Magie Fünf bekannte Zaubertricks und was dahinter steckt

Schon als Kinder lieben wir Geheimnisse und auch Erwachsene haben eine Faszination für das Verborgene. Oft sind die Zaubertricks so perfekt inszeniert, dass es scheint, als sei Illusion Wirklichkeit. Einige Zaubertricks großer Magier können wir uns bis heute nicht erklären, bekannte Klassiker hingegen schon. Wir schauen uns fünf Zaubertricks an und verraten, wie sie funktionieren.
Schwebender Straßenkünstler

Straßenkünstler in Palma, Mallorca

In diesem Artikel
Zaubertrick: Der schwebende Straßenkünstler
Zaubertrick: Die zersägte Jungfrau
Zaubertrick: Der verwandelte Geldschein
Zaubertrick: Die schwebende Frau
Zaubertrick: Der Schwert-Schlucker

Zaubertrick: Der schwebende Straßenkünstler

Einer der großen Trends der letzten Jahr sind die "Schwebenden Straßenkünstler". In Fußgängerzonen oder auch vor Sehenswürdigkeiten sieht man sie augenscheinlich ganz enspannt "in der Luft schweben". Nur ein dünner Stock bildet die Verbindung zum Boden, der meist lässig in einer Hand gehalten wird.

Ein starker Effekt, der immer noch viele Leute erstaunt innehalten lässt. Dabei ist der Trick ziemlich simpel: Der Künstler sitzt auf einer Metallkonstruktion, die durch das Kostüm perfekt verdeckt wird. Meistens dient eine Stahlplatte als Basis, die von einem Teppich oder einer Decke verdeckt wird - das wirkt gleich noch etwas mysthischer.

Von dieser Platte führt ein Metallrohr senkrecht nach oben, an das über ein Verbindungsstück ein kleiner Sitz montiert wird, der von außen jedoch nicht zu erkennen ist.

Die Verbindung zwischen Metallrohr und Sitz verläuft über den Ärmel des "Schwebenden Künstlers", der praktischerweise meist ein weites Gewand trägt und seine Hand wie zufällig auf dem als Stab verkleideten Röhre liegen hat. So ist die Illustion des schwebenden Mannes perfekt.

Zaubertrick: Die zersägte Jungfrau

Diesen Zaubertrick hat bestimmt jeder schon einmal gesehen. Häufig wird der Trick im Zirkus aufgeführt und lässt das Publikum jedes Mal aufs Neue erschauern, wenn (meist) eine Frau in einem Kasten auf Rollen steigt und dann vom Magier persönlich lebendig in zwei Teile gesägt wird. Danach werden die Kästen wieder zusammengerollt und die Dame steigt wieder heraus - unversehrt.

Die zersägte Jungfrau

1937: Der Magier P. T. Selbit führt den Zaubertrick "Die zersägte Jungfrau" vor

Aber wie funktioniert der Zaubertrick? Es gibt verschiedene Wege, diese Illusion durchzuführen.

  • Möglichkeit 1: Eine Atrappe

Bei dieser Variante sieht das Publikum die Stirnseite des Kastens (siehe Abbildung A). Automatisch geht der Zuschauer davon aus, dass der Kasten genauso breit ist, dass die Person gerade eben darin liegen kann (siehe Abbildung B). Tatsächlich ist der Kasten jedoch wesentlich breiter, sodass die Frau ihre Beine anziehen kann (Abbildung C), während der Magier den Kasten "zersägt". Für die Füße am anderen Ende des Kastens wird eine Attrappe verwendet.

  • Möglichkeit 2: Zwei Frauen

Obwohl das Publikum nur eine Frau auf der Bühne zu sehen scheint, sind es tatsächlich zwei! Von der einen Frau sieht das Publikum den Kopf, von der anderen die Füße. Jede von ihnen verbirgt sich in jeweils einer Hälfte des Kastens.

Dabei liegen beide Frauen entweder auf der gleichen Höhe, oder der Kasten verfügt über einen doppelten Boden (siehe Abbildung unten), in dem die zweite Frau mit ihrem Oberkörper verschwindet.

 

Die zersägte Jungfrau Auflösung

Zwei Personen befinden sich im zersägten Kasten

Zaubertrick: Der verwandelte Geldschein

Die Vorstellung, mit Hilfe von etwas Magie einen Geldschein in eine wertvollere Banknote zu verzaubern, zu verwandeln, bringt sicher viele Menschen ins Träumen... Ein Zaubertrick lässt diesen Wunsch scheinbar zur Wirklichkeit werden.

Für den Trick benötigt der Magier etwas Vorbereitung, zwei Geldscheine seiner Wahl sowie ein "Magisches Licht" (gängiges Hilfsmittel für Zauberer: täuschend echt aussehender Daumenaufsatz aus Gummi). Wir nehmen für dieses Beispiel eine 1-Dollar-Note und eine 10-Dollar-Note.

1 Dollar Note

Die 10-Dollar-Note wird vor Beginn der Vorstellung klein zusammengefaltet und in den künstlichen Daumen gesteckt. Diesen Aufsatz setzt sich der Magier auf seinen echten Daumen. Dann geht es auf die Bühne: Der Magier hält die 1-Dollar-Note so vor das Publikum, dass die Zuschauer den Geldschein frontal sehen können.

Den Daumen mit dem "Magischen Licht" hält der Magier dabei hinter dem Geldschein versteckt. Nun faltet er diesen Geldschein genauso klein, wie er dies zuvor bereits mit der 10-Dollar-Note hinter der Bühne getan hat.

In diesem Moment passiert die "Verwandlung" des Geldscheins: Während der Zauberer in seinen Händen die 1-Dollar-Note so klein wie möglich faltet, zieht er die zuvor versteckte 10-Dollar-Note aus dem Daumenaufsatz und tauscht beide Scheine aus.

Dann faltet der Magier die 10-Dollar-Note wieder aus - auch hier hält er die Dollar-Note so vor das Publikum, dass die Zuschauer den Geldschein frontal sehen können. So hat sich die 1-Dollar-Note scheinbar in eine 10-Dollar-Note gewandelt.

Schwebende Frau

Die "Schwebende Jungfrau" ist ein über 100 Jahre alter Zaubertrick

Zaubertrick: Die schwebende Frau

Obwohl dieser Zaubertrick schon sehr alt ist, bringen Magier in Zirkusmanagen und auf Varietébühnen damit das Publikum immer wieder zum Staunen.

Ein Zauberer bringt seine Assistentin mit Hilfe seiner magischen Kräfte zum Schweben. Zur vollständigen Verblüffung des Publikums führt er dann noch einen großen Reifen um die Frau herum, um zu zeigen, dass seine Assistentin keinen Kontakt zum Boden hat.

Diesen Kontakt benötigt die Frau auch gar nicht, denn was sie tatsächlich "schweben" lässt, versteckt sich hinter der Bühne. Hinter dem Vorhang befindet sich, verdeckt vom Bühnenvorhang, eine starke Hebevorrichtung. Diese ist über eine, im Zick-Zack verlaufende, dünne Stange mit der Plattform verbunden, auf der die Assistentin des Magiers liegt. Diese Zick-Zack-Form erlaubt es dem Magier, den Reifen so um die Frau herum zu führen, dass es für das Publikum scheint, als würde der Reifen die Frau komplett umrunden, während in Wirklichkeit die Stange vom Reifen gar nicht berührt wird.

Schwertschlucker

Künstler üben Jahre, bis sie ein Schwert schlucken können

Zaubertrick: Der Schwert-Schlucker

Die Kunst des Schwertschluckens ist eine Technik, die viele Jahre Training erfordert. Der Trick besteht darin, den Würgereiz zu unterdrücken und so das Schwert in den Rachen zu schieben. Genau genommen ist die Bezeichnung "Schwertschlucker" also irreführend, da das (stumpfe) Schwert nicht geschluckt, sondern geschoben wird.

Der Künstler positioniert seinen Kopf dabei so, dass Rachen und Bauch eine gerade Linie bilden und so beim Einführen des Schwertes nicht von dem Metall verletzt werden. Die Klinge wird über die Speiseröhre, knapp vorbei an lebenswichtigen Organen wie Lunge, Herz und Wirbelsäule, bis kurz vor dem Mageneingang hineingeführt.

Die Speiseröhre ist extrem dehnbar und zudem durch eine Schleimschicht geschützt, die wie eine Art Gleitmittel wirkt. Doch das allein reicht nicht: Das Schwertschlucken erfordert viel Mut, Überwindung und absolute Ruhe und Konzentration. Verkrampft die Speiseröhre, während das Schwert eingeführt wird, kann es zu schweren Verletzungen kommen.

Aktuell gibt es weltweit knapp 130 Schwertschlucker, die in der Liste der Sword Swallowers Association International (SSAI) verzeichnet sind.