Am 1. Mai leuchtet der prächtige "Blumenvollmond" am Himmel. Der wohlklingende Name stammt von nordamerikanischen Volksgruppen, die sich von den vielen frisch erblühten Blumen inspirieren ließen. Ganz ähnlich hierzulande, denn der milde Mai gab schon immer jede Menge Anlass zur "Wonne” – ein Begriff aus dem Mittelhochdeutschen, der so viel wie Freude bedeutet. Der Maivollmond ist daher traditionell auch als "Wonnemond” bekannt.
Monatsausklang mit dem "Mini-Blue-Moon”
Der Mond erreicht am 31. Mai ein weiteres Mal seine Vollmondstellung. Ein zweiter Vollmond in einem Monat ist äußerst selten, er wird er auch als "Blue Moon" bezeichnet. Die ungewöhnliche Namensgebung bezieht sich auf die englische Phrase "once in a blue moon", was "alle Jubeljahre einmal" bedeutet. Tatsächlich ereignet sich dieses Phänomen nur alle zweieinhalb Jahre. Blau steht der Mond also leider nicht am Himmel.
Darüber hinaus ereignet sich dieser Vollmond in Erdferne. Seine größte Distanz zu uns beträgt 406.000 Kilometer, die geringste hingegen nur 356.000 Kilometer. Findet nun ein Vollmond nahe dem erdfernsten Bahnpunkt statt, gilt er umgangssprachlich als "Minimond". Doch trotz der Bezeichnung "Mini" nehmen wir keine gravierenden Unterschiede wahr. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Vollmond ist der Minimond nur etwa fünf Prozent kleiner und bis zu 15 Prozent dunkler. Eine astronomische Bedeutung haben weder der Name Blumenmond noch Wonnemond oder Mini-Blue-Moon.
Die Suche nach dem idealen Standort
Mit Artemis II schickte die NASA kürzlich wieder erfolgreich Menschen Richtung Mond. Gelandet sind sie zwar nicht. Aber nach der ersten Umrundung nach über 50 Jahren sollen schon bald wieder Menschen den Fuß auf unseren Trabanten setzen. Das langfristige Ziel ist der Aufbau einer dauerhaften Mondstation. Sie wäre ein wichtiger Meilenstein für Missionen zum Mars.
Für den Bau einer Forschungsstation auf dem Mond ist die Standortfrage entscheidend. Denn sowohl Licht, als auch Temperatur und Ressourcen müssen passen. Besondere Priorität hat die Energieversorgung. Da der Mond keine Atmosphäre und keine fossilen Energieträger besitzt, bleibt praktisch nur die Sonne als Energiequelle. Ein guter Standort sollte also möglichst lange beleuchtet sein.
Hinzu kommen die Ressourcen: Besonders begehrt ist Wassereis, das sich in schattigen Kratern angesammelt hat. Es kann zu Trinkwasser, Sauerstoff und sogar Raketentreibstoff verarbeitet werden. Nicht zuletzt spielen Temperatur und Gelände eine wichtige Rolle. Denn extreme Hitze und Kälte belasten Material und Technik – während unebenes Terrain Landungen riskant macht.
Da der Mond ohne schützende Atmosphäre auskommen muss, ist seine Oberfläche extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Da keine Luft Wärme speichert oder verteilt, kühlt das, was von der Sonne aufgeheizt wurde, im Schatten sofort wieder aus. Auf der sonnenbeschienenen Seite können die Temperaturen auf etwa 130 Grad Celsius steigen. Sobald die Sonne untergeht, stürzt die Temperatur drastisch bis auf etwa minus 170 Grad ab. Das ist ein Unterschied von mehr als 300 Grad! Extrem ist die Differenz vor allem am Mondäquator, wo die Sonne etwa 14 Tage lang durchgehend auf einen Ort scheint, woraufhin etwa 14 Tage Dunkelheit folgen.
Für den Betrieb einer Mondstation ist das ein massives Problem. Technik muss diese Schwankungen aushalten, Energie muss gespeichert werden, und während der langen Mondnacht – die etwa zwei Wochen dauert – steht keine Sonnenenergie zur Verfügung.
All diese Anforderungen führen dazu, dass sich ein Gebiet auf dem Mond besonders für eine Mondstation eignet: der Südpol. Er vereint zwei Dinge, die auf dem Mond selten zusammen auftreten: Licht und Wasser. Aufgrund der minimalen Neigung der Mondachse steht die Sonne am lunaren Südpol das ganze Jahr hindurch sehr flach am Horizont. Einige erhöhte Punkte werden dadurch fast dauerhaft beleuchtet – die "Berge des ewigen Lichts". Solaranlagen könnten hier nahezu ohne Unterbrechung Energie liefern. Gleichzeitig liegen in unmittelbarer Nähe tief eingeschnittene Krater. In diesen schattigen Bereichen haben sich über Milliarden Jahre Eisvorkommen erhalten.