Befall frühzeitig erkennen Läuse in Kita oder Schule? - So untersuchen Sie Ihr Kind

Gründliche Untersuchung ist entscheidend: Mit einem Läusekamm und einer Haarspülung lassen sich Läuse und Eier im feuchten Haar
Gründliche Untersuchung ist entscheidend: Mit einem Läusekamm und einer Haarspülung lassen sich Läuse und Eier im feuchten Haar am zuverlässigsten aufspüren. Foto
© Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Wo viele Kinder wuseln, übertragen sich Läuse besonders schnell. Ist ein Kind in Schule oder Kindergarten befallen, sind es häufig auch andere. Wie man die Blutsauger am zuverlässigsten aufspürt.

Diese Mitteilung dürfte bei Eltern regelmäßig für schlechte Laune sorgen: In der Kita oder Schule des Kindes gibt es einen oder sogar mehrere Fälle von Kopflausbefall.

Jetzt gilt es, die Haare und Kopfhaut des eigenen Kindes gründlich zu untersuchen. Denn damit sich die kleinen Blutsauger nicht vermehren und weiterverbreiten, sollte man sie frühzeitig erkennen und behandeln. Nicht immer machen sie sich durch den typischen Juckreiz bemerkbar. Doch wie genau sollte man bei der Untersuchung vorgehen?

Eine reine Sichtkontrolle, also den Haarschopf durchzusehen, reicht meist nicht aus, informiert das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf der Webseite „Kindergesundheit-info.de“. Denn dabei könne man Läuse leicht übersehen. 

Spülung, Läusekamm, Lupe: So geht man auf Nummer sicher

Stattdessen empfiehlt das BIÖG, das Haar systematisch durchzukämmen: 

Zunächst sollte man das Haar des Kindes anfeuchten und eine Haarpflegespülung auftragen, denn die erleichtert das Durchkämmen und Läuse können nicht so leicht weglaufen.Besonders dickes Haar sollte man mit einem groben Kamm entwirren.Zum eigentlichen Durchkämmen braucht man einen speziellen Läusekamm aus Metall, den man in der Apotheke oder im Sanitätshaus kaufen kann. Mit diesem kämmt man das Haar nun fest von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durch, und zwar Strähne für Strähne.Nach jeder Strähne streicht man den Kamm auf einem Stück Küchenpapier aus. So prüft man, ob der Kamm Läuse, Jungläuse oder Eier erfasst hat. Es empfiehlt sich eine Lupe zu nutzen, um auch die kleineren Jungläuse, sogenannte Nymphen, zu erkennen.

Je mehr Läuse auf dem Kopf leben, desto leichter ist ein Befall natürlich erkennbar. Das Robert Koch-Institut (RKI) rät daher, sich bei der Untersuchung Zeit zu lassen, damit man auch einzelne Tiere erkennt. Zur Sicherheit kann man die Untersuchung auch einige Tage lang wiederholen. 

Wie genau sehen Läuse eigentlich aus?

Ausgewachsene Läuse sind bis zu drei Millimeter groß und mit bloßem Auge erkennbar. Sie sind grau oder, wenn sie gerade Blut gesaugt haben, rötlich. Jungläuse, sogenannte Nymphen, sind kleiner. 

Noch kleiner, nämlich nur rund 0,8 Millimeter groß, sind Läuseeier. Sie sind tropfenförmig, gelblich bis bräunlich, kleben nahe der Kopfhaut fest im Haar und lassen sich selbst mit dem Läusekamm nicht immer erfassen. Die Kopfhaut, gerade in der Schläfen- und Nackengegend und hinter den Ohren, sollte man daher gründlich absuchen, so das BIÖG. 

Schimmern Läuseeier weißlich und befinden sich weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, handelt es sich um leere Eihüllen, sogenannte Nissen. Sie deuten auf einen früheren Kopflausbefall hin, sind für sich genommen aber nicht mehr ansteckend. 

Wie man im Fall eines Befalls reagieren sollte

Finden Sie auf dem Kopf Ihres Kindes tatsächlich Läuse, sollten Sie den Befall umgehend behandeln. Dazu trägt man ein Läusemittel einmal und nach 8 bis 10 Tagen ein zweites Mal auf. 

Das RKI empfiehlt, zwischen den Behandlungen und auch noch etwa zwei Wochen nach der zweiten Behandlung alle paar Tage die Haare nach dem beschriebenen Schema durchzukämmen, um sicherzugehen, dass die Behandlung erfolgreich ist. Zwischen den beiden Behandlungen kann es sein, dass man noch Nymphen oder Eier findet. Das ist nicht weiter schlimm - solange man die zweite Behandlung nicht vergisst.

Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Eltern übrigens verpflichtet, den Kopflausbefall ihres Kindes bei der Kita oder Schule zu melden, auch wenn sie ihn bereits behandelt haben.