Callanish, Schottland

Wer den Besucherströmen von Stonehenge entfliehen und dennoch die Magie eines Steinkreises erfahren möchte, der sollte auf die Äußeren Hebriden reisen. Hier formen die Steine von Callanish ein Kreuz. Mindestens 20 weitere kleinere solcher Megalithanlagen durchsetzen die Moorlandschaft rundherum. Die kreuzförmige gilt allerdings als zentraler Punkt. Der Legende nach soll es sich um ein altes Mondobservatorium handeln, das für religiöse Andachten genutzt wurde. Ob es wirklich so war, kann heute niemand mehr sagen und bestärkt die Mystik dieses Ortes.

Huelgoat und Brocéliande, Frankreich

Selbst in der Bretagne kann man auf den Spuren der Artussage wandeln. Im Wald von Paimpont, auch Brocéliande genannt, zum Beispiel. Der größte Überrest der einst flächendeckenden Bewaldung der Bretagne, liegt westlich von Rennes. Hier sind etliche Schauplätze der Legenden rund um König Artus und seinen Berater Merlin beheimatet. So soll sich beispielsweise unter einem der Megalithen Merlins Grab befinden. Zauberhaft mystisch kommt auch der ebenfalls in dieser Ecke beheimatete Wald von Huelgoat daher. Jahrhundertealte Eichen, Linden und Buchen sowie jahrtausendealte Eiben sollen die Heimat von Gottheiten sein.

Glastonbury Tor, England

Plötzlich steht dort ein Hügel in der sonst so flachen Sumpflandschaft der Somerset Levels in Südengland. Es ist der Glastonbury Tor, auf dessen Spitze die Ruine der mittelalterlichen St. Michaels-Kirche thront. An den Hängen sind Terrassen zu erkennen und viele sehen den Glastonbury Tor als die Inseln von Avalon aus der Artussage. Dafür spricht einiges, denn unweit des Tors entspringt die Quelle Chalice Well und auf dem Grund der nahe gelegenen Glastonbury Abbey sollen König Artus und seine Frau Guinevere bestattet sein.

Walberla, Deutschland

Der sogenannte „Heilige Berg der Franken“ ragt vor der Kulisse der Schwäbischen Alb hervor und war ein keltischer Kultplatz, aber auch ein germanisches Heiligtum. Der Name ist höchstwahrscheinlich abgeleitet von der heiligen Walburga, die vor Sturm schützen soll und zu deren Ehren eine kleine Kapelle auf dem Berg errichtet wurde.

Berg Athos, Griechenland

Zwar ist Athos heute noch ein belebter Ort, ranken sich dennoch viele Mythen und Sagen um die Halbinsel Athos südöstlich von Thessaloniki. Agion Oros, der heilige Berg wird von 2000 Mönchen bewohnt und ist der heiligste Ort der orthodoxen Ostkirche. Frauen ist seit Jahrhunderten der Zutritt verwehrt, obwohl auch hinter den alten Mauern die Moderne ein wenig Einzug erhalten hat. Es werden beispielsweise Smartphones genutzt und die Eselkarren durch Autos ersetzt.

Skellig Michael, Irland

Ein steiniger Felsen, von Moos überzogen und Seevögeln umschwirrt, ragt rund 12 Kilometer vor der Küste Kerrys aus den tosenden Wogen des Atlantiks. Auf den ersten Blick scheint die Skellig Michael, auch Greater Skellig genannt, wie viele der zerklüfteten unbewohnten Inseln vor der Küste Irlands. Dich diese Skellig war nicht immer unbewohnt. Wahrscheinlich bereits seit dem 7. Jahrhundert haben hier zwölf Mönche und ein Abt in steinernen Bienenkorbhütten ein Einsiedlerleben geführt. Ihr genaues Schicksal und wie oft die Mönche durchtauschten, ist bis heute nicht bekannt. Bereits seit 1500 finden regelmäßig Wallfahrten zu diesem mystischen Ort statt. Inzwischen pendeln bei zulassender Wetterlage nahezu täglich Boote zwischen Festland und der Skellig Michael.

Burg Neideck, Deutschland

Die Ruine der Burganlage Neideck zählt zu den größten in Deutschland und überblickt das Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz. Der Legende nach sollen hier sowie auf der gegenüberliegenden Burg Streitberg einst Riesen gelebt haben, die die Menschen unterdrückten. Erst ein Plan, den sie gemeinsam mit den Geistern des Tals umsetzen, vertrieb die Riesen von den Burganlagen. Heute geht es hier friedlich zu und Burg Neideck zählt zu den beliebtesten Attraktionen in Franken. Nur wer frühmorgens oder spätabends vom Tal zur Burg hinaufschaut, während Nebelschwaden über die Felder ziehen, mag die Gegenwart der Geister noch heute spüren.

Ales Stenar, Schweden

Gut 30 Meter über der Ostsee erheben sich unweit des Fischerdorfes Kåseberga in der schwedischen Provinz Skåne 59 schiffförmig angeordnete Steine. Es ist die größte Steinsetzung dieser Art in Schweden. Warum genau die bis zu drei Meter hohen Monolithen hier stehen, können auch die Archäologen nicht mit Gewissheit sagen. Ausgrabungen lassen allerdings darauf schließen, dass es sich um eine Grabanlage handelt, die seit 600 nach Christus hier ihren Platz hat. Der Schifffahrt diente die markante Anlage auf dem sonst flachen Land lange Zeit als Orientierungspunkt.

Stoanerne Mandln, Südtirol

Im Südtiroler Sarntal ist vieles noch beim Alten. Das Leben der Bergbauern wird nach wie vor durch die Jahreszeiten bestimmt und nahe der Gipfel genießen Wanderer die gleiche Aussicht, wie es schon ihre Vorfahren getan haben. Und so ist es kaum verwunderlich, dass hier auch jahrhundertealte Steinmänner überlebt haben. Bereits 1540 das erste Mal schriftlich erwähnt, bleiben die Schöpfer bis heute unbekannt, von Kelten und gelangweilten Hirten ist die Rede. Teil der Folklore sind allerdings immer Hexen, die sich hier auf 2000 Metern am Gipfelkreuz der Hohen Reisch versammelt haben sollen und es vielleicht bis heute tun.

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