich auch gewundert.. Im Heft standen Beispiele mit dem Turm und dem Ordnungsamt, daß die Betätigung der Kinder wieder blockiert hat.. und das der Autor seine Kinder mit dem Werkzeug losgeschickt hatte.. Ist die Fassung hier online gekürzt? .. :o( .. Ich finde nämlich mein Heft derzeit nicht und will einen Vortrag über das Thema halten, aber hier steht leider nicht der ursprüngliche Text..
ja.. das hat mich auch gewundert.. Im Heft standen Beispiele mit dem Turm und dem Ordnungsamt, daß die Betätigung der Kinder wieder blockiert hat.. und das der Autor seine Kinder mit dem Werkzeug losgeschickt hatte.. Ist die Fassung hier online gekürzt? .. :o( .. Ich finde nämlich mein Heft derzeit nicht und will einen Vortrag über das Thema halten, aber hier steht leider nicht der ursprüngliche Text..
Ein Jahr später. Warum ist dieser Artikel im Heft anders geschrieben ? Mir fehlen die Zeilen mit dem Holz, der Säge und dem Berliner Park. Kriegt man den Artikel so noch ? Habe den beim Arzt gelesen, da lag die ganze Zeitung.
Ein Jahr später und doch immer aktuell. Der Artikel beschreibt wirklich gut, wie die Gesellschaft heute mit den Kindern und der Natur umgeht. Es ist meines Erachtens am Wichtigsten, dass Verbote die Natur zu betreten abgeschafft werden. Während vor 30 Jahren der Apfelbaum frei zugänglich war und auch von den Früchten genascht werden durfte, ziert heute beim selbigen Apfelbaum ein Schild das Grundstück: Betreten Verboten. Es sind nicht die Gefahren der Natur, die Erfahrungen verhindern, sondern Ge- und Verbote. Unsere Eltern, wie auch wir (Generation Bj 60) hatten noch diese Möglichkeiten. Heute sind die selben "Taten" Straftaten und werden genau von den "Alten" nicht mehr geduldet. Und schon brauchen wir "künstlich" geschaffene Freiräume für die uns wohl wichtigsten Menschen - unsere Kinder.
Ein wahrlich wuderbarer Artikel, vielen Dank. Ich stimme dem Autor zu, dass erkundungsaufenthalte in der Natur extrem wichtig für Kinder sind, allerdings würde ich Mädels jetzt auch nicht unbedingt alleine in den Wald schicken, um dort ein wenig Abenteuer zu spielen. Für uns ist eine Alternative ein Spielhaus im Garten in dem die Kinder im Sommer fast täglich die faszinierendsten Rollenspiel spielen und mich immer wieder, auch mit dem einen oder anderem Blödsinn, überraschen. Dieses Spielhaus habe ich vor 3 Jahren mit den Kindern zusammen gebaut. Ich habe mich damals bewusst gegen eine schnelle Baumarkt Variante entschieden und ein Spielhaus selber konstruiert, was sicherlich deutlich länger gedauert hat. Für all diejenige die diesen Weg auch gehen möchen habe ich die Bauanleitung auf der Seite www.spielhaus-bauen.de veröffentlicht. Nach erfolgreichem Bau würde ich mich sehr über Bilder freuen.
Ein wahrlich wuderbarer Artikel, vielen Dank. Ich stimme dem Autor zu, dass erkundungsaufenthalte in der Natur extrem wichtig für Kinder sind, allerdings würde ich Mädels jetzt auch nicht unbedingt alleine in den Wald schicken, um dort ein wenig Abenteuer zu spielen. Für uns ist eine Alternative ein Spielhaus im Garten in dem die Kinder im Sommer fast täglich die faszinierendsten Rollenspiel spielen und mich immer wieder, auch mit dem einen oder anderem Blödsinn, überraschen. Dieses Spielhaus habe ich vor 3 Jahren mit den Kindern zusammen gebaut. Ich habe mich damals bewusst gegen eine schnelle Baumarkt Variante entschieden und ein Spielhaus selber konstruiert, was sicherlich deutlich länger gedauert hat. Für all diejenige die diesen Weg auch gehen möchen habe ich die Bauanleitung auf der Seite www.spielhaus-bauen.de veröffentlicht. Nach erfolgreichem Bau würde ich mich sehr über Bilder freuen.
Hallo. Ich habe den Artikel von Hr. Weber mit Interesse gelesen. Ich finde ein spanneder und wegweisender Schritt für alle Eltern / Bezugspersonen die Kinder viel mehr in die Natur zu lassen. Ich mache gerade eine Ausbildung zum Motopäden in Köln, und dieser Artikel hat mich dazu gebracht, eine Projektarbeit zugestallten die sich mit - Kinder und Väter / Eltern in der Natur - befaßt. Mir fehlen noch greifbare Inhalte wie an dieses Projekt herangehen kann. Vielleicht kann mir ja jemand Tipps geben, wie so etwas gestallten kann? Dankeschön...
Erst kürzlich bin ich auf den Artikel des Herrn Weber gestoßen und habe mich durch die überaus große Anzahl der Kommentare gearbeitet. Dadurch, dass ich mit nahezu allen weitgehend einverstanden bin, kann ich mir Wiederholungen ersparen. Befremdet hat mich allerdings schon Meinung des Herrn Omid Hajiabadi. Noch unverständlicher war sie mir, als er sich als Psychologe und Therapeut bezeichnete. Geradezu unverschämt fand ich seine Arroganz und Überheblichkeit, mit der er sich wohl als Oberweiser sah. Ob er wohl wirklich seine Patienten in diesem Sinne behandelt?
Diese Artikel hat mir sogar ein paar Tränchen in die Augen steigen lassen. Er hat mich berührt. Wir leben (2 Kinder) in einem Gewerbegebiet und haben trotzdem viel Natur um unser Haus herum. Sogar einen Teich haben wir, aber keinen zum nur "von weitem Anschauen" (weil für manche zu gefährlich ... ) kurz und knapp: es ist nicht die Gesellschaft oder Medien schuld, sondern die Eltern selbst. Eltern sollten die moderne Medien- und Freizeittechnik einschränken, ohne sie zu verurteilen. Weil auf der anderen Seite sollen die Kinder ja schon in der ersten Klasse am Computer arbeiten können. Auf alle Fälle haben wir es in der Hand: wir können es vorleben, indem wir Sport treiben, mit unseren Kindern in die Natur gehen (wenn möglich zu jeder Jahreszeit) und vielleicht auch viel von seinen eigenen Erlebnissen als Kind erzählen. Ja, ich war auch ein Naturkind ! Wir hatten sogar noch in der Grundschule Schulgarten-Unterricht.Ich werde an unserer Schule Unterrichtsstunden im Freien vorschlag
Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Für viele gestresste Eltern ( man muss heutzutage ja vollbeschäftigt sein, um sich alle Urlaube, sämtliche Schnick -Schnacks etc. leisten zu können ) ist es einfacher, die Kinder vor den Fernseher oder Computer zu setzen, da hat man "keine Arbeit". Es ist viel zu anstrengend, den Kindern zuzuhören, wenn sie von ihren Erlebnissen in der Natur berichten, die schmutzige Wäsche zu waschen oder von ihnen gestört zu werden, wenn sie dies oder das für ihre Entdeckungen in der Natur benötigen. Das meiner Meinung nach Wichtigste beim Thema Erziehung ist nach und nach bald nicht mehr vorhanden: Zeit und einfach da sein, wenn die Kinder uns Eltern brauchen. Wir bräuchten sie nur in ihrer natürlichen Entwicklung zu unterstützen - und zu dieser zählen sicher keine Computerspiele!
2. Wulften am Harz: Hier wurde in Ortsrandnähe ein 25.000 qm großes Gelände erworben und Kindern als Schulbiotop und Naturerlebnisgelände zur Verfügung gestellt. 3. Lauffen am Neckar: In den Sommerferien findet regelmäßig das Zaberprojekt statt, bei dem Kinder spielend bei der Renaturierung des Flusses beteiligt werden. Nachdem ich mir das Projekt angesehen hatte, fragte ich mich, was wohl mehr renaturiert würde: die Zaber oder die Kinder^^. Ein großer Dank an Ulrich Kammerer für dieses engagierte Projekt! 4. Schlierbach/ Odenwald: Hier haben Bürger in vielen Umgestaltungsaktionen einen Naturerlebnisspielplatz geschaffen, der in der Region seinesgleic hen sucht. Nicht nur der vorher verrohrte Bach wurde freigelegt, es gibt vielgestaltige Spiellandschaften und kreative Erholungsplätze für die Erwachsenen (Grillrunde, Buchlesebank, Kaffee- und Kuchenbank). http://www.schlierbach-odw.de/content_freizeit/content-bolzplatz.htm
Da mein Kommentar an einigen Stellen für Irritationen gesorgt hat, möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass es nicht um ein entweder (Umweltbildung) oder (naturnahe Gestaltung von für Kinder relevante Flächen) geht, sondern um ein sowohl als auch. Anders ausgedrückt: ich plädiere für ein Ineinandergreifen von verhaltens- und verhältnisorientierten Interventionsformen gemäß der Charta von Ottawa, und dies auf allen 5 Interventionsebenen. Weitere Positivbeispiele für Kommunen: (Nachahmung ausdrücklich erwünscht!): 1. Alsbach-Hähnlein: Hier werden in regelmäßigen Abständen Ferienspiele zum Thema Lehm durchgeführt. Die Kinder können nach Herzenslust im Lehmbaden, matschen, Öfen und Hütten bauen und am Feuer experimentieren. Letztes Jahr war es so ansteckend, dass sogar die Fernsehreporterin vom HR ihre Interviews aus dem Lehmbad heraus geführt hat! http://www.echo-online.de/region/darmstadt-dieburg/alsbach-haehnlein/Matschrutsche-fuers-Kinderglueck;art1280,1007
Lieber Herr Weber, hab ihren Artikel leider erst jetzt gelesen, und kann mich den durchweg positiven Kommentaren (100 % (?) nur anschließen. Wie ich erfreut sehe, tummeln sich auch die Naturgartenprofis aus unserem großen Naturgartennetzwerk unter den Kommentatoren, so dass jeder weitere Beitrag meinerseits Eulen nach Athen tragen hieße. Da Sie sehr engagiert sind im Bereich "Grüne Themen": Was halten Sie davon, einmal einen Bericht zu bringen zum Thema "Naturnahe Gartengestaltung/NER´s (Naturerlebnisräume) an Schulhöfen und Kitas? Es wäre die konsequente Erweiterung und sinnvolle Ergänzung des von Ihnen aufgezeigten Weges zu mehr Naturerleben und -erfahrung. Infomaterial und Erfahrungsschatz stellen Ihnen die Naturgartenprofis aus der Schweiz, Österreich, Niederlande und BRD mit Sicherheit gerne zur Verfügung! Links siehe unter den Kommentaren von Paula Polak, Dr. Reinhard Witt und Markus Strüver. Mit naturnahen Grüßen, Frank Willemsen Fachbetrieb für Naturnahes Grün (Gestaltung)
Ohne die sinnvolle Tätigkeit der Naturschutzzentren in Frage zu stellen, sehe ich doch in der Zentralisierungswut eine der tieferliegenden Ursachen der heutigen Umweltprobleme : Denn eine Funktion (hier: Naturerleben) aus dem Gesamtzusammenhang zu lösen und an einer Stelle zu zentralisieren, schafft mindestens zwei neue Probleme: 1. Die Induzierung von zusätzlichem Verkehr zwischen den verinselten Welten und 2. die Bestärkung der Illusion, es werde genug für das Naturerleben von Kindern getan. Woran es aber fehlt, sind Naturerfahrungsmöglichkeiten, denen sich die Kinder jenseits von Zeitvorgaben und Kontrolle der Erwachsenen hingeben können: im naturnahen Garten, im Kindergarten, auf dem Schulweg, auf dem Schulhof, auf Naturerlebnisspielplätzen, auf Brachen, auf Naturerlebnisflächen. Was wir brauchen, ist weniger verinseltes oder verordnetes Naturerleben im Klassenverband, als vielmehr naturnah gestaltete Flächen überall dort, wo Kinder aufwachsen. Sie würden übrigens auch den Erwachsenen gut tun... www.natur-und-abenteuer.de , www.naturgarten.org, http://www.efh-darmstadt.de/download/bespielbare_Stadt/Spielstadt.pdf, http://www.naturerfahrungsraum.de
In der Stadt zu leben, ist für Eltern & Kids, vor allem für die Kleinen, nicht immer leicht. Vor allem aber geht es darum, dass die Großen Vorbild sind. http://www.wildurb.at Hier gibt es Tracks, Points, Freizeitanregungen für draußen und Videobeiträge von Menschen, die gehen. Anschauen!
ich weiß ich bin spät, aber ich finde es auch sehr wichtig was in dem Artikel steht. Erschreckend fand ich die Situation in Deutschland mit dem Naturschutz usw. Bei uns im Erzgebirge sind die menschen noch normal. Ich war als kind oft im wald, habe höhlen gebaut, bin auf felsen gekletter, habe bäche angestaut und die Wälder erforscht.Es war herrlich und ich kann nur sagen, dass das nicht aufhören darf. Die kinder müssen raus und die natur kennenlernen die sie schützen sollen. sie müssen ihren wert erst verstehen können. wir müssen uns dagegn wehren, dass die natur zum ausstellungsstück wird! Wir brauchen ein Museum zum anfassen!!!
Johanna kennt leider offensichtlich nicht die Situation in Nordrhein-Westfalen. Wenn dort eine Brachfläche dank eines gefährdeten Tieres gesichert wird, bedeutet das automatisch, dass Kinder dort nicht spielen dürfen. Genauer: Sie dürfen die Wege nicht verlassen, keine Pflanzen oder Früchte entfernen, nicht im Boden graben, keine Flüssigkeiten ins Gelände abgeben - jede NRW-Naturschutzverordnung umfasst ca. 50 detaillierte Verbote. Im letzten Bonner Naturschutzgebiet, das das Betreten abseits des Weges erlaubte, weil es mitten in einem Wohngebiet liegt und der Tritt meist nicht schadet, wurde diese Freizügigkeit von der Bezirksregierung untersagt. Wenn an irgendwelchen Felsen Klettern erlaubt werden soll, wird so lange gesucht, bis sich irgendeine Anhang4-Art gefunden hat, die möglicherweise gefährdet werden könnte...und dann: zu ist der Wald! Tragischer Nebeneffekt: Als Biologen graben wir uns damit unseren eigenen Nachwuchs ab.
Die FFH-Richtlinie der EU kennt das "Verschlechterungsverbot": Ein Lebensraum einer gefährdeten Art darf nicht so verändert werden, dass ihre Individuenzahl zurückgeht. Die Roten Listen kennen die Kategorie V "Arten der Vorwarnliste: Arten, die aktuell noch nicht gefährdet sind, von denen aber zu befürchten ist, daß sie innerhalb der nächsten zehn Jahre gefährdet sein werden, wenn bestimmte Faktoren weiterhin einwirken. " Dies gilt auch, wenn eine Art nur regional gefährdet und in anderen Ländern reichlich vorhanden ist. Kommen solche Arten in einem Lebensraum vor, müssen wirksame (!) CEF (vorgezogene Artenschutzmaßnahmen) durchgeführt werden, bevor z.B. ein Baumarkt gebaut werden darf. Würde man diese Kriterien an die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland anlegen, müssten großflächig Biotope für Kinder angelegt werden. Stattdessen müssen wir die Wechselkröte vorschicken und - meist vergeblich - hoffen, dass auch Kinder noch auf den durch sie geretteten Flächen spielen dürfen.
Die gesamten Veröffentlichungen und Darstellungen weisen darauf hin, dass ein Umdenken erforderlich werden muss. Eine Stadt, die nur sagt, dass sie kinderfreundlich ist und gleichzeitig weiter dem Fluss des Verkehrs den Vorrang gibt, vor dem Individualverkehr, kann es nicht sein. Das Instrument der Spielleitplanung (Stadtplanung mit Kindern und Jugendlichen) könnte ein Instrument sein, um Brachen, Kletterbäume und unsichtbare Spielorte zu sichern. Solange ein Tier bewirken kann, dass eine Brachfläche gesichert wird und ein Kind dies nicht schafft läuft etwas falsch. Die UN -Kinderrechte sind seit mehr als 20 Jahren ratifiziert. Die Zukunft liegt in den Kindern. Wenn wir hier sparen, müssen wir an anderen Stellen mehr ausgeben (verhaltensauffällige/unruhige Kinder bzw. auch adipöse). Für Berlin haben wir dies als Modell erprobt - siehe www.spielleitplanung-berlin.de- bitte gern nachfragen und versucht viele Brachen und verwunschene Orte zu sichern!
So viele emotionale und von Herzen kommende Kommentare sprechen eine menschlichere und damit -psychologisch gesehen- wahrere Sprache, als Wissenschaftelei, die ihren eigenen kleinen Garten für die Welt hält. Die gefährlichste Weltanschauung, so Alexander von Humboldt, ist die von Leuten, die die Welt nie angeschaut haben. Sowas ist natürlich für die Kritiker kränkend, sorry. Ich bin Naturwissenschaftler und habe zudem psychotherapeutisch gearbeitet: Wenn schon wissenschaftliches Herangehen, dann bitte interdisziplinär.Vielleicht lesen die Kritiker wenigstens etwas, was Andreas Weber aus dem FF kennt: Ulrich Gebhard-Kind und Natur(Wiesbaden,2009). Was man nicht versteht, als esoterischen Firlefanz abzutun, ist ein bißchen billig. Eine gute Adresse: An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde bilden wir seit 1996 Studenten in Umweltbildung ganz in der Weberschen Diktion aus (www.hnee.de/umweltbildung; www.hnee.de/jung).
Eine Möglichkeit, den Dialog zwischen den Menschen, denen die Naturentfremdung Sorgen bereitet zu führen und zudem Neues dazu von ausgewisenen Fachwissenschaftlern verschiedener Disziplinen zu erfahren und zu diskutieren: 3. Eberswalder Symposium für Umweltbildung,27.5.11, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Thema "Alt wie ein Baum... Natur, Werte und seelische Gesundheit" (s.a.www.hnee/umweltbildung/symposium). Noch ei n Gedanke: weder "Esoteriker" noch "Naturromantiker" haben unsere Umwelt ruiniert, es waren die naßforschen wissenschaftlichen Mechaniker und so denkenden Politiker und Wirtschaftler. Daß Nachhaltigkeit wirkliches Umdenken braucht, dämmert so langsam. Dazu muß man den schweren Weg gehen, die Selbstverständlichkeiten seines bisherigen (meist gesellschaftskonformen) Denkens kritisch zu hinterfragen.Das kann weh tun.
Ich glaube, daß das Umdenken bereits begonnen hat. Ich freue mich auf das Neue und wünsche nur allen Kindern eine coole zukunft denn es kann nur noch besser werden.
Wir waren begeistert von dem Artikel. Die Kinder sind unsere Zukunft! Kinder brauchen die Nähe zur Natur, die Erfahrungen, die sie in Wald, Wiese und mit den Tieren machen. Diese Erlebnisse sind unentbehrlich für Ihre Entwicklung. Unsere Gesellschaft wird immer egoistischer. Kinder müssen das Miteinander und Füreinander wieder lernen und erleben. Wir betreiben einen Erlebnisbauernhof im Chiemgau und erleben jeden Tag das Kinder heutzutage ohne das Einbeziehen der Natur erzogen werden und wie gut Ihnen die Zeit in der Natur, die Nähe zu Pflanzen und Tieren, tut. In verschiedenen Kursen über den Wald, das Wasser, die Hecke, die Milch, das Korn.... vermitteln wir den Kinder Spielräume und Einblicke in die Umwelt und in das Leben auf einem Bauernhof. Sie machen eigene Erfahrungen und lernen von der Natur. Falls auch Sie Interesse an unserer Arbeit mit Kindern haben können Sie uns gerne besuchen. Nähere Infos zu einem Aufenthalt bei uns am Seiml-Hof unter www.seiml-hof.de.
Ja, so ist es wohl. Als ich jung war (Jg. 1953) wuchs ich noch genauso auf wie das Ideal. Wild, frei und unbehindert, ungesichert. Deshalb, nur deshalb ist meine heutige Berufung, genau solche Natur-Erlebnis-Räume künstlich wieder zu schaffen. Skurril, aber wahr, ich mache das, was einmal einfach natürlich da war, zum Beruf. Und das seit gut und gerne 20 Jahren. Heraus kommen wunderschöne Spielplätze, Schulhöfe, Kindergärten, Natur aus zweiter Hand. Wer das lernen will, wie es geht, kann mal schauen auf der Seite www.naturgarten-fachbetriebe.de. Dort gibt es einen auch Lehrgang zum Naturgarten-Profi. Leute, lasst Eure Kinder einfach wieder raus, frei!
Erschreckend, dass erst nach dem Lesen dieses Artikels manche Eltern daran erinnert werden Ihre Kinder in die Natur zu entlassen, mit Ihnen einen Waldspaziergang zu machen oder den Garten genauer zu erkunden...meine Tochter (3) ist bereits über ein Jahr lang im Waldkindergarten und Wald, Bach, Feld und Wiese sind ihr täglicher Spielraum. Ich muss für diesen speziellen Kindergarten eine weite Autofahrt auf mich nehmen - obwohl ich auf dem Land wohne - was dem Konzept wiederspricht. Die Angebote für Kinder in Regelkindergärten bestehen meist nur aus Waldtagen, in der Schule existiert Natur oft nur noch als Projekt. Was also haben wir Eltern für Möglichkeiten? Dr. Webers Erfahrung mit dem Ordnungsamt ist alarmierend und allgegenwärtig. Aber die Angst der Elterrn Ihr Kind unbeaufsichtigt die Natur genießen zu lassen ist Dank der KIndesentführer meiner Meinung nach berechtigt.
Es sind nicht immer überängstliche Eltern, die den Aktionsradius ihrer Kinder einengen. Meist sind das Nachbarn, die sich gern über jeden Lärm, über jedes Lachen, über jedes am Boden liegende Spielzeug beschweren. Hundebesitzer, die die widerlichen Kothaufen ihrer Lieblinge überall, an Spielplätzen ebenso wie an schönen Blumenwiesen am Waldesrand liegen lassen. Autofahrer, die auch in Tempo-30-Zonen noch mit 50 durchbrettern. Leider haben nur die wenigsten Leute heute noch Zugang zu Wald, Wiese und Bach. Und selbst wenn? In der großen Wiese mit Obstbäumen, im Wald nahe unserer Reihenhaussiedlung trifft man nur Hundebesitzer, die ihre Tiere leinenlos ausführen. Kinder beim Spielen habe ich da noch nie gesehen - sicher würden sie auch schnell Ärger bekommen, würden sie dort Verstecke bauen und sich austoben oder gar mal einen Apfel pflücken, ein Blümchen ausreissen. Oder ein Hündchen erschrecken mit ihrem freudigen Geschrei. So sieht die Wirklichkeit aus!
Ein wunderbarer Artikel! Traurig nur, dass diese Art von Kindheit so selten geworden ist, dass man darüber überhaupt schreiben, und mit Zahlen, Statistiken und psychologischen Untersuchungen etwas verteidigen muss, das ein selbstverständliches Recht für jedes Kind sein sollte. In der Disziplin der Garten- und Landschaftsplanung, zu der auch Schulfreiräume und Spielplätze gehören, gibt es seit etwa 20 Jahren eine Bewegung, diese Freiräume naturnah, nachhaltig und den echten Bedürfnissen der Menschen entsprechend zu gestalten. Das bedeutet: heimische Pflanzen, Schmetterlnge, Wildwuchs, Strukturen, Verstecke, Kletterbäuem und -mauern, Wasser, Matsch... Näheres unter den homepages der Vereine: www.naturgarten.org oder für Österreich www.naturgarten-netzwerk.at
Ich kann der Versuchung nicht widerstehen, Herrn O. HAJIABADI einen „unwissenschaftlichen“ Gruß in das nicht ferne Frankfurt zu schicken und ihm mitzuteilen, dass er mit seiner, im Leserbrief dargestellten, Meinung über Herrn Weber – Zitat: „…sich als absolut gelungen zu erachten und damit die Welt erklären zu wollen.“ - ein, wie ich vermute, wunderbares Bild seiner selbst gezeichnet hat. Sein Brief strotzt vor Arroganz und Überheblichkeit bzgl. seiner eigenen Qualifikationen, gleichzeitig aber von Abwertung derer Anderer („Biologe, wen wundert es?“). Individuelle Lebenserfahrungen sind für ihn anscheinend nicht von Bedeutung. Wissenschaft – und zwar seine Sicht derselben - ist alles was zählt. Wahrscheinlich fehlen ihm eben die, von fast allen Schreibern geschilderten und erlebten Erfahrungen – sei es in der Familie oder im Beruf. Diese Briefe – Inhalt und Anzahl – sprechen für sich. Ich wünsche Herrn HAJIABADI also weiterhin viel Spaß in seinem „selbstgebastelten“ Wissenschaftsglashaus. Gott sei Dank sitzen meine Kinder nicht mit drin.
Der Artikel ist der Beste, den ich seit langem in GEO gelesen habe und ich stimme Herrn Weber aus vollem Herzen zu.DANKE DAFÜR.Ich habe als Kind viel in der Natur gespielt, meinen eigenen Kinder hatten und haben diese Möglichkeit auch.Dennoch mußte und muß ich auch immer wieder mit Nachdruck dafür sorgen, daß Playstation und Computer ausgeschaltet bleiben und sie mit Freunden draußen spielen -die Verlockung durch die Medien ist groß. So tue ich es beharrlich- in der Überzeugung, das es sinnvoll und gut ist. Ich hoffe, das viele - besonders Eltern und Pädagogen- den Artikel lesen und danach handeln können. Und ich glaube, das das Dasein in und mit der Natur auch uns Erwachsenen dazu verhilft, aus dem kopflastigen Denken heraus zu kommen, in ein ganzheitlicheres Sein,damit wir uns, unsere Mitmenschen und unsere Welt anders wahrnehmen und danach handeln können. Möglichkeiten zum spielerischen Sein auch für uns Erwachsene gibt es -nutzen wir sie zu unserer Freude und Wohlbefinden!
Guten Tag Andreas Weber! Dank, grosses Händeklatschen und Herzensjubel für ihren Artikel und die lebendigen Bilder von Jan von Holleben. Aufgewachsen bin ich in den 60-Jahren in Natur -und Wildnis mit einem 2 Jahre älteren Nachbarsjungen. Als Mädchen aktzeptierte er mich nur, weil ich mich nicht scheute Froschlaich, Spinnen, Salamander, Matsch u.s.w. zu transportieren.An diesen Erlebnissen bin ich gewachsen und die Erfahrungen, die sich während unserer gemeinsamen Zeit in Herz ,Hand und Kopf einpflanzten, haben mir ein lebensbejahendes Selbst "geschenkt". Meine Kinde rund später viele Kindergartenkinder habe ich als Erzieherin , während Waldwochen begleitet und unterstützt. Immer wieder bin ich erstaunt ,wieviel Freude und Begeisterung die Kinder haben. Unser Wald ,in dem wir Natur und Erlebnispädagogik leben, ist im Teutoburger Wald, nahe der Externsteine, dem Herrmannsdenkmal und dem Westfählischen Freilichtmuseum zu finden. Haben sie Interresse uns mal zu begleiten ?
Auch ich bin begeistert von diesem Artikel. Kinder leben heute in einer Totalüberwachung durch die Eltern und dürfen ihre Umwelt nicht mehr alleine oder gemeinsam mit anderen Kindern entdecken. Meine Geschwister und ich haben auf Wiesen in der Umgebung gespielt, Waldstücke erkundet, Holzhütten gebaut, sind auf Bäume geklettert und haben Lehmfiguren geformt ... Meistens kamen wir schmutzig nach Hause und manchmal auch mit Verletzungen. Spielplätze haben uns nicht interessiert, total langweilig sind die. Ich bin froh, dass ich diese Zeit in der Natur verbringen durfte und wünsche das jedem Kind.
Lieber Andreas Weber! Herzlichen Dank für Ihren tollen Artikel. Ich bin begeistert. Wir bauen gerade unser neues Heim und wir werden für unsere Kinder einen Bereich des Gartens zum Graben, Schaufeln, oder was immer sie wollen, lassen. So schnell ist man als Eltern dabei, die Kinder zu fest zu beschützen. Schliesslich soll ihnen ja nichts passieren. Aber sie sollen ja ihre Erfahrungen selber machen - sie müssen sogar. Und das können sie nicht, wenn wir ihnen immer alles verbieten. Deshalb kann ich Ihnen nur zustimmen: "Lasst sie raus!". Danke!
Ein wahrhaft phantastischer Artikel, der uns wieder einmal von einer anderen Perspektive den Spiegel des Lebens vorhält. Einer Perspektive jedoch, die vor unser aller Tür steht. Eltern, die änglich sind, ihren Kindern könnte was passieren. Nachbarn, die von fremden Kindern nicht gestört werden wollen. Behörden, die uns sagen was richtig ist, wo Natur gelebt werden darf und wo nicht. Und leben Kinder nicht selbst das was ihnen ihre Eltern vorgeben. Wie Förster Martin (s.o.) schon sehr schön beschreibt, müssen wohl mehr Eltern wieder für die Natur begeistert werden. Und Hans Wolffgang (s.o) was ist an einem Fundamentalismus falsch, der Kindern nur eine bestimmte Zeit des Tages erlaubt fern zu sehen und mit der Spielkonsole zu spielen. Was hat uns denn die über viele Jahre gepriesene antiautoritäre Erziehung gebracht? Lieber Andreas Weber, ich danke Ihnen für diesen Artikel! Geben Sie ihn in Kindertageseinrichtungen, in Schulen, in Institutionen!
Die hier geschilderten Erkenntnisse sind keineswegs neu und wurden bereits 1907 vom englischen Pädagogen und Begründer der Pfadfinderbewegung Robert Baden-Powell in seinem Buch "Scouting for Boys" festgehalten. Auch Youngs "erstaunliche Ergebnisse" waren damals schon bekannt, beispielsweise in Form von Kim-Spielen, inspiriert durch Baden-Powells Freund Rudyard Kipling.
Ihr Artikel hat mich sehr beeindruckt und hat mir aus der Seele gesprochen. Aber das Problem erscheint mir noch komplizierter. Wir leben am Rande einer Kleinstadt und eines Einfamilienhausbaugebietes. Unsere Kinder hätten in der von Ihnen beschriebenen Weise spielen können. Sie haben dies aber nicht oft getan. Ich denke, den heutigen Kindern fehlt der Müßiggang, wie wir ihn noch hatten. 24 h Fernsehen und Computerspielgeräte nehmen Ihnen jede Chance auf produktive Langeweile. Was hatten wir: Testbild und Sendepause im Fernsehen und keine aufregenden Computerspiele. Außerdem waren es a) mehr Kinder in b) engerer Wohngemeinschaft, die c) auch mehr Freizeit hatten. Ich weiß nicht, wie man den Mißständen, die sich entwickeln (wohl auch statistisch bewiesene schlechtere Sportlichkeit der Kinder, Fettleibigkeit, soziale Defizite und mangelnde Eigenständigkeit) abstellen soll. Fernsehen und Computerspiele generell zu verbieten könnte ich mir vorstellen, aber das ist wohl fundamentalistisch.
Der Artikel skizziert ein schönes Spiegelbild unserer Gesellschaft. Kinder fahren total auf die neuen Medien ab, was zur geistigen und vor allem sozialen Verwahrlosung führen kann. Natur ist wichtig für die Entwicklung. Meine Eltern haben mich immer im Wald spielen lassen, wir haben tolle "Höhlen" gebaut, Tiere beobachtet und gelernt mit der Natur respektvoll umzugehen. Heute muss es in der Schule beigebracht werden, da die Eltern es scheinbar nicht mehr weiterzugeben in der Lage sind. Meine Schule (SBS, Seeheim-Jugenheim) hatte viele Naturprojekte draussen, meine Biolehrerin war sehr engagiert, uns alles vor Ort zu zeigen, die Schule selbst im Wald gelegen. Nun bin ich selbst Biologe und ertappe mich nur zu oft, wie ich sinnend am Computer sitze und doch gerne wieder Kind wäre. Es gibt Regionen, die Natur-Nähe fördern, wie hier im Kreis Tübingen. Dazu viele Vereine, wie DAV, DJH, usw. Man muss sich nur dafür interessieren, sich Kümmern! Ein Appell zur Verantwortlichkeit der Eltern!
Ein Artikel, der mich in meinen pädagoischen Ansichten und Überzeugungen bestärkt und inspieriert! Die Kernaussage des Artikels war für mich- als Leiterin einer Kinderbetreuungseinrichtung- und mein Team Inspirationsquelle für den heurigen Jahresschwerpunkt in unserem Haus! Wir wollen das Band der Kinder zur Natur und zu allen Lebewesen stärken und fördern. In Kooperation mit der Bauernschaft des Nachbarortes wollen wir den Kinder begreifbar machen, wie die Milch ins Regal im Supermarkt kommt und dass Kühe nicht lila sind. Wir schließen uns dem Motto an "Lasst sie raus" und werden so viel Zeit als möglich draußen verbringen!
Wir hatten/ haben noch unseren Naturspielplatz in Form einer Brache direkt nebenan. Mitten im Prenzlauer Berg - von unseren Kindern (es wohnen ca 25 im Vorder/Hinter/SeitenHaus) liebevoll die "Müllhalde" genannt. Es wurde aus den Brettern ein Haus mit Wellblechdach gebaut, alte Stühe/Tische integriert, ein "Beet" angelegt (und wieder vergessen), es wurden Schnecken gesammet usw. Dies sind nur Beispiele die Erwachsene in Worte fassen und definieren können. Was dort alles erfunden,erfahren, geträumt, erschaffen und wieder vergessen, umgeändert, zerstört wurde, kann keiner wissen. Seit heute stehen nun die Bagger dort und das Gelände wird geräumt. Es tut weh. Der verzweifelte Versuch der Kinder nach der Schule ein paar Bäume auszugraben und zu retten - Immerhin: die Kinder des Kitzes wurden in die Planung der Neugestaltung mit einbezogen und vielleicht kann ein lustvolles Wuchern der Natur in einem Teil des "Parks" dazu führen, daß der Verlust der Freiheit zu etwas Neuem/Andern führt.
Ein wunderbarer Artikel! Mehr davon ;-), bitte - zwar kinderlos, doch fragt man sich, wo stecken die heutigen Wildlinge, Indianer und Cowboys nachmittags? Während wir nach den Hausaufgaben früher erst richtig aufdrehten... meine Hunde und ich begegnen so gut wie nie Kindern, sehr schade.
Sie sprechen mir aus der Seele! Im Rahmen meiner Diplomarbeit erforschte ich die Korrelation zwischen Naturerlebnissen im Kindesalter und späterem Natur- und Umweltschutzverhalten Erwachsener. Die Ergebnisse waren sehr eindeutig: Menschen, die als Kind sehr viel Zeit in der Natur verbringen dürfen und deren Eltern Naturliebe und Engagement im Natur- und Umweltschutzbereich zeigen, entwickeln sich viel eher zu natur- und umweltschutzbezogene Menschen. Ich beobachtete sowohl im Kindergarten, bei meinen eigenen Kindern und den Kindern bei meinen Workshops, dass Kinder noch ein sehr inniges Band zur Natur haben. Erst später, so im späten Volksschulalter scheint diese Beziehung verloren zu gehen, so sie nicht gepflegt wird. Kleinkinder haben keine Scheu vor Krabbeltieren und alle Kinder sind begeistert von der lebendigen Natur, selbst technikinteressierte Buben, wenn man sie mit genügend Fingerspitzengefühl und Motivation heranführt. Mag.a Silke Geroldinger, Wien (www.naturundbildung.at)
Dieser Beitrag ist sehr gelungen und spricht mir aus der Seele. Ich selbst habe eine sehr naturnahe Kindheit erlebt und spielte noch mit 15 draußen auf den Bäumen, am Bach oder im Wald. Ich habe heute 4 Kinder und wohne auf den Kanaren. Meine Kinder hier können hier noch basteln, nageln, einen Acker zu bepflanzen und Tiere pflegen. Es ist mehr als bedenklich, dass Kinder nicht mehr erleben, wo ihr Essen herkommt, wie die natürlichen Kreisläufe funktionieren, da sie diese nicht entdecken können, stattdessen ekeln sie sich vor Eidechsen und Tausendfüsslern. Wir sind dabei, unselbständige, total behütete Menschen großzuziehen, die das Leben draußen nicht kennen und emotional verarmen, mit den bekannten gesellschaftlichen Folgen. Zum Leben gehört Risiko und das müssen auch Kinder erfahren. Kinder sollten kein Statussymbol sein, die sauber gekleidet in geordneten Bahnen zu spielen haben. Kinder haben ein Recht die Welt zu entdecken und die hört nicht am Gartenzaun oder Spielplatz auf.
Vielen Dank für diesen Beitrag! Er hat mir voll aus dem Herzen gesprochen. Es zieht mir auf meinen vielen Velofahrten, das Herz im Leibe zusammen, wenn ich die "schön" asphaltierten Schulhöfe, die herrmetisch umzäunt sind, sehe. Pro forma sind da vielleicht noch ein paar Spiele auf den Asphalt aufgemalt. Alles eckig, sauber, klar überblickbar, gut pflegbar, an einen Kasernenhof erinnernd - tot. Kein Tier dürfte man mehr so halten - Kinder schon. Natürlich gibt es die andern Beispiele auch - bei uns aber viel zu wenig. Deshalb danke ich für Ihr Engagement. Ich kämpfe selber als dreifache Mutter, Pädagogin und Autorin für mehr naturnahen Lebensraum für unsere Kinder. Kinder brauchen Bewegung und Natur und dann lernen sie ohne, weil sie dafür geschaffen sind. www.rita-messmer.ch
Ich selbst habe drei Kinder und bin seit 10 jahren Elternvertreter. Fast ebenso lange mache ich mir "Freunde" unter den Ganztagsschul-fanatikern. Für mich war in der Schulzeit ab 14.00 Uhr Schluß. Hausaufgaben erledigen und dann aber ab. Da wurden Bretterbuden gebaut und Schilfhütten zusammengeflochten. So habe ich, auch ohne Ganztagsbeschäftigung, Lesen und Schreiben gelernt. Es ist mir bis heute ebenso ein Rätsel, wie ich ohne Play-Station, x-Box oder Handy überleben konnte. Was macht es für einen Sinn, wenn wir dummen Erwachsenen für die Beschäftigung der Kinder sorgen sollen ? Kinder sollten nicht von morgens bis abends in den Schulen festgehalten werden. Dieser Artikel spricht mir da voll und ganz aus der Seele. Gebt den Kindern die Freiheit, Kind sein zu dürfen. Kreativität erlernt ein Kind immer noch am ehesten in der freien Natur. Und vor allem: weg mit den " Ballspielen verboten "- Schildern !
Ein glänzender Bericht mit so vielen wahrhaften und lebensnahen Situationen. Danke auch an die Aufzählung der Entwicklungsfakten, wie z.B. die brit. Familiengeneration in Sheffield, die Robert-Koch-Studien, usw. Vielen werden damit sicher erst die Augen so richtig geöffnet. WIe gut. Nur sollte man nicht auch an den Lehrplänen der Schulen etwas verändern? Kinder brauchen mehr Bewegung, auch im Lernen. Herzlichsten Dank und weiter so!
Unser Sohn Max liebt es im Regen zu spielen. Wenn die Erwachsenen zum Fenster hinausblicken und die Sätze " Mein Gott was für ein Regenguß" von sich geben, rennt er zur Tür zieht seine Outdoor Klamotten an und voller Freude in den Augen nix wie raus. Nachdem Ich diesen Artikel gelesen habe schätze ich das Leben bei uns noch mehr. Ein Grunstück mit alten Bäumen und Büschen allerlei Ecken zum verstecken. Bienenstöcke und deren summende Bewohner sind dort auch zu finden. Auf der Obstwiese laufen Enten, Gänse, Hühner und Schafe. So mancher Frosch oder die gefährlich aussehende Wespenspinne haben von dort aus Ihren Weg ( getragener weise ) ins Haus gefunden. Die Tür zum großen Gemüsegarten sollte möglichst verschlossen sein wegen der kleinen Küken und deren Glucken; diese lieben jungen Salat und scharren auf den frisch bestellten Beeten. Wenn diese Tür nun weit auf steht und die ersten reifen Tomaten auf welche der Gärtner Sehnsüchtig schon seit langem..... Sie werden wissen was ich meine.
Angeregt durch den Artikel möchte ich meiner 4jährigen naturbegeisterten Enkelin eine beleuchtete Lupe zum Geburtstag schenken. Das Angebot ist so riesig, dass ich unsicher bin. Können Sie mir raten? Vielen Dank!
Vielen herzlichen Dank für den tollen und extrem wichtigen Artikel. Ich hoffe, viele Eltern nehmen ihn nicht nur zur Kenntnis, sondern setzen es auch in der Praxis um. Ich bin begeistert. Selber Vater von 3 (inzwischen erwachsenen) Kinder, viele Jahre in der Jugendarbeit tätig, heute mit Ehefrau Leiter einer Wohngemeinschaft mit jungen Erwachsenen beobachte mit grosser Sorge das Verschwinden von dem beschriebenen so wichtigen Lebensstil für Kinder. Der Artikel ist auch eine (von mehreren) Antworten auf die Ursachen von Jugendgewalt, Verwahrlosung, Respektlosigkeit, Langeweile, Depressionen, Rücksichtslosigkeit der Natur gegenüber, usw. usw. Wünsche dem Autor des Artikels, dass er noch viele offene Türen hat, um den Beitrag noch breiter zu streuen.
Wie schön, dass so viele Menschen den wunderbaren Artikel von Andreas Weber dankbar aufgenommen haben. An dieser Stelle möchte ich noch mal auf die Internetadresse im Linkkasten aufmerksam machen: Es gibt so viele Natur- und Wildnisschulen und -programme im deutschsprachigen Raum, die nach dem im Text erwähnten "Coyote-Teaching" arbeiten – eine Methode, deren Kern es ist, Begeisterung und eigenen Forscherdrang zu wecken; bei der Erfahrungen wichtiger sind als theoretisches Wissen (das folgt meist wie von allein). Wer Lust hat auf Natur oder seinen Kindern etwas Gutes tun will, dem kann ich die Kurse nur empfehlen – schauen Sie doch einfach mal, was es in Ihrer Nähe gibt. Oft gibt es auch Angebote für Familien oder für Väter mit Söhnen. Zusammen draußen Abenteuer erleben, schweißt zusammen!
Sehr gute Artikel liefern Sie ja in jedem Heft. Dieser ist jedoch einer der wichtigsten, weil er das grundlegende "Begreifen" einfacher Sachen während des Aufwachsens von Kindern verdeutlicht. Die deutsche Gesellschaft ist der Natur total entfremdet. Glück haben Kinder (meine eigenen), welche auf dem Land mit Wald, Wasser, Meer, Strand, Tieren etc. aufwachsen konnten. Dieser Themenbereich und ähnliche (woher kommt unser Essen, die Milch etc.) muss dem nicht wissenden Volk näher gebracht werden. Dieses Treiben der Kinder draußen fördert mit Sicherheit deren Zufriedenheit, Gesundheit,Geschicklichkeit und den "Mut zur Lücke". Derjenige erarbeitet sich seine Grenzen. Bitte machen Sie mit Themen weiter, welche Selbstverständlichkeiten der Vergangenheit aufzeigen.
Als Kind habe ich Wildnis und freie Natur erleben können. Meine Kinder gehen in den Waldkindergarten und jüngst haben wir einen Outdoorshop für die dazugehörige Kleidung gegründet (www.schlaue-fuechse.eu). Seit vielen Jahren versuchen wir in uns und um uns herum die Verbindung Mensch & Natur zu leben. Wir haben unzählige Projekte hinter uns und wieviele noch vor uns. Ich kann nur aus tiefster Seele bestätigen, dass mein Leben ohne den Baum nicht möglich wäre. Deshalb danke ich ihm an dieser Stelle, für seine Geduld, für sein langjähriges Schweigen und ruhiges Betrachten, für seine Weisheit und Güte, uns trotzdem den notwendigen Sauerstoff zu liefern, obwohl wir ihn missachten und abholzen, eradizieren und zubetonieren. Unser Freund der Baum läßt uns verderben und untergehen, wenn wir ihn aus den Augen verlieren. Das wussten alle Naturvölker dieser Erde und das werden wir hoffentlich nicht an den eigenen Leibern erfahren müssen.
Selten hab ich einen so schönen Bericht gelesen, der die Nöte unserer Kinder beschreibt und der auch beschreibt wie einfach so manches Problem zu lösen wäre - wenn da nicht wäre - die krankhaft übervorsichtigen Eltern die dann die kleinste Schramme zu einem Weltuntergang machen und sofort nach Versicherungsschutz schreien. Das ist nämlich das Problem das mir in diesem Artikel fehlt. Wir haben inzwischen amerikanische Zustände in Sachen Schmerzensgeld etc. Und es ist logisch, dass keiner ob Gemeinde, Kindergärten oder als Privatmann dann den Kopf hinhalten will, sollte mal was passieren. Ich selber bin von Bäumen gefallen, einziger Kommentar meiner Eltern: "passt halt das nächstemal besser auf!!!" Ein paar Tränen wurden verdrückt, heile, heile Segen gesungen und gut war´s. Weiter ging´s und ich hab gelernt auf mich aufzupassen und lernte automatisch auf mein Umfeld aufzupassen - wie nützlich!
Über die große Resonanz Ihres Artikels bin ich froh.Hoffentlich ist er für viele Ihrer Leser, die mit Heranwachsenden zu tun haben, sinnvolle Anregung. Und ich wünsche diesen bei der "Motivation" ihrer Sprößlinge/Zöglinge viel Erfolg, denn daß man dabei auch scheitern kann, weiß ich (pädagogisch nicht ausgebildet) aus eigener Erfahrung. Vor allem ab dem Alter von 12 Jahren wuchsen bei meinem Sohn, ihm die Natur "schmackhaft" zu machen, verstärkt die Widerstände. Nutzen Sie die Zeit Ihres Einflußes!! Mittlerweile sitzt mein Sohn viel zu viel vor dem Computer. Von den Inhalten, die ich mitbekomme, wird mir schlecht. Demnächst tritt er (nach erfolgreichem Abi) seinen Zivildienst in einer Behindertenwerkstätte an. Wie er seine mentalen Ressourcen jetzt u. in Zukunft regeneriert ist mir ein Rätsel. Ich bin richtig wütend u. hatte mir seinen Lebensraum in unserer Gesellschaft freier, sinnvoller u. lebensbejahender vorgestellt. Mein heißer Zorn wird ihn fürderhin verfolgen!!
Natur-Erlebnis-Spielräume für Kinder: Nicht nur in der freien Natur, auch in angelegten Spielräumen / Naturgärten können Kinder (und Erwachsene) ihre Bedürfnisse ausleben und Naturerfahrungen sammeln. Nachdem schon so viele Beiträge zu dem Thema eingegangen sind, möchte ich ein paar Beispiele aus unserer Naturgartenarbeit ergänzen: Seit 20 Jahren arbeiten Biologen, Gartenplaner, Gestalter, Architekten u.a. begeisterte Firmen und Pan diesem Thema. Interessierte LeserInnen können sich beim www.naturgarten.org informieren: http://www.naturgarten.org/presse/naturerlebnisraeume/ner_mit_kindern/ http://www.naturgarten.org/presse/naturerlebnisraeume/schulhoefe/nerbayern/ http://web.mac.com/naturspielraeume/Bildungsinstrument/ http://www.naturgartenplaner.de/projektbeispiele/natur-erlebnis-raeume/ http://www.ideenwerkstatt-lebenstraum.de/projekte/ http://www.naturgarten-fachbetriebe.de/bei-naturerlebnis.html http://www.naturgarten.org/online_private_naturgaerten_uebersicht
Mit großer Freude habe ich diesen Artikel gelesen und ihn in meinem Therapiezentrum (Braunschweig) ausgelegt. Er spricht mir aus der Seele: als Kindertherapeutin, Lehrtherapeutin für Wahrnehmungstherapie und Psychotherapeutin. In meiner aktuellen Magisterarbeit in Soziologie über das kindliche Spiel habe ich sehr ausführlich darüber referiert, dass wir immer dann freies, kreatives Spiel beobachten können, wenn Kinder die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mir anderen Kindern in einer natürlichen Umgebung ohne den manipulativen Eingriff von außen und ohne Zeitdruck spielen zu dürfen - vor allem aber ohne die permantente Dauerberieselung der Medien. Als Beispiel habe ich die Spiele angeführt, die man im Sommerurlaub am Strand beobachten kann, die neu und zeitlos zugleich sind. Gleichzeitig muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass dieses freie und kreative Spiel nicht angeboren ist und sich automatisch entwickelt, dazu benötigen Kinder adäquate Lebensbedingungen, die häufig fehlen!
Nachdem ich zuerst meinen eigenen Kommentar bezüglich meiner Studie als Soziologin über das Kindliche Spiel - auch in der Natur - abgegeben habe, habe ich mich in die vorherigen Kommentare vertieft. Dabei fiel mir die Frage nach der Effektivität und Effizienz der Förderung der kindlichen Entwicklung durch das freie Spiel in der Natur in's Auge, sowie der Frage nach der möglichen Beeinflussung von Konzentration, Arbeitsverhalten und Lernverhalten. Seit vielen Jahren versuchen mein Team und ich bei der Therapie (PHysio-, Ergo-,Sprach- und Psychotherapie) von Kindern spielerische Elemente aus der Therapie und Diagnositk (Bobath, Psychomotorik, Sensorische Integrationstherapie, Cavallo-Therapie mir Pferden, tiergestützte Therapie u.v.m.) in natürlicher Umgebung umzusetzen: Therapiegarten, Wäldern, Wiesen etc. in der Umgebung. Außerdem bauen wir Naturmaterial in die Therapie ein, auch bei der Schreibtherapie: alles mit großen Erfolg, auch für die kognitive und emotionale Entwicklung!
Vielleicht werden Sie es nicht glauben. In unserer Nähe, südlich von Wien, sind mir zwei Naturkindergärten bekannt. Die Kindergruppe mit 12-16 Kinder verbringt die gesamte Kindergartenzeit, ob Sommer oder Winter, in der Natur zwischen Wald und Weinbergen. Ein beheizbares Zelt im Wigwamstil schützt vor allzu widrigen Wetterverhältnissen. Und die Kinder (mit ihren Eltern) sind begeistert. Wie die Bürokratie dazu steht kann ich allerdings nicht beurteilen. Und wie schwierig für die Kinder die anschließende Schulzeit im 'geschützten Bereich' wird entzieht sich auch meiner Kenntnisse. Danke für Ihren großartigen Artikel. Falls Sie Bilder oder nähere Kontakte wünschen einfach eine Nachricht
Der Artikel flatterte mir heute in die Mailbox, nachdem ich gerade ein Kalenderblättchen "Draußen sein" für unser 2011er JahreBuch des Naturparks Dahme-Heideseen zur Bedeutung kindlicher Naturerfahrung geschrieben hatte.... Herr Dr. Weber: Ganz, ganz toll! Vielen Dank! Für mich ist es ein Lebensthema geworden, zu Naturerfahrung anzuregen, zu ermutigen, zu begleiten, Naturerfahrung für Kinder, aber auch für Erwachsene. Die brauchen's genau so sehr und ahnen auf Grund weit fortgeschrittener Entfremdung nur nicht mehr, dass sie das vermissen...
... diese Diskrepanz der Beurteilungen von gleichen Inhalten ist m.E. leicht zu erklären: Der Geo-Artikel drückt sich einfach diplomatischer und vorsichtiger aus. Nicht jedes Elternpaar hört gerne, dass es sich in den grundsätzlichen Einstellungen ändern muss. Viele Eltern in meinem Umkreis schieben das Argument Risiko vor, weil es einfach bequemer ist, die Kinder z.B. mit dem Auto zur Schule zu fahren und damit alles unter Kontrolle zu haben. Dennoch ist ein Umdenken bei diesen Eltern notwendig,denn sie muten ihrem Kind damit die von Andreas Weber geschilderte "Erfahrungstaubheit" zu und das ist wirklich fürs gesamte Leben schädlich. Ein etwas diplomatische Tonfall ist da einfach erfolgreicher, er regt mehr zum Nachdenken über die eigene Person an - hoffentlich!
Ein ähnlich gelagerter Artikel, in dem es darum geht, dass Kinder nicht mehr auf die Strasse dürfen, in der NZZ (http://www.nzz.ch/nachrichten/bildung_gesellschaft/hors-sol-kinder_1.7297441.html) hat viele negative Kritiken bekommen. Der Geo-Artikel, hinter dem die gleiche Grundaussage steht, wird dagegen überwiegend positiv aufgenommen. Warum ? Ist es ein anderer Lesekreis? Oder ist es die Verknüpfung mit verklärten Kindheitserinnerungen, die die Botschaft verdaulich macht?
Vielen Dank für die vielen Erkenntnisse zum Thema Naturkinder. Ich selbst konnte mich wiederfinden, da ich diese Freiheiten in meiner Kindheit ausleben durfte. Meine Eltern konnten mich gar nicht überbehüten, da ich fast jede freie Minute draußen unterwegs war. Nach dem Bericht freut es mich umso mehr, dass meine Tochter in einen Waldkindergarten gehen kann. Ich spüre jeden Tag ihre Ausgeglichenheit und ihr Selbstbewußtsein und das macht mich glücklich. Es ist auch immer wieder schön zu erleben, wie scheinbar problematische Kinder aus dem "Hauskindergarten" zu uns wechseln und sich mit der Zeit zu normalen Kindern entwicklen. Es wäre schön, wenn es in Folge zu Ihrem Bericht auch einen Bericht über Waldkindergärten geben würde. Denn leider gibt es immer noch zu viele verweichlichte Eltern, die es als Strafe für ihr Kind ansehen, wenn man es täglich in die freie Natur entläßt. Hier könnte man sicher noch eine Lanze brechen. Danke!
Ich bin Mutter zweier ADS-Kinder und bedauere zutiefst die mangelnden Möglichkeiten meiner Kinder, wie ich früher umherzustreifen. Der Drang danach ist durchaus vorhanden . Ich glaube fest, daß es bei den meisten Kindern genauso ist. Wir haben sogar die Möglichkeiten, wohnen am Ortsrand in einer ruhigen Strasse, hinter uns Felder, was heute sehr selten geworden ist. Nur leider läßt die Bildungspolitik den Kindern kaum noch Freizeit. Die Schule macht solchen Leistungsdruck dazu kommen dann noch die Hausaufgaben. Für etwas langsamere Kinder, wie meine, gibt es keine Freizeit mehr !!! Im Unterricht wird gepaukt im sturen Sitzen und Nach-vorne-sehen ! Obwohl längst viele Studien besagen, daß Kinder besser lernen,wenn sie sich bewegen können ! Sind dann ein paar Kinder unruhig, wird man von den Lehrern sofort ermahnt, das abzustellen! Auch mein Sohn nimmt Ritalin - leider ! Aber ohne wird er von der Gesellschaft gemieden und hat keine Zukunftschancen. Daran muß gearbeitet werden!
Großes Lob für diesen Artikel. Ich konnte selbst meine Kindheit vor mir sehen, absolute Freiheit, Buden bauen, mit den Jungs umherziehen und mit dreckigen Sachen nach hause kommen. Jetzt lebe ich in der Nähe von Frnakfurt/Main, und die Kinder tun mir leid. Noch heute vermisse ich meine alte Heimat in den neuen Bundesländern. Dieses Thema sollte noch mehr aufgezogen werden, und den Eltern vermitteln, dass die Natur das Wichtigste für Kinder ist. Denn wir sind Natur.
Ihr Artikel hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen. Ich bin auf einem richtigen Bauernhof gross geworden und konnte mir keinen Sommer ohne Pflaster und Blutwunden vorstellen. Und so war es auch, ausserdem hatten meine Eltern soviel Arbeit, sie waren gar nicht in der Lage, mich ueberzubehueten - dafuer bin ich ihnen indirekt sehr dankbar! Aktuell haben Wissenschafter festgestellt, das Stallluft das Imunsystem staerkt, ein Grund mehr nicht an den Symthomen herumzudoktern sondern die Ursachen anzufassen! Die Ueberreaktionen vieler heutiger Eltern, die es vermutlich auch Lehrern und Erziehern schwer machen, kindgerechte Outdoorerfahrungen zu machen, verlangen nach noch mehr Aufklaerung. Bitte machen sie weiter so! Viele Gruesse aus Goettingen PS: Ihre Biodiversitaetanregungen bieten sich ja auch geradezu fuer Schulen und Kindergaerten an.
Und die Reise geht weiter über das Kindheitsstadium hinaus. Ein besonderes sehr aktuelles Thema sind die pubertierenden und leider teil- und zeitweise orientierungslosen Jungen. Was fehlt sind oft die Väter bzw. väterähnliche Männer, die eine Schlüsselstellung, wie der Mentoren, bedienen könnten. Es fehlt im Leben der Jungen oft nicht nur der Vater, es sind oft die fehlenden männlichen Bezugspersonen in Kindergarten und Schulen. Eigentlich ist es die männliche Energie die fehlt und Jungen nicht zur Verfügung stehen. Die Wildheit von Kindern und Jugendlichen kann vielerorts nicht gelebt werden, richtig. Aber was kann ein Kind oder Jugendlicher schon machen, tun, erleben, wenn er von Betonwänden (Großstadt) umgeben ist. Möglichkeiten in die Wildnis zu gehen, müssen, wie der Artikel auch sagt, von uns Erwachsenen angeboten werden. Um die Jungen kümmert sich auch, bitte die Werbung zu entschuldigen, der " Verein BoysToMen Mentoring Netzwerk e.V..www.boystomen.de.
Unmittelbar nach dem Lesen dieses Artikels bin ich mit meinen 2 Töchtern (8,11) und meiner Freundin und deren Tochter in den angrenzenden Wald unserer Stadt (12.000 Einwohner) und haben an einer verstecken Stelle am Fluss ein Waldhaus gebaut. Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache und sogar die Mückenstiche und Abschürfungen wurden nicht zur Kenntnis genommen. Jetzt fahren sie täglich mit dem Fahrrad nach hinten und spielen in dem "Haus". Ich (geb. 1970) hab eine tolle Kindheit in einem kleinen Ort verbracht und ich war mit meiner Freundin den ganzen Tag draußen - uns war nie langweilig. Wir brauchten keinen Computer, Handy oder Spielkonsolen. Heute sieht man bei uns in der Straße kaum Kinder, ich frag mich oft warum keiner mehr nach draußen geht. Auch bei meinen Kindern brauch ich immer viel Überredungskünste um sie nach draußen zu "befördern". Anhand dieses tollen Artikels ist es mir problemlos gelungen. Bravo!!!!
Vielen Dank an Andreas Weber, Jan von Holleben und die GEO-Redaktion, die dem Thema „Zurück auf die Bäume“ sogar eine Titelstory gewidmet hat und damit vielen zugänglich macht. Die vielen Kommentare zeigen, dass eine Veränderung von den Eltern gewünscht ist und – viel wichtiger - die Kinder mit ihrer Begeisterung ihr existenzielles Bedürfnis nach mehr Natur deutlich signalisieren. Das können wir nur bestätigen: Vier Wochen auf einem Segelboot mit 10m² Wohnfläche, dafür aber Wasser rundherum und Ufer zum Erobern, ließen den Wunsch nach Fernsehen, Computer und Gummibärchen bei unseren beiden Jungs sofort verstummen. . Eine Bitte an die Redaktion: Könnten Sie dieses Thema nicht ergänzen, indem Sie unsere Kinder und Jugendlichen gezielt zu Wort kommen lassen? Sie haben soviel Kompetenz, können uns Erwachsenen soviel zeigen! Sie benutzen nur andere Worte oder auch die nonverbale Kommunikation. Letztendlich sind unsere Kinder die Hauptakteure und wollen „zurück auf die Bäume“ klettern.
Ich bin Waldhüter einer Waldritter Kindergruppe (www. waldritter. de ) die sich hauptsächlich im Wald bei Geländespielen, Natur entdecken, zusammen Erfahrungen machen austobt. Vor einigen Monaten wurde vom hiesigen Förster bzw. Großgrundbesitzer (dem hier sozusagen alles gehört) abgelehnt, dass die Kinder mit mir einmal die Woche in den Wald dürfen, weil dort schon so viele Leute drin sind und das Wild stören. Jogger, Radler Walker stören Wild und Natur und die Kinder dürfen deswegen nicht auch noch rein. Unsere Gruppe ist nicht die einzige die das Problem hat. Immer wieder hagelt es Verbote, obwohl wir GENAU das tun wollen, was am wichtigsten ist: den Kindern IN der Natur beibringen, wie man sie schützt, ohne alles zu zertrampeln, abzureißen und aufzuscheuchen und das zugleich mit Spiel zu verbinden. Es ist mir unbegreiflich wie man Kinder an die Natur bringen soll, wenn man erst Fahrgemeinschaften bilden muss um zu einem Stück Wald zu kommen, das man als Jugendgruppe betreten darf
Genug geredet: wir brauchen dringendst Leuchttürme für eine Neuorientierung. Dieser notwendige Schritt wird nur gelingen, wenn sich jenseits der Bildungskorridore neue Ansätze durchsetzen - mit unser aller Hilfe. Es wird nicht genügen Schulhöfe verwildern zu lassen. Wir benötigen ein Denken in Lernorten - der Lernort Schule und der Lernort Bauernhof. Die Flachsland Zukunftsschulen in Hamburg möchten einen solchen Lernort Bauernhof (ein Hof ist ein kleiner Kosmos im Großen) aufbauen. Helfen Sie bei der Realisierung, Finanzierung. Bei Interesse an einer Mitwirkung versorge ich Sie gerne mit entsprechenden weitergehenden Informationen wie ein Kurzkonzept etc.
Danke für diese profunden Gedanken. Mein Mann und ich hatten das Glück, eine Kindheit mit viel Draußen spielen und Unbeobachtet sein zu genießen. Unsere jetzt 5-jährige Tochter geht seit 3 Jahren in einen Naturkindergarten und wir verbringen gern Zeit im Wald und auf der Wiese, um die Tiere und Pflanzen um uns her zu entdecken - auch bei Regen! Es macht mich sehr glücklich, dass meine Tochter diese tollen Erfahrungen machen darf und das, obwohl wir in einer Großstadt leben. Angst habe ich schon lange nicht mehr, die Kinder sind so sicher beim Klettern und sind toll angelernt worden, wie sie sich in der Natur verhalten müssen. Ernste Verletzungen hat es bei uns in den 3 Jahren nicht gegeben, dafür erdverschmutzte Fingernägel und glückliche Gesichter. Einfach herrlich!!!
Direkt nach dem Lesen des Artikels in der Zeitschrift bin ich mit meinem 5-jährigen Sohn in den Garten gegangen. Er hat sofort viele interessante Dinge entdeckt: Wassertropfen auf einem heruntergefallenem Baumblatt, vom Wind abgerissene Äste, die wie Hirschgeweihe aussahen, die samtige Oberfläche von Frauenmantelblättern, Pilze auf unserer Wiese u.v.m. Zu all diesen Dingen hatte mein Sohn viele Fragen und kreative Ideen, wir waren also eine ganze Weile beschäftigt und hatten viel Spaß dabei. Am Vormittag hatten wir gemeinsam ein Computerspiel für Kinder ausprobiert, das fand mein Sohn nach einer Viertelstunde langweilig...
In der Printausgabe heißt es in dem Artikel. "In einem Unterricht, der Naturnähe und praktische Erfahrungen intergriert, ist der Lernerfolg der Schüler messbar höher". Gibt es diesbezüglich irgendwelche Studien? Würde mich über genauere Quellenangaben sehr freuen!
Teil 2 Im Alter von 32 Jahren habe ich über ein Brückengeländer gesehen. Mir wurde schlecht! Nicht wegen der ca. 10 m sondern wegen der Erinnerung, dass wir als 9-11jährige auf dem Geländer gelaufen und dabei immer zur richtigen Seite gefallen sind! Ob ich meinem Kind so etwas erlaubt hätte? Haben unser Eltern uns ja auch nicht – im Gegenteil: es war verboten! Wir haben nichts gesagt, weil es sonst auch noch Strafen gegeben hätte. Wir hatten keinen Waldkindergarten, Waldschule oder ähnliche Gettos! Wir sind einfach auf dem Land groß geworden. Schade, dass die Heranwachsenden diese Möglichkeiten nicht mehr bekommen. Noch was zu den Wissenschaftlern: darin steckt der Begriff „Wissen schaffen“! Also, Maul halten und ran an die Arbeit! Aber bitte nicht jeden Minipups als die umfassende Weisheit anbiedern. Und wir wissen noch ziemlich wenig...
Der Artikel ist im Heft wunderbar geschrieben! Schade, dass die Online-Version das Wichtigste nicht beinhaltet. Hier hat wohl das technokratische Prinzip gewonnen: bitte keine Gefühle zulassen! Wir durften als Kinder vieles ohne Aufsicht ausprobieren, erleben und machen. Klar gab es Unfälle, aber diese waren ganz, ganz selten und für alle Eltern damals kein Grund überängstlich zu sein. Hatten wir was „angestellt“, gab es Strafen – auch von den anderen Eltern! Da die Eltern solidarisch handelten, konnten wir uns hinter keinem Erwachsenen verstecken, mussten für unsere Streiche und Vergehen geradestehen! Es gab nichts Peinlicheres, als sich bei anderen Familien entschuldigen zu müssen.
Welch ein toller Artikel! 1997 habe ich im Rahmen meiner 2. Staatsarbeit eine Unterrichtsreihe für ein 2.Schuljahr einer Grundschule in NRW gestaltet. Thema dieser Reihe war: "Unsere Waldwoche - Die Natur mit allen Sinnen erleben, um sie als schätzens- und schützenswert anzuerkennen" Ziel der Reihe war, Kindern den natürlichen Umgang und die Freude an, in und mit der Natur (wieder) nahezu bringen. Es war eine phantastische und sehr emotinale Erfahrung für Kinder, Eltern und Lehrer! Meine Arbeit wurde natürlich bewertet. Ich erhielt ein Befriedigend, da der Zweitprüfer (ein naturwissenschaftler Pädagoge) das Thema und den Inhalt als "sentimentalen Zeitvertreib ohne nennenswerten Wissenszuwachs" degradierte und es mit ausreichend- benotete! Meine Empörung bezüglich der Benotung war die eine Sache; aber wie sollen unsere Kinder die Umwelt schützen, wenn sie zwar die lateinischen Namen von Tieren und Pflanzen runterbeten aber kaum positive Erfahrungen in der Natur aufweisen können?
dazu ein Artikel im Spiegel Nr. 32/2010 vom (9.8.2010) " Das Gedächtnis des Körpers " passt hier aktuell dazu -- und interessant -- Aus eigener Lebenserfahrung kann ich nur sagen: eine positive Lebens-Grundeinstellung beeinflusst auch pos. das Leben. Man kann durch eigene pos. Gedanken sein Leben besser gestalten, als nur immer zu jammern - das zieht einem meistens nur "runter". Das können die meisten Menschen selbst bestätigen, wenn sie schon in schweren Krisensituationen waren und sie überstehen mussten. Behilflich ist dann auch eine pos. Jugendzeit, auf die man immer wieder zurückgreifen kann.
an den Kommentator hier -- O. Hajiabadi man kann und sollte nicht alles im Leben auf wissenschaftliche Grundlagen reduzieren. Wahrscheinlich haben SIE selbst eine solch unbekümmerte Kindheit nie erlebt.. sonst würden sie selbst anders kommentieren. Doch das ist das fatalste in unserer Gesellschaft, daß heutzutage alles wissenschaftl. begründet werden muß - wo es eigentlich nixxx wissenschaftl. gibt Leben heißt einfach auch mal NUR leben.. doch das kann die Mehrheit unserer Gesellschaft schon gar nicht mehr nachvollziehen --schade - denn diese Zeiten werden nie wieder kommen.
mein Kommentar wurde in 3 Teile gegliedert. der 1. Teil steht unten und dann nach oben weiterlesen..sorry.. vielen Dank
-- Och Gott werden die meisten sagen : „ wo sind denn diese Kinder aufgewachsen.“?? Sie werden es nicht glauben; WIR haben damals alle so gelebt… und keiner war auf den anderen neidisch, weil es nichts zu NEIDEN gab !!!! Jeder hatte Nichts… das war das Besondere damlas.. Ich glaube WIR sind trotzdem alle etwas geworden, und ich wünschte so manchem heutigen Jugendlichen, dass er solche eine unbekümmerte, fantasievolle, aber entbehrungsreiche Kindheit einmal erleben würde. Trotz verzicht auf Vieles wollte ich meine Kindheit nicht missen. ich lebe heute trotzdem glücklich und zufrieden !! :-)
Die Natur hatte uns im vollen Griff. Wir bauten Baumhäuser in denen wir tagelang mit einem Buch darin lagen, oder wir schauten einfach den Wolken nach und haben unsere Fantasie blühen lassen. Der Großvater hat mit uns stundenlangen Waldmärschen beschäftigt, dabei haben wir noch gelernt wie die Bäume und Vögel hießen. Abends sind wir todmüde ins Bett gefallen. Winters nahmen wir Spaten und Schaufel und bauten unsere eigene Iglus, und mit Schuhen sind wir auf den zugefroren Bachläufen dahingeschlittert, dabei schon mal mit einem Bein ins Wasser eingebrochen und als „Halb-Gefrorenes“ nach hause gekommen. Da war nicht die Bude auf 22 Grad geheizt; wir schoben die Beine einfach an den Ofen und warteten bis sie wieder halbwegs aufgetaut waren, ohne einen bleibenden Schaden.
Der Herr Andreas Weber, der diesen Artikel geschrieben hat, spricht mir aus der Seele. Ich, als 1956er Geborene, also die 60er Jahre als Kindheit erlebt.. Das waren noch Zeiten; da konnte man noch ohne Angst den ganzen Tag im Wald spielen. Ohne Spielzeug.. das haben wir selbst kreiert .. da war noch Erfindergeist gefragt, und den hatten wir auch noch. Die Eltern waren auch schon den ganzen Tag beschäftigt, und sie hatten keine Zeit für uns. Wir haben uns quasi selbst beschäftigt, und haben spielend gelernt das Leben zu meistern, auch wenn es mal Schrammen gab.. da wurde nicht gleich zum Onkel Doktor gerannt. Marke Selbstbehandlung..Pflaster drauf und Klappe halten..war angesagt.. Wir haben es alle überlebt und es hat uns stark gemacht. Wir wurden nicht so verhätschelt wie die heutige Jugend, denn das gibt oftmals die „Jammerlappen“ von heute.
Es ist seltsam, wie Herr Weber soviel Unsinn zusammen reimen und als Hauptartikel in GEO einstellen kann und noch seltsamer, wieviele Menschen davon begeistert sind! Dem Artikel fehlt es an wissenschaftlicher Tiefe - Herr Weber (Biologe, wen wundert es?) zieht es eher vor, Halbwahrheiten und Schwachsinn mit einigen, hauptsächlich Englischen Studien zusammenzuwerfen um seinem Natur-Fanatimus zu frönen. Herr Weber, erkundigen Sie sich nach neuen Kenntnisse auch anderer Forscher und weben Sie ihre propagandistischen Formel nicht so einseitig! Als Psychologe und Kinder- und Jugendlichentherapeut, der sowohl in einer Klinik als auch in einem Sozialpsychiatrischen Zentrum arbeitet, kann ich versichern, dass ihr Artikel höchstens zu 30% verwertbar ist. Alles andere ist als romantische Nostalgie der eigenen Kindheit und der Annahme zu bewerten, sich als absolut gelungen zu erachten und damit die Welt erklären zu wollen. Schade! Natur tut Kinder gut, aber nicht auf diese Weise und weitreichend
Freiraum für Kinder wird immer spärlicher. Das fängt schon damit an, dass man klleine KJinder kaum frei laufen lassen kann, einmal wegen des Verkehrs, aber auch auf Gehwegen lliegen Kippen und anderer Mülll. Ich weiß nicht mehr, wie viele Zigarettenstummel ich meinem Enkel schon aus dem Mund geklaubt habe. Selbst in Parks kann man Kinder kaum laufen lassen, weil es dort vor üblen Hinterlassenschaften von Hunden nur so wimmelt. Gleiches gilt auch für Brachgrundstücke. Selbst auf kleinen Spielplätzen habe ich es schon erlebt, dass sie mit Kaninchenkot übersät waren. Also bleibt meist nur der oft allzu kleine heimische Garten. Aber Hundebesitzer zahlen Hundesteuer und nehmen für sich das Recht in Anspruch, die Umwelt mit dem Kot zu verschmutzen. Da kann man sein blaues Wunder erleben, wenn man mal jemand darauf anspricht.
Steffi Mit Begeisterung las ich diesen Artikel und gebe ihm an junge Eltern weiter. Als Lehrerin im Vorruhestand sehe ich die Erziehung der Kinder genauso in die falsche Richtung gehen wie der Autor. Ich beobachte in unserer ländlichen Region, wie die Mütter gemeinsam mit ihren Kindern zum Spielplatz gehen und dort ständig anwesend sind, ins Spiel eingreifen und die Kinder gängeln. Wir hätten hier ideale Bedingungen mit Wiesen, Bach, Feldern, Wald...Eltern trauen Kindern nichts mehr zu. Herrlich im Artikel der Hinweis, gebt den Kindern richtige Messer, hatten wir früher auch und nichrs ist passiert (nach bewusster Einweisung). Die Gedanken von Andreas Weber lesen hoffentlich viele, etliche Schulprobleme würden bestimmt entschärft. Kinder müssen in Gruppen ohne Erwachsene spielen, dabei lernen sie von allein soziale Kompetenzen, wie es hochtrabend heißt. Der Artikel sollte Pflichtlektüre für Erzieher werden! Danke!
Ich bin glücklich, Ihre Zeitschrift abonniert zu haben. Aber dieser Artikel über die Kinder, die Natur brauchen, ist das Beste, das ich seit Jahrzehnten irgendwo gelesen habe! Er gibt mir die Hoffnung, dass die Welt doch noch zu retten ist! Ich werde ihn gleich an Tochter und Enkel weitergeben! Bravo, weiter so, Sie sind auf dem Weg, die Welt zu retten!
Wir haben im Frühjahr unseren Astrid Lindgren Waldkindergarten eröffnet, mit 18 Kindern, einem Integrationskind, das noch nicht laufen kann. In der Tat waren die Frage nach der Toilette, Gefahren im Wald und die Schulfähigkeit eines Kindes die wichtigsten Themen an den Elterninformationstagen. Seit 4 Monaten "wohnen wir im Wald" ohne Wände und Türen, ohne Dach und Heizung. Die Eltern haben uns das Vertrauen geschenkt und wir haben uns genau wie die Kinder auf das Abenteuer Natur eingelassen, sind Entdecker und Forscher, immer in Bewegung, lassen uns inspirieren, erleben mit allen Sinnen, bei jedem Wetter. Und wir können eigentlich alles tun: weben, schneiden, malen, sägen, Meditation usw. aber eben im Freien und im Einklang mit der Natur und nach dem Motto "weniger ist mehr" . Toilette, Zecke und Co. sind kein Thema mehr. Dieser Artilkel hat uns in unserer Idee wieder mal bestätigt und wirwürden uns solche naturnahen Einrichtungen für viele Kinder wünschen.
Die Reaktion auf den Artikel gibt wieder, wie wichtig und unterschätzt dieses Thema ist. Vor zwei Jahren hat sich das Bündnis "Recht auf Spiel" gegründet, um das Thema Freies Kinderspiel in die Öffentlichkeit zu bringen, im Internet zu finden unter: www.recht-auf-spiel.de. Über freies Kinderspiel muss wieder mehr geredet werden. Es muss wieder ein selbstverständlicher Teil der Kindheit werden. Angesichts schrumpfender Städte dürfte es nicht schwer sein, Spielraum zu finden.
Wichtiges Thema - flacher Artikel. War sehr entäuscht, habe (von einem Leitartikel) mehr erwartet! Die Krönung war der Schwenk zum Thema ADHS, das wir mal eben lösen in dem wir unsere Kinder mehr auf die Bäume setzen. Das kann auch nur jemand sagen, der kein ADHS-Kind zu Hause hat. Ein Schlag ins Gesicht, für jede Familie deren Leben von ADHS geprägt wird.
Dieser Artikel spricht mir direkt aus der Seele. Ich bin Mutter von drei Mädchen und stolz darauf, dass zwei meiner Mädels einnen ganz wunderbaren Waldkindergarten im Rotschwaiger Wald bei Schöngeising besuchen durften und nun sowohl körperlich als auch geistig gestärkt in die Schule gehen. Oft war es ein enormer organisatorischer Aufwand den Kindern dieses Erlebnis über mehrere Jahre zu ermöglichen, aber es hat sich gelohnt. Ich wünschte jedes Kind könnte solch einen Kindergarten erleben und so frei und ungezwungen lernen, die Natur begreifen, künstlerisch wirken, sich dreckig machen, auf Bäumen klettern, Iglus bauen, Käfer, Schmetterlinge, Engerlinge, Siebenschläfer beobachten, Tierskellette untersuchen, Matschgesichter auf Bäume modelieren, Osterhasenhölen gestalten, etc. Wie wundervoll ist die Natur-schade für die, die sich nicht erleben dürfen, deshalb mein Aufruf: "Seid mutig liebe Eltern und Erziehr, habt Vertrauen in eure Kinder und in die Natur!"
Ich kann nur das lieben (und dafür Sorge tragen), was ich kenne. Wer die Natur nicht kennt (=erfahren hat), kann sie wohl nur distanziert verinnerlichen. Ich bin 1953 geboren und auf dem Land zwischen Bremen und Bremerhaven aufgewachsen. Für uns war es selbstverständlich in den Neubauten herumzulaufen und uns im Wald Höhlen zu bauen. Mit dem Beil lernten meine Geschwister und ich früh umzugehen, weil wir für Feuerholz sorgen mussten. Die Stille und Schönheit des Moores bezaubern mich auch heute noch und locken mich zu einsamen Wanderungen hinaus. Mit unspektakulären Erlebnissen und einem vollen Herzen komme ich dann Heim und bin bereit der Gesellschaft wieder meine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. So regeneriere ich mich. Nur die Natur mit ihren vielen Facetten lässt uns Ehrfurcht vor der Schöpfung spüren. Wo, wenn nicht in der "unberührten Natur" können wir uns sonst regenerieren? Augustinus beschrieb das sehr gut: Was die Seele erfreut, nährt sie.
Wir waren im Bayerwald und sind jeden Tag in den "wilden Urwald" der ja stellenweise wieder erlaubt ist und sogar gefördert wird. Mit meinem 7 Jahre alten Enkel sind wir über Felsen und Bäume geklettert. Alle Sinne waren gefordert! Schmetterlinge, Würmer, tote und lebende Insekten wurden beobachtet. Das Leben im alten , morschen und verfaultem TOTHOLZ wurde interessiert beobachtet. Langeweile war ein Fremdwort!! Sehr guter und wichtiger Artikel! Super! Wir Menschen brauchen alle die Natur!!!
Wir sind zwei Pädagoginnen die eine GbR gegründet haben "Das Blätterdach" und sich so selbständig gemacht haben, um endlich Kindern eine Möglichkeit zu bieten, sich das holen zu können was sie wirklich für ihre optimale Entwicklung brauchen. Schaut doch mal in unsere home-page: www.dasblaetterdach-msp.de
Ich bin Sonderschullehrerin und Mutter eines 2 1/2 jährigen und eines 5 Monate alten Sohnes. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontakt mit Kindern stelle ich immer wieder fest, wie wenig diese noch über Erfahrungen aus der freien Natur verfügen. Schulisch haben wir als Sonderschullehrer (Förderschwerpinkt körperliche u. motorische Entwicklung) zum Glück noch viele Freiräume. Viele nutzen diese auch und machen mit den Schülern kleine Ausflüge in die Natur. Mit einer Klasse im Grundschulalter war ich z.B. einfach mal am Fluss hinter der Schule. Wir haben Steine ins Wasser geworfen und eine Flashenpost aus dem Deutschunterricht abgeschickt. Alle bewegungseingeschränkten Schüler sind die Böschung runter- und rauf geklettert. Und mit meinem Sohn macht die Entdeckung der Natur im Garten, an Flüssen und im Wald viel Spaß. Im Schrank haben wir übrigens überwiegend nicht mehr ganz sauber werdende Spielhosen. Unsere Wohnung ist nach jedem Ausflug um mindestens ein Fundstück reicher.
Als ich gestern die Geo sah, war ich total begeistert. Es könnte mein Sohn sein, auf dem Titelfoto. Das fünfte Kind (von sechs) und das erste, dass kein Stubenhocker ist. Warum? Weil wir uns seit einiger Zeit sehr intensiv mit den themen Natur und Pädagogik befassen. Weil wir useren Kindern und auch anderen die Möglichkeit geben sich selbst in der Natur, mit der Natur zu erfahren, aus Naturmaterialien zu gestalten....auch das Erlebnis Tier kommt nicht zu kurz. Mir wurde meine Freiheit im Alter von sechs Jahren drastisch weggenommen, es hat lange Jahre gedauert bis ich wieder zu mir gefunden habe. jetzt gebe ich alles mit großer Begeisterung weiter. Ich liebe es und freue mich über jede/n der zurückkommt.
Ein wirklich lesenswerter Beitrag ! Danke dafür und bitte mehr davon. Allein die Kommentare zeigen schon wie wichtig das Thema ist. Wieviel Freiheit geben wir unseren Kinder? Ich geh mit meinen Kindern jetzt raus in den Wald, tschüss.
Der Artikel spricht mir aus der Seele! Als selbstständige Waldpädagogin und Jägerin, die nicht nur Kinder, sondern auch pädagogisches Fachpersonal in der Berliner Wildnis aus -u. weiterbildet, kann ich nur hoffen, dass bei uns ein langsamer Sinneswandel hin zu Wildnis und "Chaos" einsetzt. Als Lesestoff dazu kann ich ebenfalls nur "Kind und Natur" von U. Gebhardt empfehlen und "Last child in the woods" von R. Louv. Leider nur in Anfängen von den Schweizern ins Deutsche übersetzt, aber alleine diese paar Seiten lohnen sich zu lesen. (googlen). Für mich persönlich ist ein Kind, was mir am Ende des Waldausfluges zuflüstert "Wenn ich groß bin, möchte ich das werden was du bist!" einfach der Hammer - wer hat schon einen solchen Job?
Vielen Dank für Ihre Titelstory, die ich mit Interesse gelesen habe. Ihre Ausführungen kann ich voll bestätigen. Seit etwas über einem Jahr arbeite ich als Natur- und Wildnispädagoge in einem Tagungshaus in Nordwestdeutschland (www.blockhaus-ahlhorn.de). Wir haben angefangen, für Schulklassen und andere Gastgruppen diverse Programmangebote und Workshops in und mit der Natur zu initiieren. Der Erfolg war verblüffend: Aufgekratzte, gestresste und problematischen Sozialverhalten angreiste Kinder und Jugendliche erleben sich im unreglementierten Zugang zur Natur von einer anderen Seite: Von Tag zu Tag werden sie relaxter, sensibler, offener und kommunikativer für alles um sie herum. SchülerInnen und LehrerInnen sind begeistert! Auch bei meinen eigenen Kindern derselbe Befund: Egal ob auf Kanutour, Bergwanderung oder 'nur' im eigenen verwilderten Garten: Von der Natur genährte und gestärkte Kinder berichten stolz von ihren Abenteuern, Entdeckungen und Erlebnissen - Lebensqualität pur!
Die vielen Kommentare zeigen, dass der Artikel ein ganz wichtiges Thema für die gesunde Entwicklung unsere Kinder berührt hat. Ich wünsche mir, dass die "Naturvergessenheit" auch öffentlich wahr genommen und nach Abhilfen gesucht wird. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass auch viele Eltern den Kontakt zur Natur verloren haben. Hier müssen Kinder von anderen angeleitet werden. Der Kinderschutzbund Elmshorn, dessen 1.Vorsitzende ich bin, ist gerade dabei, nach dem Vorbild von Stuttgart-Elsental eine Jugendfarm zu gründen. Wir wollen zusammen mit den Kindern verschiedene Tiere anschaffen, Gemüse anbauen, draußen spielen. Aber es ist sehr schwer, die notwendigen Gelder für dieses Projekt zu bekommen. Die öffentlichen Kassen sind leer: Sponsoren muss man erst noch für dieses Thema begeistern.
Liebe Redaktion, ich bin Ihnen sehr dankbar für diesen Beitrag, wenngleich ich Ihn für lääääängst überfällig halte. Ich bin Vater eines 9-jährigen Buben, der mit einer körperlichen Beeinträchtigung auf die Welt gekommen ist. Unsere Erziehung war ein enormer Spagath zwischen schützen und "los lassen" des Kindes. Mit Fordauer der Zeit haben wir Eltern aber gelernt, dass unser Sohn selber lernt, was gut für ihn ist und was nicht. Wir haben das Glück in Tirol in einem kleinen Dorf zu wohnen. Dort sind wir von Natur umgeben und das kann unser sohn in beliebiger Art uns Weise genießen. Ich bin überzeugt davon dass er, nachdem ihm von diversen "Fachleuten" ein Entwicklungsdefizit prgnostiziert wurde, hauptsächlich durch das freie lernen in und mit der Natur diese Prognose nicht bestätigt hat. Schön ist auch, dass dies den sogenannten Fachleuten (unter anderem Lehrer) auch vor Augen geführt wurde. Man kann dazu auch Einiges bei Jan Uwe Rogge nachlesen. Bitte viel mehr zu diesem Thema.
Einfach großartig, dieser Artikel. Danke dafür, das Thema ist wirklich elementar wichtig. Genau diese Beobachtungen und Überlegungen treiben mich seit Jahren um. Wir tun etwas: http://www.tagesspiegel.de/berlin/familie/der-traum-von-der-insel/1843316.html; www.inselkind-lindow.de. Falls meine Zuschrift nicht in der großen Flut untergeht, werfen Sie bitte mal einen Blick auf diese Links. Ein wunderschönes Projekt. Herzliche Grüße, Stefan Schacht
Wichtiges Thema, schön zu lesender Artikel, teilweise auch schockierend, wie sich unsere Gesellschaft in den letzten 30 Jahre zum Negativen gewandelt hat. Woher nur diese Angst der Eltern kommt, die doch größtenteils als KInder draußen spielen durften, bleibt mir ein Rätsel. Ist unser Sicherheitsdenken dominanter wie unsere eigenen Erfahrungen in und mit der Natur?
Selten hat mich ein Artikel so angesprochen und fasziniert wie dieser! Als Kind durfte ich Lagerfeuer machen, Schnecken sammeln, Blütensuppen kochen, auf Opa´s Kartoffelacker bei der Ernte helfen, Pilze und Blaubeeren suchen und und und. Heute arbeite ich als Erzieherin in einem Kindergarten und möchte den Kindern soviel Freiheit in der Natur gönnen, wie nur möglich, weil ich selbst die unendliche Tiefe und Einzigartigkeit der Natur als unsere größte und ureigenste Kraft erlebt habe. Ich hoffe, dass mir dieser Artikel dabei hilft, auch meine Kolleginnen und die Eltern unserer Kinder wieder neu für die Schönheit und Vielfalt der Natur zu begeistern. Dass ich die Kinder auf meiner Seite habe, weiß ich längst.
lieber andreas weber und auch jan holleben, mit spannung habe ich die "naturkinder"-reportage gelesen und war begeistert! sie sprechen mir direkt aus der seele, ich bin erzieherin und dipl.soz.päd., mama von zwei jungs (2,5 und 10 monate)! dennoch klaffen theorie und praxis bei mir leider auseinander: mein problem ist, ich selbst gehe sehr ungern raus in die natur, ist mir alles zu umständlich und ich mach mir viele sorgen, die tiere, die gefahren, der schmutz, die gestörten erwachsenen und auch kinder! leider, denn mein großer will immer raus und das übernehmen dann oft oma und papa. schlimm, dass wir (in dem fall konkret ich) so verkopft sind und das natürliche so verloren gegangen ist. als kind gab es für mich auch nichts schöneres, als draußen rum zu streunen... durch den artikel wurde mir das sonnenklar und wie ungern ich selbst raus gehe (trotz gartens und wald vor der tür!!).... vielen dank für den schönen artilkel und die tollen fotos!!! patsy
Man muss natürlich wissen, dass Kinder, denen man Freiheit gewährt, tatsächlich stärker gefährdet sind als andere, die im Mama-Taxi wohlbehütet von A nach B kutschiert werden. Mein Stiefsohn ist z.B. im Alter von 10 Jahren beim Klettern auf einem alten Nussbaum wegen eines morschen Astes aus 6 Metern Höhe wie eine reife Pflaume runtergefallen. Ergebnis: Wirbelbruch und 6 Wochen Krankenhaus. Wir waren froh, denn er hätte sich ja auch das Genick brechen können. Er hatte halt zuviel "Mut" und zuwenig Erfahrung - solche Kinder gibts leider auch und hier muss man nötigenfalls Hilfestellung und Anleitungen geben. Aber Rückschläge gehören eben auch dazu und das Leben ist nun mal lebensgefährlich. Es kommt drauf an, Gefahren anhand "sanfter" Rückschläge kennen zu lernen und somit künftig zu vermeiden. Trotz der Gefahr halte ich das für die Ausbildung der Persönlichkeit für besser als ein Kinderleben im sterilen Schutzraum - DAS werden nämlich keine besonders lebenstüchtigen Gestalten!
Das Thema des Artikels beschäftigt mich schon lange. Habe ich doch selber eine Kindheit in der Natur erleben dürfen. Bäume wurden zu Raumschiffen, Hecken zu Wohnungen und Bretterbuden zu Forts. Als ich vor einigen Jahren meine Kinder habe laufen und klettern lassen, sind einige Menschen, "die es doch nur gut meinen", so weit gegangen, mir mit dem Jugendamt zu drohen, da ich meine Kinder gefährden würde. Daraufhin habe ich meine Kinder am Wochenende ins Auto gepackt und wir sind an Orte gefahren, wo sie in aller Ruhe laufen und klettern konnten. Ich glaube heute sagen zu können, dass es ihnen nicht geschadet hat. Aber selbst diese Orte sind heute, 10 Jahre später, mit Zäunen und Verbotsschildern gepflastert. In einigen Nachbarschaften gibt es doch schon Streit, wenn Kinder mit Kreide auf der Straße malen und spielen. Wie stark wollen wir unsere Kinder und Enkel noch einengen?
Vieles an unserer Gesellschaft ist für mich unverständlich. Mann muß doch als Eltern Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen lassen. Und das machen sie am besten in Gesellschaft von und mit anderen Kindern. Dieses Nichtloslassen ist sehr bedenklich. Ich habe es mehrmals erlebt, das eigentlich den Kindern nichts zugetraut wurde, Warum müßen heute Kinder mit dem Auto in die Schule gefahren werden. Was ist an dem zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren so gefährlich. Mir ist kein einziger Unfall auf dem Schulweg bekannt. Allerdings wohne ich auf dem Land. Ein ganz schlimmes Beispiel ist jetzt in Bitburg passiert, wo das Verwaltungsgericht Trier einen Abenteuerspielplatz am Rande eines Wohngebietes verbieten will. Im Fernsehen habe ich jetzt einen Bericht gesehen, nachdem es Hotels in Feriengebieten gibt in denen keine Gäste unter 18 Jahren wohnen dürfen. Die obelherbergen regeln die Angelegenheit über den Pensionspreis. Erwachsenenpreise ab 2 Jahren.
Mit einer 5. Hauptschulklasse in München habe ich das letzte Schuljahr über ein Waldprojekt durchgeführt. Von manchen Kollegen belächelt, von Eltern missbilligt: "Da lernt mach doch nichts!" Der Artikel hat mich wieder bestätigt trotzdem weiterzumachen, vielen Dank.
Ich musste herzhaft lachen, als ich die Entstehungsgeschichte des Baumhauses las: ja, oft müssen wir Erwachsenen über unseren Schatten springen und Dinge zulassen! Der Beitrag spricht mir aus der Seele! Mich nervt unendlich, wenn ich (selbst dreifache Mama) von anderen Eltern Tipps bekomme ala "Ward ihr schon auf dem Erlebnisweg..." oder "Du musst mit den Kindern unbedingt zum Naturspielplatz soundso..." - vorzufinden ist eine in TÜV-Normen gepresste Natur,die höchstens noch be-lebt, aber nicht er-lebt werden kann, geplant und umgesetzt anhand der Ideen aus Erwachsenenköpfen. Da bevorzuge ich einen Ausflug in den ganz "normalen" Wald, mit allen Schönheiten und Gefahren...und unsere drei Buben können sich in ein von ihnen gesteuertes Abenteuer begeben. Danke für den tollen Beitrag im GEO!
Es ist immer wieder eine Freude GEO zu lesen- erst recht mit einem solch wichtigen Thema. Als junge Eltern wie wir es sind (1 jährige Tochter) hoffe und wünsche ich mir, daß es uns gelingt unser Kind nicht abgeschirmt von der Natur aufwachsen zu lassen. Ich hoffe, daß wir in unserer Gemeinde genügend "freiheitsliebende" Eltern finden, die genauso denken und auch handeln...! Nur so lernen Kinder Selbstvertrauen und Gefahrensituationen einzuschätzen und vielleicht auch OHNE Erwachsene zu meistern. Danke für diesen sehr interessanten, guten Beitrag!
Als Trägerin von neun Kindertagesttätten hat die Stadt Laatzen eine Naturerlebnishütte in den Leineauen eingerichtet, damit die Kinder hier die Natur entdecken und erleben können. RTL hat darüber berichtet: http://www.rtlregional.de/player.php?id=7605 Weitere Berichte zur Maria-Troll-Hütte finden Sie unter: http://www.kitaandermasch.de/Kita_an_der_Masch/Maria-Troll-Hutte.html
Was ich an diesem Artikel so wunderbar finde,sind eben nicht die hoch wissenschaftlichen Ergebnisse über weltweite Studien und der Hinweis auf zu nachlesender Lektüre. Er ist so verständlich geschrieben,dass auch nicht studierte Eltern,die keine Wissenschaftler oder Doctoren sind,ihn verstehen können.Danke! Das ist es was uns Eltern noch mehr verwirren würde.Jeder sagt uns heute in Broschüren und Handzetteln die beim Kinderarzt schon ausliegen(Mein KInd hat Fieber-was soll ich tun?)was besser ist für unsere Kinder,anstatt wir sie einfach lassen und weniger auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse und gute Ratschläge hören.Die Natur zeigt es uns für Umsonst und wozu haben wir unseren Urinstinkt,um ihn gerade da anzuwenden.Ich freue mich jeden Tag auf´s Neue ,wenn ich meine Kinder vom Wald-Kiga abhole und in leuchtende von Abenteuer und Forschungsdrang lebendigen Augen schauen darf.Das zeigt mir.....bleib dran!!!!!
Vielen Dank für diesen Artikel - und ein Pfui an die "Prinzip-Fraktion"! Wir leben seit 5 Jahren in Schweden und unsere 3 Töchter haben freien Zugang zur Natur. In den Schulpausen gehts in den angrenzenden Wald wo die Kinder Lager, Klettergerüste, Hindernisse etc. bauen können, wie es ihnen beliebt. Der Kindergarten hat ein Aussenglände das jede Menge Kletter- und Matschspielmöglichkeiten bietet. Auch unsere Kinder haben zugang zu Elektronik - wobei das Internet nur unter Aufsicht benutzt wird (wir haben nur einen Computer). Streit entsteht meistens im Haus im Zusammenhang mit Fernsehen oder Wii-Spiel... Viele schwedische Kinder - auch hier auf dem Land - verbringen mehr und mehr Zeit am Computer, im Gegensatz zu vielen deutschen Kindern wird ihnen aber der Aufenthalt in der Natur nicht von erbsenzählenden Schreibtischtätern erschwert. Sollte nicht allen daran gelegen sein, daß Kinder sich sinnvoll in der Natur beschäftigen, anstatt abzuhängen? Ich fürchte das Internet mehr als Zecken.
ADHS ist ein vielschichtiges Problem, und wie alle Verhaltensstörungen mit einer "körperlichen", also biochemisch nachweisbaren Komponente behaftet. Zugleich ist es, wie alle Verhaltensstörungen oder -auffälligkeiten ein Phänomen an der Schnittstelle zwischen körperlicher und kultureller Welt. Es rentiert sich also, mit vorschnellen Erklärungen vorsichtig zu sein. Behandlungen von ADHS-Patienten mit "natürlicher Sinneswahrnehmung" haben aber, so das Ergebnis vieler empirischer Studien, gute Ergebnisse gezeigt. Es ist somit möglich, dass die Form von hypertropher Sinneserregung in Wahrheit eine besondere Anpassung an eine belebte Mitwelt ist und in einer Umgebung, in der die Natur nicht als "Fremdes da draußen", sondern als lebendes Gegenüber aufgefasst wird, Vorteile hat. In der Tat ist es bedenkenswert, dass vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Pathologie das eigentlich Gesunde als das Gestörte erscheint – das sollte aber nicht zu mehr Anpassung, sondern zu mehr Mut anhalten.
Manchmal denke ich, dieses ganze Gerede um das "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" (ADHS ) ist auch nur eine von etlichen scheinbaren Krankheiten, die unsere Gesellschaft postuliert hat. Kann man denn von Krankheit sprechen, wenn immerhin bis zu 10 Prozent aller Kinder (die Jungen häufiger; siehe Wikipedia) davon betroffen sind? Ist ADHS dann nicht viel eher ein Teil der Normalität und unsere Gesellschaft, die dafür keinen Raum bietet, ist der eigentliche Patient?? Hat denn nicht jedes Kind mehr oder weniger das Problem, dass es sich nur äußerst schwer auf Stoff konzentrieren kann, den es stinklangweilig findet? Und wem von uns Erwachsenen geht das nicht so? Das trotzdem irgendwann zu schaffen und sich selbst so zu "coachen", dass das klappt, ist eine der wichtigsten eigentlichen Lernaufgaben, die man im Leben zu bewältigen hat. Diese kann einem niemand abnehmen - da MUSS JEDER durch! Ritalin schafft bestenfalls einen Schonraum und ist daher wohl eher contraproduktiv.
Ich stimme dem Artikel fast völlig zu. Mit einer Ausnahme: eine genetische Stoffwechselstörung läßt sich nicht durch Spielen in der Natur reparieren! Jegl. Bezug hierzu (ADHS), ist falsch! In der Natur zu toben ist natürlich hilfreich, ersetzt aber nicht die trotzdem fallweise notwendige Medikation, da in der Schule und bei den Hausaufgaben nun mal nicht getobt werden kann. Und ADHS wird vererbt (weshalb ich durch meinen Sohn gelernt habe, daß ich vermutlich auch betroffen bin). Früher nur nicht diagnostiziert, jetzt erst zunehmend, mit der Möglichkeit den Betroffenen dann auch zu helfen. Kein Wunder daß die Fallzahlen mangels früherer Erkennung nun ansteigen. Bedauerlicherweise hilft auch die ganze Naturerziehung wenig, wenn das Kind dann in der Pubertät sich vorrangig an Gleichaltrigen orientiert (und muß), aufgrund der anstehenden Abnabelung vom Elternhaus. Das ist ganz normale Entwicklung. Auch ganz normal, daß die Kinder dann nicht selten alles was die Eltern machen ablehnen.
Die GEO-Titelstory trifft den Nagel auf den Kopf! Meine Eltern waren beide berufstätig und hatten weißgott anderes zu tun, als mich zu beaufsichtigen. Im nur teilweise wieder aufgebauten Mainz der 50er Jahre hatte ich das Glück, nach der Schule mit Freunden unbeschwert auf Trümmergrundstücken, auf Schrottplätzen und in unkultivierten Auenlandschaften spielen zu können. Wenn meine Eltern gewusst hätten, dass wir an einsamen Plätzen Sprengkörper gezündet haben oder am Hochwasser führenden Rhein mit einem Floß über Wiesen geglitten sind, hätte ich schwere Strafen eingesteckt. Aber genau dadurch habe ich Sozialverhalten, Vorsicht und Eigenverantwortlichkeit gelernt und meine persönlichen Möglichkeiten und Grenzen erfahren. Wenn ich heutigen Eltern glühend nahelege, ihren Kindern solche Freiheiten zu gewähren, bekomme ich die Gegenfrage: Ja wo denn? Und in der Tat: Heute käme bei jedem Feuerchen sofort die Feuerwehr und die Eltern wären wegen unterlassener Aufsichtspflicht dran ...
Mein Dank an den Verfasser dieses Artikels. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich bin selbst Mutter eines 8 jährigen Sohnes und mache die gleichen Erfahrungen. In einer Kleinstadt am Waldrand wohnend, findet mein Sohn keine Kinder, die mit ihm in Wald und Wiese steunen gehen. Erzähle ich im Freundeskreis und in der Schule, was ich mit meinem Sohn alles unternehme, schauen mich jedesmal große bewundernde Augen an: "Toll was ihr so alles macht. Aber ich hätte da Angst." Schade, die Kinder könnten das nämlich auch selbst erleben - ohne mich. Aber sie dürfen trotz ihrer 8 Jahre keine Alleingänge machen. Mich hat das so beschäftigt, dass ich nebenberuflich eine Ausbildung zur Umwelt- und Erlebnispädagogoin besucht habe. Ich möchte meine Arbeitszeit verkürzen und in der Schule regelmäßig Wald- und Wildnistage anbieten. Die Lehrer sind begeister. Ich bin eher frustriert. Sind wir schon so weit gekommen, dass man für die Natur ein Zertifikat benötigt um sie spüren zu dürfen? Kämpfen Sie weiter!
Als Lehrerin und Trainerin erlebe ich täglich, wie fremd Natur und die Bewegung darin den Kindern geworden ist. Selbst in meiner eigenen Kindheit wurde ich oft genug von waghalsigen Unternehmungen zurückgehalten, aus Angst, mir könne etwas passieren. Dennoch durfte ich klettern, springen, schwimmen und Rad fahren, schließlich lebten wir direkt am Feldrand, mit Zugang zu Seen, Fluss und Obstgärten. Schickt man Kinder heute in die Natur (z.B. Unterrichtsstunden im Schulgarten), ist es interessant die Reaktionen zu beobachten: Erst sind sie unsicher, tun gelangweilt, finden es draußen doof, kreischen bei Ameisen und Fliegen auf und klopfen sich ständig den Staub von Händen und Kleidung. Es dauert gewöhnlich etwa zwanzig Minuten, bis sie sich endlich entspannen können, dann kommt die Neugier, und die Ameisen werden betrachtet, auf die Finger krabbeln gelassen, Grashalme werden gezupft, mit denen sich gegenseitig gekitzelt wird, und aus kleinen Steinchen werden Miniaturmonumente gebaut.
Schließlich, wenn die Stunde sich dem Ende zuneigt, schert sich keiner mehr um Sand, Kies und Gras auf der Kleidung, es wird verträumt ins Grün geschaut, und es werden Vögel ausgedeutet, die Kinder fragen sich, welche Arten das sind, und sie reden darüber, wie warm die Steine in der Sonne sind, und wie kühl jene im Schatten. Dann klingelt es vom gebäude her, und kaum ein Kind packt seine Sachen und rennt weg, wie sonst im Klassenraum. Sie fragen, ob sie über die Pause noch da bleiben dürfen, sie wollen den Garten mit dem kleinen Wäldchen und dem Teich erkunden, staunen über Wasserläufer und suchen nach Fischen, Kröten oder anderen Wassertieren im trüben Teich. Dass sie von dem Buch, das wir gerade lesen, in dieser Stunde kaum etwas mitbekommen haben, ist nicht so wichtig. Es war Deutschunterricht. Sie wollen wieder kommen, immer hier Unterricht haben. Es sind "coole", pubertierende Achtklässler, welche die Natur entdeckt haben. Wenn da bloß nicht der Lehrplan wäre...
Danke für diesen sehr interessanter Artikel. Ich habe 25 Jahre in einem Verein "Wasserwandern und Zelten" in Berlin gelebt und gearbeitet, dabei auch einige längere Wasserwanderungen mit Kindern und Jugendlichen in den Spreewald unternommen. Keiner wird die vielen Abenteuer, die es zu bestehen galt, wohl je vergessen- auch wenn solche langen Touren, fast ausschließlich in der freien Natur, oft für den Einzelnen, für Kinder, wie auch für Erwachsene, nicht immer ganz so einfach sind. Aber Wind und Wetter, Sonne und Regen und ein klarer Sternenhimmel, Natur- und Tierstimmen, oft schon vergessen, gehören zu unserem Leben dazu. Leider wissen besonders die Kinder aus den großen Städten oft nicht, das es überhaupt einen Sternenhimmel gibt. Nun alle meine Erfahrungen mit dem Leben in der Natur gebe ich jetzt an Kinder in meinen Ferien-Zeltlagern weiter. Mehr Informationen unter www.abenteuer-ferienlager.de Gerne setze ich auch einen Link zu ihrer Seite. Freundliche Grüße to.
Vielen Dank für den Artikel! Ein klasse Thema, insbesondere, weil ich gerade erst als Leiter eines Kinderhauses begonnen habe und dort gene mehr in den Wald gehen möchte. Wir bewundern die Natur viel zu sehr und leben viel zu wenig in ihr. Hat mal jemand gesagt. Wo lernen Kinder mehr, einfacher, mit dem meisten Spaß, als dort wo die reinsten Naturgesetze gelten??
"Spielen ist nicht irgendein Zeitvertreib, sondern schöpferisches Einverleiben der Wirklichkeit." Dieser Satz trifft genau ins Schwarze. Ich musste ihn sofort auswendig lernen, da er genau meine Einstellung widerspiegelt. Ich habe das Glück, dass meine "Spielereien" zufällig zu einer in dieser Gesellschaft anerkannten Position in einer aufstrebenden Industrie geführt haben. Allerdings bin ich überzeugt, dass das Leben aus mehr bestehen sollte als dem ständigen Erfüllen irgendwelcher Ansprüche und dem Erreichen hochgesteckter Ziele. Natürlich reicht es nicht, einfach in den Tag hinein zu leben, aber unter dieser Krankheit leiden die wenigsten heutzutage. Intrinsische Motivation, die Liebe zu einer Sache weil sie einem Freude bereitet, lässt sich durch nichts aufwiegen oder ersetzen. Das muss Kindern beigebracht werden, wenn wir ihnen ein lebenswertes Leben beibringen wollen.
Selbstverständlich hat auch mir der Artikel aus dem Herzen gesprochen. Wenn man als Eltern Ängste, die man ein Leben lang auch um seine erwachsenen Kinder hat, nicht aushalten kann, sollte man keine bekommen. Ich persönlich sehe es als meine "letzte große Aufgabe" im Leben an, meinen Enkeln die Natur entdecken zu lassen. Allerdings ist es auch mein Hobby, insbesondere die Vogelwelt zu beobachten. Meine Liebe zur Tier- und Pflanzenwelt hat sich auch auf meine Tochter übertragen, ihre wiederum... Ich finde schon den Begriff "Umwelt" falsch. Wir leben nämlich mitten drin, auch wenn wir es oft nicht mehr so empfinden. Was vor unserer Haustür ist, geht uns nichts an, aber unsere Wohnung wird sorgfältig behandelt. Ängste schüren auch Medien mit ihren ständigen Schilderungen über sichtbare und unsichtbare Gefahren. Allerdings bin ich doch sehr für Naturschutzgebiete, andere Lebewesen brauchen einfach Schutz vor uns Menschen. Auch Naturschutzgebiete lassen sich gut nutzen zum entdecken.
Ein Jugendlicher fragte, ob man Grashüpfer eigentlich essen könne – was ich bejahte. Das war dann im Anschluß die Mutprobe schlechthin – wer traute sich, einen Grashüpfer zu essen? Oder einen Regenwurm, eine Assel? Kritischen Eltern versuchte ich zu erklären, dass sie doch froh sein sollten, ihre Kinder sich mit solch ungefährlichen Mutprobe messen und nicht etwa auf Drogen zurückgriffen. Bei allem Mut zum Risiko sehe ich in unserer Gesellschaft jedoch ein großes Problem: Passiert etwas, sucht man immer nach einem Schuldigen. Und wenn man sich dann als Erwachsener, Eltern oder Betreuer vorwerfen lassen muss, man hätte das verhindern können/ müssen, hört jede Experimentierfreude auf.
Herrlich, wenn sich jemand traut, Eltern Mut zum Risiko zu machen. 2008 bot ich in unserem Sportverein in Hunzel an, den GEO-Tag der Artenvielfalt am Dorfbiotop, einem kleinen angelegten Teich, durchzuführen. Die ersten Bedenken: Wieviele erwachsene Helfer wir wohl abstellen müßten, schließlich könnten die Kinder ja in diesem Gewässer ertrinken. Erstaunlich für mich war, dass dieses Biotop am Dorfrand gelegen, bisher von den Kindern selten selbst erforscht wurde und es kommt auch höchst selten vor, dass man die Kinder dort allein spielen sieht. Als einige Kinder mit ihren Lupen erprobten, auf einem Schotterweg Feuer zu machen, gab es die nächste Unstimmigkeit – soll man das verbieten? Es ist doch gefährlich, wenn sie kokeln. Auch fanden es einige Eltern eklig, dass die Kinder ein Schafskelett anfaßten – was dabei wohl für Krankheiten lauerten? Und abends kam dann der größte Schocker für viele Erwachsene: Ein Jugendlicher fragte, ob man Grashüpfer eigentlich essen könne – was ich
Ich stimme Susa zu, dass weniger Esoterik sowie unbewiesene Behauptungen und Gefühle des Autors - gerade in einem Wissenschaftsmagazin wie Geo es sein möchte - dem Artikel gut getan hätten. Stattdessen hätte der Autor mehr auf den wissenschaftlichen Forschungsstand eingehen sollen. Trotzdem empfinde ich das Thema der Entfremdung ALLER Menschen von der Natur als sehr wichtig. "Wilde" Natur (Ist die Natur in Deutschland überhaupt noch wild?) unterscheidet sich von angelegten, menschengemachten Welten durch ihre Komplexität, Unbegrenztheit und Gefährlichkeit. Vom Menschen angelegte Welten können einfach nicht so komplex sein wie die Natur es ist und sind immer irgendwo zuende. Für künstliche Welten im Computer (ich spiele gerne Computerspiele!) gilt diese geringere Komplexität und Begrenztheit im besonderem Maße, da der Aufwand für die diese Welten erzeugende Programmierung begrenzt bleiben muss. Computerspiele unterscheiden sich zudem mit ihrem durch und durch logischen und einfach
regelbasiertem Ansatz deutlich von der Realität. Menschen in der Realität handeln dagegen niemals durch und durch logisch und Regeln in der Natur sind hochgradig komplex. Daher glaube ich, dass Menschen in der realen Natur einerseits intellektuell stärker gefordert werden, was zu größerer Neugier, analytischen Fähigkeiten und damit im Endeffekt Wissen führt. Der Austausch mit einem nicht komplett logischen Gegenüber führt andererseits zu größerer Menschenkenntnis und Empathie. Die zunehmende Angst vor (meiner Meinung nach insgesamt eher geringer werdenden) Gefahren und eine Durchorganisation der Kindheit (Gibt es für beides eigentlich wissenschaftliche Belege?) wurden ebenfalls als wichtige Themen genannt. Hier glaube ich, dass aus der Auseinandersetzung mit und der Einschätzung von Gefahren eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Fähigkeit entstehen kann: Risikobewußtsein und Risikoeinschätzungsfähigkeiten (Kann man nicht nur im Finanz- und Ölgeschäft brauchen).
Freiheit - ohne Aufsicht der Eltern und Durchorganisation des Tages - halte ich ebenfalls für eminent wichtig. Aus dieser Freiheit - auch zur Langeweile - entsteht meiner Einschätzung nach Kreativität, die sich mittels durchorganisiertem Lernen niemals aneignen lässt, sondern nur durch eigene Gedanken. Neugier, Analytische Fähigkeiten, Risikobewußtsein und Kreativität sind alles Fähigkeiten, die in unserer heutigen Wissensgesellschaft entscheidend sind. Durchorganisiert gepauktes reines Faktenwissen ist ebenfalls wichtig, aber nicht allein ausreichend. Ebenso ist es mit künstlichen Computerwelten: Ergänzend sind sie durchaus spannend und auch lehrreich, die "wilde" Natur ist aber spannender und insgesamt lehrreicher! Es kommt - wie fast immer - auf die Mischung an.
ich kann dem artikel nur voll zustimmen Kinder verlieren ihre bindung zur natur ich selber habe mit meinen Freunden noch im Wäldchen um die ecke gespielt und wie im artikel beschrieben kam dann die nächstbeste behörde und hat unsere spielfläche gefällt ,weil sich zwei Familien beschwert hatten, dass ihre kinder sich verletzt hatten (ich hab die verletzungen gesehen SCHÜRFWUNDEN) und ein Paar Rentner die ihre ruhe haben wollten haben unserer Clique dann den rest gegeben indem sie sich bei der gemeinde über lärmbelästigung beschwert hatten ich denke ,dass wir einerseits nicht zu ängstlich sein sollten und kindern mehr freiraum geben sollten andererseits aber auch nicht gleich bei jeder kleinigkeit eine bürgerinitiative gründen, damit das Wäldchen, die Brachwiese zugemacht wird wegen übermassigem Lärm der kinder oder einem baumhaus was die aussicht aus dem garten ein wenig einschrängt ich bin jetzt 16 jahre alt und erlebe die entfremdung von der natur bei meinen geschwistern.
Ich freue mich sehr, daß endlich einmal so ein super Artikel zur Wichtigkeit von Naturerfahrung für Kinder öffentlich erscheint. In Städten werden die letzten grünen Flecken noch zugebaut, und den Kindern immer weniger Freiräume gegeben Natur zu erleben, Es wird Zeit, daß wir Erwachsenen uns unseren Ängsten, Vorbehalten und Bequemlichkeiten stellen, die uns im Weg stehen, ein lebenswertes Leben (vor-) zu leben. Es liegt nicht an den Kindern, die die Welt mit offenen Augen und Sinnen mit dem ganzen Körper erkunden, neugierig, lustvoll, und lebendig. Kinder können uns die Wunder des Lebens mit ihren Augen wieder nahe bringen, mit ihnen die Welt zu erkunden: die Lust am Leben, die Natur, die Schönheit, die Wunder der Schöpfung, die Abenteuer. Die Natur ist der beste Lehrer des Lebens den es gibt. Es braucht aber auch die Gemeinschaft dazu, mit einer naturbewahrenden, wertschätzenden Kultur. Es liegt an uns Erwachsenen, lebenswerte Werte an die Kinder weiter zu geben!
schließe mich jan mohrings (eintrag 28.7.2010) wunsch, dass dieser wunderbare, gefühlte bericht weite kreise ziehen möge an. zumindest in den beiden österreichischen bibliotheksmailinglisten (bvö und biblio) sind alle abonnenten informiert und wurden angeregt den bericht zu lesen um ihn als multiplikatorInnen weiterzuleiten, weiterzuleben oder wieder zu beleben. danke an andreas weber für die unterstützung in sachen "gefühlte natur" und an jan von holleben und seine kinderhorde für die ansprechenden bilder.
...aber bitte dann bloßfüssig, denn nur so kommen Kinder in den Genuss der gesundheitsfördernden Frequenzen von Mutter Erde. Drinnen, oder mit Gummisohlen, werden wir alle abgeschirmt. Neue Studien belegen sogar, dass die Erdstrahlen sogar die linke Gehirnhälfte harmonisiert, die Blutzellen vom Kleben befreit und Entzündungen heilen kann.
Der Artikel "Kinder brauchen Wildnis" ist sehr gut gelungen. Ich möchte ansonsten keine Kommentar abgeben, sondern den Autor auf Forschungsergebnisse hinweisen, die wir in unserem Institut zum Thema erarbeitet haben. SCHEMEL etal. (1998): Naturerfahrungsräume. Bundesamt für Naturschutz. Angewandte Landschaftsökologie Heft 19. REIDL etal. (2005): Naturerfahrungsräume im besiedelten Bereich. Nürtinger Hochschulschriften Nr. 24/2005. REIDL (2009): Natur erfahren - Umwelterziehung statt Naturentfremdung. In: COLLINET & PESCH (Hrsg.): Stadt und Landschaft. Klartext-Verlag. Es liegen außerdem zahlreiche Zeitschriftenartikel zum Thema vor. Wir sind gerade dabei, weitere Forschungsprojekte vorzubereiten. Falls der Autor an einem Kontakt und Austausch interessiert ist, gerne.
Hallo Zusammen. alles schön und gut. Aber wie wollen wir es erreichen, dass unsere Kinder wieder auf der Strasse spielen können ...? Vor zwanzig Jahren bin ich in unserer Kleinststadt überallhin mit dem Fahrrad gefahren, es war kaum Verkehr, abends konnten wir Federball auf der Strasse spielen und Rollschuh laufen. Unnötig zu sagen, dass dieselben Strassen heute von LKWs befahren werden und es unglücklicherweise auch Todesfälle Radfahrender Kinder gab. Glücklicherweise ist hier noch nicht alles verloren die Einfamilienhaus-mit-Garten Struktur, Pfadfindergruppen und gute Lehrer sorgen dafür, dass die Kinder nicht nur zahlreiche Haustiere nach Hause schleppen sondern auch gerne im Wald, an Teichen und Flüssen Abenteuer erleben können.
Ein sehr schöner und inspirierender Artikel. Schade nur, dass in der Online-Variante zwischen Seite 5 und 6 ein großer Textteil im Vergleich zum Heft fehlt.
Toll, endlich ein Vater nach meinem Herzen. Ich wuchs am Waldrand auf und habe es genossen. Ich halte es für so notwendig, dass Kinder in der Natur ihre Erfahrungen machen und vor allem dort ihre Kreativität entfalten und entdecken können. Als mein Enkel geboren wurde und ich mich freute mit der Aussage, ' dann steigen wir mit ihm auf die Bäume', entgegnete mein Schwiegersohn : dann steig du mal, wir schauen von unten zu. Leider hat er diesen Erziehungsstil aus Angst, dem Kind könne was passieren, beibehalten. Trotzdem ist es mir gelungen stundenlang mit meinem Enkel zu wandern, ohne dass er Langeweile hat. Er braucht allerdings immer einiges an Zeit, bis er sich 'die Natur zutraut' und auf Erkundung geht. Ein Waldhaus, dass wir gebaut haben, wurde in kürzester Zeit systematisch zerstört, die Äste waren weit verteilt, damit nicht so schnell ein neues gebaut würde. Wen hatte es gestört ? Wäre toll wenn Erzieher und Lehrer wieder mehr mit den Kindern in der Natur unternehmen würden.
Ein Marburger Lösungsansatz zum Indoor-Kinder-Phänomen heißt „Abenteuergarten“. Beim Aufbau des interkulturellen Stadtteilgartens engagierten sich erstaunlich viele Kinder. Sie schleppten Steine, schaufelten Sand und gestalteten einen eigenen Garten. Aus ihren Ideen entstand dann im Wohngebiet ein eigener Bewegungs- und Naturerfahrungsraum mit Wald, Wiese, Garten und Biotop. Die Kinder können hier jederzeit spielen, entdecken, gestalten, gießen und ernten. Dem Sicherheitsbedürfnis der Erwachsenen entsprechend werden "gefährliche" Aktionen wie Sägen, Holzhacken und Feuer machen das ganze Jahr über zwei Mal wöchentlich angeleitet. Da wird auch über offenem Feuer gekocht oder der Backofen angefeuert. Die Eltern setzen sich gern mal mit ans Feuer. Ein Bauwagen bietet Schutz vor Regen und Kälte im Winter. Auch andere Städte könnten, wie in Marburg geschehen, kostenfrei Gelände zur Verfügung stellen für Gärten und Naturerfahrungsräume. Info: www.ikjg.de und www.abenteuergarten-marburg.de
Möge dieser Artikel weite Kreise ziehen! Ich erinnere mich an einen Science-Fiction-Film, den ich als Junge vor über 30 Jahren gesehen haben mag. Darin ging es um eine Gesellschaft, in der dank eines Medikaments plötzlich alle Menschen beliebig alt werden konnten. Die Konsequenz: jeder verkroch sich aus Angst vor Unfällen in seine vier Wände und büßte so das Leben ein, das er eigentlich schützen wollte. Damals hätte ich nicht gedacht, dass wir dieser Vision so schnell so beängstigend nahe kommen würden. Immer ältere Eltern legen all ihre Sorge auf immer häufiger nur ein einziges Kind. Diese Fessel lässt sich nur durch Gottvertrauen und Abenteuerlust sprengen. Wir Väter scheinen mir hier besonders prädestiniert und daher gefordert zu sein. Ach ja, außerdem rufe ich alle Kinder zu Straßenbesetzungen auf, mit Bonbons als Wegezoll (den schön süßen ungesunden !)
Toller Artikel! Ich kann viele Beobachtungen und Ergebnisse nur unterstreichen. Ich arbeite seit über drei Jahren im Naturerlebnisbereich in Kindergärten und Grundschulen in Berlin. Viele Kinder haben keinen Bezug mehr zur Natur. Sie kennen 10 verschiedene Automarken aber keine Eicheln oder Bucheckern. Und noch einen Punkt möchte ich unterstreichen: Die Eltern (bzw. Lehrer) sollten ihren Kindern wieder mehr Natur und Wildheit zutrauen! www.biologo-online.de
Als Gründer des 1. Waldkinderhortes Deutschlands läßt dieser Artikel mein Herz höher schlagen. Super Geschichte für Kinder und deren Bewegungsdrang, der im Klassenzimmer gedeckelt und verkümmert wird und bleibt. Auch mal als Therapieform für Kinder mit ADHS anzudenken? Grüße Christian Kleiber
Literaturtipp: „Mein Herz gehört den Kindern“ Aufzeichnungen eines Erziehers von Wassili Suchomlinski erschienen im Verlag Volk und Wissen 1. Auflage 1968 (Gekürzte und bearbeitete Fassung eines russischen Originalmanuskripts) Ein antiquarisches Buch, dessen politideologischen Aussagen man überblättern kann, aber dessen sozialpädagogischer Inhalt überwältigend ist.
@ Urumi Anders: Danke für diesen notwendigen Hinweis. Es liegt in den Händen von jedem von uns, den Kindern den Zugang zur Natur zur ermöglichen. Und dieser Zugang ist nicht fern. Er hat etwas mit Begeisterung und Liebe zu tun, nicht mit "Abgeholtwerden". Gleichwohl haben die Wildnisschulen ein auf den Ideen Jon Youngs aufbauendes sehr heilsames Konzept nach Deutschland gebracht und es wäre gut, wenn wir diese Art der Sinnesschule (und eben nicht der klassischen Umweltpädagogik im alten Sinn) vielmehr nutzen - und lernen - würden. Beides ist kein Widerspruch.
Dass, Kinder die Natur brauchen, ist u.a. ein Ergebnis unserer Projekte, die wir für/mit Kindern durchführen. Unser Projekt Natur als Zweitsprache (NAZ) führen wir in Kitas und Grundschulen in Berlin, wo der Anteil von Kindern aus MigrantInnenfamilien hoch ist. Das Interesse ist sehr groß. Mehr unter: www.tdz-berlin.de, Rubrik Türkisch-Deutsches Umweltzentrum Berlin
Sehr geehrter Herr Andreas Weber, Ihren Aussage kann ich als derzeitiger Erzieher in Ausbildung nur zustimmen. Und möchte Ihnen einen Ausschnitt meiner neulich verfassten Facharbeit zur Thematik Straßenspiele zukommen lassen. In meiner Ausarbeitung musste ich folgendes feststellen: „Straßenspiele werden heute häufig im Kindergarten oder Hortbereich in Angeboten dargeboten. Sie fungieren daher meistens nicht mehr als individuelle Freizeitgestaltungen von Kindern, sondern werden von Erzieherinnen und Erziehern bewusst mit pädagogischen Lerninhalten vollgestopft und geplant. Pädagogisch sinnvoll wird häufig das angesehen was strukturiert ist, klare Lernziele verfolgt und einem zeitlichen Ablaufplan folge trägt. Spontane und situative Erlebnisse verlieren daher an Bedeutung, sowie individuelle Interessenlagen, selbständige Gruppenprozesse und kreative (Konflik)lösungsstrategien. ...
Klassische Straßenspiele können im Freizeitbereich der Kinder nur noch schwer als individuelle Freizeitgestaltungsmöglichkeit wahrgenommen werden, sie bekommen die Bedeutung geplanter Projekte und verlieren so an Bedeutung innerhalb der kindlichen Lebenswelt. Außerdem kommt in Städten die erschwerende Entwicklung gentrifizierender Städtebauprojekte hinzu. Der Trend läuft dahin hinaus „unökonomische Stadtgebiete“ kapitalwirtschaftlich und damit auch angeblich „sozial Attraktiver“ zu gestalten. Markante Folgen sind: Die Trennung sozialer Schichten. Die Institutionalisierung der Kindheit. Der Ausbau bzw. die Verstärkung infrastrukturell bedeutsamer Großstraßen und der damit wachsende Verlust an verkehrsberuhigten Zonen (Spielstraßen). Sprich der Schwund des urbanen Lebensraumes, in denen Kinder normalerweise leben, sich bewegen, gestalten und treffen. ...
In solch einem kinderfeindlichen Umfeld verlieren klassische Straßenspiele an Bedeutung. Kinder die ihre Freizeit auf der Straße verbringen werden vermehrt als „herumlungernd“ und „chancenlos“ angesehen. Dabei tun sie das pädagogisch wertvollste was sie nur machen können – ihre Umgebung selbstbestimmt wahrnehmen und gestalten. Straßenspiele bieten dabei einen Raum für Entwicklung des Geistes, der Seele und des Körpers. Darüber hinaus fördern Straßenspiele nicht nur kognitive und soziale Kompetenzen, sondern bieten auch Möglichkeit zur motorischen Entwicklung des Kindes und dem körperlich/seelischen Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung. Diese Entwicklung, hin zu einem bewegungsfreudigen Geist bewahrt sie vor der Verhäuslichung ihrer Kindheit und der Verinselung kindlicher Lebenswelten – die nur noch per Auto, Bahn oder Bus zu erreichen scheinen. ...
Außerdem erkunden Kinder im Straßenspiel ihre unmittelbare Umgebung, nehmen verschiedenste Reize war (sortieren sie in relevant bzw. irrelevant), „erobern“ ihr eigenes Gebiet, werden konfrontiert mit alltäglichen Problemen, können eigene Ressourcen bzw. Handlungsmöglichkeiten/ Freiheiten erkennen, durchlaufen auch immer einen (mehr oder weniger) funktionierenden Gruppenprozess (innerhalb von Peergroups) und entwickeln spezifische Fertig-/Fähigkeiten, die sie zur selbstbewussten und mit einem „Ich-Konzept“ versehenen und verantwortungsbewussten Persönlichkeit heranwachsen lassen. ...
Die pädagogische Bedeutung, von klassischen Straßenspielen im Freizeitbereich von Kindern, ist mit Hinblick auf die derzeitigen sozialen Entwicklungen meiner Einschätzung nach nicht weniger imposant, wie für die Generationen vor uns. Straßenspiele sind daher untrennbar von einer modern, ganzheitlich selbstbestimmten Erziehung. Diese dem Kind unmittelbares Vertrauen schenkt - zum Selbsterlernen befähigen und nicht einschränken will.“ Mit freundlichen Grüßen T. Kleinow
der artikel ist toll. was mich verwundert waren manche der leserkommentare in denen leute den hinweis auf die wildnis-workshops und ähnliches vermissen... HALLO? genau darum geht es doch: wie krank ist eigentlich eine gesellschaft die kindern und jugendlichen Erlebnis-workshops anbietet, womöglich muß man bei dem einen oder anderen auch noch was bezahlen... WOFÜR? das die kids an die frische luft kommen? das sie sich mit ihrer umwelt auseinandersetzen? das sie sie entdecken? und dann? nach dem großen abenteuer wieder ab nach hause vor den computer... seit wann ist die natur zu einem konsumgut geworden? das man in workshops verbraucht... sorry aber diese leute haben nicht kapiert worum es ging... geht halt selber mit euren kiddis in den wald und NEHMT EUCH ENDLICH MAL ZEIT!
Danke für diesen Artikel! So und nicht anders! Wie gut geht es doch Kindern mal ohne die "Segnungen" der modernen Gesellschaft. Lasst sie durch Pfützen hüpfen, bis der Schlamm von den Haaren tropft, durchs Gras robben bis Käfer durch den Ärmel krabbeln und durch Bäume hangelns, bis der letzte sichere Ast einen traumhaften Ausblick auf Land und Leute ermöglicht.
Vielen Dank für diesen tollen Artikel, der mich sehr bewegt. Vor einigen Jahren habe ich die Ausbildung zum Erlebnispädagogen gemacht und danach versucht die Erlebnispädagogik hier in der Schweiz in Schulen zu bringen. Tja, viele Lehrer zeigen sich zwar interessiert, doch wenn es darum geht wirklich aktiv zu werden...hhmm. Dabei geht es mir nicht um die Pädagogik an sich, viel mehr geht es mir um die Naturerfahrung und das gemeinsame Lernen. Ich in einer kleinen Gemeinde aufgewachsen und kann mich noch so gut an diese abenteuerliche Zeit erinnern, wo wir in unserer Kindheit, die Umgebung, den Wald, ja das ganze Dorf erkundet haben. Meine Erfahrung ist, dass die Kinder eigentlich sofort dabei sind, doch damit diese sich darauf einlassen, brauchen sie das volle Vertrauen der Eltern und die haben Angst, dass was passieren könnte. Ich überlege mir gerade wie ich da aktiv werden kann, denn ich finde es so wichtig, dass wir da ein Zeichen setzen!
Ergänzend sei hinzugefügt: schon 1929 veröffentlichte der polnische Pädiater und Literat Janusz Korczak, 1942 mit Kindern aus dem Waisenhaus Warschau in Treblinka ermordet, eine Broschüre mit dem Titel "Das Recht des Kindes auf Achtung", gipfelnd in der Forderung " Das Recht des Kindes auf seinen eigenen Tod". Zu verstehen als ein Vertrauen in Kinder zu setzen, ihnen Dinge zutrauen und zumuten zu können.Weiters sei auf Astrid Lindgrens Buch " Das entschwundene Land" verwiesen, in dem sie ihre glückliche Kindheit in der Natur schildert, Quelle ihrer Kinderbücher sowie auf den Begriff C.G. Jungs vom Archetyp Mutter Natur. Verena Kast spricht von der Natur als "Mutterraum", in dem Mütterliches bei Pflanzen und Tieren geschieht und erfahrbar wird. (Nachzulesen in meinem Artikel "Über Mütter und Väter" in den Systemischen Notizen 04/09 bzw. auf meiner homepage) Mag. Andrea Wanke, Psychotherapeutin( Systemische Familientherapie)
Das Thema im Artikel ist nicht neu, schön aber, wieder einmal einen solchen Artikel in einer Zeitschrift zu lesen. Eltern kontrollieren, regelmentieren, betonieren ihre eigenen Kinder mit ihren eigenen Phobien, Unsicherheiten, Unzulänglichkeiten, null Selbstwertgefühl(en) so zu, dass Kinder nicht mehr den Atem haben das "Leben einatmen" können, sind's nicht die Eltern dann die "Aufpasser" Oma & Opa, die schon an ihren Kindern gescheitert sind. Der Kreis schließt sich, so wie eine Gesellschaft ist, ist der Staat der alles regelmentiert, sortiert und entmündigt. Aber der Staat sind ja wieder die Eltern und deren Eltern. Aber was ist der Grund von Ängsten und Kontrollfunktionen ? Dadurch haben Kinder keinen "Aktionsradius". Da setzt mann/frau Ihnen dann den Waldpädagogen, die Waldschule, den Waldkindergarten vor und sie sind schon wieder sortiert und regelmentiert, abkommandiert. Kinder werden einfach als Idioten gehalten, später als entmündigte Staatsbürger.
Die Jugendfarmen in Deutschland bieten Kindern seit 30 Jahren solche Erfahrungen. Leider gibt es viel zu wenig solche Räume für Kinder. Wer wissen möchte, ob es eine Jugendfarm oder einen ähnlichen pädagogisch betreuten Spielplatz in seiner Nähe gibt, kann auf unserer Webseite auf der Standortkarte nachschauen. www.bdja.org Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. Haldenwies 14 70567 Stuttgart
Das Titelbild alleine ist schon so ansprechend! Der Artikel ist sehr interessant geschrieben und spricht mir aus der Seele (auch wenn @Susa das anders sehen mag). ich habe auch beruflich als Spielplatzplanerin sehr viel mit der Thematik zu tun, gerade deshalb gefällt mir die Herangehensweise des Herrn Weber! Bei wie vielen Symposien und Seminaren bin ich schon gesessen, die eben dieses Thema haben, wo sich Pädagogen, Planer und (auch!) Behörden grundsätzlich einig waren, dass was schief läuft. Aber wie und was ändern? Der Umgang mit Feuer, Messer, Säge muss gelernt sein und der Respekt anderen Lebewesen gegenüber wächst udn gedeiht nur im Erleben und Erfahren. Es gibt dieses (verzichtbare) e-mail an die Kinder der 70er und 80er, wo aufgezählt wird, was wir alles taten, ohne probleme zu haben. Genau diese Generation, zu der ich auch zähle, schafft es aber nicht, ihren Kindern das selbe zuzugestehen. Darum ist der Bericht des Vaters Weber so autenthisch, und deshalb Danke dafür!
Herzlichen Dank für diesen Artikel. Wir sind vor 6 Jahren aus der Stadt weggezogen und haben jetzt das (lange Zeit unterschätzte) Privileg, am Ortsrand mit Waldzugang zu wohnen. Und irgendwann haben meine Kinder den Wald mit Bach erobert, nicht nur sie, sondern auch Nachbarkinder. Es ist "wie früher": Lager werden gebaut, Gruppen gebildet, der Bach mit seinen Krebsen erforscht; Richtig ist aber auch: es gibt keine 100%ige Sicherheit, als Elternteil muß man loslassen können. Es hilft dabei das Aufstellen von Grundregeln: nie allein, feste Rückkehrzeiten vereinbaren, das Gebiet absprechen. Weiter gehört die Zeckenschutzimpfung unbedingt dazu und jede Menge Pflaster im Vorrat. Wer hat schon die leuchtenden Augen gesehen, wenn man dann verdreckte, aber zutiefst glückliche und ausgeglichene Kinder zurückbekommt ? Und spürbar ist noch was anderes: soziale Kompetenz, Naturwissen ohne Lehrbuch und Abbau von Berührungsängsten.
Die Problematik hinter diesem Artikel ist deshalb von elementarer Bedeutung, weil es die zentralste Frage unserer Gesellschaft betrifft: Wie wird unsere Zukunft aussehen? Diese Zukunft werden unsere Kinder tragen und gestalten. Wie werden sie uns in 30 Jahren als politische EntscheidungsträgerInnen, PflegerInnen im Altenheim etc. begegnen - ohne heute Empathie u.a.m. zu lernen? Um es auf den Punkt zu bringen: Bei Hühnern wissen wir inzwischen, was "artgerechte Haltung" bedeutet. Unsere Kinder zwingen wir noch immer täglich 5-8 Stunden in Legebatterien (Schulen) fest zu sitzen. Das prolongiert sich dann in der Freizeit... Ich arbeite seit gut 10 Jahren im Bereich Naturvermittlung (Erlebniswege u.a.m.). Die Zahl der Kinder, die ohne Begleitung oder Anleitung draußen "mit sich etwas anfangen" können, sinkt stetig. Wir Erwachsenen müssen jedoch den geeigneten Rahmen schaffen, wo Kinderleben & Entwicklung noch möglich sind... Daher: Lasst sie raus! Und: geht selbst auch wieder öfter raus...
Schön! Ein Thema mit dem ich mich tagtäglich durch meine 2 Jungs konfrontiert sehe. Und wir haben Glück. Wir leben in einer Kleinstadt mit viel Natur rundherum. Mitten in den Bergen. Was will man mehr. Könnte man denken. Aber auch hier, im Paradies für Naturfreunde, gibt es das beschriebene Phänomen des Natur-Entzugs. Und auch hier scheint Natur-Erlebnis organisiert werden zu müssen. Und da wäre ich schon bei meinem Thema. Waldkindergärten, Naturschulen, etc. - alles toll und schön, aber muss man in einer Umgebung wie der unseren Natur wirklich derart organisieren und inszenieren? Schade eigentlich, wo doch alles so aufgebreitet vor einem da liegt. Und ich frage mich, wann ist dieser Natur-Entzug tatsächlich passiert? Wahrscheinlich schon eine Generation vor der unseren, denn sonst hätten wir selbst einen entkrampfteren Zugang dazu und bräuchten keinen Waldkindergarten deren Existenz an sich für mich schon der Inbegriff der Degeneration ist.
Auch mir spricht der Bericht ganz tief aus der Seele. Mein Sohn besucht den Waldkindergarten, was immerhin schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Was fehlt, sind die Spielkameraden, mit denen er sich am Nachmittag ohne Aufsicht in der Natur bewegen könnte. Geben täte es vor Ort schon viele Kinder, doch die sind bis 16:00 Uhr in der Kita oder bei der Hausaufgabenbetreuung untergebracht. Auf der Strasse sind selbst auf dem Land oft keine Kinder mehr zu treffen. Damit meine Kinder am Nachmittag Freunde treffen können, muss ich Besuchstermine mit anderen Müttern vereinbaren und sie mit dem Auto in Nachbarortschaften fahren. Das war in meiner Vorstellung immer der Horror der Großstadtmütter. Ein Bauernhofurlaub hat uns gezeigt wie anders es sein kann. Die Kinder waren den ganzen Tag im Spiel vertieft, haben keine Erwachsenen gebraucht und sind abends todmüde und zufrieden eingeschlafen. Wie lässt sich das in den Alltag bringen? Lebensgemeinschaften?
Danke für die Veröffentlichung zu diesem interessanten Thema. Es ist einfach zu sagen es braucht ein Stück Brachland um die Ecke. Durch mein Mitwirken im Waldkindergarten seit 6 Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, daß Kinder, die durch die Ängste ihrer Eltern geprägt sind (Ekel, Schmutz, Krankheiten) einen langen Weg gehen müssen und die tägliche Motivation durch die Betreuer brauchen, diese Berührungsängste zu überwinden. Es sind die Familien aufgefordert sich gemeinsam dem zu stellen- die Kinder können nur so weit gehen, wie die Eltern es zulassen und die Eltern können nur zulassen wo sie selbst Freiheit empfinden.
Gleich nachdem ich die Post geholt habe, riss ich die Verpackund auf und hatte nur mehr Augen für diesen Artikel. Immer hatte ich mir gewünscht, dass in einer Zeitung/Zeitschrift ein Artikel mit so urgründlichem Sinn erscheint. Ich bezeichne mich selbst noch als Kind, obwohl ich 16 Jahre alt bin (also sooo verantwortungsvoll und erwachsen in den Augen vieler Erwachsener) und es mir schwerfällt Gleichältrige für die Natur und einen klaren Geist zu begeistern. Menschen in meinem Alter die noch wenigstens offen sind darüber nachzudenken verbinden das "in der Natur sein" trotzdem oft mit "Öko" das zu einem Hasswort für quasi "Mensch mit Sinneserfahrung" geworden ist. Danke für die Veröffentlichung dieses Artikels, ich werde jedem davon erzählen!
Ein wunderbarer Artikel. Das einzige, was mir gefehlt hat, ist ein Hinweis auf die Waldkindergärten, die es doch schon mancherorts gibt und die genau das verwirklichen wollen, was der Autor meint. Als Großmutter eines knapp 2-jährigen Enkels, der in seinem Umkreis jeden Spiel- und Erlebnispark kennt, aber wohl selten einfach in den Wald kommt, war das Balsam auf meine Seele. Ich habe etwas gefühlt, es aber nicht ausdrücken können. Nun werde ich meiner Tochter (die übrigens Grundschullehrerin ist!) den Artikel zum Lesen geben. Als jemand, der sich extrem gerne in den Bergen aufhält, aus gesundheitlichen Problemen aber auf Seilbahnen angewiesen ist, fällt mir noch auf, dass in Österreich an nahezu jeder Seilbahn-Gipfelstation Spiel- und Erlebnisplätze eingerichtet werden, weil die Natur alleine wohl zu langweilig ist. Schrecklich! Und neulich hörte ich, wie jemand angesichts der summenden Fliegen und Bienen auf dem Gipfel von "Ungeziefer" sprach. Wer ist hier das Ungeziefer?
Die Entwicklung unserer Gesellschaft ist tatsächlich der Angst zugewandt. Das ist beängstigend im wahrsten Sinne des Wortes.Ich selber wäre als Bub beinahe im Fluss ertrunken. Heute fordern die Großeltern meiner kleinen Tochter vehement den Rückbau des Gartenteichs. Aber was ist mit den Entwässerungsgräben auf der anderen Seite des Gartenzauns? Seit 25 Jahren arbeite ich im Wald, seit zehn Jahren davon als Förster und Waldpädagoge in Oberbayern (www.waldfuehrungen.de). Die größte Hürde, den Kindern den Zugang zur Natur zu ermöglichen sind unser Bürokratismus mit dem unerreichbaren Ziel von 100% Sicherheit und die phlegmatischen Eltern, die ihre eigenen Kinder sogar von dem kleinen Fleckchen Grün der Gartenwohnung fernhalten. Ich bin inzwischen dazu übergangen, intensiv die Eltern wieder für die Natur zu gewinnen. Die Kinder kommen von allein und vor allem gerne. Es gibt kaum Schöneres in meinem Beruf, als der freudige Ruf der Kinder:„Der Förster Martin ist da…!“
Danke für diesen tollen Artikel, der mir und meinen drei Kindern aus der Seele spricht. Lang war auch mein Weg um zusehen zu lernen, wie die damals 5 jährige Tochter sich in 4 Metern Höhe wie ein Affe von Ast zu Ast schwingt, oder Kopfüber an der Schaukel hing. Unser Garten liegt sehr zentral und hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem echten Naturparadies nicht nur für meine Kinder entwickelt. Bis vor kurzem, als ein Freund meines Sohnes von einer Strickleiter auf den Rücken viel , sich jedoch gottseidank nicht schwer aber dennoch schmerzhaft verletzte. Nun habe ich jetzt mit den Vorwürfen der Mutter des wohlgemerkt 12 jährigen zu kämpfen, die der Meinung ist, es wäre meine Pflicht gewesen auf die Kinder Aufzupassen, oder zumindest den Garten so sicher zu gestalten, (z.B. durch Gummimatten) dass sich dort niemand verletzen könne. Ich habe daraus gelernt ,keine Angst um meine Kinder sondern vor fremden Eltern haben zu müssen, Fazit die anderen Kinder bleiben jetzt draußen. Schade
Über diesen Artikel bin ich voller Begeisterung und Lob. Haben Sie Dank dafür - Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen. Wir haben eine Tochter, zwei Enkel, die von der Natur begeistert sind und sich viel dort (ohne Aufsicht) aufhalten. Sie leben in Köln. Vieles aus dem Artikel trifft für die Enkel zu - aber die Großstadt fordert ihren Tribut. Alles ist nicht möglich, oder verboten und der Nachbar passt auf, dass die Verbote auch eingehalten werden. Ein solcher Artikel mach Mut für Veränderung, die hoffentlich auch von den Regierenden baldmöglichst eingesehen und umgesetzt wird. Ich selbst bin Nachkriegskind und habe vieles wie imn Artikel beschrieben erlebt und bin dankbar dafür. Meine Naturverbundenheit und mein Verständnis wurden somit in der Kindheit gepflegt und wir geben es an unser Kind und Enkelkinder weiter - natürlich nur imn Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir gratulieren Ihnen zu einem solchen Artikel und sind voller Erwartung auf Weitere. Ihnen eine gute Zeit!
In unserer ländlichen Gemeinde, 12.000 Einwohner, 68 % der Fläche bewaldet, bestehen 65 Kinderspielplätze. Mehr als die Hälfte der Spielplätze liegen in weniger als 500 m zum Waldrand. Die Kinder toben sich insdbesondere auf den Feder-Geräten aus, ohne die körperliche Beweglichkeit spürbar zu verbessern. Dieses könnten sie viel besser mit ihren Eltern im Wald tun, aberdie Eltetrn sind zu bequem. So gesehen, könnten wir auf 60 Kinderspielplätze verzichten und das Geld für deren Unterhaltung viel besser für unsere Jugend einsetzen. Ein Abbau würde allerdings starken Widerstand erzeugen und wäre politisch nur schwer umzusetzen. Vielleicht kann durch Aufklärung, so wie im GEO-Beitrag, ein Umdenken erreicht werden. Auch die Kindergärten und Schulen könnten z.B. Sport im Wald zu einer Verbesserung der Lage beitragen.
Ja.Ja,Ja und danke, danke, danke. Genauso ´rennt es bei unseren kids. Ich bin dankbar fuer jede Minute, die meine achtjaehrige Tochter ohne Erwachsenenaufsicht verbringen kann, und versuche ihr diese Moeglichkeiten immer wieder zu verschaffen. Nicht, dass es mir immer leicht faellt, genug Vertrauen in ihre eigenen Ressourcen zu setzten! Aber sie ist nach den Stunden, die sie alleine mit Kindern ohne Dauerbeobachtung verbringen kann, total ausgeglichen und zufrieden.
Den Artikel finde ich zwar toll, aber warum fehlen die Hinweise auf die Wildnisschulen, welche ein breites Angebot an Workshops und Erlebniswochen anbieten ?
Es ist so Wichtig, über dieses Thema zu Reden! Denn schließlich handelt es sich dabei nicht nur um unsere Kinder(obwohl allein das bereits Grund genug wäre) sondern es geht um den gewaltigen Bereich Zukunft. Sciens-Fiction Autoren entwickeln fantastische Welten, in denen der Mensch in perfekten, durchtechnisierten und durchorganisierten Gesellschaften lebt. wie wohl die Menschheit in 200 Jahren aussehen wird? Eins ist klar! ohne Natur werden wir nicht weit kommen, denn ohne die Arbeit mit der Natur kein Essen, kein Trinken, keine Erhohlung, kein Leben! Und wie sollen unsere Kinder das sehen lernen, wenn all das nur als Kosten- und Störfaktor behandelt wird. In einer Gesellschaft, die unseren Kindern nur Verbote und Regeln bietet, weil Spaß, Kunst, Allgemeinwissen und Freundlichkeit zu "unwirtschaftlich" sind, bleiben nur die Eltern, die aus unseren Kindern Zukunft machen! Nicht durch Lehren, sondern durch Leben! Und sollen die Spuren unseres Lebes nur aus Straßen bestehn?
Ich kann dem Artikel nur zustimmen, denn ich finde es schrecklich, dass heutzutage immer mehr, vorallem junge Menschen vor dem Computer sitzen, anstatt etwas zu unternehmen. Ich selbst bin auch in/ mit der Natur aufgewachesen, d.h. ich verbrachte im Grundschulalter meine gesamte Freizeit mit einer Freundin im Wald. Sei es im Winter oder Sommer, das ganze Jahr bot uns Möglichkeiten, Buden zu bauen, zu Picknicken oder einfach durch den Wald zu streifen. Wir waren richtige Waldkinder :) Diese Erfahrung werde ich auch an meine Kinder später weitergeben, denn es ist wichtig, die Natur nicht nur aus dem Lehrbuch zu erfahren, sondern sie mit eigenen Sinnen zu erfassen.
Wie leben in der Natur (Schwarzwald, Teilort mit 50 Einwohnern) und können unseren Kindern die Natur direkt vor unserem Haus bieten. Doch was bringt das wenn keine Kinder da sind? Meine beiden Söhne (7 und 4 Jahre alt) langweilen sich draussen, weil es kaum Spielkameraden gibt. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten vollkommen umgewandelt. Die Grossfamilien sind verschwunden und damit auch die Kinder. Ich habe das Gefühl, die Natur soll in das Leben der Kinder eingebunden werden, wie z.B. Musikunterricht oder Turnstunde. Dies wird nicht funktionieren. Da wir Erwachsenen nicht mehr in und mit der Natur leben, können wir auch den Kindern keinen unbeschwerten Umgang mit der Natur lehren. Das "wilde Kind" wird wohl ein Wunsch bleiben in der heutigen ach so zivilisierten Welt.
@ Susa: Wenn man einen Körper hat, oder vielmehr: ein Körper ist, dann hat die eigene Gedankenwelt auch immer mit der Welt "da draußen" etwas zu tun. Denn die Gedanken sind nicht die eines körperlosen Geistes, sondern entspringen aus den Bedürfnissen und der Geschichte eines verkörperten Wesens. Diese Einsicht lernen wir gerade neu – und sie ist es, die einem Jahrhundert technokratischer Optimierungsmanie gefehlt hat. Der Mensch ist keine deterministische Genmaschine, aber er ist auch kein unbeschriebens Blatt, sondern ein Wesen, das aus demselben Stoff besteht wie die Welt, mit der er im lebenswichtigen Austausch steht – nämlich der Biosphäre –, und dem diese daher existentiell etwas bedeutet. Das ist die Botschaft, die Kinder über sich selbst und die Welt lernen müssen und die wir ihnen nicht verwehren dürfen.
@ Susa: Wenn man einen Körper hat, oder vielmehr: ein Körper ist, dann hat die eigene Gedankenwelt auch immer mit der Welt "da draußen" etwas zu tun. Denn die Gedanken sind nicht die eines körperlosen Geistes, sondern entspringen aus den Bedürfnissen und der Geschichte eines verkörperten Wesens. Diese Einsicht lernen wir gerade neu – und sie ist es, die einem Jahrhundert technokratischer Optimierungsmanie gefehlt hat. Der Mensch ist keine deterministische Genmaschine, aber er ist auch kein unbeschriebens Blatt, sondern ein Wesen, das aus demselben Stoff besteht wie die Welt, mit der er im lebenswichtigen Austausch steht – nämlich der Biosphäre –, und dem diese daher existentiell etwas bedeutet. Das ist die Botschaft, die Kinder über sich selbst und die Welt lernen müssen und die wir ihnen nicht verwehren dürfen.
@ Charlotte: Vielen Dank für die Meinung von der "Innenseite". Ich stelle selbst mit Jugendlichen und Kindern immer wieder fest – aber auch mit Erwachsenen: Wir wissen eigentlich, was wir gern möchten – und bleiben dann trotzdem irgendwie hängen. Das Gute ist aber, dass die Nähe von Natur - von anderem Lebendigen, von dem, was vor uns da war – keiner großen Vorbereitung bedarf. Sie ist nicht wie eine Fremdsprache, die man leider nicht gelernt hat. Sie ist immer gegeben – sich zu den Pflanzen am Wegesrand zu bücken reicht; die Flechtenvielfalt auf einer Betonplatte ist Wildnis. Also ist jederzeit ein Anfang möglich.
Ja, ich gebe es zu: Ich bin ein Naturkind, aufgewachsen in der Stadt. Meine schönsten Kindheitserinnerungen habe ich an die Zeiten, in denen ich unbeobachtet draußen gespielt habe, bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Erinnerung an diese Zeiten verbinde ich mit einem tiefen Gefühl von Zufriedenheit und Freiheit. Vor eineinhalb Jahren kauften mein Lebensgefährte und ich zusammen ein Haus. Ein echtes Traumhaus mit Blick auf den Fluss und ein Schloss – klein Heidelberg eben -. An unser Grundstück grenzt ein Wald – Kalksteinbuchenwald. Das ist Idylle pur, wenn zwei Meter Luftlinie von unserem Küchenfenster die Rehe ungestört äsen! Groteskerweise steht die andere Hälfte unseres Doppelhauses immer noch zum Verkauf. Mittlerweile zu einem Spottpreis. Interessenten schlugen das Angebot bisher mit dem Argument aus, das sei zu gefährlich für die Kinder! Daher danke ich dem Autor für sein Plädoyer und schließe mich ihm an: Lasst die Kinder wieder raus, damit ihre Seelen gesund werden!
Es ist ein wahnsinnig faszinierendes Thema, welches in sehr schöner Art und Weise die Diskrepanz der Erwachsenenwelt zum Wunderland der Kinder zeigt. Wie weit haben sich leider die Erwachsenen von dieser Kinderwelt, die von den meisten doch auch genossen und geliebt wurde, bereits entfernt? Am besten ist es doch heute, wenn einem diese Kindheitsgefühle zu nahe kommen, dass man die Eltern der "störenden" Kinder anzeigt und verklagt! Wo sind wir nur hingeraten? Ich danke für diesen Artikel des Denkanstoßes!
Danke für diesen schönen Artikel- schön und traurig, traurig, daß es so ist. Ich mache seit 4 Jahren Gartenprojektchen in Köln, habe einen Kleingarten, in den ich Kinder einlade zum Spielen, Gärtnern, Kochen, Essen etc. Bisher arbeite ich unentgeldlich, Sachspenden konnten wir schon bekommen, Honorargelder noch nicht, wäre dankbar für Tipps zur Finanzierung, auf Dauer läßt sich das nicht ohne machen. Die Kinder kommen gerne, Erwachsene sind bisher nicht so leicht zum Mitwirken zu begeistern. Außerdem mache ich eine Garten AG in der Nachmittagsbetreuung einer Grundschule, bei der die Kinder begeistert mitmachen. Das wird auch bezahlt und wäre für Menschen machbar, die noch einen Draht zur Natur haben. www.flaks.eu
Der Artikel von Andreas Weber stellt wesentliche Zusammenhänge her, die "unsere" Kinder bzw. Kindheit allgemein verändert haben. Stellt man Eltern die Frage, was sie sich für ihre Kinder wünschen, dann kommt meistens genau das heraus, was der Autor auflistet. Unserer zivilisierten Gesellschaft ist aber abhanden gekommen, wie unsere Wünsche nach "gesundem" Wachstum zu realisieren sind. Alles wird in streng professionalisierten und durchorganisierten Kursen angeboten, die wiederum die so wichtige Kreativität des Individuum einschränken. Kinder mit hoch belatsteten Eltern oder aus dem sogenannten "Prekariat"werden solche Angebote zudem gar nicht wahrnehmen können, da die Eltern die Vorarbeiten (Information und Anmeldung) nicht leisten können oder wollen. Ein Kreislauf ohne Ende. Ich wünsche mir, dass wir in Politik und Gesellschaft endlich diesen Elitewahnsinn aufgeben und wieder mehr zum menschlichen Miteiander kommen; aber dies bleibt wahrscheinlich ein frommer Wunsch.
Ich bin begeistert!Heute sehe ich das neue GEO auf dem Esstisch und blickte in das strahlende Gesicht des Jungen auf der Titelseite.Ich setzte mich ohne Verzögerung auf das Sofa und fing an den Artikel zu lesen.Während dem Lesen war ich berührt,weil ich die Gedanken und Ansichten Herrn Webers selbst habe.Ich fand die Fotos sehr passend und muss sagen,das es ein sehr ernstzunehmendes Thema ist.Ich finde, dass das GEO für solch ein Thema genau die richtige Zeitschrift ist.Ich muss betonen das ich erst 14 Jahre alt bin und damit ein Kind,deswegen hat mich der Artikel auch so inspirert.Ich wohne auf dem Land in einer kleinen Ortschaft und bin umgeben von Feldern, Wiesen und Wegen,aber trotzdem schaffe ich es nicht dem Angebot von PC,Fernseher etc. zu widerstehen und bin auch etwas traurig über unsere Kindheit und Jugend.Ich bin der Meinung,dass Kindergärten,Grundschulen und sogar weiterführende Schulen dieses Thema zusammen mit den Eltern behandeln müssten.Aber,ist es zu spät?
"Man könnte sagen: Tiere, Zaubertiere, alle Wesen, in die man sich in der Fantasie verwandeln kann, üben eine Form von weißer Magie aus. Ein Kind nutzt den fremden Körper als Vehikel der Verwandlung: Lass dich auf die Knie herab, und du besitzt alle Kräfte, die du in deiner eigenen Tiefe ahnst." Der Artikel könnte gut sein, hätte weniger esoterischen Firlefanz, eigene Interpretationen und mehr Quellenangaben und wissenschaftliche Ergebnisse zu bieten. Handwerklich für einen journalistischen Artikel also mehr als unsauber und mit für diese Länge vermutlich eher unterdurchschnittlichem Aufwand erarbeitet. Ärgerlich ist das vor allem deshalb, da das ein so wichtiges Thema und GEO ein so weitreichendes und bekanntes Medium ist. WANN wird man begreifen, dass die eigene Gedankenwelt nichts mit der tatsächlichen Realität zu tun haben muss... vor allem nicht eigene Interpretationen: Die sagen grundsätzlich mehr über den Interpretierenden, als über das Interpretierte.
Schade, dass die Familientipps von Seite 100 hier nicht auftauchen. Ich habe den Artikel als Anstoss genommen in einer Community zur Kinder- und Jugendarbeit weitere Ideen für die Umsetzung "Kind in Natur" zu sammeln (http://www.grik.de/a4819-Zurueck-Baeume-Das-Recht-Kinder-Wildnis-Freiheit-Natur.html). Ich bin gespannt ...
Dieser Artikel ist die vielleicht wichtigste Geschichte in Geo seit langem und sollte von so vielen Eltern und Erziehern gelesen werden wie möglich. "Lasst sie raus!" ist eine sehr passende Überschrift. Das einzige, was ich vermisst habe – das aber umso schmerzlicher – ist der Hinweis, wie verbreitet das Coyote Mentoring von Jon Young im deutschsprachigen Raum ist. Unzählige Wildnispädagogen arbeiten daran, das Band zwischen der Natur und den Kindern (und den Erwachsenen!) neu zu knüpfen und zwar mit ganz viel Spaß und Abenteuer.