Schwangerschaft und Zähne Warum es stimmt, dass jedes Kind einen Zahn kostet

Werdende Mütter kennen den Spruch "Jedes Kind kostet einen Zahn". Ein Babymythos? Mitnichten. Forscher haben die Volksweisheit nun statistisch untermauert
Mutter und Kind am Zähneputzen
In diesem Artikel
Mögliche Gründe für den Zahnverlust
Wie Schwangere vorbeugen können

Die Volksweisheit, die geeignet scheint, die Vorfreude auf das werdende Kind zu schmälern, hat einen wahren Kern. Das haben nun Forscher aus Heidelberg, Wuppertal, München, Worms und Nijmegen (Niederlande) aufgedeckt. Ihre Studie zeigt: Mütter, die eines oder mehrere Kinder zur Welt bringen, haben tatsächlich eine schlechtere Zahngesundheit. Und damit ein erhöhtes Risiko, in der zweiten Lebenshälfte Zähne zu verlieren.

Dreifache Mütter haben demnach jenseits der Fünfzig durchschnittlich vier Zähne weniger im Mund als Mütter desselben Alters mit zwei Kindern. Auf das Gebiss von Männern, auch das zeigte die Auswertung, hat das Kinderkriegen keine Auswirkungen.

Für ihre Studie haben die Forscher eine groß angelegte Erhebung, den "Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe" ausgewertet. Sie enthält Daten von 34.000 Personen aus 14 europäischen Ländern und Israel.

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Mögliche Gründe für den Zahnverlust

Über die in Frage kommenden Gründe lässt die Untersuchung keine Rückschlüsse zu, sagen die Forscher. Doch frühere Studien deuten auf vielfältige mögliche Gründe für die heikle Zahngesundheit der Mütter.

So vermuten Wissenschaftler, dass eine Schwangerschaft die Anfälligkeit für eine Zahnfleischentzündung erhöht, während das häufige Erbrechen in den ersten Schwangerschaftsmonaten die Zahnsubstanz angreift - und so das Risiko für Karies erhöht.

Aber auch das Haushalts- und Zeitbudget junger Mütter könnte eine Rolle spielen: So vermuten Forscher, dass manche Frauen bei Beschwerden aus finanziellen Gründen die Behandlung hinauszögern. Und gerade die zeitintensive Betreuung von mehreren Kindern könnte dazu führen, dass die Mutter ihre eigene Zahnhygiene vernachlässigt.

Wie Schwangere vorbeugen können

Experten empfehlen werdenden Müttern darum, nicht nur gründlich die Zähne zu putzen, sondern auch täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide zu reinigen. Nach dem Erbrechen (und nach dem Verzehr von saurem Obst) sollten Schwangere den Mund nur ausspülen und mit dem Zähneputzen 60 Minuten warten. Denn der Zahnschmelz wird von der Magen- oder Obstsäure angegriffen und würde bei zu frühem Putzen buchstäblich weggeschrubbt. Nach einer Stunde aber ist er wieder ausreichend gefestigt.

Vorsorglich sollten Frauen während der Schwangerschaft mindestens zwei Mal zum Zahnarzt gehen.

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