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Die Grundlagen des Wissens

Reizdarm-Syndrom Wie der gestresste Darm zur Ruhe kommt

Das Reizdarm-Syndrom ist zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden. Abhilfe kann häufig seelische Entspannung schaffen
Darm

Schmerzen und Durchfall: Hinter Verdauungsproblemen kann oft ein Reizdarm-Syndrom stecken

Es mag auf der Hand liegen und wird doch leicht übersehen: Entspannungstechniken, die uns zur Ruhe kommen lassen, nutzen auch einem gereizten Darm. Ein warmes Bad oder ein langer Spaziergang wirken bisweilen gar besser als Schonkost oder Medikamente. Denn die Ursache vieler Verdauungsbeschwerden sind oft nicht allein körperlicher, sondern teils auch seelischer Natur.

Darm reagiert immer empfindlicher

In Phasen der Anspannung benötigt das Gehirn viel Energie, die es dem Darm entzieht. Der drosselt die Verdauungsarbeit. Die Folgen: Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit.

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Wenn eine solche Ausnahmesitua­tion zur Regel wird und Stressphasen lange andauern, trägt der Darm Schäden davon. Die fehlende Durchblutung sowie die geringere Schleimhautproduktion schwächen ihn.

Zugleich schütten Immunzellen in der Darmwand in Stress­phasen besonders viele alarmierende Signalstoffe aus. Der Darm wird gewissermaßen überreizt – und reagiert bald immer empfindlicher. Zuweilen genügt dann schon ein zu enger Hosenknopf, um die Symptome auszulösen.

Warum nimmt das Reizdarm-Syndrom zu?

Das Reizdarm-Syndrom ist zu einer Volkskrankheit geworden, unter der bis zu jeder vierte Deutsche leiden soll; Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Gesicherte Ursachen für das Reizdarm-Syndrom kennt man allerdings nicht, auch das Krankheitsbild selbst ist nicht einheitlich.

Experten sehen jedoch im chronischen Stress, der Menschen mehr denn je plagt, einen der Gründe dafür, dass Darmbeschwerden zunehmen.

Doch die sind meist ein stilles Leiden: Denn nur jeder dritte Betroffene traut sich, mit Darmbeschwerden zum Arzt zu gehen. Dabei ist eine medizinische Abklärung höchst sinnvoll.

Leiden die Patienten unter starken Beschwerden, verschreiben ihnen Ärzte mitunter Antidepressiva. Da die Nervenzellen des Bauchhirns nachgewiesenermaßen empfindlich auf Psychopharmaka reagieren, kommt in der Folge auch der Darm besser zur Ruhe.

Dieser Beitrag stammt aus der Serie „7 Fragen zu Darm und Immunsystem“ erschienen in GEOkompakt Nr. 59: Das Wunder Mensch.

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