Haaaaaafenrrrrundfaaahrt! So schallt es Besuchern der Hamburger Landungsbrücken an jeder Ecke entgegen. Mit flotten Sprüchen und unechter Kapitänsmütze auf dem Kopf buhlen die Ticketverkäufer der verschiedenen Anbieter um Kundschaft. Das mag noch recht witzig und ansprechend sein, die Preise für die Hafenrundfahrten hingegen sind saftig, die Touren oftmals unpersönlich gestaltet und voll bis auf den letzten Platz. Auch die günstige Alternative der Hafenfähren hat sich inzwischen rumgesprochen und die Passagiere stehen wie in der Sardinenbüchse an Deck. Aussicht? Fehlanzeige!

Den Hafen individuell entdecken

Wer es individueller oder ruhiger mag, nutzt eines der Angebote jenseits der klassischen Hafenrundfahrt. Mit Skipper und gesetzten Segeln dreht beispielsweise die Elbsegelei ihre Runden durch den Hafen oder nimmt Kurs auf die Nordsee. Musikkappelle oder DJ wiederrum sind auf der MS Hedi zu finden. Die Barkasse dient als Clubschiff und steuert auch in den späten Abendstunden noch die Containerriesen und Trockendocks an.

Party auf der Ranzigbahn

Zerborstenes Glas, grölende Junggesellenabschiede und Bars ohne Seele – die Vergnügungsmeile Reeperbahn ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die meisten einheimischen Nachtschwärmer laufen schnurstracks zum Club ihrer Wahl, um so wenig wie möglich von dem nervenden Trubel mitzubekommen, oder gehen gleich ganz woanders hin …

In netter Gesellschaft

… zum Beispiel in die Seitenstraßen vom Kiez. Nur wenige Schritte von der Großen Freiheit entfernt, zeigt sich bereits ein ganz anderes Bild. Zwischen Paul-Roosen-Straße und Schulterblatt treffen gemütliche Bars wie Möwe Sturzflug, Roosen oder Toast Bar auf entspannte Menschen und gute Stimmung. Die angesagten Clubs der Stadt sind in Laufweite oder schnell und unkompliziert mit der Bahn von hier aus zu erreichen. 

Seelenlos durch die HafenCity

Gut, so ein Flaggschiff wie die Elbphilharmonie haben wenige Neubauviertel in Wassernähe zu bieten, aber wer sich das Konzerthaus näher angeschaut hat, kann sich den Spaziergang durch die angrenzende HafenCity sparen. Zu austauschbar ist die Architektur mit ähnlichen Vierteln in anderen Großstädten wie Oslo oder Liverpool. Lebhafte Straßenzüge sucht man hier ebenfalls vergebens.

Villen zählen an der Alster

Sehr viel mehr Charme und Geschichte haben da die Villen-Viertel Rotherbaum, Uhlenhorst und Harvestehude zu bieten. Jedes Haus hier ist ein Unikat, die architektonischen Stile spiegeln verschiedenste Epochen, und das Wasser der Alster ist stets in der Nähe. Wenn das Wetter stimmt, lassen sich die Villen auch vom Wasser aus bestaunen. Einfach mit einem Kanu über die Außenalster bis zum Rondeelteich paddeln. Nach der Erkundungstour durch die Viertel lohnt sich ein Drink auf den Alsterwiesen. Sie sind vor allem an lauen Sommerabenden voller Leben und bieten eine tolle Aussicht auf Wasser und Innenstadt.

Die Fischmarkt-Show

Fischbrötchen und Obstkörbe bilden einen Großteil des heutigen Sortiments auf dem Hamburger Fischmarkt. Aus dem einst wichtigsten Markt der Hansestadt ist inzwischen  eher eine Unterhaltungsshow mit Essen geworden. Das mag nach einer durchzechten Nacht auf der naheliegenden Reeperbahn witzig sein, aber früh aufstehen würden die Hamburger für diesen Mark nicht mehr.

Lieber auf die Ise

Viel lieber schlendern Sie freitags oder dienstags über den Isemarkt in Eppendorf. Der Wochenmarkt liegt malerisch unter dem Hochbahnviadukt zwischen den U-Bahn-Haltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum. Die Auslagen der rund 200 Stände könnten nicht unterschiedlicher sein: Delikatessen, Kunsthandwerk oder frisches Streetfood werden angeboten.

Aussicht ins Nirgendwo

Die Hamburger pflegen eine innige Hassliebe mit der Elphilharmonie. Erst wollte sie nicht fertig werden und schluckte Millionen. Doch nun ist sie doch irgendwie ganz hübsch anzusehen. Der Run auf die Konzertkarten ist ungebrochen und wer kein Ticket für den großen oder kleinen Saal löst, geht eben auf die Plaza, Hauptsache Elphi. Dabei ist die Aussicht nun wirklich mäßig: Hafenindustrie, die Neubauten der HafenCity und Bürogebäude prägen das Bild. Für diesen Blick muss man zu Stoßzeiten auch noch anstehen.

Die sehr viel bessere Aussicht auf Hamburg und die Elbphilharmonie selbst bietet die erst kürzlich wiedereröffnete Aussichtsplattform der St. Nikolaikirche. Die Ruine des Gotteshauses verfügt über einen gläsernen Aufzug, der die Besucher bis auf 76 Meter Höhe befördert, wo sie einen Rundumblick genießen können. Rathaus und Alster auf der einen Seite, Michel, Elphi und Hafen zur anderen.

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