Edinburgh Seven Wie sieben Frauen das Hochschulwesen veränderten

Die Universität Edinburgh zeichnet die ersten Medizinstudentinnen Großbritanniens posthum mit dem Bachelor aus – 150 Jahre, nachdem diese ihr Studium aufnahmen
Großbritanniens erste Studentinnen bekommen nach 150 Jahren endlich einen Abschluss in Medizin

Sie mussten höhere Studiengebühren als ihre ­Kommilitonen bezahlen und ihre eigenen Vorlesungen organisieren; bei ihrem Anatomie-Examen im Jahr 1870 bewarfen Hunderte Studenten die Frauen mit Abfall und schoben ein Schaf durch die Tür des Prüfungsraums: Sophia Jex-Blake, Edith Pechey, Mary Anderson, Emily Bovell, Matilda Chaplin, Helen Evans und Isabel Thorne waren die erste Frauen, die an einer britischen Universität Medizin studierten.

Die meisten ­Männer waren jedoch der Ansicht, Frauen seien fürs ­Medizinstudium ungeeignet. Aber der Abschluss blieb den „Edinburgh Seven“ nicht wegen des rüden Widerstands ihrer männlichen Kommilitonen verwehrt: Letzten Endes schloss die Universität die Studentinnen per Gesetz von Abschlussprüfungen aus.

Doch die Frauen kämpften weiter für ihr Recht und stießen damit den „Medical Act 1876“ an, ein Gesetz, das auch Frauen in Großbritannien offiziell das Medizinstudium erlaubte. 150 Jahre nach ihrer Einschreibung verlieh die Universität Edinburgh ihnen nun posthum den Ehrenbachelor.

Sieben aktuelle Studentinnen der Edinburgh Medical School nahmen die Abschlussurkunden ihrer historischen Vorgängerinnen entgegen.