Bhutan - Im Land des Donnerdrachen

Die spektakuläre Natur, seine Kultur und Werte machen Bhutan einzigartig auf der Welt. Das beeindruckendste in dem abgeschiedenen Königreich zwischen Indien und China sind aber die Menschen und ihr Konzept vom Bruttonationalglück
Taktshang Goemba, Bhutan

Das Kloster Taktsang ("Tigernest") wurde bereits im Jahre 1692 errichtet. Der Aufstieg ist seit jeher an eine beschwerliche Wanderung geknüpft

Bhutan im Überblick

Wo liegt Bhutan?

Bei "Himalaja" denkt man erstmal "kalt"! Aber Fehlanzeige. Bhutan liegt in Südasien, auf demselben Breitengrad wie Florida und die Kanaren - es herrscht also ganzjährig ein mildes Klima, auch in höheren Lagen, mit Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die beste Zeit für Reisen in Bhutan ist von März bis Mai und von September bis Oktober. Im Frühling ist die Natur besonders schön, im Herbst bilden die weißen Gipfel des Himalajas einen beeindruckenden Kontrast zum blauen Himmel. Außerdem finden dann im ganzen Land die traditionellen Tshechu Festivals statt.

Wie sicher ist Bhutan?

Reisen in Bhutan ist sicher. Es gilt lediglich, was überall auf der Welt zu beachten ist: Besser nicht mit Schmuck behängen und mit Wohlstand protzen. Aber sogar wenn, würde man damit im Land des Donnerdrachen vermutlich eher Verwunderung ernten, als Langfinger anziehen. Bhutans Werte sind eben einfach nicht dinglicher Natur.

Die Gipfel des Himalajas, tief eingeschnittene Täler, terrassenartig angelegte Felder - hier und da schlängelt ein Weg seine braune Serpentinenspur durch das leuchtende Grün – schon der Landeanflug auf Bhutans Flughafen Paro ist ein Erlebnis. Schwebend über den schneebedeckten Achttausendern des Himalaja taucht das Flugzeug erst wenige Minuten vor der Landung ins enge Paro Tal ein und folgt dem Flußlauf des Paro Chu. Rechts und links ragen steile Berghänge empor, bis dann doch noch hinter einer Kurve das Rollfeld auftaucht. Kurz, sehr kurz und schwarz vor Bremsspuren. Nur ausgesprochen erfahrene Piloten dürfen hier landen.

Nach Bhutan reist man nicht mal eben so. In jeder Hinsicht. Durch die mächtigen Bergriesen des Himalajas ist das Land abgeschirmt vom Rest der Welt und öffnet sich erst seit wenigen Jahren gegenüber dem Westen. Massentourismus weiß das kleine Königreich, das etwa so groß ist wie die Schweiz, zu vermeiden. Besucher zahlen eine Pauschalabgabe von 250 U$ pro Tag. Darin sind dann Kost und Logis, Transport und ein Guide  enthalten.

Bis jetzt geht das Konzept auf: Bhutan oder "Druk Yul", "Land des Donnerdrachen" wie die rund eine Millionen Bhutaner ihre Heimat nennen, ist noch so ursprünglich wie kaum ein anderes asiatisches Land.

Paro – Willkommen in Bhutan

Gebetsfahnen flattern von den Dächern, Frauen und Männer in traditioneller Kleidung, Tempel und Reliquienschreine, Gebetsmühlen und festungsartige Klöster, sogenannte Dzongs. Man betritt sie durch kleine Tore, eine militärische Vorsichtmaßnahme, und gelangt in bunte, prächtige Komplexe aus Fachwerk, die sich um zentrale Innenhöfe gruppieren.
Schnell wird klar, Bhutan ist anders als der Rest der Welt. Tief religiös, traditionsbewusst und bescheiden, dabei aber ungeheuer herzlich und still vergnügt.

Das Paro Tal zählt zu den schönsten des ganzen Landes. Hier sorgt, mildes Klima für, fruchtbare Böden, terrassierte Felder treffen auf bewaldeten Hänge, dazwischen drängen sich weiße Farmhäuser umgeben von Apfelplantagen. Bis ins 19. Jahrhundert war die kleine Stadt Paro das kommerzielle, kulturelle und politische Zentrum des Landes.  

Zu den Highlights in Paro gehören:

  • Das National Museum mit einem Crash-Kurs in Bhutan-Kultur und Geschichte.
  • Paro Dzong: Thront über der Stadt und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach genutzt um die Stadt zu verteidigen. Heute beherbergt es unter anderem rund 200 Mönche und den Verwaltungssitz des Gebietes. Im Hof findet das Tsechu-Festival des Tales statt. Eine Art mystisches Klosterfest und sehr farbenfrohes Tanzspektakel bei dem sich die Tänzer, vorwiegend Mönche bis in Trance tanzen.
  • Das Tigernest Kloster: Etwas außerhalb von Paro liegt das wohl berühmteste Wahrzeichen Bhutans. Spektakulär klebt es an einer Felswand etwa 700 Meter über dem Paro-Tal. Noch heute ist rätselhaft, wie das Bauwerk aus dem 17. damals technisch bewältig werden konnte. Der Legende nach flog Guru Padmasambhava im 8. Jahrhundert auf dem Rücken eines Tigers hierhin – die Geburtsstunde des Buddhismus im Land.
  • Wandern: Ob schweißtreibende Tagestour oder nur ein kurzer Spaziergang vom National Museum über die Hügel bis zum Uma Paro Hotel, etwas Natur muss sein.

Punakha - Wo das Glück wohnt

Ein weiteres Muss in Bhutan ist die Klosterfestung Punakha-Dzong. Im Gegensatz zu den meisten anderen liegt sie nicht hoch oben auf einem Berg, sondern am Zusammenfluss der Flüsse Mochu und Pochu. Punakha Dzong, übersetzt "Palast des Glücks", ist die zweitälteste und eine der wichtigsten Klosterfestungen des Landes und war auch schon Schauplatz einer royalen Hochzeit. Der amtierende König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck heiratete dort 2011 seine Frau Jetsun Pema.

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Thimphu - Hauptstadt der Gegensätze

Alt neben neu, Tradition und Moderne, Kommerz und spirituelle Werte, Kleinstadt-Flair und Metropolen Feeling – Bhutan ist in den vergangenen Jahren quasi vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert gesprintet. Nirgends wird das deutlicher als in der Hauptstadt Thimphu. Das es trotzdem die Tradition nicht vergisst, liegt vermutlich auch am Königshaus.

In den 70er Jahren hat Jigme Singye, der Vater des amtierenden Königs, das Bruttonationalglück als Maßstab für den Wohlstand im Land eingeführt. Er wollte eine Balance zwischen materiellen und spirituellen Werten schaffen. Dieses Glück schließt auch die Natur mit ein. Beispielsweise müssen 60 Prozent des Landes bewaldet bleiben. Heute ist Bhutan nicht nur CO2 neutral, es absorbiert sogar mehr als es ausstößt.

Und auch Nachfolger König Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der fünfte Druk Gyalpo (Drachenkönig) der seit 1907 herrschenden Wangchuck-Dynastie, gründet seine Macht auf buddhistische Werte. Beide Könige werden im Land verehrt wie Popstars, ihre Bilder sind allgegenwärtig. Besonders nah kommt man ihnen im

  • Tashichho Dzong: Eine der berühmtesten Klosterfestungen und zugleich Regierungssitz. Er beherbergt auch den Thronsaal des Königs, sowie Heiligtümer des Landes, unter anderem ein riesiges Rollbild, das einmal jährlich vor Publikum entrollt wird.
  • Dechencholing Palast: Einige Kilometer nördlich von Thimphu, der offizielle Hauptpalast des Königs Jigme Wangchuck. Er dient heute nur noch repräsentativen Zwecken.
Buddha Dordenma; Bhutan

Blick aus der Ferne auf die Dordenma Buddha Statue

Außerdem noch sehenswert in Thimphu:

  • Dordenma Buddha Statue: Hoch über der Stadt sitzt mit 51,5 Metern eine der größten Buddha-Statuen der Welt.
  • Akademie der Künste: Hier erlernen Studenten die traditionelle Art des Zeichnens. Nach der kostenlosen Ausbildung werden sie in die verschiedenen Distrikte Bhutans entsandt, um dort ihrer Arbeit nachzugehen.
  • Nationalbibliothek: Neben tausenden Manuskripten und historischen Texten sind hier auch moderne Bücher und Druckvorlagen für Gebetsfahnen zu finden. Außerdem das größte Buch der Welt.
  • National Memorial Chorten: Mitten in einem städtischen Kreisverkehr ist der Bau mit seinen goldenen Türmen und Glocken ein markanter Punkt in der Stadt. Er wird ständig von Gebetmühlen drehenden Gläubigen umrundet, die aus dem ganzen Land kommen.
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