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Ernährungstagebuch Was Sie beim Protokoll Ihrer Mahlzeiten beachten sollten

Ernährungstagebuch
Ein Ernährungstagebuch ist häufig sinnvoll in Kombination mit einer Eliminationsdiät
© Proxima13/shutterstock
Wer täglich im Ernährungstagebuch notiert, zu welchen Zeitpunkten er was isst und trinkt – und wann anschließend welche Beschwerden auftreten –, kann häufig herausfinden, welche Nahrungsmittel er nicht verträgt
von Lauren Mackintosh

Bauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit, Durchfall – wenn Verdauungsbeschwerden immer wiederkehren, kann eine unentdeckte Nahrungsmittelunverträglichkeit die Ursache sein. Doch wie findet man am besten heraus, was einem bekommt – und was nicht? Zwar lassen sich mithilfe medizinischer Tests die häufigsten Unverträglichkeiten diagnostizieren. Doch sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig. Und zahlreichen Stoffen, wie etwa den Auslösern von Pseudoallergien, lässt sich so nicht auf die Spur kommen.

Ein Ernährungstagebuch kann da helfen. Dabei protokolliert man über einen längeren Zeitraum täglich, was man um welche Uhrzeit isst, trinkt oder an Medikamenten einnimmt – und wann Beschwerden in welcher Intensität auftreten. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, ist eine lückenlose Dokumentation essenziell – jede Tasse Kaffee, jedes Kaugummi, jede Beilage und jedes Bauchzwicken sollten festgehalten werden.

Mitunter kann bereits die Dokumentation allein offenbaren, welche Lebensmittel Beschwerden auslösen. Wenn man zum Beispiel immer eine halbe Stunde nach dem Genuss von Milchkaffee Darmprobleme bekommt, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Laktose-Intoleranz. Aber nicht immer lassen sich die Symptome so eindeutig einem bestimmten Lebensmittel zuordnen, etwa weil die Beschwerden sporadisch auftreten oder nur schwach ausgeprägt sind.

Eliminationsdiät häufig sinnvoll

Für noch genauere Ergebnisse empfehlen Mediziner daher die Kombination mit einer Eliminationsdiät: Dabei werden bestimmte Lebensmittel einige Wochen lang komplett gemieden, damit der Darm sich erholen kann. Je nachdem, welchen Stoff man als Auslöser seiner Beschwerden vermutet, lässt man Fruktose, Gluten, Histamin oder bestimmte Zusatzstoffe weg. Rufen einzelne Lebensmittel immer noch Beschwerden hervor, werden auch diese weggelassen, bis sämtliche Symptome verschwunden sind. Wichtig ist dabei, weiterhin alles genau zu dokumentieren. Anschließend fügt man nach und nach die weggelassenen Lebensmittel dem Speiseplan wieder hinzu und beobachtet, bei welchem die Beschwerden zurückkehren.

Auf diese Weise lassen sich auch individuelle Verträglichkeitsgrenzen austesten: Weiß man etwa bereits, dass man unter einer Laktose-Intoleranz leidet, kann man so herausfinden, ab welcher Menge belastende Symptome auftreten. Eine spezielle Form der Eliminationsdiät ist die Low-FODMAP-Diät. Hierbei wird auf einen Schlag eine ganze Bandbreite von Lebensmitteln weggelassen, die bekanntermaßen bei vielen Menschen Probleme verursachen. Sie ist recht aufwendig und empfiehlt sich daher vor allem bei langfristig ungeklärten Magen- und Darmproblemen, wie sie etwa bei Reizdarmpatienten auftreten.

Ernährungstagebuch hilft Medizinern

Grundsätzlich kann man eine Eliminationsdiät auch auf eigene Faust ohne vorherigen Arztbesuch umsetzen. Dennoch ist es ratsam, etwaige organische Erkrankungen vorher vom Arzt abklären zu lassen und bei der Suche nach dem Auslöser auch andere Ursachen wie psychische Belastungen in Betracht zu ziehen. Auch sollten die Aufzeichnungen abschließend mit einem Gastroenterologen oder Ernährungsberater besprochen werden. Gemeinsam mit dem Patienten erstellt der Experte einen langfristigen Ernährungsplan, der die Unverträglichkeiten berücksichtigt und dabei trotzdem ausgewogen ist.

Wer dagegen ohne ärztlichen Rat einzelne Lebensmittel dauerhaft weglässt, läuft Gefahr, sich langfristig zu einseitig zu ernähren. Der Fachmann kann zudem darüber aufklären, in welchen Lebensmitteln welche beschwerdeauslösenden Substanzen enthalten sind. In jedem Fall kann ein Ernährungstagebuch für den behandelnden Gastroenterologen äußerst nützlich sein. Mithilfe der Aufzeichnungen kann er die Ursache von Beschwerden häufig besser eingrenzen und anschließend leichter Folgeuntersuchungen wie etwa Magen- und Darmspiegelungen empfehlen. Bei akuten Beschwerden allerdings sollte man nicht zu lange mit dem Arztbesuch warten: Anhaltender Durchfall, Blut im Stuhl oder stundenlange Magenkrämpfe können auch auf eine schwerwiegende Magen-Darm-Erkrankung hindeuten – und sind ein Grund, sofort einen Mediziner zu konsultieren.


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