Weltfrauentag Zehn Wissenschaftlerinnen, die Sie neben Marie Curie kennen sollten

Bedeutende weibliche Wissenschaftlerinnen? Fast immer lautet die Antwort auf diese Frage: Marie Curie. Dabei gab es im Laufe der Geschichte viele Frauen, die Großes in der Forschung geleistet haben - doch oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen blieben. Wir rücken sie ins Licht

Die berühmte Naturwissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie ist sicher allen ein Begriff. Gemeinsam mit ihrem Mann entdeckte sie die Radioaktivität, was Marie Curie zur wohl berühmtesten Wissenschaftlerin der Welt machte. Doch auch andere Frauen haben Großes in der Wissenschaft geleistet. Lesen Sie selbst…

Rosalind Franklin (1920-1958)

Rosalind Elsie Franklin

Rosalind Franklin

Für die Entdeckung der DNA Doppelhelix wurden allein die Molekularbiologen Francis Crick und James Watson mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Dabei waren es weder Watson noch Crick, die die Theorie zur DNA-Struktur bestätigten, sondern die Chemikerin Rosalind Franklin.

Doch den beiden Männern gelang es, an die unveröffentlichten Daten Rosalind Franklins zu gelangen und diese ohne ihre Erlaubnis zu nutzen. Die Forschungsleistung Rosalind Franklins erkannten sie hingegen nie öffentlich an, was ihnen später viel Kritik einbrachte. Nach jahrelanger Arbeit mit Röntgenstrahlen verstarb Rosalind Franklin sehr früh im Alter von 37 Jahren an Krebs.

Ann Tsukamoto *1952

Auch einen der bedeutendsten Fortschritte in der Zellmedizin verdanken wir einer Frau. Im Jahr 1991 gelang der Amerikanerin Ann Tsukamoto zusammen mit einem kleinen Team von Wissenschaftlern die Isolierung von Stammzellen. Diese Methode ermöglicht es Ärzten und Wissenschaftlern heute, Krebs und andere schwer heilbaren Krankheiten deutlich besser erforschen zu können. Eines Tages könnte die Methode zur endgültigen Heilung vieler, heute noch vermeintlich unheilbarer, Krankheiten führen.

Grace Hopper (1906-1992)

Grace Hopper

Grace Hopper

Mit ihren Ideen zur Vereinfachung von Programmiersprachen war die Informatikerin Grace Hopper maßgeblich daran beteiligt, Computer für ein immer größeres Publikum nutzbar zu machen. Im Jahr 1945 programmierte die US-Amerikanerin den Harvard Computer „Mark 1“ und entwickelte 1952 den ersten funktionierenden Compiler, der schriftliche Sprache in die Computerkodierung „0“ und „1“ übersetzte. Außerdem prägte sie den Begriff des bug, der auch heute noch als Bezeichnung für Computerfehler verwendet wird.

Stephanie Kwolek (1923-2014)

Als junge Wissenschaftlerin forschte Stephanie Kwolek im Versuchslabor des Chemiekonzerns DuPont nach leichteren Materialien für Autoreifen. Dabei entdeckte sie im Jahr 1964 durch Zufall die Grundlage für die Kunstfaser Kevlar. Kevlar ist sehr leicht, säurebeständig, feuerfest und dabei fünfmal stärker als Stahl.

Unzählige Produkte wie Flugzeugteile, Kabel, Schutzwesten und Schutzhandschuhe werden inzwischen unter Verwendung der synthetischen Faser hergestellt. Während der Chemiekonzern heute mit Stephanie Kwoleks Entdeckung viele Milliarden Dollar verdient, profitierte sie selbst finanziell kaum davon – sie hatte DuMont das Patent überschrieben.

Lise Meitner (1878-1968)

Lisa Meitner

Lise Meitner

Lise Meitner promovierte 1906 als eine der ersten Frauen in Physik an der Universität Wien und wurde 1915 als Assistentin Max Plancks an das Institut für theoretische Physik der Universität Berlin berufen. Hier begegnete sie Otto Hahn, mit dem sie über Jahrzehnte die Radioaktivität erforschte. Die Freunde entdeckten zudem gemeinsam 1938 die Kernspaltung – den Nobelpreis für Physik erhielt Otto Hahn dafür allerdings allein.

Shirley Ann Jackson *1946

Die amerikanische Physikerin Shirley Ann Jackson erhielt im Jahr 1973 als erste schwarze Frau einen Doktortitel am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Während ihrer Arbeit in der Forschungsabteilung Bell Laboratories gelangen ihr bahnbrechende Forschungsarbeiten, die die Entwicklung der Telekommunikation stark voranbrachten. Das mobile Fax, das Tonwahltelefon, die Technologie hinter der Anruferkennung, Solarzellen und auch das Glasfaserkabel gehen auf ihre Forschungen zurück.

Margaret Hamilton *1936

Margaret Hamilton

Margaret Hamilton

Bei der Mondlandung 1969 gab es neben den gefeierten Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin eine dritte unbekannte Heldin: Margaret Hamilton. Als Mitarbeiterin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte sie den Computercode, der die Mondlandung erst möglich machte.

Sie programmierte die Navigationssoftware des Apollo Space Shuttles – 40.000 Kommandozeilen, ausgedruckt in 17 Bänden, welche die Rakete zum Mond und zurück dirigierten. Die Software erwies sich als Meisterleistung, doch der Forscherin blieb die Anerkennung dafür jahrzehntelang verwehrt.

Ada Lovelace (1815-1852)

Ada Lovelace

Ada Lovelace, Gemälde von Margaret Sarah Carpenter 1836

Im 19. Jahrhundert galten Mädchen und Frauen für Disziplinen wie Mathematik oder Naturwissenschaften als unbegabt. Doch einige Frauen widersetzten sich diesem Vorurteil – so auch die Britin Ada Lovelace. Die versierte Mathematikerin schrieb im Jahr 1843 einen Algorithmus, der als das erste Computerprogramm der Welt in die Geschichte einging.

In der Fachwelt erhielt ihre Arbeit hohe Anerkennung, doch sie selbst war Zeit ihres Lebens eher Anfeindungen ausgesetzt. Eine Frau, die sich für Maschinen und Mathematik interessierte, passte nicht in das Bild der Londoner Society. Erst 100 Jahre später wurde das Programm wiederentdeckt und erneut veröffentlicht. In den 1970ern benannte man als Anerkennung sogar eine Programmiersprache nach ihr: „Ada”.

Emmy Noether (1882 – 1935)

Noether

Emmy Noether

Sie ist eine der bedeutendsten Mathematikerinnen des 20. Jahrhunderts – und überwand dafür alle Hindernisse, die ihr als Frau jüdischer Abstammung in den Weg gelegt wurden. Albert Einstein persönlich bezeichnete sie sogar als „das bedeutendste kreative mathematische Genie seit der Einführung der höheren Bildung für Frauen“.

Als erste Frau Deutschlands begründete Emmy Noether eine wissenschaftliche Schule und gehört heute zu den Begründern der modernen Algebra. Nach ihr ist neben den Noether'schen Ringen und Modulen auch der Noether'sche Normalierungssatz benannt. Die „Noether-Theoreme“ gehören heute zum Grundbestand der mathematischen Physik.

Gertrude Belle Elion (1918-1999)

George Hitchings und Gertrude Elion

Gertrude Belle Elion

Als ihr Großvater an Magenkrebs starb, beschloss die damals 15-jährige Gertrude Belle Elion, Chemie zu studieren und den Kampf gegen Krankheiten wie diese zu ihrem Beruf zu machen. Wenige Jahre später schrieb sie sich als einzige Frau ihres Jahrgangs an der New York University ein und wurde zu einer Pionierin in der Chemotherapie.

Gemeinsam mit ihrem Chef George Hitchings entwickelte sie ein Medikament zur Behandlung von Leukämie. Im Jahr 1988 erhielten beide den Nobelpreis für Medizin. Heute gilt Gertrude Belle Elion als eine der bedeutendsten Arzneimittelforscherinnen des 20. Jahrhunderts.

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