An der Straße türmen sich rote Berge aus Sand, hoch wie Wohnblöcke. Fast zu groß sind sie, um noch Dünen genannt zu werden. Ich sitze neben einem Beduinen aus dem Oman in seinem Geländewagen. Durch das offene Fenster zieht warme Luft. Schon seit Stunden fahren wir durch die Rub al-Chali: die zweitgrößte Wüste der Welt, mit etwa 650.000 Quadratkilometern doppelt so groß wie Deutschland. Das "leere Viertel" wird sie auch genannt, weil es hier kaum etwas gibt außer Sand, trockene Büsche und Hitze.
Der Beduine hat mich in der Wüste am Grenzposten zwischen Oman und Saudi-Arabien als Anhalter aufgesammelt. Stundenlang hatte ich dort auf ein Auto gewartet. Der Lastwagenfahrer, mit dem ich bis dahin gereist war, durfte mich nicht über die Grenze mitnehmen. Zum Glück: Ich war froh, ihn loszuwerden. Die Fahrt mit ihm sollte das schlimmste Erlebnis auf dieser Reise sein, von der ich so lange geträumt hatte.