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Notvorräte Von Stromausfall bis Sturmflut: Diese Dinge sollten Sie für den Notfall stets zuhause haben

Notfall-Vorrat für Zuhause
Neben ausreichend Essen und Getränken sind auch Technik und Arzneimittel wichtige Bestandteile eines Notfallvorrats
© photka - Adobe Stock
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, einen Notvorrat anzulegen, um im Ernstfall für längere Zeit mit dem Nötigsten versorgt zu sein. So viel sei vorweg verraten: Tonnen von Klopapier und zentnerweise Nudeln müssen nicht gehortet werden

Flutkatastrophen und Starkregenereignisse, Lawinenunglücke, Stromausfälle, Pandemiegeschehen und Quarantänemaßnahmen – die Ereignisse der letzten Jahre haben jeder und jedem in Erinnerung gerufen, dass auch Deutschland nicht von Unglücken verschont bleibt.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs rät nun Bundesinnenministerin Nancy Faeser allen Bürgerinnen und Bürgern, für den Krisenfall vorzusorgen und einen Notvorrat anzulegen. Um selbst für den Ernstfall vorzusorgen, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen Ratgeber samt Checkliste für die private Notfallvorsorge veröffentlicht.

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In dieser Vorratsliste enthalten sind Dinge, die es einem Haushalt ermöglichen sollen, Krisen- und Gefahrensituationen etwa zehn Tage lang ohne Einkauf zu überstehen. Das soll Hamsterkäufen entgegenwirken und dafür sorgen, dass Situationen wie das Plündern der Klopapier- und Konservenregale der Vergangenheit angehören.

Die Vorratsliste umfasst Lebensmittel, Getränke, wichtige Medikamente, Hygieneartikel sowie Technik und nötige Utensilien für den Brandschutz oder einen möglichen Energieausfall. Auch die wichtigsten Dokumente und was alles ins Notgepäck gehört, sind enthalten.

Lebensmittel und Getränke

Die folgende Übersicht liefert ein Beispiel für einen zehntägigen Grundvorrat für eine erwachsene Person. Dieser entspricht etwa 2.200 kcal pro Tag und deckt damit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab.

  • 15 Liter Getränke (1,5 Liter pro Tag pro Person)
  • 5 Liter Wasser (0,5 Liter pro Tag pro Person, um unabhängig von der öffentlichen Trinkwasserversorgung auch Wasser für die Zubereitung von Lebensmitten zur Verfügung zu haben)
  • 3,5 Kilogramm Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis
  • 4 Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte
  • 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver
  • 0,357 Kilogramm Fette und Öle
  • sonstiges nach Belieben (z.B. süße Aufstriche, Zucker, Schokolade, Gebäck oder Salzstangen.)
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Bei der Lagerung der Lebensmittel sollte bedacht werden, dass Obst am besten in Dosen oder Gläsern bevorratet wird und bei Frischobst nur lagerfähiges Obst gewählt wird. Frische Eier sowie Fisch und Fleisch sind nur begrenzt lagerfähig, Volleipulver oder Fischkonserven sind hingegen mehrere Jahre haltbar.

Gemüse und Hülsenfrüchte in Dosen sind bereits gekocht – wer getrocknete Produkte wählt, sollte die zusätzliche Wassermenge bedenken, die zum Kochen benötigt wird. Fertiggerichte wie Dosenravioli sind ebenfalls empfehlenswert, da sie sich sehr lange lagern lassen.

Die Vorräte sollten kühl und trocken gelagert und bestenfalls alle paar Wochen auf Schädlings­befall kontrolliert werden. Produkte mit der längsten Halt­barkeit stehen hinten im Regal, bald Fälliges weiter vorne.

Wichtige Hygieneartikel

Neben ausreichend Lebensmitteln und Getränken, die zweifelsohne am wichtigsten im Notvorrat sind, gehören auch grundlegende Hygieneartikel mit dazu, um Krankheiten vorzubeugen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt folgende Produkte:

  • ein Stück Seife
  • Schmierseife
  • Waschmittel
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Geschirr & Besteck
  • Haushaltspapier
  • Toilettenpapier
  • Müllbeutel
  • Campingtoilette, Ersatzbeutel
  • Haushaltshandschuhe
  • Desinfektionsmittel

Nötiges in der Hausapotheke

Ebenfalls unerlässlich für die Grundversorgung ist eine gut ausgestattete Hausapotheke. Je nach Vorerkrankung, Unterverträglichkeiten oder Allergien muss die folgende Liste noch erweitert werden.

  • DIN-Verbandskasten
  • von Arzt oder Ärztin verordnete Medikamente
  • Schmerzmittel
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Mittel gegen Erkältungskrankheiten
  • Fieberthermometer
  • Mittel gegen Durchfall
  • Insektenstich- und Sonnenbrandsalbe
  • Splitterpinzette

Technische Geräte und Weiteres

  • Kerzen, Teelichter
  • Streichhölzer, Feuerzeug
  • Taschenlampe
  • Reservebatterien
  • Camping- oder Spirituskocher mit Brennmaterial
  • Heizgelegenheit
  • Feuerlöscher
  • Rundfunkgerät
  • Smartphone und Powerbank
  • Dosenöffner
  • Taschenmesser
  • Schutzmaske oder Atemschutz
  • etwas Bargeld, um unabhängig von Geldautomaten zu sein
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Wer mit Haustieren im Haushalt zusammenlebt, sollte auch deren Bedürfnisse nicht vergessen. Ausreichend Nahrung, Einstreu, Medikamente und weitere Produkte, die das Haustier benötigt, sollten ebenfalls bevorratet werden.

Wichtige Dokumente wie Urkunden, Sparbücher, Ausweise oder Impfpässe und weitere Dinge für das Notgepäck sind ebenfalls in der Checkliste enthalten, die sich hier als PDF herunterladen lässt.

Prinzip "lebender Vorrat"

Wer sich beim Anblick dieser Liste nun bereits Gedanken macht, wie und wann sich der Vorrat am besten zusammenstellen lässt, dem liefert das Bundesamt noch ein paar Tipps.

Der Vorrat wird am besten in den alltäglichen Lebensmittelverbrauch integriert, bedeutet: Er wird bestensfalls immer wieder verbraucht und erneuert, ohne dass Lebensmittel verderben.

So ist es auch nicht erforderlich, den Vorrat "auf einen Schlag" anzulegen, stattdessen lässt er sich nach und nach aufbauen. Wer sich angewöhnt, beim Einkaufen von länger haltbaren Produkten wie Nudeln oder Reis eine Packung mehr mitzunehmen, kann so den Notvorrat stetig auffüllen.


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