Muss ein Flugzeug evakuiert werden, ist Schnelligkeit das Wichtigste. Doch genau dabei kommt es immer wieder zu Problemen. Vor allem, weil Passagiere sich nicht an Anweisungen halten und erst den Rucksack aus dem Gepäckfach ziehen.
Das Luftfahrt-Bundesamt warnt davor:
Damit behindert man nicht nur sich selbst, sondern gefährdet auch alle anderen Passagiere. Zu allem Überfluss kann das Gepäck Evakuierungsausrüstung wie etwa die Notrutschen beschädigen. Zudem birgt das Rutschen mit Rucksack oder kleinem Hartschalenkoffer ein Verletzungsrisiko – für sich selbst und andere.
Darauf weist auch Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa hin und stellt klar: "Fluggäste müssen den Anweisungen der Crew unverzüglich folgen, sämtliches Handgepäck zurücklassen und sich zügig zu den Notausgängen bewegen." Kabinenbesatzungen seien speziell für Ausnahmesituationen geschult und trainierten den Evakuierungsablauf regelmäßig.
Weil das Problem immer wieder auftritt, hat etwa die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA im vergangenen Jahr Airlines dazu angehalten, ihre Verfahren für Evakuierungen nachzuschärfen. Unter anderem mit noch deutlicheren Ansagen zu diesem Thema vor dem Start.
Was passiert mit dem zurückgelassenen Handgepäck?
Der Gedanke ans eigene Leben und das aller anderen sollte in so einer Notsituation zwar im Vordergrund stehen. Für den Hinterkopf aber gut zu wissen: Das zurückgelassene Handgepäck ist nicht per se verloren.
In vielen Fällen könnten Gepäckstücke im Nachgang gesichert geborgen und den Fluggästen nachgeliefert werden, teilt die Lufthansa mit. Schlau ist also, wer am Handgepäck ein Schild mit Kontaktdaten anbringt.
Allerdings betont die Airline auch: "Sicherheit geht vor Eigentum." Priorität habe zunächst die medizinische Versorgung und Betreuung der Fluggäste sowie die Arbeit der Einsatzkräfte. Und nicht das Handgepäck.