VG-Wort Pixel

Reisetipps Ärger im Urlaub: Was tun bei einem positiven Corona-Test?

Positiver Corona-Test im Urlaub
Selbsttest versus offizieller Test: Bei einem positiven Corona-Befund unterscheiden sich die anschließenden Schritte im Urlaubsort teils deutlich
© Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn
Ein Kratzen im Hals, ein leichter Schnupfen und dann - ein positiver Corona-Test mitten im Urlaub. Was jetzt bloß tun? Drei Experten geben Antworten

Der Schock dürfte groß sein, wenn der Corona-Test im Urlaub positiv ausfällt. Was dann passiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa davon, in welchem Land man sich befindet. Von Bedeutung ist auch, ob die Reise von einem Veranstalter organisiert ist. Die wichtigsten Fragen und ihre Antworten:

Wer erfährt überhaupt von meiner Corona-Infektion?

Vom Selbsttest bekommt automatisch natürlich niemand etwas mit. "Geht man aber zu einer Teststation, muss ich damit rechnen, dass das positive Ergebnis den Behörden gemeldet wird", sagt Thorsten Muth vom Tübinger Unternehmen A3M, einem Dienstleister für Krisen- und Frühwarninformationen für Reisen weltweit. 

Einige Länder schreiben einen Test direkt nach der Einreise vor. Fällt dieser positiv aus, sind in der Regel direkt staatliche Stellen darüber informiert. Das ist Muth zufolge etwa in Thailand und Abu Dhabi der Fall.

Mit einem positivem Selbsttest während der Reise falle man aber "möglicherweise einfach durch das Raster", vermutet Muth. In manchen Ländern werde Menschen mit Symptomen lediglich dazu geraten, sich selbst zu isolieren. Wie man dann mit dem positiven Testergebnis umgehe, sei daher nicht selten eine Gewissensfrage.

Wer kümmert sich bei einem positiven Test um mich?

Wer Pauschalurlaub gebucht hat, für den ist vor allem der Reiseveranstalter verantwortlich. Dieser orientiert sich an den Vorgaben des Reiselandes. Tui zum Beispiel bringt nach eigenen Angaben positiv getestete Gäste je nach Reiseland in einem Quarantänehotel unter, teils könne der Gast auch auf seinem Zimmer bleiben.

Der Veranstalter Studiosus aus München versichert, man würde betroffene Gäste isolieren und "umfassend betreuen". "Zum Beispiel schauen wir, dass unser Gast ausreichend Verpflegung bekommt", sagt Prokurist Edwin Doldi. Auch kümmere man sich um Flugumbuchungen, sollten diese notwendig werden.

Was mache ich, wenn ich individuell unterwegs bin?

"Wir raten natürlich dazu, sich konsequent selbst zu isolieren", sagt Thorsten Muth. Der Ort dafür sei in der Regel das Hotelzimmer. Wie man dann an sein Essen kommt, ist eine der ersten zu klärenden Fragen, die sich vor allem Familien stellen. "Die Grundversorgung muss gewährleistet sein", sagt der Experte. "Wenn ich keine andere Wahl habe, informiere ich das Hotel." Dieses stellt dann in der Regel Essen vor die Tür.

Wie lange muss ich offiziell in Quarantäne?

Das ist je nach Land unterschiedlich. Der Trend geht generell zu kürzeren Quarantänezeiten - etwa von vierzehn auf zehn oder sieben Tage. "Schweden und Griechenland haben zum Beispiel nur noch fünf Tage vorgeschrieben", sagt Muth.  

Kann ich mein Zimmer mit Maske trotzdem zwischendurch verlassen?

Manch einer mag sich denken: Auf einem Spaziergang ganz allein gefährde ich auch als positiv Getesteter niemanden. Und auch sich bei einem Straßenverkäufer Essen zu holen, wird schon nicht so schlimm sein.

Reisemediziner Prof. Thomas Jelinek aus Berlin räumt damit auf: "Sie können jeden anstecken, mit dem Sie in Kontakt sind." Auch wenn das Risiko einer Übertragung im Freien mit Maske nur sehr gering sein möge, gelte dies grundsätzlich. Klärungsbedarf mit dem Hotel gibt es, wenn das Zimmer gereinigt wird. Denn dann sollte man sich nicht in dem Raum aufhalten.

Kann ich mich strafbar machen, wenn ich die Quarantäne breche?

Wenn man gegen geltende Auflagen verstößt, durchaus, sagt Thorsten Muth. In den meisten Ländern seien Verstöße gesetzlich geregelt. Und teuer können sie werden. 

In der Schweiz zum Beispiel kann das Bußgeld für einen Verstoß gegen die Quarantäneauflage bis zu 5000 Franken betragen. Ein hoher Preis für einen kurzen Ausflug in den Supermarkt.

Was mache ich, wenn schon bald mein Rückflug ansteht?

Im Zweifelsfall verlängert sich der Urlaub dann unfreiwillig. Das gilt auch für Ungeimpfte, deren obligatorischer Test bei Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet positiv ausfällt. Die Extrakosten für neue Flüge und zusätzliche Hotelnächte vor Ort lassen sich mit speziellen Covid-Reiseversicherungen absichern. Auch Veranstalter bieten solche Absicherungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag bei Buchung teils inklusive an.

Wie bereite ich mich auf eine ernsthafte Erkrankung vor?

Nicht immer verläuft eine Omikron-Infektion mild. Wird ein Krankenhausaufenthalt nötig, kann es schnell teuer werden. Eine gute Auslandsreisekrankenversicherung, die auch eine Erkrankung mit Corona abdeckt, schützt Urlauber hier vor hohen Kosten.

Wann bin ich nicht mehr ansteckend?

Wichtig ist natürlich, keine Krankheitssymptome mehr zu haben. Und dann ist die Frage: Wann ist der Test endlich negativ? "Man sollte zwei Tage symptomfrei sein, bevor man sich ein weiteres Mal testen lässt", rät Reisemediziner Jelinek. Dann erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass der Test negativ ausfällt.

dpa

Mehr zum Thema