Korsika: Wo zerklüftete Berge auf weiße Sandstrände treffen

Auf Korsika fallen die steilen Felsen direkt ins blaue Mittelmeer. Dazwischen: Sandstrände, pulsierende Hafenstädte und entschleunigte Bergdörfer. Wir liefern Tipps für den perfekten Urlaub auf der Insel
Korsika

Die dramatischen Steilküsten von Korsika sind ein beliebtes Fotomotiv

Korsika im Überblick

Wo liegt Korsika?

Die viertgrößte Mittelmeerinsel liegt ungefähr 80 Kilometer westlich des italienischen Festlandes, auf der Höhe der südlichen Toskana. Vom südlichsten Punkt Korsikas sind es nur rund zwölf Kilometer Luftlinie nach Sardinien. Politisch gehört Korsika zu Frankreich, das Festland ist jedoch rund 180 Kilometer entfernt.

Welche Sprache spricht man auf Korsika?

Zwar ist die offizielle Amtssprache auf der Insel Französisch, jedoch sprechen viele der Korsen Korsisch. Mit Schulfranzösisch oder Englisch sollten Urlauber allerdings auf der vom Tourismus geprägten Insel problemlos durchkommen. 

Die Anreise: Wie komme ich nach Korsika?

Korsika wird von Fähren aus Frankreich, Italien und von Sardinien angefahren. Für Urlauber aus Deutschland ist der Hafen von Genua die schnellste Alternative. Aber vom italienischen Livorno oder dem französischen Nizza kann bequem mit dem Auto und allem, was man für einen Familienurlaub dabei haben möchte, übergesetzt werden. Die Tickets sollten Urlauber unbedingt im Vorfeld buchen, am Hafen selbst sind sie oft vergriffen und wären ohnehin nicht günstiger. Zur Auswahl stehen neben den oft deutlich teureren Expressfähren auch Nachtfähren – während das Auto im Bauch des Schiffes steht, können Reisende in einer Schlafkabine Richtung Ferien träumen. Wem das zu lange dauert, für den sind die vier Flughäfen auf Korsika eine Option: Balvi und Bastia im Norden, Ajaccio und Firgari im Süden.

Was ist die beste Reisezeit für Korsika?

Korsika steht für mediterranes Klima: Auf die milden Winter (13 bis 18 Grad) folgen auf Korsika trockene, heiße Sommer – mit einer Durchschnittstemperatur von bis zu 29 Grad. Wann also die beste Zeit des Jahres ist, um nach Korsika zu reisen, hängt ganz davon ab, wie man seinen Urlaub dort verbringen möchte. Die Reisesaison der Insel beginnt im Mai und endet im September.

Korsika: Die Berge erheben sich aus dem Mittelmeer

Vor Korsikas Küste geht es bis zu 2500 Meter weit in die Tiefe. Im Nordwesten der Insel geht es 2706 Meter in die Höhe. Dort liegt der höchste Berg der Insel, der Monte Cinto - der denjenigen, die es auf seinen Gipfel schaffen, einen unvergleichlichen Rundumblick über Korsika bietet. Etwa 86 Prozent der Insel sind Bergland, die verbleibenden 14 Prozent Küstentiefland - dieser Kontrast auf engstem Raum ist es, was die Insel so beliebt bei Reisenden macht.

Wer tagsüber in den Bergen wandern und sich abends im Meer abkühlen möchte, ist auf Korsika genau richtig: Die landschaftliche Vielfalt ballt sich auf rund 8700 Quadratkilometern, einer Fläche gerade einmal zweieinhalb Mal so groß wie die des Saarlandes.

Cap Corse - die Halbinsel auf der Insel 

Cap Corse ist der Zeigefinger Korsikas. Der kleine Landstrich im Nordosten der Insel, etwa 40 Kilometer lang und zehn Kilometer breit, steht für Ruhe abseits des Touristentrubels und erhaltene Natur. Besonders an der Westküste von Korsika säumen nur vereinzelte Bergdörfer den aus dem Meer emporragenden Gebirgskamm. Die kleinen Häfen dienten lange als Lagerhäuser für Seefahrer, heute legen hier Jachten an.

Wer es sich nicht leisten kann, im eigenen Boot um das Cap Corse zu segeln, kann auf eine der schönsten Küstenstraßen Korsikas ausweichen. Von Bastia aus umrundet sie die Halbinsel auf einer rund 130 Kilometer langen Strecke – mit dem Auto oder Motorrad ein Tagesausflug mit zahllosen Aussichtspunkten. Der Fahrer sollte jedoch geübt und schwindelfrei sein: An manchen Stellen scheint der Asphalt über der Steilküste von Korsika zu schweben.

Bastia – maritimes Flair belebt die Sehenswürdigkeiten 

Bastia, Korsika

Stadt der Leuchttürme: Bastia, die zweitgrößte Stadt auf der Insel

Der Place Saint-Nicolas ist das lebendige, pulsierende Zentrum der zweitgrößten Stadt Korsikas. Gegenüber dem Fährhafen plaudern die Korsen, wollen sehen und gesehen werden. Touristen finden in den etlichen Cafés und Restaurants die Erholung, die sie suchen – mit einem korsischen Wein in der Hand lässt sich das Boulespiel der Einheimischen ausgezeichnet analysieren.

In Bastia steht auch die größte Kirche Korsikas. In der Saint Jean Baptiste werden für manchen Besucher überraschende Geschichten erzählt. So zeigt eine Stuckgruppe im Innern der im 17. Jahrhundert erbauten Kirche die Beschneidung Jesu. Von der Kirche aus lässt sich ein Blick auf den alten Hafen der Stadt werfen, der zu einem absoluten Muss der Sehenswürdigkeiten Bastias zählt. Umrahmt von einem malerischen Viertel mit kleinen Gassen, zeugen nur noch Informationstafeln von den Schiffen der genuesischen Flotte. Heute laufen frühmorgens die Fischerboote in das Hafenbecken ein und verkaufen ihren Fang frisch direkt am Dock.

Ajaccio – wo Napoleon noch immer durch die Gassen geistert 

Ein Mann ist überall präsent in der Hauptstadt der Mittelmeerinsel: 1769, lange bevor Napoleon Bonaparte Revolutionär, Diktator und Kaiser wurde, erblickte er in Ajaccio das Licht der Welt. Sein Konterfei ziert das Stadtbild, ein Museum im Geburtshaus erzählt die Geschichte seiner Familie, Plätze und Straßen tragen seinen Namen. Letztere ufern in Ajaccio in Boulevards aus, in der knapp 70.000 Einwohner zählenden Stadt herrscht das urbanste Flair auf der Insel: Am malerischen Fischerhafen tummeln sich bis spät in die Nacht Touristen und Einheimische und genießen das heimliche Nationalgetränk Pastis.

Eine der imposantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, die Zitadelle von Ajaccio, kann von Besuchern nur mit Touristenguides und einer Anmeldung besichtigt werden. Der Weg dorthin lohnt sich jedoch ohnehin, bietet sie doch einen tollen Ausblick auf das Hafenviertel, das sie einst vor Angriffen feindlicher Flotten und Piraten schützte.

Korsika, Iles de Sanguinaires

Bei Sonnenuntergang bieten die Iles Sanguinaires ("Blutige Inseln") eine besonders dramatische Kulisse

Konterkariert wird das städtische Flair Ajaccios von der rauen Natur, die es umgibt: Schroffe Felsen sind eingebettet in das saftige Grün der Wiesen und Wälder. Wer auf Korsika also raus in die Natur möchte, hat es von Ajaccio nicht weit. Rund zehn Kilometer sind es entlang des Golfs von Ajaccio zum Torra di a Parata, einem alten genuesischen Wachturm. Wer die Wanderung auf die Abendstunden verlegt, sieht warum die Iles Sanguinaires so genannt wurden: Versinkt die Sonne langsam im Meer, färbt sich ihre Felsküste des kleinen Inselarchipels blutrot. Vom Hafen aus bringen Boote die Touristen tagsüber von Korsika auf die Inseln.

Calvi – Beschaulichkeit in zwischen Badegumpen und Sandstrand

Verglichen mit der Hauptstadt Ajaccio wirkt Calvi mit seinen 5.400 Einwohnern auf Korsika wie ein Dorf. Vielleicht gerade deshalb kann es im Sommer in der Stadt der Rue Georges Clémencau sehr voll werden. Die autofreie Flaniermeile bildet mit der Hafenpromenade Calvis pulsierende Lebensader – Boutiquen reihen sich an Restaurants, Feinkostläden an Bars.

Auch das Stadtbild in Calvi wird dominiert von einer Zitadelle, erbaut auf einem ins Meer ragenden Felsvorsprung. Wer entlang der alten Befestigungswälle schlendert, bekommt nicht nur einen Eindruck davon, wie wichtig die Festung für die Sicherheit der Stadt und für Korsika gewesen ist, sondern auch einen grandiosen Blick auf die Unterstadt und den Hafen geboten.

In der Bucht, die die Festung einst schützen sollte, liegen heute Touristen in der Sonne und genießen das leichte, mediterrane Leben Korsikas. Über fünf Kilometer erstreckt sich der Strand von Calvi und schließt sich direkt an den größten Jachthafen der Insel an.

Eine halbe Autostunde im Landesinnern liegt der Forêt de Bonifatu. Der in einem Talkessel versunkene Kiefernwald ist ein idealer Ausgangspunkt zum Wandern auf Korsika; eine der vielen Routen passiert die Carozzu-Hütte, und kreuzt damit den berühmten GR20-Weitwanderweg. Sie führt über Hängebrücken und an Mufflons, den dort beheimateten Wildschafen, und vereinzelten Badegumpen vorbei.

Bonifacio – die Altstadt, die über dem Wasser schwebt

Wer einmal von einem Fenster eines Wohnhauses in der Altstadt Bonifacios hinab geblickt hat, weiß: Die Wellen, die siebzig Meter unter den Häusern gegen die Kreidefelsen schwappen, tragen den Boden, auf dem das Haus steht, langsam ab. Schaut man ihnen eine Weile lang dabei zu, scheint das jedoch nicht über Jahrzehnte zu passieren, sondern innerhalb der nächsten fünf Minuten.

Bonifacio, Korsika

An der Südspitze Korsikas klammern sich die Häuser von Bonifacio an die Klippen

Bonifacio liegt am südlichsten Ende der Insel Korsika, von hier aus sind es gerade einmal rund zwölf Kilometer nach Sardinien. Dort bereitete Napoleon 1793 eine Invasion der Nachbarinsel vor – das Vorhaben schlug fehl. Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Bonifacios ist eben jene Altstadt. Besucher, die heute durch die engen Gassen schlendern, bekommen ein Gefühl dafür, dass dieser Teil Bonifacios darauf ausgerichtet war, Belagerungen standzuhalten: Die meisten Wohnhäuser waren mit Zisternen und Vorratskammern ausgestattet, die oberen Stockwerke oft nur mit Strickleitern erreichbar.

Ob die sagenumwobene Escalier du Roi D’Aragon - die Treppe des Königs Aragon - die im 15. Jahrhundert gebaut wurde, um die Stadt einzunehmen, oder um einen Zugang zum Meer zu wahren, darüber streiten die Korsen noch heute. Dass es sich lohnt, die 187 Treppenstufen, die wie an einer Schnur aufgezogen diagonal in den Kreidefels gehauen wurden, zu erklimmen, darüber streiten die wenigsten Touristen.

Ein Rundgang durch die Stadt führt vorbei an den zwei Kirchen der Oberstadt, der Saint-Marie-Majeure und die Saint-Jean Baptiste. Am westlichsten Ausläufer der Kreidefelsen thront die Zitadelle Bonifacios über der Altstadt und dem Mittelmeer, von hier sowie von der Chapelle de Saint-Roch haben Besucher einen fantastischen Blick in die Ferne, bei gutem Wetter bis nach Sardinien. Direkt vor ihnen ragt eine weitere Sehenswürdigkeit Korsikas aus dem Meer hervor: der Grain de Sable, das Sandkorn, ein vorgelagerter, massiver Kreidefels, umspült von Wassermassen.

Der Grain de Sable gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was rund um Bonifacio an der Küste Korsikas zu entdecken ist. Die Naturgewalten haben Grotten in die Kreidefelsen geschliffen, wie es sich kein Architekt auszudenken vermag: Mit einem Schiff können Touristen bei ruhiger See in die Grotte Sdragonato - die ist so eng, dass das Schiff rechts und links beinahe anzustoßen scheint. Vom Meeresspiegel aus gesehen, wirken die weißen Gebäude auf dem Kreidefelsen noch beeindruckender, das Wasser, das um dem Grain de Sable schwappt, noch klarer. Mit ein bisschen Glück gibt es hier sogar eine kleine Showeinlage der korsischen Jugend – die klettert besonders gerne ein Stück hinauf und springt besonders spektakulär hinunter, wenn Publikum langsam vorbeituckert.

Die etwas längere Tour führt von Bonifacios Hafen zu den Lavezzi-Inseln, die teilweise unter Naturschutz stehen und deren Unterwasserwelt ein Paradies für Taucher sind.

Porto Vecchio - Das Strandparadies von Korsika

Wie in die Insel hineingefräst sieht sie aus, die acht Kilometer lange Bucht an der Südostküste Korsikas - dort wurde der Porto Vecchio erbaut. Und ist besonders wegen der bezaubernden Altstadt und traumhafter Strände in der Umgebung beliebt bei Touristen. 12.000 Menschen leben hier, damit ist Porto Vecchio die drittgrößte Stadt Korsikas. Die von einer Festung umschlossene Altstadt und das Hafenviertel bieten korsische Speisen, genug Wein und mehr als genug Pastis für Touristen.

Besonders angenehm: Die Altstadt ist im Sommer autofrei, Fußgänger können also völlig entspannt durch enge Gassen bummeln. Rund um den Place de la République spielt das Leben, hier vermischen sich Einheimische und Touristen. Vor den Sehenswürdigkeiten der Altstadt stehen sie dann meist wieder allein; dennoch sind die zum Großteil erhaltene Zitadelle und das Stadttor Porte Genoise einen Besuch wert.  

Die sieben schönsten Strände Korsikas  

Rondinara, Korsika

Der Strand von Rondinara zählt zu den schönsten auf ganz Korsika

  1. Unweit des Porto Vecchio, auf halber Strecke nach Bonifacio, liegt einer der schönsten Strände der gesamten Insel, der Rondinara. Umgeben von einem dichten Pinienwald schimmert hier das Mittelmeer in allen Farben, die Sonne wärmt die roten Felsen bereits Frühjahr angenehm auf. Allerdings der Rondinara auch beliebt bei Touristen und Anlegestelle für Segel- und Motorjachten.  
     
  2. Weil er etwas schwerer zu erreichen ist, tummeln sich am Strand Saleccia im Norden der Insel Korsika deutlich weniger Touristen. Entweder führen rumpelige Schotterpisten oder der Seeweg an den feinen, weißen Sandstrand.
     
  3. Es sind auch die roten Granitfelsen, die die Ostküste Korsikas so spannend machen. So ragen sie auch am etwa 500 Meter langen Palombaggia aus dem Wasser und bieten gerade im Licht der untergehenden Sonne einen tollen Kontrast zum tiefen Blau der Wellen. Zu Recht einer der schönsten Strände Europas!
     
  4. Der Strand von Santa Guilia wird oft als karibisch beschrieben. Das liegt wohl nicht nur an der natürlichen Schönheit des weißen Sandes, der von glasklarem Wasser sanft umspült wird. Sondern auch an den Angeboten für Jetski- und Wasserskifreunde, Restaurants und Cafés, Bars und Clubs, die die nächste Umgebung des Strandes auf Korsika säumen.
     
  5. Etwas wilder geht es am Strand von Cupabia im Südwesten der Insel zu. Feiner Sandstrand geht über in schroffe Felsen, die grün bewachsen in wilde Dünenlandschaften übergehen. 
     
  6. Der Strand von Nonza, auf der nördlichen Halbinsel Korsikas, ist meist menschenleer. Einen Kilometer lang können Touristen auf dem dunklen Sand spazieren, der Nonza den Beinamen "Schwarzer Strand" eingebracht hat. Danach allerdings geht es rund tausend Stufen zurück nach oben – der Grund, warum dieses Fleckchen Korsikas meist menschenleer ist. 
     
  7. Unter Windsurfern schon lange kein Geheimtipp mehr ist der Strand Algajola im Norden von Korsika. Wenn der Wind stark genug aus der richtigen Richtung bläst, bilden sich sogar Wellen, die zum Wellenreiten einladen. Ist das Meer spiegelglatt, sind Schnorcheln oder Sprünge von den Steilklippen eine Alternative.
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