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Achtsamkeitstraining Mit Achtsamkeit den Stress bewältigen: So funktioniert MBSR

Das achtwöchige Programm hilft effektiv gegen psychische Belastungen und Schmerzen: MBSR ist inzwischen sogar vielfach wissenschaftlich bestätigt worden
Meditation

Bei der "Sitzmeditation" lässt der Übende seinen Gedanken­strom einfach vorüberziehen

Was ist MBSR?

MBSR steht für „Mindfulness-Based Stress Reduction“ (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion). Entwickelt wurde die Meditationstechnik von dem US-Wissenschaftler Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren. Sie basiert auf tradi­tionellen Meditationsarten, verzichtet jedoch auf einen spirituellen Überbau. Die Wirksamkeit der stan­dardisierten Übungen konnte in Stu­dien vielfach nachgewiesen werden.

Wie funktioniert die Meditationstechnik?

In meist acht Sitzungen, die von spe­ziell ausgebildeten Lehrern angeleitet werden, lernen die Übenden verschiedene Meditationstechniken kennen. Sie spüren etwa einem Aroma nach, konzentrieren sich auf ihren Atem oder versuchen, die eigenen Gedanken gleichmütig zu beobachten und ihren Körper besser wahrzunehmen. Das Ziel ist Selbsterkenntnis, innere Harmonie und Ruhe.

Beim „Body Scan“ etwa richtet man seine Aufmerksamkeit nacheinander auf jeden einzelnen Bereich des Körpers, spürt den dabei auftretenden Empfindungen nach, möglichst ohne sie dabei zu bewerten. Bei der „Sitzmeditation“ fokussiert man auf jeden Atemzug, lässt Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen an sich vorbeiziehen. Bei der Übung „Geh-Meditation“ gilt es dagegen, sich bewusst auf die Wahrnehmung der ­Bewegung zu konzentrieren und dabei tiefe ruhige Atemzüge zu nehmen.

Was bringt die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion?

Hirnforscher haben nachgewiesen: Meditation kann langfristig die Aktivität in Gehirnbereichen verändern, die Emotionen, Konzentrationsfähigkeit und das körperliche Empfinden regulieren. MBSR gilt dabei als besonders wirksam: Stress wird reduziert, der Schlaf verbessert sich. Der Geist soll so zur Ruhe kommen und eine gelassene Entspannung soll sich einstellen. Wer regelmäßig übt, kann zudem mit Krankheiten und Schmerzen, etwa chronischen Rückenleiden, besser umgehen und bewegt sich dadurch mehr.

Für wen ist MBSR was?

Wer etwas für seine seelische Gesundheit tun oder einen besseren Umgang mit Schmerzen finden will, mit Esoterik oder Religion aber wenig anfangen kann, ist bei MBSR richtig. Das Programm basiert auf traditionellen Meditationstechniken, die standardisiert und wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit überprüft wurden. Der Fokus liegt auf der Schulung des Geistes. Wer vor allem etwas für seinen Körper tun möchte, sollte (zusätzlich) ein anderes Verfahren wählen.

Weitere Informationen

Mehr über MBSR sowie eine Kurs-Datenbank finden Sie beim Verband der Achtsamkeitslehrenden. Kranken­kassen bezuschussen Kurse unter bestimmten Voraussetzungen.