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Wildtiere in der Stadt Baden-Baden eröffnet "Brücke" nur für Eichhörnchen

Brauchen keinen Asphalt: Eichhörnchen balancieren spielend auf gespannten Seilen
Brauchen keinen Asphalt: Eichhörnchen balancieren spielend auf gespannten Seilen
© picture alliance / Mary Evans Picture Library | Geoff Trinder / ardea.com
Immer wieder kommt es vor, dass Eichhörnchen von Autos überfahren werden. Einige deutsche Städte bieten den Nagern daher Eichhörnchenbrücken in luftiger Höhe an

Wenn zwei Eichhörnchen sich jagen, geht das oft nicht gut aus. Preschen sie über viel befahrene Straßen, können sie leicht zum Verkehrsopfer werden. In Baden-Baden will man nun Abhilfe schaffen – mit einer Eichhörnchenbrücke. "Es sind putzige Tiere", sagte Alexander Uhlig, der Erste Bürgermeister der Stadt, dem SWR. "Und wenn sie überfahren sind, ist das wirklich kein schönes Bild."

Die Idee: Statt die Straße auf dem gefährlichen Asphalt zu überqueren, sollen die possierlichen Nager in luftiger Höhe von Baumreihe zu Baumreihe gelangen. Bei der nun eingeweihten "Brücke" über die viel befahrene Rheinstraße handelt es sich allerdings nicht um eine aufwändige Konstruktion aus Stahlbeton, wie der Name vermuten lässt.

Die Funktion der Brücke übernimmt ein dickes Tau, das zwischen den Bäumen der gegenüberliegenden Baumreihen gespannt ist. Für die tierischen Kletterkünstler, die mehrere Meter springend überwinden können, ist es technisch kein Problem, auf diesem Weg die Straße zu überqueren. Sie müssen nur daran gewöhnt werden.

Im Kronenbereich dieser Platane ist das Seil für die Eichhörnchenbrücke befestigt
Im Kronenbereich dieser Platane ist das Seil für die Eichhörnchenbrücke befestigt
© Stadt Baden-Baden

Die Eichhörnchenbrücke ist Teil eines Wildtierkorridors

Futterspender sollen helfen, die Nager auf die richtige Fährte zu führen. Befüllt werden sie in der Anfangsphase des Projekts von Auszubildenden der Stadtwerke, später sollen sich engagierte Bürger*innen darum kümmern. Wie die Stadt mitteilt, will das Forstamt mit Wildtierkameras überwachen, ob die Brücke tatsächlich von den Eichhörnchen genutzt wird.

Der Standort der ungewöhnlichen Querung ist mit Bedacht gewählt: Die Eichhörnchenbrücke ergänzt einen schon bestehenden Wildtierkorridor in Baden-Baden, der naturnahe Flächen mit einem Park und angrenzenden Gärten verbindet.

Das 23 Meter lange Seil – und ein weiteres an anderer Stelle – haben sich die Stadtwerke 1000 Euro kosten lassen. Wenn sich der Ansatz bewährt, sollen weitere folgen.

Mit solchen Futterspendern sollen die Nager auf die Brücken aufmerksam gemacht werden
Mit solchen Futterspendern sollen die Nager auf die Brücken aufmerksam gemacht werden
© Stadt Baden-Baden

Baden-Baden ist nicht die erste Stadt, die Eichhörnchen "aus dem Verkehr ziehen" will: Auch in Berlin, Trier, München und Hamburg-Bergedorf gibt es schon Seilquerungen, die gut angenommen werden. Im ostwestfälischen Vlotho überwinden Eichhörnchen sogar schon seit 2012 gefahrlos eine Straße.

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